Die UN habens schwer. Jetzt können sie schon nicht mal mehr Massenvergewaltigungen ordentlich.
UPDATE: Ich hatte es wohl falsch verstanden. Die Blauhelmsoldaten hatten anscheinend, äh, andere Probleme.
8. September, 2010
3. September, 2010
Könnte es sein, daß all diejenigen, die jetzt reflexartig Türken, Moslems und Immigranten „in Schutz nehmen”, die eigentlichen Rassisten sind?
Die nämlich schon gar nicht mehr glauben, daß jene sich alleine verteidigen können oder alleine aus ihrer Misere herauskommen. Sondern daß man ihnen auf ewig helfen müsse. Vermutlich wegen der Gene.
Machen Sie mal ein Experiment! Gucken Sie sich mal den Film „Der Pate” an. Ruhig auch den 2. Teil, besonders die Szenen, die Anfang des 20. Jahrhunderts spielen. Die Parallelen sind nämlich kaum zu übersehen: Die Italiener in Amerika galten als rückständig, dumm und nicht in der Lage, sich zu integrieren. Sie lebten in eigenen Vierteln, in denen viele nicht lernten, ordentlich Englisch zu sprechen. Die Mafia rekrutierte aus diesem Milieu ihre Soldaten.
Eine sehr schöne Szene spielt vor einer Kommission. Dort hat sich Vito Corleone vor einem Haufen rauchender Politiker zu verantworten. Zu Beginn verliest einer der Politiker eine Erklärung, in der er zunächst einmal die Integration und die Friedfertigkeit der meisten Amerikaner italienischer Herkunft lobt. Ganz so, als sei es notwendig, sich davon zu distanzieren, vom Einzelfall auf die Masse zu schließen. Und ganz so, wie wir es momentan erleben.
Genau da stehen wir auch. In den USA war es ein paar wenige Jahrzehnte später kein Thema mehr. Die Italiener hatten sich ganz normal in die amerikanische Gesellschaft eingefügt.
Können wir also davon ausgehen, daß das bei uns auch so klappt? Ich glaube: ja. Sofern zwei Voraussetzungen gegeben sind:
1. Man stellt sich nicht mehr ständig schützend vor jeden Menschen, der irgendwie anders ist. Sondern man erlaubt ihm einfach, ein ganz normaler Mensch zu sein, mit derselben Möglichkeit, sich zu bilden, sich zu entwickeln, voranzukommen, wie jeder Einheimische sie auch hat. Das heißt nicht, daß es keine Hilfsangebote geben dürfe. Aber sie dürfen auch nicht dazu führen, jegliche Eigeninitiative erlahmen zu lassen.
2. Das Bild des eigenen Landes wird positiv. Wieso sollte ein junger Mann anstreben, sich in eine Gesellschaft zu integrieren, die sich selbst offenbar nicht leiden kann? Wenn wir überall nur davon sprechen, was bei uns alles schlecht läuft, wenn wir uns ständig selbst beschimpfen, daß wir Rassisten und ähnliches seien, dann darf es uns auch nicht wundern, wenn Immigranten es ablehnen, unserer Gesellschaft Respekt entgegenzubringen.
In den USA ist es für jeden Einwanderer völlig klar: Das erstrebenswerte Ziel ist die amerikanische Staatsbürgerschaft. Die neue Nation gewinnt gegenüber den ehemaligen Wurzeln. Warum sonst sollte ich auch in ein anderes Land einwandern wollen?
Allerdings glaube ich, daß das unter 2. beschriebene in Deutschland mittlerweile immer besser funktioniert. Verstehen Sie mich nicht falsch: Nicht, wenn ich auf Twitter oder auf Blogs unterwegs bin. Aber ansonsten scheinen wir mit uns halbwegs im Reinen zu sein. Und dank der WM bieten wir auch so langsam Identifikationsfiguren, wie sie einfach nötig sind.
Die einzige Gefahr, die ich langfristig weiterhin sehe, ist der Reflex, jede Minderheit als so minderbemittelt anzusehen, daß man sie zu schützen müssen glaubt. Daß man nicht anerkennen mag, daß es nämlich in der Tat keinen genetischen Unterschied zwischen Türken und Deutschen gibt, der erstere faul und letztere fleißig sein läßt.
Und insofern habe ich wohl doch den Kommentar zu Sarrazin geschrieben, den ich erst nach Lesen seines Buches hätte schreiben wollen.
