Locker geht die Arbeit von der Hand. Meine Kollegen nerven mich nicht, das ist schon mal ein großer Fortschritt. Vielleicht liegt es an der geschlossenen Bürotür, vielleicht aber auch nur an meinem sonnigen Gemüt.

Meine Füße, verpackt in Dinckelacker-Pferdelederloafer, liegen locker übereinandergeschlagen auf dem Schreibtisch, das MacBookPro ist zwischen Oberschenkel und Tischkante eingeklemmt und wird langsam ziemlich warm. Mich stört es nicht.

Aufgrund des Wetters habe ich mich heute für einen lockeren Aufzug entschieden, Rock&Republic-Jeans, RL-Polohemd, Omega Constellation. Die Jeans vor allem deswegen, weil ich nachher noch ins Fitneßstudio will und diese Hosen dort unheimlich Eindruck machen. Auch wenn sie nur im Schrank liegen, denn machen wir uns nichts vor: In Jeans kann man nunmal schlecht Sport betreiben.

Die Aufgaben des Tages sind soweit erledigt, also lasse ich meine Gedanken schweifen, leider dringen sie bis zu den Entwicklern vor, die sich allesamt ihrer Schuhe entledigt haben und nun in weißen Tennissocken vor sich hinstinken. Glücklicherweise können meine Gedanken nichts riechen. Das Wissen aber reicht mir aus.

Kurzzeitig setzt mein Erinnerungsvermögen aus. Als ich zu mir komme, sitze ich immer noch am Schreibtisch, allerdings ist das MacBook kaputt. Der Bildschirm ist mit Blut beschmiert, an den Kanten des Gehäuses finden sich Haare, Knorpel, weiteres Blut. Die nur zur Dekoration im Büro stehende Chromaxt ist verschwunden, was mich doch kurz erschüttert. Als ich sie im Bauch eines dicken Entwicklungsleiters sehe, dessen Haarschnitt frappierend an Hitlers erinnert, muß ich lachen. Natürlich habe ich sie dort vergessen müssen, weil das Fettgewebe sie schon fast vollständig umschlungen hat.

Ich beschließe, daß es an der Zeit ist, den Tag zu beenden. Hoffentlich kommt der Chef nicht noch mal rein. Ich möchte ungern, daß er mich so früh schon gehen sieht.