Mädels geben Milch

Mädels geben Milch


Das Projekt „GPs neues Leben” tritt in seine entscheidende Phase. Die wichtigsten Abschnitte in aller Kürze: Audi liefert mir mein neues Spielzeug, natürlich wieder mit GP-Nummernschild. Der Verkäufer schärft mir ein, während der ersten 1000 bis 1500km mit maximal 5000 U/min zu fahren. Doch selbst 4000 reichen aus, um den Wagen deutlich über 200km/h werden zu lassen. Von den Fahrgeräuschen bekomme ich dank Soundsystem und iPod-Integration nicht viel mit. Die Playliste „Rock Classics” ist aber nicht dazu angetan, den Wagen ruhig und besonnen einzufahren.

Nebenbei sorgt ein regelmäßiges Sportprogramm dafür, daß sich der neue GP auch körperlich besser fühlt, weil er endlich Polohemden tragen kann, ohne ständig die Luft anhalten zu müssen.

Auf dem Balkon kann ich mittlerweile vom Boden essen. Das ist insofern toll, als er vorher eher aussah wie eine Großbaustelle nach einem Nuklearangriff. Und der neue Tisch, der auch noch zur Korbsesselgarnitur paßt, macht das Herumlungern zum Vergnügen.

Das alles sind schon wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einer Wohnung, die zum Image paßt.

Und dann ist heute der große Tag, an dem mein Wohnzimmer neu verkabelt wird. Der HD-Projektor kommt an die Decke, die Sorroundlautsprecher werden sauber an die Wand montiert, Kabel verschwinden hinter dem Putz oder in entsprechenden Schächten. Kurz: Das Wohnzimmer sieht nicht mehr so aus, als wohnte hier ein nicht erwachsen werden wollender Dauerstudent.

Doch noch ist das Projekt nicht abgeschlossen. Es müssen neue Einrichtungsgegenstände beschafft werden. Und dann ist da noch der maßgefertigte Anzug aus der Savile Row, den ich mir doch unbedingt noch zulegen wollte. Und die weißgoldene Daytona.

Vielleicht höre ich doch besser auf zu bloggen und sorge für Umsatz.

Das Bild hat natürlich mit alledem nichts zu tun, obwohl ich es in einer Kneipe mit Wohnzimmeratmosphäre gefunden habe. Aber man muß sich schon fragen, ob die Herren vom „Bundesverband Deutscher Milchviehhalter” auch mal nachdenken, wenn sie sich eine griffige Abkürzung für ihren Verband überlegen.