
Beweismittel
Der Franke geht ja, trotz durchaus nicht immer positiver Berichterstattung, beharrlich mit Matt Wagner essen. Das eine oder andere Mal durfte ich diesem Ereignis sogar beiwohnen. Da ich in dieser illustren Runde als Neuankömmling natürlich nicht sofort als „noch so ein Blogger” erscheinen wollte, hielt ich mich stets zurück.
Aber jetzt geht es nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Die Wahrheit muß aus mir heraus. Der Enthüllungsjournalist in mir weigert sich, das schändliche Tun Matt Wagners weiterhin durch Wegschauen, Nicht-Schreiben und Mitlaufen zu unterstützen.
Der Franke ist gar keine übermenschliche Essensvernichtungsmaschine. OK, das war hart. Sie alle kennen die Geschichten, in denen der Franke eigenhändig ganze Landstriche leerfrißt, kleinen afrikanischen Kindern das letzte Reiskorn wegnimmt mit den Worten „gimmaherichhabnochunga”. Und so amüsant diese Erzählungen auch sind: Sie lenken nur von der erschreckenden Tatsache ab, daß die einzigen beiden, die beim mittäglichen Schmausen große Portionen hochwertiger Teigwaren in einer Geschwindigkeit in sich hineinstopfen, als gäbe es kein morgen, Matt Wagner und ich sind.
Als Beweis der Teller des Franken im Photo. Unsere Teller waren bereits Minuten vorher völlig leergegessen, ich glaube sogar, mich daran erinnern zu können, wie ich kleine Saucenreste vom Teller gekratzt habe, um bloß nichts zu verschenken. Der Syrer hingegen aß, wie es sich für einen Gast geziemte: ruhig, kontinuierlich, aber nicht verbissen. Der Franke jedoch stellte als einziger aus unserer Runde den Teller würdevoll von sich weg, nachdem er das nötige gegessen hatte, um sich gut ernährt zu fühlen. In dem Wissen, daß jeder weitere Happen lediglich der Völlerei diente, ließ er also seine Tagliatelle zurück und war als einziger aus der Runde wohl nicht arbeitsunfähig.
Ein wenig verschämt gucke ich auf mein tomatensaucenverschmiertes Hemd, erkläre jedem, der mich anschaut, es sei Blut, und gehe gesenkten Hauptes zurück zum Auto. Heute habe ich nicht nur eine Journalistenlegende sterben sehen, sondern auch noch bemerkt, daß meine Tischmanieren mittags zu wünschen übrig lassen.
19. Februar, 2009 at 12:59
… das war doch ein Komplott (nicht zu verwechseln mit dem Kompott, welches Sie vermutlich auch hatten):
1. der Franke wollte endlich auch mal in Ihren Blog
2. Herr Matt wollte Sie verwirren, um später umso ausführlicher über die Essgewohnheiten des gemeinen Franken zu schreiben und Ihren heutigen Eintrag zu wiederlegen
Aber, wenn man es sich als Außenstehender recht betrachtet, für alle Beteiligten eine Win-Win-Win Situation, finden Sie nicht?
19. Februar, 2009 at 13:03
Vielleicht war der Franke auch einfach aufgeregt? Ich krieg dann auch kaum was runter.
19. Februar, 2009 at 16:28
Nein, Ramses, der Franke erlitt kurz vorm Essen einen Schwächeanfall – ein bis dato einmaliges Versagen des sonst so zuverlässigen Frankenkörpers, welches der geschichtsklitternde GP wider besseres Wissen als pars pro toto darstellt.
Also: Noch bin ich nicht widerlegt!
19. Februar, 2009 at 17:23
Ich sag ja immer wieder: Man darf nicht alles glauben, was die Leute so ins Internet schreiben.
20. Februar, 2009 at 10:36
Der Franke und ein Schwächeanfall? Ich bitte Sie, werter Matt. Der Franke ist ein Baum von einem Mann, eine deutsche Eiche quasi, die den Gewalten trotzt und, äh…
Jedenfalls habe ich ihn nicht umkippen sehen. Sie etwa?
20. Februar, 2009 at 11:40
Natürlich nicht – weil die muskulösen Arme einer hessischhanseatischen Eiche namens Matt den Franken heroisch auf seinem Sitz hielten!
20. Februar, 2009 at 11:46
Jetzt wird es langsam unglaubwürdig, werter Matt. Er ist also nur deswegen nicht umgestürzt, weil Sie ihn gestützt haben? Bitte! Ich glaube, daß Sie bewußt antifränkische Ressentiments heranziehen, um Ihren Ruf zu retten.
Aber das wird Ihnen nicht gelingen. Oder gibt es hier noch mehr Anti-Franken?
;-)
20. Februar, 2009 at 13:50
ich musste vor einigen Tagen eine Raststätte im “Frankenland” ansteuern… das Essen war grauenvoll. Vielleicht erklärt das einiges…?!
23. Februar, 2009 at 09:56
Sehr geehrter Herr GP,
leider muß ich auf eine Ungereimtheit in Ihrem Herrn Matt Lügen strafenden Bericht aufmerksam machen.
Auf dem “(Als Beweis der Teller des Franken im) Photo” sind eindeutig keine “(ließ er also seine) Tagliatelle (zurück)” zu sehen, sondern eher Tortiglioni, bzw. Rigatoni.
Es ist schon erstaunlich, wie ein weltgewandter Mann einen solchen Unterschied nicht bemerkt.
-tztztz-
23. Februar, 2009 at 10:13
Tja, vielleicht ist das meine subtile Art und Weise, der Welt zu zeigen, daß eventuell Herr Matt Recht haben könnte in seiner Darstellung der Geschehnisse?