
Durch diese hohle Gasse
Im Fastenmonat Ramadan, da zünd ich mir ne Kippe an.
30. Januar, 2009

Durch diese hohle Gasse
Im Fastenmonat Ramadan, da zünd ich mir ne Kippe an.
30. Januar, 2009

Sonne schlägt ein
Aufgrund seiner Herkunft habe ich nicht vor, mit ihm eine lange Diskussion über Herrenmode zu führen, also versuche ich, das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken. „Yeah, Dude, Asian chicks are, like, skinny and don’t seem to age,” beginnt er die von mir vorgeschlagene Richtung anzunehmen. Ich versuche es mit einem Satz, der stets gut ankommt (bei Nicht-Asiaten): „Yep, but it comes at a price”, wobei ich auf meine Brust deute. „Oh, you mean they’re, like, cold-hearted?”
Es ist hoffnungslos. Zwar erläutere ich ihm noch den Unterschied zwischen Gefühlskälte und Körbchengröße A, aber er hält mich dennoch für einen Kerl mit Tiefgang, was von einem Kalifornier kommend irgendwie eine Beleidigung ist.
Auf dem Weg zur Messe sichte ich die aktuelle Tageszeitung, die von „palästinensischen Widerstandskämpfern” (ohne Anführungszeichen) spricht und die aktuellen Zahlen angeblich von der IDF getöteten (verzeihung: ermordeten) Kinder nennt. Sie ist höher als die in deutschen Tageszeitungen angegebene Gesamtopferzahl.
26. Januar, 2009

Islamische Taube beim konspirativen Beten
Dubai. Ich laufe durch endlos sich dahinziehende Gänge, die anscheinend zum selben Flughafen gehören, an dem ich angekommen bin. Obwohl ich das Gefühl habe, mittlerweile wenigstens im Iran angekommen sein zu müssen, jedenfalls von der Entfernung her.
An der Paßkontrolle die erste Überraschung: Die Typen, die bei uns normalerweise häufig „zufällig” von den Beamten für eine Befragung ausgewählt werden, sind hier die Kontrolleure. Ich muß zugeben: Schlecht sieht das gar nicht aus, dieses traditionelle Gewand der Leute hier. Zumindest bei den Männern. Die dürfen ja sinnvollerweise weiß tragen. Warum die Frauen dafür schwarz verhüllt herumlaufen, ist mir, verzeihung, schleierhaft.
An der Gepächkontrolle treffe ich zufällig die amerikanischen Kollegen. Lustig, dabei hatten wir uns überhaupt nicht abgesprochen. Vielleicht ist Dubai doch kleiner, als man denkt. Auf dem Weg in die Stadt verstumme ich mitten im Gespräch, weil die Hochhäuser, die ich aus dem Taxifenster sehe, mich zutiefst beeindrucken. Die amerikanische Verkäuferin hingegen ist von der Sauberkeit der Straßen angetan, und das kann ich ihr noch nicht einmal verdenken: Wenn ich hier mitten auf der Straße ein Picknick machen wollte, nun, es scheiterte zumindest nicht an hygienischen Erwägungen.
Kurios: Ein Gebäude ist derart gebaut, daß es aussieht, als sei ein Flugzeug hindurchgeflogen. Wenig vertrauenserweckend, denn es ist die Pilotenschule von Emirates.
Das Hotel ist wieder Erwarten gut. Die Zimmer sind geräumig, sauber, es gibt einen Flachbildschirm. Aber keinen Internetzugang.
Erste Amtshandlung: Einkaufen. Mountain Dew, Red Bull, diverse Fruchtsäfte, Kekse, Dunhill Top Leafs. Kein Bier, das bekommt man hier nicht im Supermarkt. Natürlich nicht.
P.S. Habe hier nur sehr eingeschränkt Internetzugang.
24. Januar, 2009

Flughafen Wien nach 2100h
Mein Opa wollte ja immer nach Ägypten, kam aber über Libyen nicht so recht hinaus. Er hat mir zwar ein paar schöne Photos einer weißen Moschee in einem kleinen Kaff gezeigt, das ansonsten nur aus einer Bahnstation zu bestehen schien, aber ich will mehr von der arabischen Welt sehen.
