
Bilogie: 6! Bebilderung des Hits: Da stehtn Pferd aufm Flur
Eine interessante Twitterdiskussion ist da im Gange: Soll man den Twitteraccount der NPD-Fraktion nun blockieren oder nicht?
Was genau ist denn da los, mag sich der Nicht-Twitterer fragen? Es ist eigentlich ganz einfach. Twitter hat eine Funktion eingebaut, die vor allem gegen unerwünschte Werbung helfen soll. Ein Benutzer kann andere Profile blockieren. Der Blockierte kann somit keine Nachrichten mehr an den Blockierer verschicken, außerdem kann er ihm nicht mehr die „Follow”-Funktion benutzen.
Der Clou an der Sache: Wenn genügend „Blocks” zusammenkommen, wird der Twitter-Account gelöscht. Daher auch die Idee, daß möglichst viele Twitterer die NPD blockieren mögen, um dafür zu sorgen, daß die erforderliche Anzahl an Klicks zusammenkommt und die NPD zumindest nicht mehr unter ihrem Namen ihre Nachrichten in die Welt hinausjagen kann.
Einige Twitterer sagen nun, es gehöre sich nicht, gegen „Zensursula” zu protestieren, dann aber im Twitter zu fordern, die NPD zu blockieren. Andere sagen, das brächte ja eh nichts, weil die NPD dadurch ja nicht verschwände, sondern lediglich dieser Twitter-Name gesperrt würde. Und wiederum andere empfinden es als sinnvoller, die NPD anhand ihrer Tweets vorzuführen, sie lächerlich zu machen.
Nach kurzer Diskussion fällt mir auf, daß der 140-Zeichen-Dienst einfach nicht geeignet ist, über so ein Thema zu schreiben. Daher dieser Blogeintrag.
1. Der Zensurvorwurf
Keinem Gegner des Gesetzesentwurfs zur Sperrung von Kinderpornoseiten geht es darum, daß generell eine Zensur kinderpornographischer Inhalte falsch wäre. Im Gegenteil, viele sind sogar sehr dafür, wenn solcherlei Schweinereien eben nicht zur allgemeinen Belustigung verfügbar wären. Die Meinungsfreiheit ist eben auch nur ein Teil des allgemeinen Begriffs Freiheit. Und grenzenlose Freiheit aller Individuen hieße Anarchie, Selbstjustiz, das Recht des Stärkeren, keinerlei Schutz für Minderheiten und Schutzbedürftige.
Es ist also mehr als naiv, wenn jemand im Namen der Meinungsfreiheit für die NPD eintritt, die stets deutlich macht, was sie von unserem demokratischen und freien System hält. Es ist aber fast schon bösartig, wenn das (unwirksame und rechtsstaatlich höchst bedenkliche) staatliche Sperren von Websites verglichen wird mit dem Blockieren eines Twitter-Accounts durch Privatpersonen. Denn natürlich hat jeder einzelne Mensch das Recht, für sich zu entscheiden, mit wem er sprechen oder nicht sprechen will, und was er gedanklich so sehr ablehnt, daß er darüber gar nichts lesen möchte. Das ist Meinungsfreiheit!
Daß nun Twitter als Dienst Inhalte sperrt, wenn genügend einzelne Personen der Meinung sind, die Ergüsse der NPD seien nicht lesenswert, dann ist das ebenfalls mit Zensur nicht zu vergleichen: Twitter ist keine staatliche Behörde, hat kein Monopol auf die Meinungsfindung im Internet und ist weder moralisch noch juristisch verpflichtet, der NPD eine kostenfreie Plattform zur Werbung zu bieten.
2. Die NPD ist ja noch da, aber unter anderem Namen (Vorwurf der Unwirksamkeit):
Natürlich können sich Nazis auch unter anderem Namen anmelden und weiterhin Hasstiraden verbreiten. Aber: Die zentrale Anlaufstelle für Interessierte oder Verführbare ist erstmal weg. Es wird also länger dauern, bis sich ein brauner Twitterer so etablieren kann, daß er automatisch von rechtsextremistisch eingestellten Menschen gefunden wird. Und wenn derjenige so etabliert ist, kann man ihn wiederum auch zu blockieren versuchen.
Unwirksam ist es also keinesfalls, wenn Accounts mit den Namen extremistischer Parteien massenhaft blockiert werden.
3. Die NPD entlarv sich doch selbst / Ich möchte die gerne vorführen
Diese Diskussion ist viel älter als das Web2.0. Oder das Web überhaupt. Diese Frage dreht sich darum, ob es sinnvoller ist, sich mit radikalen Meinungen im politischen Diskurs auseinanderzusetzen, oder ob es Dinge wie Parteiverbote geben solle, um die Demokratie zu schützen.
Eines muß man als Freund der Meinungsfreiheit immer bedenken: Parteien wie die NPD halten sich nicht an Spielregeln. Ihr Ziel ist es, unser System zu unterwandern. Wenn dazu das Prinzip der Meinungsfreiheit dienlich ist, dann werden sie es benutzen. Allerdings sollten wir nicht den Fehler begehen, daran zu glauben, daß die Freiheit auch für NPD-Anhänger ein wichtiges Gut ist. Es ist nur solange wichtig, wie es ihren Zielen nützt. Anschließend wäre sie die erste, die abgeschafft würde.
Eine Demokratie hat das Problem, das sie stets auf einen Konsens ausgerichtet sein muß, dabei aber möglichst viele unterschiedliche Meinungen unter einen Hut zu bringen hat. Das nutzen Parteien am links- und rechtsextremen Flügel gerne aus. Das haben sie in der Weimarer Republik eindrucksvoll unter Beweis gestellt, als sie gemeinsam – trotz teilweise äußerst konträrer Ziele – solange gegen die demokratischen Parteien stimmten, daß diese keine sinnvollen Beschlüsse mehr fassen konnten.
