Eine schöne Geschichte über die Gleichberechtigung gibt es bei der FAZ zu lesen. Ein Mahnmal in Berlin, das die Verfolgung der Schwulen im Dritten Reich zum Thema hat, wurde erweitert. Nun finde ich es persönlich natürlich sehr schön, daß man bald auch Lesbenfilme dort zu sehen bekommt, nur: mit welcher Begründung?
Schwule wurden in KZs gebracht und massenweise getötet. Lesben konnten nicht mehr in Lokale für Lesben gehen. Also wurden beide verfolgt? Oder anders gefragt: Ist es für eine Frau genauso schlimm, wenn sie sich öffentlich besser nicht zu ihrer Neigung bekennen sollte, wie es für einen Mann ist, aufgrund dieser Neigung, oder schon bei einem Verdacht darauf, zu Tode gefoltert zu werden?
Ich glaube, daß diese Art der lesbischen „Gleichberechtigungs-”fanatiker das Gegenteil dessen einfordern, was sie eigentlich bezwecken: Männer sind nunmal von Natur aus härter und Frauen zartbesaiteter, deswegen sind diese beiden absolut nicht vergleichbaren Repressionen auf eine Stufe zu stellen?
Es ist lächerlich. Es ist geschichtsverfälschend. Und es bringt alle Rollenklischees wieder zurück in die Köpfe.
26. Juni, 2008 at 13:03
Ich habe mich immer gefragt, warum nicht EIN Denkmal für ALLE Opfer des Nationalsozialismus gereicht hätte.
Daß man heute vor allem an die Juden denkt, wenn von Opfern des Nationalsozialismus die Rede ist, liegt daran, daß sie zahlenmäßig die größte Gruppe stelten. Aber muß man deswegen alle anderen Opfer sonderbehandeln?
Brauchen Juden ein anderes Denkmal als alle anderen Opfer?
Brauchen Schwule anderes Denkmal als alle anderen Opfer?
Brauchen Gewerkschafter ein anderes Denkmal als alle anderen Opfer?
26. Juni, 2008 at 13:49
Sicherlich ist das eine interessante Frage. Zu den Opfern des Nationalsozialismus gehören aber auch sehr viele Soldaten. Unter anderem auch eine ganze Menge deutscher Soldaten. Dennoch würde ich mich sehr schwertun damit, die im gleichen Atemzug mit den im KZ inhaftierten Juden, Zigeunern, Schwulen und Kommunisten zu nennen, zumal die Schwierigkeit ja darin besteht, daß bei den Soldaten die Opfer zu Tätern wurden. Dieser Rollenwechsel wurde den KZ-Insassen nicht angeboten.
Sicherlich aber bin ich strikt dagegen, Nicht-Opfer zu Opfern machen zu wollen. Das spricht gegen alles, wofür das Mahnmal eigentlich Symbol sein sollte.