2. September, 2010
Wissen Sie, so ganz verstehe ich unsere Nachbarn im Westen ja nicht. Eigentlich habe ich sie nie ganz verstanden, mit ihrem Zentralismus und der Vorliebe für Revolutionen, aber ich hielt sie stets für ein tolerantes Völkchen. Vielleicht mit etwas (hah!) zu viel Nationalstolz in der Brust, aber doch mit einem laisser-faire in jeder Lebenslage.
Nun lese ich aber diesen Artikel. Und komme nicht umhin, irgendwie folgerichtig zu finden, was da auf den ersten Blick so unsinnig erscheint: Man ereifert sich darüber, daß eine Schnellrestaurantkette nur noch nach islamischem Recht geschlachtetes Fleisch. Und begründet das damit, daß das ja eine Diskriminierung aller Nicht-Moslems sei.
Der erste Gedanke, der einem in den Sinn schießt, ist doch der: Ist es nicht verdammt noch mal scheißegal, was eine Restaurantkette für Essen anbietet? Ist es eine Diskriminierung von normalen Menschen, wenn eine Kette nur noch vegetarisch anbietet? Werden Vegetarier diskrimiert, wenn ein Restaurant auch Fleisch anbietet?
Nein, natürlich nicht. Im vorliegenden Fall ist es sogar noch absurder: Ein halal geschlachtetes Rind dürfte für einen Nicht-Moslem vermutlich exakt genauso schmecken wie ein nicht halal geschlachtetes. Er hat also keinerlei Einbußen. Wo soll da bitte eine Diskriminierung vorliegen?
Und selbst wenn diese mit dem Verzicht auf Schweinefleisch begründet wird: Dann soll er doch in ein anderes Restaurant gehen? Gibt es denn nicht in dem Land der besten Küche der Welt (gut, mit einigen Konkurrenten wie den Indern, den Thais und den Italienern) nicht genügend andere miese Imbißketten?
Nein, auf diese Idee kommen nur Menschen, die schon so zentralistisch denken, daß sie davon ausgehen, eine einzige Restaurantkette müsse allein dafür verantwortlich sein, für alle Menschen das perfekte Essen anzubieten, sowohl für den überzeugten Veganer als auch für den rindfleischessenden Moslem. Dieselbe Vorstellung, nach der es ja auch völlig ausreichend ist, eine einzige Firma pro Branche zu haben.
Frankreich war immer schon ein Staat, in dem vieles nur zentral entschieden wurde, in dem die Konkurrenz der Bundesländer gar nicht erst aufkam. Der Gedanke an zentrale Entscheidungsstrukturen, an staatliche Kontrolle ist in Frankreich per se stark ausgeprägt.
Es ist also nur konsequent, wenn nun auch von einzelnen Marktteilnehmern gefordert wird, jeden einzelnen Geschmack abzubilden, selbst wenn das de facto völlig unmöglich ist. Genau deswegen haben doch unsere Demokratien das Prinzip der Marktwirtschaft eingeführt: weil es eben völlig unmöglich ist, alle möglichen Geschmacksvorlieben aller Bereiche des Lebens von oben vorzugeben. „Quick” hat festgestellt, daß in manchen Bezirken der Umsatz vervierfacht wurde. Es ist also wohl so, daß die Mehrheit der Menschen in diesen Vierteln lieber halal isst – wieso soll das nun verboten werden? Damit der Umsatz wieder zurückgeht? Weil Umsatz ja so unwichtig ist? Oder lieber, um den Leuten, die sich mehrheitlich für die neue Art der Menüzusammenstellung entschieden haben, ihren Willen nicht zu lassen, obwohl er niemandem schadet?
Mich jedenfalls würde ein Schild mit der Aufschrift „Achtung halal” nicht davon abschrecken, dort in einen Burger zu beißen – meine erste und einzige Erfahrung in einem dieser „Quick”-Läden allerdings schon.
1. September, 2010
Ein schockierendes Video. Keine Frage. Und ich selbst bin ja auch so ein Hundenarr. Hatte mein Leben lang immer einen Hund. Was glauben Sie, wie ich emotional reagierte, als ich das Video sah? Genau. Genauso, wie Sie vermutlich auch, wenn Sie das zum ersten Mal sehen.
Aber was mich dann noch mehr entsetzt: Die Hetzjagd, die daraufhin im Internet veranstaltet wird. Gucken Sie sich mal die Kommentare hier an! Da wird gefordert, die Frau sollte auch im Fluß ertränkt werden. Und einige Menschen schreiben, daß sie genau das vorhaben. Andere wundern sich darüber, daß die Dame, von der dann auch ein möglicher Name nebst Adresse und Telefonnummer veröffentlicht wird, Polizeischutz erhält.
