
Unsere weisen Lenker
Für den Weltfrieden und die Klimarettung (wann wirds endlich wärmer in Deutschland?) bezahlt die Stadt Hamburg dem HVV 200.000 Euro, damit jener den Bürgern freie Fahrt anbieten kann. Tolle Idee! Der Staat nimmt dem Bürger das Geld weg, behält den üblichen Reibungsverlust durch Verwaltungskosten ein – und gibt es ihm zum Teil zurück, indem er für ihn eine Dienstleistung kauft, die ein Großteil der Bürger gar nicht haben will. Denn die einen machen aus ihrem Recht auf Konsumverzicht Gebrauch, andere wiederum nutzen den HVV sowieso ständig und haben deswegen eine Monatskarte. Es bleibt also ein kleiner Teil von Bürgern, die davon profitieren.
Zahlen dürfen wir natürlich alle. Als Erziehungsmaßnahme für unmündige Bürger.
20. Juli, 2008 at 13:23
Setzen Sie sich in ihr Auto und zeigen Sie es den einfachen Menschen in Bus und Bahn.
Und dann rechnen Sie einmal aus, was Sie dieser Quatsch, pardon, diese erzieherische Maßnahme des HVV gekostet hat. Also Sie als einzelnen Kunden.
Und dann werden Sie feststellen, daß Sie sich über wenige Cent aufregen.
Was kostet der Krieg in Afghanistan?
Was kosten die Bank-Spekulationen öffentlicher Banken (mit staatlicher Bürgschaft) den Steuerzahler? Auch wenn es nur Landesbanken (Landesbank Sachsen oder Bankgesellschaft Berlin) betrifft, hängen Sie über den Länderfinanzausgleich mit drin.
Darauf sollten wie mal aus der gläsernen Herrenhandtasche anstoßen…
20. Juli, 2008 at 13:39
Alles klar. Wir priorisieren die Ausgaben am besten nach der Höhe. Alles, was den Steuerzahler nur ein paar Cent kostet, ist gut. Selbst wenn es völliger Unsinn ist.
Daß diese paar Cent hier und die wenigen Euro dort sich irgendwann summieren, ist Ihnen noch nicht in den Sinn gekommen, oder?
Und die anderen Beispiele: Höchst sinnvoll! Der autofreie Sonntag wird sicherlich dazu beitragen, die Kosten in Afghanistan zu senken. Und die Bankspekulationen zu beenden. Das alles für ein paar Cent! Ich bin begeistert.
20. Juli, 2008 at 14:29
Aber mit dem ersten Satz hat der Nik Recht. Heute machen Gaspedalspielchen mit dem SUV doppelt soviel Spaß.
20. Juli, 2008 at 15:56
Herr Ober, zwei Bier für den Stammtisch.
Und dann wenden wir an, was wir einst gelernt, die ABC-Analyse nämlich.
Am Stammtisch kann man sich trefflich darüber aufregen, daß irgendwo öffentlich sichtbar ein paar Cent verschwendet werden, während woanders, nahezu unbemerkt, Tausende von Euro zum sprichwörtlichen Fenster herausgeworfen werden.
Am Stammtisch ist auch keine Zeit für ABC-Analysen oder Priorisierungen, dort jetzt operative Hektik.
Also, wo sollte man zuerst ansetzten?
20. Juli, 2008 at 17:05
Hey Leute, schon interessant, dass wir uns über einen autofreien Sonntag mehr aufregen, als über die unbedeutende Tatsache, dass es vor ein paar Jahrzehnten wenigstens ein paar Personen gab, die der Geschichte eine Wendung geben wollten – auch wenn ihre Beweggründe vermutlich nicht unbedingt genau dort geendet hätten, wo wir heute stehen. Aber das nur mal so nebenbei.
20. Juli, 2008 at 19:59
Rhetorik für Anfänger, Teil 1: Immer den Vorwurf des Stammtisches bringen, auch dann, wenn man selbst mit völlig abstrusen Parolen angefangen hat.
Wollen Sie mir jetzt auch noch erklären, worüber ich in welcher Reihenfolge mich aufregen darf?