Also suche ich mir einen plausiblen Grund, lasse mir den nächstbesten Flug buchen, und sehe mir das Ganze mal aus der Nähe an. Vielleicht hätte ich vorher ein wenig recherchieren sollen, denn kurz nachdem mein Reiseziel feststeht, erfahre ich, daß Dubai mit Arabien ungefähr so viel zu tun hat wie Disneyland mit Frankreich. „Gut,” denke ich mir, „dann machen wir eben erstmal die Anfängertour, da muß ich dann vermutlich auch nicht auf Bier verzichten.”
Der einzige Flug, der zu mich zu vertretbaren Zeiten hin- und zurückbringt, ist der von Austrian Airlines. Warte ich eben auf dem Flughafen in Wien, an den und die dortigen Geschäfte habe ich noch gute Erinnerungen. Nur, daß ich vergessen habe, daß diese Geschäfte an einem Sonntag um 2100h (vielleicht auch früher, aber früher war ich eben nicht da) geschlossen sind. Da mich Bonuskarten einen Dreck interessieren und ich meine Fluggesellschaften häufig wechsele, komme ich aktuell in keine der Vielflieger-Lounges rein. Es bleibt mir also: Ein ungemütlicher Plastikstuhl neben einem (geschlossenen) Duty-Free-Laden und einem (geschlossenen) Café. Mir gegenüber sitzt eine Russin, die ich glaube, von der Reeperbahn her zu kennen. Es kann aber auch am Ski-Outfit liegen, und an ihrem osteuropäischen Aussehen.
Wenn jemand unbedingt Vorurteile gegenüber Russen bestätigt sehen möchte, dann möge er unbedingt in der Wartehalle des Wiener Flughafens Platz nehmen. Es dauert keine fünf Minuten, bis man vom ersten Betrunkenen angesprochen wird, inklusive Wodkafahne und lustigen Akzent. Nebenbei hören ein paar andere Russen lustige Weisen, und zwar aus ihrem Nokia-Telephon, krächzend, aber voll aufgedreht. Es ist eine schwierige Situation. Ich weiß, daß mir jeder der anderen Wartenden zustimmen würde, wenn ich die drei besoffenen Jugendlichen aus ihrer traurigen Existenz erlöste, aber andererseits brächte ich damit wohl meinen Teilnahme am Anschlußflug in Gefahr.
Als mich die Kiez-Russin ansieht und mit angedeutetem Blick auf die Krachmacher ihre Augen verdreht, wird die Entscheidung leicht. Die Axt habe ich natürlich nicht mitgenommen, weil das seit den jüngsten Antiterrormaßnahmen nicht mehr so leicht ist, aber das MacBookPro leistet mir auch hier gute Dienste: Ich schlage es dem dunkelhaarigen Pseudobart-Träger von hinten gegen den Kopf, so daß er mit dem blonden Totalausfall zusammenprallt; beide sacken ineinander verschlungen zu Boden. Das sollte mir genügend Zeit für Nummer Drei geben, aber ich habe die Mitwartenden unterschätzt: Vier Leute hacken auf ihm herum, mit Gehhilfen, mit Samsonite-Koffern, ich sehe ein paar Feuerzeuge in seiner Augennähe aufflammen.
Gut so: Mehr Zeit, mich um die beiden am Boden liegenden zu kümmern. Deren Kehlköpfe sehen mich schon ganz erwartungsvoll an.
(Photos, vermutlich nicht vom Geschehen, folgen in einigen Stunden)
21. Januar, 2009
21. Januar, 2009
Eine interessante Idee ist es ja schon, was Trotzendorff da macht: Er stellt die zwei Reden zweier Präsidenten anhand der Schlagwortwolke gegenüber.
Nun ist eine Tag-Cloud sicherlich ein ganz hervorragendes Instrument, um einzelne Themen einer Rede schlagwortartig zusammenzufassen. Nur: Weder kann eine solche Wolke herausfinden, welche Meinung der Sprecher vertritt, noch, welche unterschwelligen Botschaften er mit seiner Rede bezweckt. Denn eine solche Wolke zeigt zunächst einmal nur auf, welche Wörter am häufigsten benutzt werden. Das stimmt dann meistens (!) auch mit den Inhalten überein, aber auch nicht immer: Wenn ich ein Freund der Metaphern bin, dann wird eine solche Stichwortsammlung ihre Leser völlig in die Irre führen. Wenn ich eine negative Meinung zu einem Thema habe, wird das Thema genauso dargestellt, als wenn ich eine positive darüber hätte.
Ich halte die Form der Tag-Clouds für eine nette Spielerei. Eine neue Art, ein Inhaltsverzeichnis für eine Präsentation zu erstellen. Einen Überblick über die Themen in Blogs oder Präsentationen zu geben. Aber keinesfalls dafür geeignet, Positionen, Meinungen oder Stimmungen gegenüberzustellen.