Ganz klar: Sofern das Video kein Fake / Hoax ist – was momentan nicht abschließend geklärt ist, dann bin ich genauso angewidert wie Sie. Aber das heißt doch noch lange nicht, daß deswegen Mordaufrufe durchs Netz geistern? Jetzt steht ein Name im Netz. Ein Name, der zu dem Mädchen gehören mag, das das Video ins Netz stellte. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht sieht sie nur ähnlich aus? Für ordentliche Polizeiarbeit jedoch ist kein Platz im Internet: Lynchen, die Sau! Wenn dann später rauskommen sollte, daß der Name falsch war, wurde zumindest eine Zeit lang eine Unschuldige mit Drohbriefen, anonymen Nachrichten, Telefonterror und ähnlichem überzogen. Wenn nicht gar schlimmeres geschieht.
Und selbst, wenn sie es war? Wer gibt denn auf einmal dem Mob das Recht auf Selbstjustiz? Sind wir mittlerweile wieder soweit, daß „das gesunde Volksempfinden” unsere Rechtsordnung prägen soll? Obwohl wir ansonsten immer schön darauf bedacht sind, Täter zu resozialisieren? Was übrigens – wie gesagt, WENN es denn alles so stimmen sollte – bei einem jungen Mädchen, das „nur” Hundewelpen ertränkt hat, leichter sein dürfte als bei einem sexuell motivierten Serienmörder.
Aber klar. Hundewelpen sind niedlich, die erste Reaktion ist logischerweise Hass. Und den Rest, den blenden wir dann einfach wieder aus.
Ich verstehe ja die intuitive Reaktion, das Netz dazu zu nutzen, die Täterin ausfindig zu machen.
Aber ich möchte Ihnen allen etwas sagen: Sollte dem Mädchen etwas angetan werden, dann sind all die mitschuldig, die den Aufruf, sie zu identifizieren, per Twitter, Facebook oder E-Mail weitergeleitet haben. Und in meinen Augen ist ein Mord an einem Menschen immer noch etwas anderes als der an einem Tier.
UPDATE: Peter Aeschlimann von der Basler Zeitung hat sich dieses Themas ebenfalls angenommen und warnt vor dem „dynamischen Mob”.
UPDATE 2: In der Süddeutschen wird beschrieben, wie eine völlig Unbeteiligte unter dem Mob zu leiden hat.
Und in den Nürnberger Nachrichten auch.
30. August, 2010
„(…) und dann hat sie die Katze in die Mikrowelle gesteckt, um sie zu trocknen. Wirklich! Das hat mir eine gute Freundin erzählt!”
Mittlerweile glaubt fast niemand mehr daran, daß sich in den Kanälen unter New York Krokodile herumtreiben, daß Cola irgendwelche Süßigkeiten dazu bringt, im Bauch zu explodieren oder daß Killer sich bevorzugt auf dem Rücksitz geparkter Autos herumtreiben. Diese heutzutage eher skurril anmutenden Legenden sind eben aus einer anderen Zeit. Aus einer Zeit, in der man gutgläubig war. In der es noch kein Internet gab, mit Hilfe dessen solcherlei Lagerfeuergeschichten schnell enttarnt wurden.
Aber stimmt das denn? Sind wir wirklich kritischer geworden? Hinterfragen wir Dinge, die uns zugetragen werden?
Gestern konnte ich ein Phänomen auf Facebook erleben. Wer damit anfing? Wie üblich weiß man es nicht. Eine „Warnung” sah ich da auf den Profilen meiner Freunde. Sie lautete:
ACHTUNG!!!!!!Tretet auf keinen Fall der Gruppe mit dem Namen: „Vater oder Mutter zu werden war das grösste Geschenk meines Lebens“ bei. Es handelt sich um eine Gruppe von Pädophilen welche versuchen sich Zugang zu Fotos von Kindern zu verschaffen! Bitte kopiert diesen Status als Euren, so dass Jeder es …weiss!!
(Rechtschreibfehler absichtlich nicht korrigiert).