Ich sage Ihnen was: Ich rege mich gerne und weiterhin darüber auf, daß der Staat mein Geld verschwendet. Und auch dann, wenn es nur „Peanuts” (200.000 Euro) sind.
Guest68: Es tut mir leid, aber ich kann Ihnen nicht folgen. Vielleicht noch ein Tip?
20. Juli, 2008 at 20:45
Herr Psycho,
gemeint waren vermutlich die Sonntags-Fahrverbote aus dem Jahr 1973.
Regen Sie sich doch bitte über Dinge auf, die das Aufregen wirklich lohnen.
Und freuen Sie sich über den Schwarzfahrer, der heute mal keine Angst haben muß, denn heute fährt er mal nicht schwarz :-)
Also geben Sie mal Gedankenfreiheit, Sire!
20. Juli, 2008 at 22:01
Stichworte: 20. Juli 1944, Stauffenberg, Wolfsschanze, Operation Walküre … klingelt da was?
Ich glaube kaum, dass man das in eine Reihe mit „Sonntags-Fahrverboten“ stellen kann. In diesem Zusammenhang über „Gedankenfreiheit“ zu sprechen, ist schon fast ein kleiner Kalauer …
21. Juli, 2008 at 00:03
Guest68: Wenn hier einer Pointen versaut, in dem er sie erklärt, dann bin ICH das.
Da legte ich so kunstvoll eine falsche Fährte und dann kommen sie und machen mir meinen Spaß kaputt.
Das kostet Sie demnächst ein Astra :-)
21. Juli, 2008 at 01:37
Warum thinken die Leute nicht richtig big? Ich meine: Eine autofreie WELT würde wirklich was bringen. Ich geh schon mal vor.
21. Juli, 2008 at 08:49
Also, wenn die Rubrik „Motor“ in der WELT gestrichen wird, lese ich sie gar nicht mehr ;-)
21. Juli, 2008 at 09:19
Nik, SIE sind es doch, der MIR erklären will, WORÜBER ich mich aufregen darf und worüber nicht. Also bin nicht ich es, der Gedankenfreiheitsnachholbedarf hat…
Guest: Da stand ich nun in der Tat auf dem Schlauch. Hatte auch den Tag komplett vergessen. Schande.
Matt: Und wie kommen Sie dann ohne Bus zum Sport?
21. Juli, 2008 at 12:05
Schön, wenn Stammtischparolen-Prediger predigen, Stammtischparolen zu unterlassen
21. Juli, 2008 at 12:15
na, hoffentlich zeitig dieser autofreie tag nicht die gleichen ergebnisse eines kollektiven glücksgefühls, wie der sieg unseres basketballteams, das nun nach peking fahren darf. vor lauter freude, würden sich die mitspieler in der kabine grad kollektiv übergeben, sagte einer der (wenigen des deutschen mächtigen) spieler. vor freude, wohlgemerkt. naja, umkleidekabinen sind – anders als autobusse – wenigsten gefliesst ;-)
21. Juli, 2008 at 12:47
Apropos übergeben:
Wieso nicht einfach am autofreien Sonntag kübelweise die öffentlichen Verkehrsmittel zureiehern und hinsichtlich der Reinigungsgebühren auf die Stadt verweisen, die ja nun einziger Vertragspartner, und damit haftbar, ist?
Manchmal muss man einfach ein Statement übers Knie „brechen“.
21. Juli, 2008 at 12:57
Das ist überhaupt die Lösung! Kollektives Erbrechen im ÖPNV. Die Frage ist nur: Ist das nicht sowieso ständig der Fall?
21. Juli, 2008 at 18:01
Ja, ein Themen-Flash-Mob: Mir würden da schon drei Kümmerling reichen, billiger gehts nur mim Finger – und das wäre stillos!
Bin auf jeden Fall dabei.
21. Juli, 2008 at 21:15
Dann machen wir das demnächst in FfM, Junkhead. Sie wissen ja, wann.
21. Juli, 2008 at 23:50
GP (21. Juli, 2008 at 09:19): Fahrrad. Aber das ahnten Sie wahrscheinlich schon.
23. Juli, 2008 at 09:47
Ich hatte so eine Befürchtung.
18. August, 2008 at 02:13
[...] Autofrei – Juhu! [...]