Viele Menschen glaubten damals, daß man extreme Parteien wie die NSDAP nur mal in die Regierungsverantwortung lassen müsse, dann entlarvten sie sich selbst. Diese Einschätzung war offensichtlich falsch. Genauso falsch wie der Glaube, man selbst könne deren Sichtweisen öffentlich so lächerlich machen, daß die Partei keine neuen Anhänger gewinnt.
Ein Blockieren der NPD ist also weder undemokratisch, unwirksam oder unsinnig: Es ist eigentlich nur: notwendig.
Das Zebra im Bild steht übrigens nur da, weil es etwas über Schwarz-Weiß-Sichtweisen aussagen soll. Ich weiß aber nicht mehr was.
27. Mai, 2009 at 15:51
Interessant. Zustimmungswürdig. Aber eins stört mich in der Argumentation:
„Denn natürlich hat jeder einzelne Mensch das Recht, für sich zu entscheiden, mit wem er sprechen oder nicht sprechen will, und was er gedanklich so sehr ablehnt, daß er darüber gar nichts lesen möchte. Das ist Meinungsfreiheit!“
Wenn man dem störenden Account nicht folgt und nicht gerade die allgemeine Twittertimeline abonniert hat liest man doch gar nichts von eben diesem Account, oder?
Es wäre also eher ein nebeineinanderherleben, so wie mit dem „Nazi-Opa“-Nachbarn aus dem Souterrain, an dem man schnell vorbei geht, weil man seine Hasstiraden gegen die indische Familie aus dem 2. Stock nicht hören will.
Oder sehe ich das falsch?
Mir selbst gehen innerlich die Zehennägel hoch, wenn ich diesen NPD&Co.-Müll lesen muss. Aber mich beschleicht das Gefühl, dass dieser Account jetzt schon mehr Publicity erhalten hat, als er verdient hat.
27. Mai, 2009 at 15:54
Genau. Das was wir soeben tun ist vielleicht gemein. Aber eben nicht das gleiche wie Zensur.
Wehret den Anfängern.
Keep Twitter clean.
- Grussregierung.
27. Mai, 2009 at 15:58
Daher habe ich ja den Punkt 2. und 3. noch mit drin. 1. behandelte ja nur den Zensurvorwurf. Die Wirksamkeit behandelt Punkt 2, die Notwendigkeit Punkt 3.
Daß man den Naziopa ignorieren kann, der gegen die indischen Mieter schimpft, sehe ich übrigens nicht so. Was ist denn, wenn er offen schimpfen darf und dadurch Jugendliche anlockt, die dann wiederum die indische Familie verprügeln?
Auch dem Naziopa darf und soll man kein Forum bieten!
27. Mai, 2009 at 15:59
Ich bin übrigens aus der o.g. indischen Familie.
27. Mai, 2009 at 16:01
Ein sehr guter Artikel, den ich jetzt nicht selber schreiben muss.
27. Mai, 2009 at 16:04
Daniela, dann sollten Sie doch erst recht dagegen sein, solchen Leuten ein Forum zu bieten, oder?
Ich habe übrigens bzgl. Chromaxteinsatz keine Skrupel vor alten Leuten… ;-)
27. Mai, 2009 at 16:04
ich finde das Blocken und auch die Retweets dazu gut, weil sie die „Öffentlichkeit“ in Form unserer jeweiligen Follower auf das Problem aufmerksam machen.
Zusätzlich halte ich es für sinnvoll und wichtig, den Twitter-Support zu informieren. Habe ich auch gemacht mit Link zur englischsprachigen Wikipedia-Seite.
Mit Zensur hat das meiner Meinung nach wenig zu tun. Twitter ist ein Medium, in dem jemand sehr schnell (und je nach Followern auch sehr unreflektiert) eine enorme Breitenwirkung erzielen kann.
Diesem sollten wir – wie im Falle dieses Accounts – entgegenwirken. Meiner Meinung nach geht das nur über Sperren der Accounts. Blocken ist eine Möglichkeit dies zu erreichen & zu sensibilisieren (siehe oben)
A.
27. Mai, 2009 at 16:05
So lange der NPD-Twitter Account nicht folgt, werde ich ihn nicht blocken. Wusste gar nicht, dass es so einen gibt.
Das Verfahren der automatischen Sperrung wäre aber auch hochgradig unsinnig, wenn es denn überhaupt so funktioniert. Denn dann könnte man unbequeme oder unbeliebte Twitter-Accounts ganz einfach auf diese Art und Weise ausschalten.
27. Mai, 2009 at 16:26
Folgendes vorweg: Faschismus sehe ich nicht als Meinung an, sondern halte es für ein Verbrechen.
Ich halte die NPD für einen Stellvertreter von Problemen in unserer Gesellschaft. Weil sie aus unserer Gesellschaft kommt, sie hier ist und sie hier Zulauf hat. Das habe ich zu Kenntnis zu nehmen.
Meine Frage lautet jetzt, wie sollen wir mit diesem Problem umgehen?
Sollen wir sie, überall wo wir sie sehen, blockieren, ihre Webseiten defacen, sie verbieten? Hätten wir dann das Phänomen NPD beseitigt? Ich glaube nicht. Deshalb setze ich mich lieber dafür ein, niemals so zu werden, niemals so zu denken wie die Leute der NPD/Republikaner oder vergleichbares. Ich plädiere dafür ein Leben vorzuleben, wie ich mir wünsche das Gesellschaft sein sollte. -> Wie bekämpft man am besten Faschisten? Sei keiner.