Zunächst einmal: Diese Legende ist wirklich schlecht gemacht. Es ist auf den ersten Blick ersichtlich, daß jegliche Quellenangabe fehlt (in der amerikanischen Version gab es immerhin noch einen Hinweis auf eine Fox-News-Sendung um 17:00h, natürlich ohne Datum). Auch gibt es keine Begründung für die Anschuldigung. Es gibt nur den Hinweis, man solle es diese Meldung als seine eigene ausgeben. Somit sollte auch ein wirklich gutgläubiger Mensch bemerken, daß er gar nicht beurteilen kann, ob der Freund, bei dem er die Nachricht gelesen hat, nun auch wirklich der Urheber ist.
Aber dennoch war dieser Hoax erfolgreich: Seit Anfang des Jahres bereits geistert er durch Facebook und scheint gerade wieder Fahrt aufzunehmen. Wie kann das sein, wo es sich doch um eine handwerklich wirklich schlecht gestrickte Legende handelt?
Das Thema. Der Autor hat bei der Auswahl des Themas ein glückliches Händchen bewiesen: Kinderpornographie ist ein Thema, bei dem die meisten Menschen ihren Verstand ausschalten. Da reicht es aus, mit dem Finger irgendwohin zu zeigen, und die Masse schreit nach Lynchjustiz. Seien wir ehrlich jenen gegenüber: Sie tun das aus hehren Motiven. Wie so ziemlich jeder Lynchmob glaubte, das zu tun. Sie wollen ja nur die Kinder schützen.
Schalten wir aber für einen Moment unseren Verstand wieder ein und gehen die Möglichkeiten durch:
1. Die Website / Gruppe gibt es, aber sie ist keine Kinderschänder-Site
2. Die Website / Gruppe gibt es nicht (bzw. sie ist erst nach dem Hoax als Satire entstanden, wie bei der oben genannten FB-Gruppe)
3. Die Website / Gruppe gibt es und die Anschuldigungen sind wahr.
Wenn ich alle drei Möglichkeiten mit derselben Wahrscheinlichkeit bewerte (was nach einer 2-minütigen Recherche allerdings schon unsinnig ist), dann habe ich also die Chance von 1/3, etwas Gutes zu tun – nämlich vor einer Gruppe zu warnen, die zu dem Zeitpunkt, zu dem ich die Warnung erhalte, vermutlich zwar schon längst von BKA, FBI oder sonstwem observiert wird, aber immerhin.
Wenn es sich aber um eine Gruppe handelt, die überhaupt nichts Böses tut, dann vernichte ich diese damit. Wenn sich nun im angesprochenen Forum tatsächlich Eltern über die Freude an ihren neuen Kindern austauschen, dann wird ein solcher medialer Schlag dazu führen, daß die Mitglieder brutal angefeindet werden, teilweise bedroht werden. Das Forum wird sich zu wehren versuchen, aber es wird niemand mehr lesen.
Wir haben in Deutschland ein Rechtssystem, da im Zweifelsfall lieber einen Verbrecher entkommen läßt als einen Unschuldigen einzusperren. Es gilt: Im Zweifel für den Angeklagten. Das gilt übrigens unabhängig von der Schwere des Vergehens. Aber nicht nur dieses System wird auf den Kopf gestellt. Denn es gibt keinen Zweifelsfall. Eine Recherche von 2 Minuten ergibt, daß die Meldung eine Fälschung ist, ein Hoax. Ein einziger Klick auf die Gruppe und deren Info-Tab macht klar, daß diese Gruppe erst als Reaktion auf die Warnung entstanden ist und sich nun einen Spaß daraus macht, sich anfeinden zu lassen, von Leuten, die nicht lesen können oder wollen.
Es ist, ehrlich gesagt, ziemlich erschreckend, wenn wir uns diese Entwicklung am oben genannten Beispiel einmal ansehen. Es zeigt, daß Menschen so leichtgläubig sind, daß sie bei bestimmten Knöpfen, die gedrückt werden, all ihre Vorsicht, ihren Verstand, ihre Mitmenschlichkeit fallen lassen und zu den Waffen greifen. Ohne eine einzige Begründung wird gesagt: „Da ist der Kinderschänder”. Und alle rennen. Verbreiten die Meldung ungeprüft weiter. Geben ihren Namen dafür her, die Meldung glaubwürdiger zu machen. Beleidigen aufs Übelste die Betreiber der Gruppe, die in dem Fall glücklicherweise darauf eingestellt sind, weil sie eben eine Satiregruppe betreiben.
