
häufig trage ich diese Kombination nicht
Ich wurde gebeten, meine Gedanken bezüglich Hosenträgern darzulegen. Das möchte ich natürlich gerne tun. Und ich muß zugeben, daß es ein schwieriges Thema für mich ist. An sich bin ich nämlich ein großer Freund von Dingen, die aus der Mode gekommen sind, aber früher zur klassischen Herrengaderobe gehörten. Daher trage ich auch weiterhin Anzüge viel lieber mit Krawatte als ohne. Und ich liebe Hemden mit Umschlagmanschetten, obwohl es an sich natürlich viel praktischer ist, Knopfmanschetten zu tragen.
Aber mit Hosenträgern konnte ich mich bisher nicht anfreunden. Das hat unter anderem Gründe, die (wie so vieles) in meiner Kindheit zu suchen sind: meine Eltern haben mich als Kleinkind häufig mit Mickey-Mouse-Hosenträgern ausgestattet. Meist zu Cordhosen, weswegen ich solche auch nicht mehr trage, obwohl gegen Cordhosen an sich ja gar nichts zu sagen ist.
Der Hosenträger hat natürlich einen ganz erheblichen Vorteil: Die Hose wird viel besser in ihrer Position gehalten als mit einem Gürtel. Und Hosenträger schnüren nicht ein. Selbstverständlich gebietet es der gesunde Menschenverstand, zu einer von Hosenträgern gehaltenen Hose keinen Gürtel zu tragen. Und da beginnt nun mein Problem: Ich liebe Gürtel. Denn so ein Gürtel halbiert ja sozusagen den ganzen Auftritt, zeigt sofort, wo die Beine auhören und der Oberköprer anfängt. Oder umgekehrt, so ganz genau weiß man das ja nie. Und zweitens sind Gürtel an sich ja auch noch ein Accessoire, das die Erscheinung finalisiert. Die schimmernde Schnalle (bitte bei Anzügen mit Dornschließe!), die Farbe des Leders (passend zu den Schuhen), dessen Struktur. Das alles sind kleine Details, die ansonsten gar nicht vorhanden wären. Für mich sieht das immer etwas unfertig aus, was natürlich vor allem daran liegt, daß ich in einer Zeit aufgewachsen bin, in der Hosenträger bereits out waren.
Wenn ich das Jackett ablege, dann trage ich darunter meist ein Hemd. Sehr selten eine Weste. Ein halbwegs vernünftig gebauter Mann sieht in Anzugshose und Hemd (vor allem mit Krawatte) ziemlich gut aus. Und der Gürtel ist hier noch wichtiger als ohne Sakko, vor allem, weil man ihn viel mehr sieht. Wenn der Mann nun aber stattdessen Hosenträger benutzt, dann sieht man diese. Und das ist irgendwie so ähnlich, als guckte man sich den Kerl im Schlafanzug an. Das Hemd wird auf der Schulter etwas eingedrückt. Die Hosenträger verhindern die natürliche Bewegung des Hemdes. Und vor allem: Es sieht irgendwie blöde aus. Gut, bei Gordon Gecko mag das anders gewesen sein, aber der konnte ja auch blaue Hemden mit weißem Kragen tragen und sah trotzdem nicht scheiße aus.
Wenn ich also Hosenträger anstelle eines Gürtels zum Hochhalten der Hose einsetzte, ich beraubte mich der Möglichkeit, mein Sakko abzulegen. Und dann könnte ich mir das Fitneßcenter auch gleich sparen.
19. Dezember, 2008 at 11:16
Herr GP, Sie vergaßen bei Ihrer Ausführung den unschlagbaren Vorteil des Gürtels beim Strangulieren junger Damen oder älerer Herren…versuchen Sie das mal mit einem Hosenträger…
19. Dezember, 2008 at 11:39
Das dauert dann nur etwas länger …
19. Dezember, 2008 at 11:40
Blöd ist nur, wenn dabei die eigene Hose rutscht.
19. Dezember, 2008 at 11:49
Zum “andiedeckehängen” sind Hosenträger absolut ungeeignet…wegen des Elastan-Anteils…
Spaßig – aber ungeeignet
19. Dezember, 2008 at 13:46
In der Tat, die scheinbar wichtigsten Fragen habe ich ausgelassen. Warum nur?
Ist es vielleicht deswegen, weil ich davon ausgehe, daß meine Opfer eh Schals tragen? Möchte ich meinen Lehndorff-Gürtel nicht mit der Spucke erhängter Menschen besudeln? Ich weiß es nicht.
Aber ich empfehle, Herrenmode und Serienmörderwerkzeug zu trennen. Das Werkzeug findet übrigens wunderbar in einer Wochenendtasche von Prada Platz.
20. Dezember, 2008 at 13:52
“Wie soll ich einem Mann vertrauen, der nicht mal seinen eigenen Hosen vertraut?”
(Um endlich mal in relativem Zusammenhang aus “Spiel mir das Lied vom Tod” zitieren zu können)
(Fürs Protokoll: Das sagt Frank zu Dingsbums bevor er ihn umlegt indem er ihm erst den Gürtel und dann die Hosenträger wegschießt)
(Ich persönlich würde sogar sehr gerne mal Hosenträger tragen, weil es da wirklich schneidige Exemplare gibt. Aber zu Jeans + Lederjacke würde ich da wohl tüchtig was auf die Fresse bekommen. Und beschweren dürfte ich mich da nicht.)