Aber zur Twitteraktion. Wenn sich jetzt die Twitterer solidarisch zusammen tun und ihren Protest gegen die NPD dadurch zum Ausdruck bringen indem sie den @npdde Account blocken, dieser dann von Twitter gelöscht wird, so ist das ein Symbol. Nicht mehr und nicht weniger. In 1 min. haben die einen neuen Account und machen lustig weiter. Nun bin ich also, als fleißiger Sympathisant, dazu verdonnert jeden Account zu suchen und zu blocken und werde zwangsläufig reaktionär meine Zeit der NPD schenken, wo es Unmengen an Dingen gibt für die es sich einzusetzen lohnt.
Obendrein schließe ich mich Daniela in ihrer Einschätzung an, dass wir unfreiwillig der NPD gerade durch diese Aktion eine Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, die sie und ihre Anhänger mehr nutzt als schadet.
That’s me
Hoffe auf Reaktionen
insideX
27. Mai, 2009 at 16:27
ja, das sehe ich wie Netreaper. So lange die Tweets von denen „sauber“ sind, möchte ich nicht rein aus Prinzip blocken, nur damit sie weg sind.
Ich halte das zum einen nicht für sinnvoll – sie sind sowieso dann ruckzuck an anderer Stelle wieder da und dann geht das mit der Polemik erst recht los. So kann man in Ruhe beobachten, was sie machen und natürlich auch, wer ihnen so folgt.
Und auf der anderen Seite hat das für mich auch etwas mit Meinungsfreiheit zu tun: Jeder, der sich im rechtlichen Rahmen bewegt, darf seine Meinung äussern – und muss das tun können. Weil das eines unserer allerwichtigsten Grundrechte ist und weil das nicht beschnitten werden darf. Auch nicht bei den Leuten, die im Allgemeinen Schwachsinn verbreiten wie diese „Freunde“.
Etwas anderes wäre es für mich, wenn sie mir persönlich folgen würden. Auf meiner eigenen kleinen Seite möchte ich die Typen nicht haben – da würde ich dann sofort blocken.
Es stört mich übrigens nicht, wenn andere die Aktion unterstützen und der Account dann deswegen letztlich geschlossen ist. Jeder soll das für sich entscheiden. Achten wir aber vielleicht alle ein bisschen darauf, dass die Diskussion in twitter interessant bleibt und wir nicht bei einem „Wer nicht dafür ist, ist gegen uns“ landen.
27. Mai, 2009 at 16:39
Auch wenn es „nur“ ein Zeichen ist – man wird es doch setzen dürfen? Bedeutet Demokratie denn, dass ich andere Meinungen erdulden muss, no matter what? Nein. Demokratie bedeutet, dass ich mich gegen alles auflehnen kann, was mir nicht passt.
Das wiederum muss eine Demokratie allerdings nicht nur ermöglichen, sondern auch erdulden. Egal ob das von mir, von links oder von rechts kommt. Aber jeder hat das Recht, das zu bekämpfen, was er bekämpfenswert findet. Sobald er sich damit aus dem erlaubten Spektrum entfernt, wehrt sich die Demokratie schon dagegen.
27. Mai, 2009 at 16:45
@ramses101 -> Ich habe nicht geschrieben das man diese Twitteraktion nicht machen „darf“!
27. Mai, 2009 at 16:50
Wir reden ja deswegen darüber, weil einige Menschen mit der Zensursula-Argumentation glaubten, UNS die Aktion verbieten zu können.
Dagegen schreiben wir. Nicht dafür, daß jeder mitmachen MUSS.
Auf einer abstrakten Ebene sind wir uns ja eh einig: Wir alle halten nichts von der NPD. Jetzt tauschen wir Sichtweisen aus, ob die Aktion einen kleinen Teil dazu beitragen kann.
27. Mai, 2009 at 17:37
Hmmm … wer hat wem wann etwas verbieten wollen?
Ich finde Diskussionen um das für und wieder, aber niemanden der sagt, „Das dürft ihr nicht“.
27. Mai, 2009 at 16:40
„Die zentrale Anlaufstelle für Interessierte oder Verführbare ist erstmal weg.“ – Hört sich an wie ein Argument für Stopp-Schilder.
Ich möchte (auch und gerade) auf Twitter die Möglichkeit haben, mich über die NPD als NPD informieren zu können, um mir mein eigenes Bild zu machen. Ausserdem ist es keine verbotene Partei, deren Angebote als Partei kenntlich bleiben sollten.
Versteht mich nicht falsch, mir geht es nicht darum, dass der Account aus Gründen der Meinungsfreiheit unter seinem Namen bestehen bleibt. Vielmehr geht es mir um meine Informationsfreiheit, das Recht, mich aus primären Quellen zu informieren. Ich lasse mir nicht gerne vom Verfassungsschutz sagen, was verboten gehört.
Und eine politische Partei, die einen gewissen Teil der Gesellschaft widerspiegelt, ist etwas anderes als ein Spam-Account.
Wie soll man etwas gegen Nazis unternehmen können, wenn man ihre Argumentationen nicht kennt? Oder ihre Termine: Lasst uns lieber den NPD-Webmaster zuspammen mit Termin-Nachfragen. Ich würde gerne wissen, wann die sich wo treffen.
27. Mai, 2009 at 16:40
InsideX: Sie sagen im Prinzip ja aus:
1. Es bringt nichts, weil sie dann woanders wieder auftauchen und
2. Es ist wirkungslos und
3. Es bringt ihnen zusätzliche Aufmerksamkeit
Punkt 1 und 2 habe ich im Blogpost zu beantworten versucht, bei mir unter 3. und 2.
Ihr Punkt 3 ist in der Tat bedenkenswert. Die NPD erhält Aufmerksamkeit und teilweise auch Unterstützung von Nicht-Anhängern. Widerspricht aber Ihrer Sichtweise, daß Totschweigen eh nichts bringt, oder?
Frau Elise: Natürlich ist eine Sichtweise „wer nicht dafür ist, ist gegen uns” nicht sinnvoll. Das ist es nie. Und natürlich sind auch andere Sichtweisen auf die Aktion absolut zu respektieren.
