England ist mal wieder weiter als wir. Während bei uns noch immer scheinheilig über den sogenannten Bundestrojaner diskutiert wird, macht man in England Nägel mit Köpfen. Thoughtcrime wird dort nicht erst gesucht, wenn die möglichen Terroristen bereits ausgereifte Persönlichkeiten sind, die, mit allen Wassern gewaschen, sich sogar Lügendetektortests und Jack Bauer persönlich entwinden können.

England weiß, daß man Terroristen zu dem Zeitpunkt überführen muß, wenn sie am verwundbarsten sind. Bevor sie selbst wissen, daß sie Terroristen werden. Wovon Amerika noch träumt, ist bei unserem sympathischen Nachbarn bereits Wirklichkeit. Vielleicht ist man dort nicht so erfinderisch, daß Apparate zur Gedankenkontrolle erfunden werden. Aber das heißt nicht, daß das Vereinigte Königreich bei der Terrorismusbekämpfung hinten anstehen wird.

Wie wir als Deutsche ja wissen, muß eben, wenn es am Material fehlt, der äußerste Wille auch zu unmenschlichen Taten für den Sieg herhalten. England hat dies auf vorbildliche Weise umgesetzt.

Momentan ist England noch ein verweichlichter Rechtsstaat, deswegen kann über die Empfindungen der dummen Bürger noch nicht ganz hinweggegangen werden: Momentan werden rassistische Kleinkinder nur von ihren Betreuern gemaßregelt.

Aber nach dem nächsten Anschlag, wenn das Wahlvolk endlich begriffen hat, daß die Aufgabe von ein wenig Freiheit doch ein so kleines Übel ist, wenn dadurch auch nur ein einziges Menschenleben gerettet werden kann, dann wird es verstehen: Auch wenn sie noch so klein und unschuldig aussehen, auch wenn sie nur „bäh” statt „meine Geschmackszellen vermögen dieses hochinteressante Essen der traditionsreichen Küche Indiens noch nicht zu goutieren, aber ich werde an mir arbeiten, dieses wundervolle Land besser kennenzulernen” sagen: Es sind Rassisten. Und die gehören nicht in diese Gesellschaft, wehret den Anfängen, schmeißt sie in den Hochofen!