Microsoft OS X

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Da gibt es doch tatsächlich Menschen, die glauben, daß diese Krise eine Krise der Marktwirtschaft sei. Das muß man sich einmal vorstellen: Derjenige Markt, der am meisten reguliert wird, bekommt ein von der Regierung verordnetes Programm zum Häuslebauen aufgedrückt, die Häuslebauer wiederum überschätzen sich und ihre finanziellen Mittel, und das vor allem wegen der von Behörden falsch eingeschätzten Entwicklung der Immobilienpreise; und dann geht auch noch einiges andere schief:

Mittlerweile werden ja Kredite in den USA in verschiedene Risikoklassen unterteilt und dann entsprechend verkauft. Also beispielsweise: Wenn von meinen 100 Krediten 20 vermutlich platzen werden, dann kann ich die ersten 60% als 100&ig sicher verkaufen, zumal ich die Kredite ja nicht absolut gesehen verkaufe, sondern eben nur die Tranche derer, die zahlen. Egal, wer das ist. Und bei den letzten 20 handelt es sich dann um hochriskante Geschäfte: Denn von denen habe ich ja bereits von Anfang an vermutet, daß sie nicht zahlen können.

Wenn nun dieses Geschäft reihum passiert und die Kredite immer wieder in neue Tranchen eingeteilt werden, weiß am Ende in der Tat niemand mehr, was er da eigentlich gekauft hat. All das ist aber zunächst mal kein Problem, denn hinter den Krediten stehen ja Menschen, die normalerweise auch nicht über ihre Verhältnisse leben und durchaus wissen, was sie sich an Kredit zumuten können. Und als Sicherheit gibt es ja auch immer noch die dahinterstehenden Werte, im konkreten Fall also die Häuser.

Nun standen diese Werte aber nicht dahinter. Weil sie von den Behörden zu hoch bewertet wurden. Damit sich eben jeder ein Haus leisten kann.

Und zum zweiten wurden die Banken gewzungen, leichter Kredite zu vergeben, also mit geringeren Bonitätsprüfungen. Die Kredite waren also viel risikobehafteter, als das gemeinhin der Fall war.

Also wurde nicht nur die Zahl der Kredite, die platzen würden, drastisch unterschätzt (statt 20 eben vielleicht 50), sondern es wurden auch noch die Sicherheiten überschätzt.

Die Ausgangslage ist also klar: Zwei vom Staat verordnete Programme legten den Grundstein für die Blase. Und dann kamen Managementfehler einiger Banken hinzu, die das Risiko unter- und die Gewinnchancen überschätzten.

Und die Banken haben nun das Problem, das sie selbst kaum einschätzen können, wieviel an faulen Krediten sie selbst eigentlich haben. Für wieviel Geld können sie Kredite nun weiterverkaufen? Oder kaufen? Was geschieht, wenn die Kreditwerte nun angepaßt werden, weil Sicherheit und Risiko offensichtlich zuvor falsch eingeschätzt wurden? Wenn diese Fragen schon im eigenen Haus nicht beantwortet werden können: Wie kann man dann einem anderen Institut Geld leihen? Die könnten ja von heut auf morgen pleite gehen (Lehmann Brothers?)

Nun, nach vorherrschender Meinung müßten solche Fehler ja vom Staat dann korrigiert werden. Die Frage, warum jemand, der Politiker ist, zu einer realistischeren Einschätzung kommt als viele verschiedene Finanzexperten, ist ja sowieso erstmal zu untersuchen. Aber die Antwort lieferte die Krise uns ja: Es klappte nicht. Der am stärksten regulierte Markt in den USA war es eben, der die Krise brachte. Kein einziger Schritt wurde von seiten der Kontrollinstanzen unternommen, um Fehler zu korrigieren. Auch bei uns: Welche Bank war es noch gleich, die am meisten unter den platzenden Krediten zu leiden hatte? Ach ja. Die staatliche KfW.

Die Ausgangslage wurde also von staatlichen Einrichtungen geschaffen, die staatlichen Kontrollmechanismen versagten – aber was ist mit den Rettungsplänen? Jetzt, wo die Kacke am Dampfen ist, da muß dann doch wohl der Staat helfen?

Wo müßte er wohl ansetzen? Bei den Häuslebauern, die sich teilweise wohl mit vollem Bewußtsein überschuldet haben? Bei der Regierung, die die Banken gezwungen hat, günstige Kredite dafür zu vergeben? Eigentlich ist es eine simple Rechnung: Wo wird das Gemeinwesen wohl am wenigsten bezahlen? Hält man die Preise für Häuser künstlich hoch, wird die Blase künstlich am Platzen gehindert. Garantiert man die Kredite, unterbindet man die Kreditvergabe der Geldinstitute untereinander noch weiter. Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung, was man tun kann. Ich bin nämlich auf diesem Gebiet kein Experte. So, wie die meisten Politiker auch. Umso erstaunlicher ist es, wenn viele Menschen nun glauben, im Staat eine Möglichkeit zu sehen, solche Krisen zu umgehen, zu verhindern, zu managen.

Denn letztlich bedeutet das ja nichts anderes, als zu glauben, daß Frau Merkel so schlau ist, daß sie alle Risiken vorhersehen, alle Krisen verhindern könnte, weil sie einfach ein viel schlauerer Mensch als alle anderen ist.

Oder glauben diejenigen, die nach mehr Staat schreien, vielleicht nur, daß der Staat nur dann unfehlbar wäre, wenn sie selbst ihn leiteten?

Microsoft jedenfalls macht es richtig: Auf ihrem Messestand zeigen sie natürlich ihre eigenen Lösungen. Wenn auch nicht unbedingt auf ihrem eigenen Betriebssystem.

Viel eloquenter werden diese Gedanken auch schon bei den Freunden der offenen Gesellschaft beschrieben.