Aber die Meinungsfreiheit als Grund dafür anzuführen, halte ich für eine zu absolute Auslegung des Begriffs Toleranz.
Erstens vermischen Sie die persönliche / private und die staatliche Ebene: Der Staat ist aufgefordert, auch extreme Parteien zu akzeptieren, solange sie nicht legal verboten werden können. Wir als Menschen haben diese Beschränung nicht. Wir dürfen eine Meinung zur NPD-Propaganda haben. Wir dürfen diese Meinung auch durchzusetzen versuchen.
Gerade in dem Fall, in dem dem Staat aufgrund von Formfehlern die Hände gebunden sind (Verbotsverfahren, Verfassungsschutz, V-Leute, alberne Alliteration), können wir einfach entscheiden: So nicht. Wir müssen es sogar, weil wir gegen eine Vereinigung kämpfen, der es nur darum geht, unsere Meinungsfreiheit zu beschränken.
Wäre Twitter eine Behörde, so teilte ich Ihre Bedenken. Twitter ist aber weder Monopolist noch deutsches Staatsorgan. Es handelt sich um einen privat angebotenen Dienst, der theoretisch sogar das Recht hätte, völlig wilkürlich zu sperren.
Wir müssen also keine verfassungsrechtlichen Bedenken aufbringen, wenn wir intolerante Meinungen nicht mehr zu tolerieren bereit sind. Die NPD wird vor der Wilkür des Staates geschützt, obwohl sie eine radikale, undemokratische Partei ist. Wir müssen sie deswegen nicht auch noch unterstützen.
27. Mai, 2009 at 17:01
Zu meinen Punkten 1. und 2. aus ihrer Antwort: Ich habe ihren Blogpost zur Kenntnis genommen und meinerseits versucht Antworten zu geben. Das ist die Kontroverse.
Ich sage: das ist nicht mehr als ein Symbol und kostet meine Zeit. Sie sagen: Das behindert und blockiert sie. In den weiteren Ausführungen sind Sie und ich uns einig.
Totschweigen ist keine Forderung von mir. Da haben Sie etwas falsch verstanden. Ich meine das eher so: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Wenn man die Rechten unterschätzt, stehen sie sonst eines Tages vor der Haustür.
27. Mai, 2009 at 17:08
Wie gesagt, ich halte den Punkt mit der Aufmerksamkeit für absolut bedenkenswert.
An sich ist es auch richtig, was Sie in punkto Zeitkosten sagen. Aber seien wir mal ehrlich: Wir alle, die wir Twitter benutzen und politisch diskutieren, wir alle verschwenden damit Zeit. Zeit, die dafür genutzt wird, etwas gegen undemokratische Parteien zu unternehmen, ist gut investiert.
Selbst, wenn es nichts bringt, ist es eine durchaus unterhaltsame und spannende Diskussion. :-)
27. Mai, 2009 at 16:54
Wie heisst es so schön — die Freiheit ist immer die Freiheit der Anderen. Ich finde es gefährlich, wenn mensch sich die politische Auseinandersetzung so einfach macht und technische, quasi externe Hilfsmittel dazu benutzt – davon rückt kein Na*i von seiner Meinung ab, eher drängt mensch ihn/sie in die Märtyrerposition und verstärkt damit ihre Bemühungen.
„Don’t feed the trolls“…
27. Mai, 2009 at 16:57
Die Freiheit ist immer die Freiheit der Anderen. Eben. Wenn einer also gegen die Freiheit der Anderen ist, ist es dann meine Aufgabe, das zu verhindern oder zu unterstützen?
Und was soll dieses „mensch”? Ansonsten scheinen Sie sich doch auch ausdrücken zu können ;-)
27. Mai, 2009 at 17:08
Freiheit ist immer Freiheit der anders Denkenden, sich zu äußern.
Wenn schon zitieren, dann richtig, die Rosa Luxemburg.
27. Mai, 2009 at 17:11
Der Zusatz ist nicht nötig, um das Zitat sinnerhaltend einzusetzen. Ich muß bei Zitaten darauf achten, daß sie durch das Weglassen nicht sinnentstellt werden. Das ist hier nicht der Fall. Es wird nur griffiger.
27. Mai, 2009 at 17:16
Das sehe ich entschieden anders. Die Kommentare zeigten auch das Mißverständnis durch die Kontextualisierung des Zitats.
Und vor allem musst Du bei Zitaten angeben, von wem sie sind, wenn wir uns schon über Zitierregeln unterhalten.
Schöne Illustration meines ersten Kommentars: Ich bin schon froh, dass ich noch andere Quellen hinzuziehen kann, um mich informieren zu können, was eigentlich gesagt wurde.
Aber Du hast letztenendes ja Recht: dieses Diktum ist so ein Allgemeingut, dass jeder sofort sieht, dass es verkürzt wiedergegeben wurde und sich sein Teil dazu denkt.
27. Mai, 2009 at 17:13
ich kann mit deinem fazit nicht ganz konform gehen. denn, wenn wir twitter zwingen, die npd für ein spam account zu halten und ihn zu löschen, stehen deren informationen nicht mehr nur dir nicht zur verfügung, auch anderen, die, die an deren informationen interessiert sind, können sich auf twitter nicht durch/über die npd informieren. ergo zensur (losgelöst von der staatsrechtlichen definition).
zur inhaltlichen auseinandersetzung mit der npd, die würden wir wahrscheinlich immer gewinnen, denn die besseren argumente sind einfach auf unser seite.
ich möchte aber niemanden in abrede stellen, die npd blocken zu dürfen. mir stößt eher das kampangenartige auf, was gerade in hinblick auf die ein-freies-internet-debatte nicht gerade dienlich ist.
nur weil deren ansichten uns nicht passen, dürfen wir sperrungen/löschungen nicht befürworten.
dabei erinnere ich z.b. an studivz, welches das profil der piratenpartei löscht und auch sonst nur den großen volksparteien erlaubt, ein profil auf ihrer plattform zu berteiben. oder, lanus aktion, rechtsgerichtete gruppen auf facebook löschen zu lassen.
so sehr ich diese inhalte abstoßend finde, haltet ihr es wirklich für legitim, meinungen anderer löschen und sperren zu lassen? denn, wer zieht dann beim nächsten mal die grenze, bei z.b. weniger rechten meinungen oder linken oder auch whistleblowern?
