„Der Amoklauf von Winnenden fand auch live bei Twitter und anderen sozialen Netzwerken statt. Das zeigt deutlich: Egal, wo etwas Dramatisches passiert: Der Jedermann-Journalismus bringt Nachrichten sofort ins Internet. Ohne Rücksicht auf Rechte und Verluste”, schreiben Sie. Ich möchte es etwas anders formulieren:

Der Amoklauf von Winnenden fand auch in der Presse statt. Das zeigt deutlich: Egal, wo etwas Dramatisches passiert: Der Journalismus bringt Nachrichten sofort ins Internet. Ohne Rücksicht auf Rechte und Verluste. Denn was einer Ihrer (Print-)Kollegen da ablieferte, das hätten Sie, wenn es denn auf Twitter von einem Nicht-Journalisten gebracht worden wäre, sofort als „Das Jeder-kann-mitmachen-Internet zeigt seine Fratze” bezeichnet.

Aber so ist es: Eine satirische, eventuell geschmacklose, aber eben journalistische Arbeit, die es vor jeglicher Zensur zu bewahren gilt. Natürlich.

Was nun? Zynismus ist gar nicht nur im Internet zu finden? Wie? Journalisten können auch etwas anderes, als nur den Betroffenen zu spielen?

Update: Weitere Beispielsweise für seriösen Qualitätsjournalismus:
Die letzten Minuten des Amokläufers bei SkyNews

Hinweis auf dieses Video bei Stern Online

Seriöse Fotostrecke mit weinenden Menschen bei Spiegel Online

Der Amoklauf als Flash-Video zum Nachspielen bei Bild Online

Und Selbsterkenntnis statt Twitter-Bashing im Journalistenverband

Im Gegensatz zu den Pöbeleien in Blogs wie diesem, jenem oder jenem.