Denn noch können Maschinen nicht alles so verstehen, wie es ein menschlicher Zuhörer verstünde. Ich finde: Zum Glück.
20. Januar, 2009

Soll man einen Kampf führen, wenn man weiß, daß man ihn verlieren wird? Eine simple Frage. Ein Militärstratege (beispielsweise der älteste unter ihnen, Sun Tsu) weiß die Antwort natürlich sofort. Eine Schlacht beginne ich erst, wenn ich weiß, daß ich sie gewinnen werde. Ein vernünftiger General wird sich daran zu halten versuchen. Es ist völlig unsinnig, Menschenleben zu opfern, wenn bereits feststeht, daß diese sinnlos sterben werden, weil eh keine Aussicht auf einen Sieg besteht.
Andererseits mögen wir doch unsere gescheiterten Helden besonders gerne. Der Kampf gegen Windmühlen. Die Attentatsversuche auf Adolf Hitler. Das kleine, gallische Dorf. Sie hatten zwar keine Chance, aber sie haben wenigstens gekämpft. Heroisch. Sicherlich geht unsere Liebe zu gescheiterten Helden nicht soweit wie bei den Japanern, die ja sowieso nur Leute verehren, die am Ende unterlegen sind.
Ist es also sinnvoll, gegen Windmühlen der Dummheit zu kämpfen? Nein. Das hat mir in einer längeren und durchaus bierseligen Diskussion mit Ramses sehr verständlich erläutert. Unsere Sprache, so sagte er sinngemäß, ändere sich eben unaufhaltsam, dagegen könne man auch gar nicht angehen. Der Einfluß anderer Sprachen verändere das Deutsche kontinuierlich, so wie das früher eben auch der Fall gewesen sei. Damals, als das Italienische oder das Französische derart überhand nahm, daß Sprachnörgler glaubten, es schützen zu müssen. Und es sei ja auch nicht untergegangen.
Natürlich stimmt seine Argumentation. Das tut sie fast immer. Man könnte viel darüber diskutieren, ob die Situation vergleichbar ist, ob dadurch, daß nicht nur die Elite schreiben und lesen kann, die Veränderung viel radikaler vor sich geht; man könnte darüber sinnieren, ob sich bestimmte Wirtschaftszweige mit ihren Kapriolen völlig aus dem allgemein verständlichen Sprachgebrauch verabschieden.
Aber all das ist müßig. Letztlich stellt sich nämlich wirklich die Frage: Lohnt es sich, gegen die allgegenwärtige Verenglischung der Sprache zu kämpfen? Obwohl ich genau weiß, daß die meisten Menschen sich überhaupt keine Gedanken darüber machen, wie sie mit dem wichtigsten Kommunikationsmittel umgehen, das wir haben? Obwohl ich weiß, daß unser Duden bereits in wenigen Monaten Formulierungen wie „ich erinnere das” gutheißen wird? Daß unsere Kompositaregelung in wenigen Jahren abgeschafft wird und die Getrennt Schreibung von Wör Tern ganz selbstverständlich wird?
Lohnt es sich also überhaupt, mit der Marketingabteilung darüber zu reden, daß eine korrekte Grammatik und Rechtschreibung durchaus nicht dem hübschen Erscheinungsbild der Schrift unterzuordnen sind?
Nein, es lohnt sich nicht. Denn wenn schon der VDS kapituliert und solche Sätze in seinem Namen duldet, dann kann auch ich aufgeben. Ich hoffe auf Ihre Sympathie
20. Januar, 2009

Ich war ja nie ein goßer SPD-Wähler. Dieses Bekenntnis ist hart, aber notwendig. Ich habe tatsächlich der Koalition unter Kohl damals meine Stimme gegeben, wenn auch nicht ihm selbst. Ich hielt die SPD immer für eine Partei von Sozialromantikern, von Leuten, die immer wissen, wie man Geld ausgibt, das nicht vorhanden ist. Und obwohl es offensichtlich war damals, daß der Herr Dr. Kohl ausschließlich sein Phlegma pflegte, mindestens so umverteilungsorientiert dachte wie seine politischen Gegner, ja, selbst damals dachte ich, der Herr Dr. Kohl sei das kleinere Übel.