27. Mai, 2009 at 17:18
Äh – falls es noch keiner gemerkt hat:
DIE TWEETS DER NPD SIND SOWIESO NICHT ZU SEHEN, weil geschützt.
http://twitter.com/NPD
27. Mai, 2009 at 17:19
*grmbl*
falscher Account. bin auf mich selber reingefallen. :(
27. Mai, 2009 at 17:31
ersetzt npd einfach mal durch irgendwas anderes, zum beispiel die linke, oder die tierschutzpartei oder ganz provokativ durch juden…
gesellschaftliches ächten von irgendeiner bevölkerungsgruppe ist bescheuert und bringt nichts ausser das die sichs in der opferrolle gemütlich machen.
eine meinung zu ignorieren, zu blockieren, zu stigmatisieren, zu ächten oder zu verfluchen hat selten jemanden der diese meinung hat davon überzeugt das sie falsch ist.
mir ist vollkommen klar das in einigen kreisen mit gutem grund ein nazihass aufgebaut hat und es jetzt quasi standart ist die einfach ma so scheiße zu finden, find ich ja genau so, nur sind das letztendlich auch nur menschen die ihr auf DIESE art nicht davon überzeugen könnt das sie einem irrglauben nachhängen… eher im gegenteil… diese bekackte ächtung ist ein teil des problems wenn nich sogar ein verstärker.
Wenn niemand mehr mit einem nazi normal redet kann ihn auch niemand mehr davon überzeugen das die arier nich die krone der schöpfung sind und alles andere ausgerottet oder versklavt gehört
und wer glaubt das durchs blocken, sperren und verstecken von „nazi-propaganda“ hätten die weniger zulauf der glaubt auch durchs blocken von kinderpornos gäbs weniger kinderschänder
27. Mai, 2009 at 17:31
Ich halte ein Verbot der NPD auch für total unangebracht. Das würde diese Gruppierung nur wieder/weiter in den Untergrund bringen. Vom Tisch wäre sie noch lange nicht. Anstelle immer wieder ein Verbot zu fordern, sollte man sich lieber mal damit auseinander setzen und sich fragen, wieso die überhaupt so viele Stimmen bekommen haben. Warum werden die gewählt? Und dieser Wurzel, bzw diesen Leuten anstzen und sich mit ihnen beschäftigen, bzw denen eine Anlaufstelle bieten.
Ob der Account der NPD nun bei Twitter, einem privaten Nachrichtendienst, gesperrt werden sollte oder nicht, liegt doch ganz allein im Ermessen der Besitzer/Betreiber. Wie Sie schon sagten, werter Psycho, Twitter ist keine staatliche Organisation o.Ä. Genauso wie rechtsradikale Gruppen/Sprüche bei StudiVZ verboten sind und gemeldet werden können, geschieht dies eben auch bei Twitter.
Und natürlich entlarvt sich die NPD permanent selbst. Am besten zu sehen z.Zt. bei Extra 3 :)
27. Mai, 2009 at 17:51
Was mich eigentlich stört, ist der Einwurf ich „müsse“ in der Demokratie alle Meinungen akzeptieren oder zumindest dulden, dass sie kundgetan werden. Das ist falsch. Dinge akzeptieren MUSS ich nur in totalitären Systemen.
Die Demokratie selbst muss auch die Leute aushalten, die „Ausländer raus“ rufen. Ich mus das nicht. Ein wesentliches Merkmal der Demokratie.
27. Mai, 2009 at 18:10
Du hast absolut recht. Du bist nicht das System. Genauso wenig wie ich oder wer anderes.
Aber all das was du sagst, nehmen andere auch für sich in Anspruch. Und genau an der Stelle, wo A sagt, B solle diese Rechte nicht mehr haben wird es kribbelig.
Langfristig ist es dem rechten Gesocks ein Anliegen, den Andersdenkenden den Mund zu verbieten. Aber solange die Gefahr nicht akut ist, sollten wir nicht ihre Mittel gegen sie verwenden. Wären wir sonst anders als sie?
Just my 5 Cent
27. Mai, 2009 at 18:21
Wer will ihnen denn diese Rechte nehmen? Ich habe doch gesagt, dass man in der Demokratie auch, so unerträglich es auch ist, Arschlochmeinungen haben dürfen muss, weil es sonst keine Demokratie wäre. (Wobei natürlich auch der Meinungsfreiheit Grenzen gesetzt sind, „Ausländer raus“ fällt darunter, deshalb ziehe ich das weiter oben gesagte teilweise zurück)
Aber ebenso muss man in einer Demokratie das tun dürfen, was man für nötig hält, um diesen Rufern ans Bein zu pinkeln – im Rahmen dessen, was die Gesetze erlauben, versteht sich. Wenn ich das tue, verbiete ich niemandem seine Meinung, sondern stehe dafür ein, sie nicht zu tolerieren.
27. Mai, 2009 at 17:55
Lasst es mich mal lapidar ausdrücken: Ach, wie freute es mich, sollte die Account-Suspension tatsächlich eintreten, den Affen auf diese Weise einen reinzuwürgen. Dass das Affen sind, da sind wir uns ja einig. Ein unfairer Nachahmungsfall wird bei anderen Accounts nicht eintreten, dafür ist der tweetende Durchschnitt nicht dumm genug.
