Hellhäutige Afrikanerin mit Zombies

Hellhäutige Afrikanerin mit Zombies

Die Demo hatte mich nicht unbedingt umgehauen. Genaugenommen habe ich lustlos 15 Minuten davor verbracht, um sie dann direkt wieder zu löschen. Als ich dann las, das Spiel käme in Deutschland ungeschnitten heraus, dachte ich zunächst: „Ja gut, aber langweilig ist es dennoch.” Einem spontanen Impuls folgend kaufte ich es dann doch. Um ehrlich zu sein: Ich erinnere mich überhaupt nicht mehr an den Grund. Vielleicht war es das Packungsdesign? Oder das Firmenlogo Capcoms, von denen ich irgendwie immer gute Software erwarte.

Die Entscheidung, für welche Plattform ich mir das Spiel zulegen soll, wird nach einer kurzen Recherche mit dem iPhone geklärt: Grafisch nehmen sich XBox- und Playstation-Version eigentlich nichts, aber auf der PS3 neigt es zu Rucklern. Außerdem hat mich der Reinfall mit „Fallout 3” (keine Zusatzinhalte über Playstation-Network) vorsichtig gemacht. Ich besorge also die XBox-Version, beeile mich, nach Hause zu kommen, und gucke mir das Intro an. Nett gemacht, obwohl ich mich frage, wieso die mir als Partnerin zugeteilte Afrikanerin so weiße Haut hat.

Dann werde ich sofort ins Tutorial geworfen, welches wie üblich direkt ins Spiel integriert ist. Wie das Spiel sich so spielt, kann ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht sagen, denn die Steuerung ist unspektakulär, aber solide; vor allem aber werde ich von der phantastischen und stimmungsvollen Grafik abgelenkt. In einigen Testberichten wird kritisiert, daß RE5 nicht mehr furchteinflößend sei. Weil es in Afrika spiele und dort die Sonne scheine. Ich weiß nicht genau, warum die meisten Menschen unbedingt düstere Ecken und blöde Taschenlampen bei einem Horrorspiel erwarten, ich jedenfalls empfand die ganze Szenerie als äußerst bedrückend und durchaus eines Resident Evils würdig.

Das Spiel selbst ist übrigens in der Tat zuallererst ein Shooter. Gegenstände kombinieren, um Ecken herumschleichen? Nö. Vor einer Horde zombieartiger Menschen davonlaufen, die mit Schaufeln, Kettensägen und Molotov-Cocktails bewaffnet sind? Oh ja! Und nebenbei ist RE5 auch noch eines der wenigen Spiele, die das Schießen neuartig simulieren: Um Amokläufe zu verhinden kann man bei RE5 nicht gleichzeitig laufen und um sich schießen. Es gilt also, situationsabhängig zu entscheiden: Lohnt es sich, stehenzubleiben, die Meute näher an mich heranzulassen, wenn ich dafür auf sie schießen kann? Sind es zu viele Zombies? Oder ist hier die entscheidende Stelle, um zur statischen Verteidigung überzugehen?

Im Koop-Spiel wäre das sicherlich noch um einiges interessanter, so käme man sicherlich mit der Methode des überschlagenden Sicherns weiter: Einer bleibt stehen und schießt auf die Meute, dreht sich dann um (A+nach hinten, sehr vorbildlich!) und rennt zurück, während der zuvor laufende Kollege wartet und seinerseits auf den Feind einwirkt. Das geht im Spiel nur leidlich, weil der Computerspieler nicht erahnt, daß ich ein solches Vorgehen für sinnvoll erachte.

Ein ganz großer Pluspunkt ist as Weiterentwickeln der eigenen Bewaffnung. Ich finde nämlich nicht ständig neue Waffen, sondern kann sie mit Upgrades versehen. So wird nach und nach aus der ollen Schrotflinte die perfekte Nahkampfwaffe, während die MP5 perfekt über mittlere Distanzen mehrere Gegner durchsiebt.

Ich bin jetzt erst im 4. Kapitel, merke aber, daß ich vor RE5 einfach hängenbleibe. Im Gegensatz zu Killzone 2, dem angeblich so großartigen Exklusivtitel für die PS3, oder dem, ehrlich gesagt, eher lauwarmen Aufguß von GTA, The Lost And Damned. Und auch Dead Space liegt mittlerweile auf dem Stapel durchzuspielender Werke.

RE5 ist für mich bisher das Spiel des Jahres. Gut, so weit fortgeschritten sind wir ja auch noch nicht.