Es gibt nun viele Gründe, die ich mir selbst zurechtlüge,; daß ich in meiner Situation und in meinem Elternhaus („Mutter? Ich erzähl Ihnen was über meine Mutter!”) gar nicht anders konnte. Aber all das stimmte eigentlich nicht: Ich war damals ängstlich vor der Veränderung. Als Schröder dann Kanzler wurde, da fiel mir als erstes auf, daß meine Eltern unrecht hatten, als sie sagten, daß so ein Kerl doch unser Land nicht repräsentieren könne. Er konnte es, selbst der Taxifahrer aus Frankfurt konnte es.
Ich fühlte mich sogar nach kurzer Eingewöhnungsphase viel wohler, von diesen beiden Menschen im Ausland repräsentiert zu werden als von Dr. Helmut Kohl. Und dann kam die Reform. Meine Eltern ereiferten sich natürlich lauthals darüber, daß das ja alles unausgegoren sei, viel zu wenig, viel zu zaghaft.
Aber auch hier hatten sie unrecht: Es war wirklich eine große, tiefgreifende und notwendige Reform. Und diese Reform zeigte Wirkung. Sie führte Deutschland, das nach 16 Jahren Kohl doch ziemlich schläfrig geworden war, wieder auf den richtigen Weg. Das Wirtschaftswachstum jedenfalls dankte es dem mutigen Regieren der rot/grünen Koalition.
Beim nächsten Anlauf habe ich dann tatsächlich zum ersten Mal im Leben bei der SPD ein Kreuz gesetzt. Diese Reform zuende bringen, das sollte dem Mann doch vergönnt sein. Und ich wurde nicht enttäuscht. Und wunderte mich.
Doch genauso verwundert, wie ich über den Erfolg und den Mut dieser Veränderung war, genauso erstaunt waren anscheinend die Genossen der SPD selbst. Das konnte doch nicht sein, daß sie auf einmal die Wirtschaftskompetenz hatten. Da muß doch etwas falsch sein. Und sie züchteten sich Ypsilantis, Wowereits und ähnliche Gestalten heran, Menschen, die wieder wußten, warum diese Agenda natürlich absoluter Unsinn gewesen sein mußte, die glaubten, daß Wirtschaftswachstum werde von Gott bestimmt. Leute, die das Umverteilen nicht vorhandenen Geldes als einziges Ziel ihrer elitären Politikerkaste ansahen.
Das habe ich nie verstanden. Wie eine Partei ihr eigenes, großes Werk, ein Werk, das nach objektiven Kriterien grandios erfolgreich war, so zerreden können, so in den Dreck ziehen, anstatt sich darauf zu besinnen, den Leuten zu sagen: „Seht her, es war ein hartes Stück Arbeit, aber am Ende haben wir damit Erfolg gehabt.” Stattdessen baut man eine kommunistische Partei, die nur zu einem Teil unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung akzeptiert, zu einer Partei auf, die sich mittlerweile in ganz Deutschland verbreitet hat. Man kopiert deren Umverteilungs- und Verstaatlichungsphantasien. Sogar eigene Verluste nimmt man in kauf, nur um diese Truppe aufzuwerten. Und die CDU? Die überläßt aus Angst vor der Wirtschaftskrise und der Stimmung im Volk auf einmal das ganze wirtschaftspolitische Feld der FDP. Und bedient sich der sozialistischen Ideen der PDS, die ja bereits mehr als einmal ein Land in die Pleite geführt haben.
Wie paßt das nun zur Hessenwahl? In Hessen hat sich eines deutlich gezeigt: Die beiden Volksparteien sind nicht mehr auseinanderzuhalten. Und sie werden deswegen auch nicht mehr so häufig gewählt wie früher. Die neue Linke ist zu einer wählbaren Protestpartei geworden.
Mit den Grünen und der FDP gibt es zwei interessante Kontrahenten, zwei liberale Parteien, die allerdings wenig Überschneidungen zu haben scheinen. Aber es sind Parteien, die ihrer Politik beide eine Grundannahme zugrunde legen: Der Bürger ist mehr als nur Stimmvieh. Er will in Freiheit und Frieden leben. Er möchte nicht gegängelt werden von einem großen Bruder, nicht von einem mächtigen Leviathan in die Bahnen gelenkt werden.
Eine Regierungskoalition dieser beiden Parteien ist wohl utopisch. Aber sie entspräche meiner momentanen Wunschvorstellung.