Stellen Sie sich bitte nur mal ganz kurz vor, dies wäre Ihr Lieblingsforum gewesen. Ein Ort, in dem man sich über ein ernsthaftes Thema unterhält, das Sie wirklich interessiert. In dem Sie vielleicht mit Echtnamen angemeldet sind, weil sie ja nur mit einer friedlichen Runde Gleichgesinnter diskutieren.
Und dann beginnt die Hexenverfolgung. Und vielleicht haben Sie ja zufällig einen Namen, den es in Deutschland nicht so oft gibt.
24. August, 2010
Solange Ihr „allmächtiger” Gott es noch nicht einmal schafft, mich davon zu überzeugen, daß es ihn nicht gibt, sollten Sie den Begriff „allmächtig” überdenken.
Solange Ihr „barmherziger” Gott es noch nicht einmal hinbekommt, Kriege und Folter in seinem Namen zu untersagen, sollten Sie über das Wort „barmherzig” nachdenken.
Solange es Ihrem „gerechter” Gott es gefällt, daß Kinder verhungern, weil sie am falschen Ort geboren wurden, daß Kinder cracksüchtig auf die Welt kommen, weil sie von der falschen Mutter geboren wurden, sollten Sie über das Wort „gerecht” nachdenken.
Bonustrack:
Ist ein Wesen allmächtig, wenn es einen Stein erschaffen kann, der so schwer ist, daß es ihn selbst nicht heben kann?
23. August, 2010
Da liest man nichtsahnend und durchaus anerkennend schmunzelnd ein großartiges Satire-Blog, bis einem dann nach einiger Zeit auffällt: Fuck, Alter, der meint das ernst.
Und bitte fragen Sie mich nicht, wieso ich auf die Idee kam, mich selbst mit „Fuck, Alter” anzusprechen. Ist sonst nicht meine Art.
18. August, 2010
Es ist ein Thema, das mich seit längerer Zeit beschäftigt. Egal, welches Buch ich aufschlage, überall wird gesagt, man solle Hemden mit Umschlagmanschette nur zum Anzug und nur mit Krawatte tragen. Die Begründung ist meist, daß ein solches Hemd ansonsten zu formell sei und somit nicht zum lockeren Aufzug mit Sportsakko passe.
Ich habe das auch stets weitergegeben, ohne mir darüber Gedanken zu machen. Aber irgendwann fragte ich mich dann schon: wieso eigentlich? Und ich habe mir mal angesehen, wie so ein Hemd eigentlich ohne Krawatte aussieht. Und wissen Sie was? Ich finde, es sieht überhaupt nicht übertrieben aus. Denn unterhalb eines Sakkoärmels hat die Umschlagmanschette einen entscheidenden Vorteil: Sie bleibt stets an der richtigen Stelle, so daß das Hemd eben nicht unter das Sakko rutscht. Es müßte also eigentlich umgekehrt sein: Unter ein Sakko gehört immer ein Hemd mit Umschlagmanschette, egal ob das Sakko nun Teil eines Anzugs ist oder Teil einer lockeren Kombination.
Und ohne Sakko? Sieht es denn dann wenigstens übertrieben aus? Ich finde nicht. Selbst wenn die funktionale Grund wegfällt, sieht der Gesamtauftritt etwas edler aus, aber ich vermag einfach nicht zu erkennen, worin der große Stilbruch bestehen soll. Gut, die Mischung aus Button-Down-Kragen und Umschlagmanschette wäre sicherlich unsinnig. Und ja, das sieht in meinen Augen wirklich merkwürdig aus. Aber auch meine letztens anprobierte Kombination aus dunkelblauer Rock&Republic-Jeans und rotem Hemd mit dunkelblauen Linienmuster und Umschlagmanschette gefiel mir ausgesprochen gut. Kein Stilbruch, aber schon ein Spiel mit den verschiedenen Stilrichtungen: Eine Jeans, aber deutlich edler aussehend als üblich, dafür ein Hemd mit Umschlagmanschette, dessen Design aber eher rustikal wirkt. Es wirkte stimmig.
Natürlich ist die entscheidende Frage, welche Art von Manschettenknöpfen der jeweiligen Situation angemessen sind. Da sollte man natürlich unterscheiden: Die brillantbesetzten Knöpfe aus Platin passen natürlich nicht zu einem braunen Sakko im Jagdstil. Die Platzhalterknöpfe aus Stoff wiederum passen nicht zum Anzug.
Je länger ich aber über das Thema nachdenke, umso weniger verstehe ich, warum Umschlagmanschetten ohne Krawatte so verpönt sind. Vielleicht übersehe ich etwas?
