Keine undeutschen Umtriebe im Thai-Restaurant

Erfolg: Keine undeutschen Umtriebe im Thai-Restaurant

Der Staat, der uns ja alle vor Krisen und so schützen soll, hat sich wieder eine großartige Rettungsaktion für unser Lieblingsland ausgedacht: Er möchte uns davor beschützen, mit zuviel undeutschem in Berührung zu kommen.

Nicht nur, daß es natürlich per se unglaublich ist, das Einladungsverhalten der Bürger zu speichern, also de facto zu überwachen, aus welchen Ländern sich sein Freundeskreis zusammensetzt, nein! man will ja auch gleich aus Bürgschaften für Ausländer mögliche Verdachtsmomente ziehen.

Also platt gesagt: Wer viele Freunde hat, die undeutsch sind, der ist ja schon mal verdächtig. Also derjenige, der sich mit ausländischen Geschäftspartnern trifft, beispielsweise. Denn für die braucht man meist eine Bürgschaft. So wirtschaftsfreundlich ist unser Staat: Wenn ein indischer Kollege mit mir über ein Projekt spricht und sich deswegen mit mir treffen will, dann muß ich dem deutschen Staat erklären, daß ich auch dafür sorge, daß er wieder abhaut. Oder die anfallenden Kosten übernehmen, wenn dieser Schlingel sich auf unsere Kosten als Schmarotzer durchfressen will (anstatt wieder die Geschäfte seines gutlaufenden Unternehmens in Madras zu führen).

Und dadurch, daß ich für ihn bürge, weil ich ja nicht möchte, daß er sich als Urlauber ausgeben muß, um mich zu treffen, lande ich in der Kartei der verdächtigen Deutschen.

Noch besser ist dann die Beruhigung des SPD-Experten Hartmann: „Wenn die Botschaft sieht, dass ein Pfarrer immer die gleiche Pfadfindergruppe einlädt, muss man ja nicht so skeptisch sein.”

Also: Ja, in manchen Fällen kann man in bezug auf die VERDÄCHTIGUNG AUSNAHMEN machen. Aber generell ist schon jeder, der einen Nichtdeutschen beherbergt, ein potentieller Terrorist.

Ja, diesen Politikern sollte man unbedingt noch mehr Kontrolle über unser Leben geben. Die wissen, was gut für uns ist.

Im Bild: Ein Thai-Restaurant. Ohne störende Ausländer.