19. Januar, 2009
„Es ist zu überlegen, ob man nicht das Grundgesetz ändert und den Zwang zu einem einheitlichen Stimmverhalten der Länder abschafft”, sagt SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann und offenbart damit, wie Poltiker tatsächlich denken: Wenn nun eine Kontrollinstanz, die dafür geschaffen wurde, den politischen Konsens und Kompromisse zu fördern, nicht mehr so besetzt ist, wie es dem Herrn gefällt, dann muß eben das Grundgesetz geändert werden. Das ist auf derselben Linie wie Herr Schäuble von der CDU voriges Jahr, als er das Grundgesetz ändern wollte, um seine Bürger zu bespitzeln und mit militärischen Mitteln zu bekämpfen.
Das Grundgesetz ist für unsere aktuelle Politikergeneration nur noch lästig. Es erschwert so schöne Dinge wie Überwachung, Durchregieren, Schuldenmachen und ausartende Umverteilung. Schon bei den Richtern würde man ja gerne anfangen, erklärt ihnen ja auch immer wieder mal, warum sie gerade falsch entschieden hätten. Aber dieses verdammte Grundgesetz! Da ist man schonmal an der Regierung, wenn auch diesmal nur als Juniorpartner, und dann kommen da doch tatsächlich diese blöden „Länder”. Überhaupt, dieses ganze föderalistische System! Wieso nur machen es einem die Bürger dieses Landes immer so schwer, einfach nur seine eigene Macht genießen zu können?
Herr Oppermann täte übrigens gut daran, dieses Gesetz nicht zu ändern. Denn aller Wahrscheinlichkeit nach wird im Bund die SPD dieses Jahr auf die Oppositionsbank verwiesen. Dann wird sie, so war das jedenfalls bisher in unserem Land immer, in den Ländern aufholen. Und kann dann davon profitieren, daß sie als Gegengewicht zur Bundesregierung fungieren kann.
So richtig blöde waren sie nämlich gar nicht, die Väter des Grundgesetzes. Auch, wenn das tagespolitisch gerade mal unangenehm ist.
18. Januar, 2009
Nach der schönen Wahl in Hessen, die für mich ein fast perfektes Ergebnis brachte (Koch nicht belohnt, Ypsilanti weg, FDP und Grüne gestärkt, leider auch die Kommunisten mit im Landtag), zappe ich bei Anne Will rein. Dort sind ein paar interessante Personen versammelt: Die ebenso hübsche wie dämliche Sarah, der äußerst analytische, aber bis zur Unerträglichkeit arrogante und uncharmante Michel, der nette, aber unfähige Klaus. Und eine an sich sehr intelligente Dame, die aber von den Talkshow-Profis und einer überforderten Anne Will so sehr in den Hintergrund gedrängt wurde, daß sie mir nur noch leid tat: Frau Seebacher-Brandt.
Es war erschütternd, wie diese ganzen Politprofis, geschult in der Kunst der rhetorischen Killerargumentation, geschult im gezielten Unterbrechen, die Dame, die da nicht mehr mithalten konnte, an die Wand redeten. Dabei hatte sie stets sehr vernünftige, erfrischend wenig an Parteipolitik orientierte Sichtweisen. Wie ein Mann wie Friedmann, den ich ja ansonsten stets sehr bewunderte und schätzte, sich so gehenlassen kann, einer Dame, die nicht einmal so sehr ein politischer Gegner ist, die offensichtlich schon von der Stimme her nicht gegen ihn ankommt, so billig, so primitiv mit KO-Argumentation, mit dem Herumdrehen von noch nicht einmal ausgesprochenen Worten im Mund, fertigzumachen, das war nur noch peinlich.
Ein wenig Erheiterung brachte dann der ARD-Nachrichtensprecher, der vom „endlichen Amtergebnis” sprach. Und das läßt mich ja hoffen. Die Liberalen wurden gestärkt. Natürlich auch stark durch die Abwanderung von der CDU, aber vielleicht auch deswegen, weil sie die einzige Partei ist, die sich momentan nicht daran aufgeilt, möglichst viel Geld, das man nicht hat, umzuverteilen.
Und Ypsilanti ist weg. Ich hoffe ja, daß die SPD aus dem Fehler gelernt hat. Vielleicht ist es ja noch nicht zu spät, durch eine konsequente Politik der Abgrenzung diejenigen aus den Parlamenten zu verdrängen, die schon einmal ein Land heruntergewirtschaftet haben.
Ach ja: Sorry, daß ich mich mit einem Politik-Rant aus der langen Krankheitsphase zurückmelde.