Ich fahre ja nun wirklich nicht gerne mit dem ÖPNV. Das habe ich, glaube ich, auch schon ein paar Mal kundgetan. Heute aber tue ich es schon wieder. Ich beruhige mich selbst mit den Worten „es wird schon nicht so schlimm.”

Auf der Hinfahrt klappt auch alles bestens. Die S-Bahn ist halbwegs pünktlich und vor dem Blankeneser Bahnhof wartet auch brav ein Taxi auf mich. Ich erledige also meine diversen Vorhaben in Blankenese und finde mich kurze Zeit wieder in der S-Bahn in Richtung Heimat.

Und dann steigen sie ein. Ein Haufen bereits völlig betrunkener Fitneßassis, über und über mit Schwarz-Rot-Gold eingedeckt, laut „Deutschland, Deutschland” brüllend. Als keiner der Insassen mit dem ihrer Meinung nach gebührenden Enthusiamsus reagiert, werden sie böse. „Seid Ihr keine Deutschen?” Mit Blick auf den schwarzen Herrn neben mit: „Offensichtlich nicht.” Sie beratschlagen, ob sie in einen anderen Wagon umsteigen sollen und ich rate ihnen zu. Mit der nötigen Höflichkeit, damit die Sache nicht eskaliert. Aber natürlich fühlen sie sich sofort angegriffen, was letztlich irgendwie ja auch stimmt. Ob ich denn nicht bis zum, und das sagen sie wirklich so, Endsieg mitfiebere. Den habe schon mein Opa damals nicht bekommen, erwidere ich, und ernte Gelächter.

„Um 2045h wird zurückgeschossen,” plärrt einer der Dümmsten aus der Gruppe. Ich stehe auf und schiebe den Schwarzen mit hinaus. Mal den Wagen wechseln. Das könnte ansonsten unangenehm werden. In Altona spreche ich einen HVV-Mitarbeiter an, der aber ziemlich desinteressiert wirkt. Naja, er hat natürlich recht. In der S-Bahn kann ja gar nichts passieren.
Da sind ja überall Kameras.