20. Dezember, 2008 at 17:38
**Wenn ich also Hosenträger anstelle eines Gürtels zum Hochhalten der Hose einsetzte, ich beraubte mich der Möglichkeit, mein Sakko abzulegen. Und dann könnte ich mir das Fitnesscenter auch gleich sparen.**
Herr Psycho,
ich entnehmen Ihren Worten eine gewisse Logik. Ich bewundere in diesem Fall Ihre Fähigkeit, völlig verschiedene Dinge in einem Zusammenhang zu bringen.
21. Dezember, 2008 at 13:34
OT.:
Wg. mancherlei Anfragen:
Neues vom Neobazi Opa Edi
22. Dezember, 2008 at 13:26
Ramses: Ich weiß nicht, ich finde Gürtel ästhetisch einfach befriedigender. Und bei Jeans und so dürften Sie sich echt nicht beschweren.
Mo: Es freut mich, daß Ihnen die Logik gefällt. Ich finde sie übrigens ziemlich stringent und so, aber das passiert mir bei eigenen Gedankengängen häufiger.
Oldman: Danke für den Hinweis!
25. Dezember, 2008 at 19:50
Erstmal Frohes Fest allerseits. Danke GP für Ihren Beitrag…
Ich denke das Hauptproblem bei Hosenträgern ist, dass diese – in Deutschland – sehr selten getragen werden. Daher “überstrahlen” diese den Rest der Garderobe… Wo bekommt man die Hosen zum Knöpfen der Hosenträger her? In Deutschland habe ich diese selten gesehen.
30. Dezember, 2008 at 16:09
lieber pistolen schulter-halfter. Die ganz ausgefallenen modelle können auch die hose halten. ein herrliches weihnachtsgeschenk und noch besser für neujahrsfeiern bei denen die türsteher nur die hosen und jackentaschen durchsuchen. guten rutsch, herr psycho!
1. Januar, 2009 at 21:45
Ich kenne, glaube ich, niemanden der Hosenträger trägt. Aber wenn ich mal jmd kennenlerne und meine Aussage “Mach die Dinger weg, das geht garnicht” nicht zieht, werde ich deine Begründung nennen.
Brilliant! Einfach! Großartig! – Danke! :)
5. Januar, 2009 at 21:40
Anzüge sitzen bei schlanken Männern viel besser mit Hosenträgern, rutschende Hosen finde ich häßlich. Und viel bequemer sind Hosenträger obendrein. Also: ich finde gut kombinierte Hosenträger gut!
7. Januar, 2009 at 14:59
Hosenträger sind was Feines – bei Gelegenheit probier´ mal die von Albert Thurston! http://www.albertthurston.com/
Der angesprochene Gordon Gekko wurde für den Film übrigens von Alan Flusser eingekleidet.
Viele Grüße
Andreas Gerads
13. Januar, 2009 at 15:13
herr GP. sind sie im urlaub? ich bitte um ordnungsgemäßes abmelden falls dem so ist. sonst geht es allen so wie mir die in freudiger erwartung hierher klicken und immer wieder den hosenträger artikel zu lesen bekommen. das macht traurig. ;)
13. Januar, 2009 at 16:21
Oh Mann, ja. Ich gebs ja zu, ich hab hier lange nix gemacht. Wie auch bei Twitter. Ich glaube, ich brauch noch ein paar Tage, bis ich wieder fit genug bin, um bspw. an die Elbe zu fahren ;-)
@Petra: Anzüge sitzen meines Erachtens gerade bei korpulenteren Männern mit Hosenträgern deutlich besser. Eine rutschende Hose geht in keinem Fall, das stimmt. Aber es gibt da diese Erfindung namens Gürtel. Den ich aus anderen Gesichtspunkten heraus (siehe oben) für gelungener halte.
Es hängt aber stark von der Figur und natürlich von der Passform des Anzugs ab. Im Idealfall braucht man eh keines von beiden und zieht den Gürtel nur aus ästhetischen Gesichtspunkten an, weil die Hose sowieso so gut sitzt, daß sie nicht rutscht.
Aber wie ist es mit dem Ablegen des Sakkos bei Hosenträgern? Oder finden Sie, das sollte man eh nie tun?
@Andreas Gerads: Da lamentiere ich eine Seite lang darüber, daß ich Hosenträger nicht mag – und Sie empfehlen mir eine Marke? Das ist irgendwie schon wieder cool.
14. Januar, 2009 at 09:30
neulich entdeckte ich in meinem Kleiderschrank ein paar Hosenträger die ich mir irgendwann einmal zugelegt hatte, klassisch, rot, ganz kleine Punkte als Muster und aus, ich glaube, Seide.
ich zog sie an, und noch nie habe ich das Büro in so heller Aufruhr wegen eines Kleidungsutensils gesehen. Es wurde wild diskutiert und selbst ein Oberhäuptling meinte sein Kommentar abgeben zu müssen. Fazit für mich: ich würde sie wieder anziehen, aber beim nächsten Mal nehme ich die Kommentare und Komplimente auf und höre sie mir in stillen Stunden an ;-)
15. Januar, 2009 at 11:50
heee, sie.
die grippe müsste vorb ei sein.
schreibense was.
18. Januar, 2009 at 23:28
Mainbube: Hmmm… allein schon deswegen sollte ich vielleicht nochmal umdenken. Würde auch gut zu meinem Image passen.
Murkel: Heute fast (!) beschwerdefrei.