28. Mai, 2009 at 02:02
du argumentierst wie göbbels und konsorten über die juden, die sie als ratten bezeichnet haben. bei dir sind nazis affen.
du bist irgendwie kein stück besser als die braunen hetzer :-)
27. Mai, 2009 at 17:56
„Es ist also mehr als naiv, wenn jemand im Namen der Meinungsfreiheit für die NPD eintritt, die stets deutlich macht, was sie von unserem demokratischen und freien System hält. “
Ach, na wenns mittlerweile wieder salongfähig ist menschengruppen wegen ihrer überzeugung grundrechte zu entziehen hat die npd ja bald was sie will…
Mit faschistischen methoden gegen faschismus kämpfen ist pervers. Und die nazis sind bei uns schon lange nicht mehr in der position als das solche maßnahmen nötig wären, es gäbe etliche effektivere und nachhaltigere maßnahmen gegen braunes gedankengut, was aber niemand macht, weil es reicht ja das nazis scheiße sind.
Denkt ma an die npd verbotsverfahren und die v-männer. Da wird mit nazimethoden gearbeitet um irgendwas zu erzwingen weils sonst nicht rechtsstaatlich durchzusetzen wäre.
Bei den npd is das ok aber bei anderen organisationen nicht? Bullen in ziviel auf ner anti fascho demo die gewalt provozieren? oder ähnliches?
Ihr messt aufgrund eines dogmas mit zweierlei maß, und DAS ist genauso gefährlich wie die nazis
27. Mai, 2009 at 18:13
> Ach, na wenns mittlerweile wieder
> salongfähig ist menschengruppen wegen
> ihrer überzeugung grundrechte zu
> entziehen hat die npd ja bald was sie
> will…
Aber hier will doch niemand irgendwem ein *Grundrecht* entziehen. Hier wird sich lediglich dafür eingesetzt, dass der NPD auf Twitter kein Forum geboten wird.
Mittlerweile sitzt der Begriff „Zensur“ anscheinend viel zu locker.
Demnächst fangen wir wieder die Diskussion an, ob das Moderieren von Kommentaren in Blogs schon die Meinungsfreiheit verletzt.
27. Mai, 2009 at 18:29
„Aber hier will doch niemand…“
mein zitat obendran hatte einen sinn. „Im namen der meinungsfreiheit für die npd eintreten“ was heißt das?
Variante a) so zu tun als würde man denen nur ein grundrecht zugestehen obwohl man eigentlich die npd meinung vertritt
oder variante b) die npd hat keine meinungsfreiheit zu haben
Das eine ist jemanden der für die meinungsfreiheit pauschal zu beschuldigen er wäre nazi freund.
Das hatten wir grad bei der kipo zensur debatte.
Die andre variante IST irgendwem ein grundrecht enziehen.
Und von zensur hab ich absichtlich nicht geredet da mir absolut klar ist was zensur per definition ist.
Und im grunde find ich das vollkommen in ordnung wenn jemand auf twitter die npd oder sonstwen blockt, es ist ja seine sache, aber daraus eine kampagne zu machen, die suggeriert das man npd freund ist wenn man da nicht mitmacht ist peinlich.
Wie war das? Wehret den anfängen.
Am anfang fanden ein paar leute „die“ doof.
Dann fandense mehr doof, und noch mehr und immer mehr. Und irgendwann wars so üblich die doof zu finden, und sie wurden nach und nach aus der gesellschaft gedrängt.
Dann hieß es „kauft nicht bei juden“
Denkt ma nach, das schlimme bei den nazis war nich das die irgendwen doof fanden, sondern wie sie das dann umgesetzt haben.
Und das fing auch mit ausgrenzen und nicht mehr mit denen reden an… insofern, wehret den anfängen.
Nazis kann man ohne schlechtes gewissen bekehren, und solche aktionen machen das nur schwerer.
27. Mai, 2009 at 18:42
> aber daraus eine kampagne zu machen,
> die suggeriert das man npd freund
> ist wenn man da nicht mitmacht ist peinlich.
Ich habe bislang nirgendwo gelesen, dass jemanden unterstellt wurde, NPD-Freund zu sein, weil er nicht blocken und retweeten wurde.
Und auch wenn du dein Zitat oben wiederholst: Der NPD die Meinungsfreiheit entziehen oder ihnen kein Forum auf Twitter geben zu wollen, sind zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe. Da nicht präzise zu differenzieren ich in dieser Diskussion für wenig hilfreich.
27. Mai, 2009 at 18:20
Der Tag an dem die NPD kam…
Vorweg, jeder kann bei Twitter blocken oder folgen wem er will. Ich spreche mich auch nicht davon frei, nicht auch ab und zu jemanden aus dem ein oder anderen Grunde zu blocken. Wenn man das ganze aber kampagnenartig organisiert und versucht, die unliebsame Meinung aus einer der Öffentlichkeit offenen Plattform zu löschen, dann finde ich persönlich das gerade angesichts der bei Twitter seit einiger Zeit diversen aktuellen Diskussionen, eher suboptimal. Natürlich ist es ein Zeichen der „Einigkeit“ gegen eine Organisation, die auch ich in keinster Weise unterstütze. Aber führt das zum Ziel? Sich auf die Schulter klopfen zu können und zu sagen, dass man Twitter „rein hält“ wie es einige beschrieben haben? Solche Aussagen sind nicht besser als das schwarz-weiß Denken der NPDler.
