„Man müßte sich mal wieder ein Konzert angucken,” sage ich vorsichtig zu Matt, „vielleicht mal so irgendwas mit Punk oder Country oder so.”
- „Dann laß uns heute abend mal zu Murder by Death gehen, die spielen im Molotow.”

Und tatsächlich spielt diese Band genau die Art von Musik, die ich hören möchte: Ein bißchen wie Nick Cave, etwas Punk, eine starke Prise Country.

Wie es eben bei Punkkonzerten mittlerweile ist, bin ich eher einer der jüngeren Gäste. Ich sehe viele Rauschebärte, viel graues Haar, Bikerklamotten, Bierbäuche. Nicht unsympathisch, das Publikum.

Schon beim ersten Stück (Ball & Chain) weiß ich, daß ich sofort alle CDs der Gruppe kaufen muß. Ich erledige das sofort und erhalte einen vernünftigen Preisnachlaß. Dann stelle ich fest, daß mein blödes Handy verschwunden ist. An sich kein Verlust, das QBowl ist sicherlich eines der schlechtesten Smartphones, die es so gibt, aber die SIM-Karte brauche ich wohl doch noch: Es handelt sich um die Firmen-SIM. Und die soll am nächsten Tag in das wundervolle Retrohandy Motorola F3 gesteckt werden.

Hektisch suche ich den Vorraum ab, den Tresen, meine Taschen. Bis mir einfällt, daß ich es bei Matt auf der Jukebox habe liegen lassen.

Den Rest des Konzerts kann ich dann wieder genießen. Zumal die Dramaturgie hervorragend ist: Das mit Abstand beste Stück spielt Murder by Death als vorletzte Zugabe.

Wahnsinnskonzert. Wahnsinnsband. Und auf iTunes gibt es sie auch.