
Ich muß etwas beichten. Etwas, das mich gerade als Blogger zu einer Minderheit macht. Nein, ich fange nicht schon wieder mit Politik an.
Ich war nie ein Trekkie.
OK, als Kind habe ich natürlich William Shatner dabei zugesehen, wie er 48 Minuten lang den Bauch einzog. 48, weil ich damals die Serie im deutschen Fernsehen guckte. Ich habe dann natürlich auch ab und an mal so einen der Star-Trek-Kinofilme gesehen. Aber so richtig umgehauen hat es mich nie. Mit Picard und Konsorten konnte ich überhaupt nichts anfangen, Janeway gefiel mir, weil ich immer schon ein Faible für MILFs hatte, aber an die Serie erinnere ich mich auch kaum noch.
Dann kam „Der Erste Kontakt”. Endlich mal ein Film nach meinem Geschmack. Leicht unheimliche Atmosphäre, nicht zu viele Anspielungen, die ich eh nicht verstanden hätte, und trotz Picard ein insgesamt äußerst erträglicher Film.
Als mich dann vor ein paar Tagen Guest68 anfunkte, daß ich ja bestimmt voll der Fan sei, und daß es absolut erforderlich sein, uns den aktuellen Film anzugucken, war ich skeptisch. Ich hatte unheimlich schlechte Erinnerungen an „den Aufstand”, und zwar so miese, daß ich ihn noch nicht einmal hier verlinken möchte.
Und jetzt kommt der 11. Film, einfach nur „Star Trek” genannt. So, wie Whitney Houstons erstes Album einfach nur Whitney hieß, und 4 Nummer-1-Hits enthielt. Und dieser Film ist der Hammer. Ich glaube, es ist nicht nur ein ganz großer Wurf für Kenner der Serie, sondern eben auch für all diejenigen, die mit Star Trek bisher nicht viel am Hut hatten. Gut, es gibt viele Anspielungen auf so ziemlich alle Serien, aber letztlich führt die Unkenntnis über die Hintergrundgeschichte nicht dazu, den Film nicht zu verstehen.
Anspielungen sind allerdings schon ein Hauptthema des Films. Ich erinnere mich jedenfalls an keinen Star-Trek-Film, der Sherlock Holmes zitierte. Und vor allem erinnere ich mich an keinen, bei dem die Besetzung derartig geglückt ist: Gut, Uhura sah in der Serie natürlich deutlich sexyer aus, weil sie nicht so dürr war, aber Simon-fucking-Pegg als Scotty? Das ist ja fast so, als spielte John Cleese in einem James-Bond-Stück den Q!
Die Effekte sind großartig, die handelnden Personen interessant, und vor allem sieht man endlich mal die Enterprise aus vollen Rohren schießen. Über den Soundtrack gibt es erstaunlich wenig zu sagen, er ist perfekt, was ich daran merke, daß ich mich nicht an die einzelnen Stücke erinnere.
Und eine Sache, die mich immer schon am Star-Trek-Universum störte, ist nun auch behoben: Es wird kein überdeutlicher moralischer Zeigefinger mehr erhoben. Das macht den Film auch für Zyniker sehenswert, wie mir Guest68 glaubhaft versicherte.
11. Mai, 2009 at 22:55
Die Rolle seines Lebens hatte Shattner in “Boston Legal”…
12. Mai, 2009 at 05:48
Ich habe weder Star Trek, noch Raumschiff Enterprise großartig verfolgt. Sinnlos im Weltall finde ich dagegen genial!
Aber Simon Pegg spielt mit? Das wiederrum hört sich sehenswert an. Und ja, ich finde den letzten Satz auch irgendwie komisch …
12. Mai, 2009 at 08:01
Einzig die insgesamt doch sehr schnellen Beförderungen (vom Ensign über den 1. Offizier zum “Captain” des modernsten Schiffes der Flotte – und das am Ende sogar offiziell … ) lassen ein wenig an der Story zweifeln, aber hey, es ist halt Star Treck und wenn es dort keine Hoffnung für Seiteneinsteiger und kometenhafte Karrieren gibt, wo dann?
12. Mai, 2009 at 22:27
Ich war ja immer ein Freund des Quereinstiegs, wie Sie wissen.
Und außerdem muß ich eh jeden Film mit Simon Pegg sehen.
Nik: 100&ige Zustimmung.
13. Mai, 2009 at 00:08
ich stimme zu. ich wunderte mich darüber, fand ich aber doch sehr amüsiert und gut unterhalten im kino wieder, wenn auch unangenehm berührt, zumindest auf mentaler ebene, von den dicklichen menschen um mich herum. und, auf dass es bitte niemand weiter erzähle: das publikum applaudierte, nicht nur vereinzelt, zum ende des films, und mir juckte es in den fingern, es ihnen gleich zu tun.
ich ließ es aber doch, man hat ja einen ruf zu wahren.
19. Mai, 2009 at 06:58
Fand den Film nicht schlecht, vom Hocker gerissen hat er mich allerdings nicht. Solides Kintopp. Ich fand schon immer Ferengis besser.
19. Mai, 2009 at 08:25
Sie haben das Richtige getan, Madame Murkel. Ganz sicher. Sie hätten es sich nie verziehen, wenn Sie mit Trekkies gemeinsam im Kino (!) geklatscht hätten.
Beraternase, ich finde gerade diesen Star-Trek-Film wirklich vieeeel besser als die anderen. Vom Hocker reißen? Ja nun, welcher Film tut das schon? Im Gegensatz zu der stupiden Einheitskost, die ich in den letzten Monaten (auf Blu-ray) gesehen habe, war das wirklich mal wohltuend anders.