Sie werden nicht aufhören ihre Meinung zu propagieren, auch wenn man sie dann erfolgreich aus dem Paradies verbannt hat. Entweder melden sie sich neu an, oder (und das ist ja eh schon der Fall) propagieren sie ihr Denken auf Plattformen, die ich persönlich nicht besuche, kenne, oder auf die ich überhaupt keinen Zugriff habe. So hat jeder die Möglichkeit, den Unsinn zu lesen und vielleicht auch – anstatt Diskussionen mit Menschen zu führen unter denen eh Konsens bezüglich der Einstellung zur NPD herrscht – schneller über ihre Aktionen informiert zu sein und entsprechende Gegenmaßnahmen wie z.B. Demonstrationen etc. zu organisieren. Die rechten Spinner sind, was meinen Informationsstand betrifft, ja zur Zeit eine Minderheit bei Twitter, was wäre denn im umgekehrten Fall, wenn auf einmal einem von uns so etwas passieren würde? Wenn CDU, FDP, Antifa, Attac, der Bienenzüchterverein Kleintwittersdorf oder sonst wer so geblockt würde…der Aufschrei wäre groß. Die Rechte die man selbst hat, muß man auch anderen zugestehen. Nur weil der „Gegner“ undemokratisch ist, sollte man sich nicht auch so verhalten und solche Meinungen aus der eigenen Wahrnehmung entfernen. Wenn man ihnen nicht folgt, liest man es ja auch nicht.
27. Mai, 2009 at 18:24
@DieFisch: Aber „damit sie sich nicht in Nischen verbreiten“ ist doch kein Argument dafür, sie überall gewähren zu lassen? In den Nischen hocken sie eh, da mach Dir mal keine Gedanken.
27. Mai, 2009 at 20:09
Und wenn noch so oft auf angebliche Parallelen zwischen den Kipo-„Sperren” und dem Block der NPD auf Twitter herumgeritten wird: Es ist einfach ein völlig unpassender Vergleich.
Ich schreibe das auch gerne hundertmal auf:
a. ist es ein Unterschied, ob der Staat geheime Listen erstellt, ohne Kontrollorgane, ohne Einspruchsmöglichkeit, willkürlich, oder ob einzelne Menschen versuchen, Propaganda auf einem nichtstaatlichen, privaten Netzwerk zu unterbinden.
und
b. ist es eben nicht so, daß Toleranz bedeutet, Intoleranz zu erdulden. Jedenfalls nicht, wenn uns daran gelgen ist, daß unsere Gesellschaft so frei bleibt, wie sie (immer noch) ist.
Interessante Argumentation übrigens: Niemand hat bisher davon gesprochen, daß jemand, der bei der Aktion nicht mitmacht, automatisch ein NPD-Sympathisant ist. Dennoch wird genau das als Argument gegen die Aktion gebracht. Wieder mal ein Trick aus dem Rhetorikseminar, Teil 1: Sinnlose Aussagen dem Gegner in den Mund legen, diese dann empört anprangern.
Ich jedenfalls gestehe auch den Leuten, die die Aktion für falsch halten, zu, daß sie eine Meinung haben, die völlig in Ordnung ist, auch wenn sie meiner widerspricht.
Allerdings gestehe ich Leuten, die aktiv für die Einschränkung, bzw. Abschaffung der Meinungsfreiheit eintreten, nicht zu, diese Freiheit für sich in Anspruch nehmen zu dürfen.
28. Mai, 2009 at 08:39
Schon krass, dass die PoliticalCorrectness so tief in vielen verwurzelt zu sein scheint, dass sie nicht mal mehr ihren Instinkten nachgeben wollen – sondern gleich ne philosophische Diskusse daraus machen müssen.
Wenn ich aus meinem innersten Instinkt heraus gegen die Faschisten pöbel und spontan zu so nem Block aufrufe….. dann ist das EHRLICH.
Sich selbst 16x zu reflektieren, bevor man dann halbherzig und nach allen Seiten abwägend etwas tut – entspricht dem Gebaren diverser Parteien und Politiker, die nach Machterhalt und FORSA tanzen.
Mit mündigem Bürgertum hat diese Kapitulation
vor der eigenen Courage jedenfalls wenig zu tun.
Don´t be päpstlicher than the fucking Papst.
Kein Applaus für Scheiße, nirgends.
- GutenMorgenregierung.
28. Mai, 2009 at 08:53
Genauso isses. Als ob man als Privatperson nicht mal mehr jemanden gepflegt verachten dürfte.
28. Mai, 2009 at 09:19
Außerdem ist Twitter-Blocking klimafreundlicher als Lichterketten. Mal drüber nachdenken!
28. Mai, 2009 at 09:57
Selbstverständlich dürfen Sie verachten wen Sie wollen. Ich habe eine innerliche Liste der zutiefst verachtenswertesten Personen und ich pflege sie regelmäßig.
Wie ich mit dieser Liste umgehe, ich glaube, darum geht es doch.
28. Mai, 2009 at 09:51
Niemand sagt dir was du zu tun oder zu lassen hast. Hier Blog -> Diskussion -> alles gut!
Du willst nicht quatschen? Warum tust dus dann?
Du verkopfst gerade deinen Instinkt und ich finde das ultra komisch. Geht her auf einen Blog der Inhaltlich das WIE debattieren will und sagt: „Ihr langweiligen Zweifler, move your ass your brain will follow“ … -> Hättest du geschwiegen, wärst du Philosoph geblieben.
insideX
28. Mai, 2009 at 10:03
InsideX: Wieso pflegen Sie Personen, die Sie verachten? ;-)
Wie jeder von uns mit seiner inneren Liste umgeht, ist eben jedem selbst überlassen. Daher verstehe ich ja Ihre Haltung auch, solche Aktionen nicht zu unterstützen.
Mir geht nur so langsam dieses Geschwätz (nicht von Ihnen, aber lesen Sie bitte mal ein paar andere Kommentare hier oder auf Twitter) auf die Nerven, daß sich Einzelpersonen genauso zu verhalten hätten wie der Staat. Aber das hat Ramses101 ja schon dargestellt.