12. August, 2010
Es ist einfach zu geil. Ich kann einfach nicht glauben, daß das nicht im Satire-Bereich läuft: Die Zeit beginnt also einen Artikel mit den Worten
Allerdings befürchte ich, die meinen das ernst. Schuld sind nämlich immer wir. Diese verdammten Nicht-Gewalttäter. Die erziehen nämlich erst die Menschen zu Gewalt, das ist ja alles nur eine Reaktion auf die verdammte Gewaltlosigkeit unserer Gesellschaft! Schuld ist außerdem aber natürlich der Staat, so daß wir uns nicht ganz mies fühlen müssen, letztlich erzieht ja uns der Staat.
Jetzt frage ich mich natürlich konsequenterweise, was wir tun können, um die Gesellschaft möglichst daran zu gewöhnen, daß Gewalt vielleicht doch gar nicht so übel ist? Also zunächst einmal: Weg mit der Diskussionskultur. Schwätzen kann jeder, ein Mann muß manchmal eben tun, was ein Mann tun muß: handeln. Mit der Waffe in der Hand. Weg mit dem Waffenverbot. Wenn wir zu einer pazifismusfreien Gesellschaft werden wollen, müssen wir erst einmal lernen, wie man überhaupt der Diskussion abschwört. Als kleine Übung zu Beginn: Jeder knallt seinen rechten Nachbarn ab. Rechts übrigens völlig unpolitisch gemeint.
Ferner müssen Gewalttäter besser in die Gesellschaft integriert werden. Ein erster Ansatz dazu: Die Redaktion der ZEIT komplett durch Serienmörder ersetzen. Ich biete mich übrigens freiweillig an, bei der Neubesetzung der Redaktion zu helfen.
Die Abschaffung der Polizei ist dann nur folgerichtig – und auch in doppelter Hinsicht gut: Mit dem gesparten Geld können wir verarmten Gewalttätern dabei helfen, Munition für ihre Kalashnikovs, Uzis und Mac-10s zu bekommen. Die freigewordenen Polizisten dürften sich außerdem gut bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr machen. Gute Wechselwirkung: Auch diese Leute können nach ihrer Rückkehr – hoffetntlich schwer traumatisiert – dabei helfen, die pazifistische Gesellschaft zu überwinden.
Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Schuld an ihm sind wie üblich alle, außer diejenigen, die kriminell sind. Schuld sind die Bürger, die Politiker, die Polizisten; kurzum: all jene, die es nicht schnell genug geschafft haben, sich zu einer verfolgten Minderheit mit besonderem Schutzbedürfnis zu erklären.
9. August, 2010
Nordzypern – ein vergessenes Kleinod im Mittelmeer. Ich bin nun beileibe kein Experte in bezug auf die Nordzypernfrage, im Gegenteil: Ich habe bewußt darauf verzichtet, mir Fakten dazu anzulesen, bevor ich meine absolut feststehende Meinung bildete. Das habe ich aus anderen Konflikten so gelernt, und außerdem: Muß man nicht gerade als Deutscher auch ein Recht haben, die Nordzypernfrage anzusprechen? Klar, die türkisch kontrollierten Medien (hürriyet – Springer!) wollen uns einreden, daß man das Nordzypernthema nicht zu diskutieren habe. Aber dennoch ist dieses Freiluft-KZ direkt vor unseren Augen!
264.172 Menschen leben seit 1974 konstant unter der Gewalt der türkischen Armee, die konsequent eine Zweistaatenlösug verhindert. Und Europa guckt zu, nur weil es dort angeblich freie Wahlen gibt; in Wirklichkeit natürlich alle fingiert. Die türkische Gestapo greift hier mit der Härte der SS-Einsatzgruppen durch und frißt täglich kleine Kinder! Dazu habe ich selbst mit Photoshop einige Beweisbilder erstellt.
Daher sollte nun ein Hilfskonvoi bereitgestellt werden, der diese unerträgliche und von der internationalen Gemeinschaft längst als völkerrechtswidrig erkannte Besatzung durchbrechen wird. Wir werden alles geben: Abgelaufene Medikamente, Winterkleidung und Skiausrüstung. Außerdem Glühbirnen über 60 Watt, die werden dort besonders benötigt, wie mir eine Stimme in meinem Kopf zuflüsterte, die komischerweise sehr starke Ähnlichkeit mit der Jürgen Trittins hatte.
Denn gerade wir als Deutsche müssen wissen, wie es sich auf Nordzypern lebt!