Und ich will die ganze Diskussion so langsam ins Lächerliche ziehen, weil mir das alles zu verbissen wird. Woran ich übrigens selbst schuld bin. Ich weiß.
28. Mai, 2009 at 10:24
Ich pflege diese Liste um zu überprüfen wie verachtenswert ich A,B oder C heute finde. Daraus kann ich für mich feststellen was mir gerade Wichtig ist. G. Bush Junior hat diese Liste lange angeführt, nun ist es ein Herr Wiefelspütz … so ändern sich diese Liste.
Ich glaube das wir uns über ein paar Dinge mittlerweile einig sind und dazu war diese Diskussion gut. Was das Geschreibe auf Twitter oder sonstwo angeht, dass interessiert mich erst wenn ich mich persönlich angesprochen fühle.
Den Instinkt von Weltregierung kann ich nachvollziehen, sehr gut sogar und habe Nachsicht bzgl. dieser Twitteraktion weil nicht staatstragend und eigentlich auch nur eine, mehr oder minder sinnlose, Aktion gegen halsstarrige, engstirnige und dumme Menschen, gegen die es sich immer lohnt etwas auf die Beine zu stellen. Meine Meinung über „ihnen den Account zu plätten“ habe ich ja nun schon dar gelegt.
Mir geht die Debatte auf Twitter nun auch etwas auf den Senkel und ich halte mich da etwas raus.
28. Mai, 2009 at 11:08
Das perfide an der Sache ist, dass die Faschos eben diese Diskussion um Toleranz und Meinungsfreiheit, die hier geführt wird, für ihre Zwecke ausnutzen. Sie sind zwar Arschl. , aber sie sind keine dummen Arschl., die man unterschätzen sollte. Gerade hier liegt die Gefahr. Denn schon lange haben sie Strategien entwickelt, Foren und andere Social Media Hot Spots zu unterwandern. Für mehr Informationen dazu, ein alter aber immer noch sehr erhellender Beitrag vom Informationsdienst gegen Rechtsextremismus: http://www.trend.infopartisan.net/trd0902/t170902.html (Vorsicht Spucknapf bereithalten: die Zitate aus dem Strategiepapier der braunen Brut erzeugen massiven Brechreiz – u.a. ist von den Toleranz-Trotteln die Rede). Habe schon zwei Mal solche Versuche, Internetforen zu unterwandern und in „befreite Zonen“ zu verwandeln, erlebt. Sie liefen genau nach diesem Schema ab. In beiden Fällen war die Community glücklicherweise stark genug, sie wieder in die braunen Löcher zu jagen, aus denen sie gekrochen kamen. Es geht nicht um Zensur. Der auslösende Tweet für diese Diskussion war nicht mehr als der Aufruf zur virtuellen Straßenblockade, analog zum erfolgeichen Kölner Aufruf die Stadt beim Anti-Islamisierungs-Kongress für Nazis zu blockieren. Es geht auch nicht darum, nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“ zu handeln, sondern wachsam zu bleiben und ihnen die Stirn zu bieten, wenn sie sich zeigen. Den Königsweg ihnen zu begegnen, ob blockieren oder diskutieren, den gibt es, so glaube ich, nicht. Es wird eine Mischung aus allem mit viel Ironie gewürzt sein, an dem sich viele beteiligen müssen. Denn nur, wenn sie am Ende in ihrer ganzen Lächerlichkeit nackt dastehen, werden ihnen die Mitläufer den Rücken kehren. Im Grunde sind sie doch Feige, wenn sie ihr Rudel nicht beschützt. T´schuldigung habe mich ein wenig in Rage geschrieben. Grüße Amaot
28. Mai, 2009 at 11:39
Sehr spannender Artikel. Folgende Zeilen möchte ich daraus zitieren, vielleicht als Denkanstoß für diejenigen, die glauben, daß Intoleranz mit Toleranz bekämpft werden könne:
„Liberale Scheisserchen verteidigen uns, wenn wir nur geschickt genug argumentieren, für uns die Freiheit der Netze verteidigen. So ziehen wir sie und die lesende Mehrheit auf unsere Seite. Die Arbeit, die Antifas aus den Netzen zu ekeln, übernehmen diese Toleranz-Trottel gerne für uns.”
Nun, das ist deren Strategie. Wie sieht darauf unsere Antwort aus?
1. Juni, 2009 at 23:17
GP: Wir hatten es schon einmal davon. Ich teile als früherer Antifa die Meinung von weltregierung.
„Unsere“ virtuelle Meinung gibt es nicht. Wir könnten sie sprachlich noch verschönern – am Ende bliebe, das was die wollen. Capisce?
2. Juni, 2009 at 08:30
Ihren Kommentar, werter Joshuatree, verstehe ich nicht. Oder haben Sie im Verlauf der zugegebenermaßen unübersichtlichen Diskussion vergessen, daß Weltregierung und ich diesmal derselben Ansicht sind?
3. Juni, 2009 at 00:13
Die von Ihnen genannten Synergien habe ich wohl tatsächlich verpasst. Ich werde mir eine neue Strategie gegenüber Textwüsten zulegen müssen. Danke, GP.
3. Juni, 2009 at 08:27
Ihr Beitrag ist so treffend formuliert und put in a nutshell, dass ich einfach nur nicken kann. Wo ist das Zeichen für Nicken?
3. Juni, 2009 at 09:17
JT: Darf ich annehmen, daß Sie die Kommentare, nicht jedoch den Artikel gelesen haben? ;-)
Padre: Was für Sie eine nutshell ist, ist für andere eine Textwüste.
4. Juni, 2009 at 00:45
Ja, GP: Worum ging es eigentlich, und warum sitzen wir deswegen nun plötzlich in einer „nutshell“? ;-)