Liebe Eltern!

Ich weiß, ich sollte Ihnen dankbar sein. Und in gewisser Weise bin ich das auch. Sie tragen dazu bei, daß unser Land nicht völlig ausstirbt. Sie nehmen es auf sich, einen jungen Menschen zu einem hoffentlich produktiven Mitglied unserer Gesellschaft zu machen. Sie stehen morgens früh auf, Sie wischen dem Balg die Scheiße vom Hintern. Das ist alles äußerst lobenswert.

Aber! Wenn Sie glauben, daß ich es gutheiße oder auch nur ertrage, wenn Sie mit Ihrem Neugeborenen mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen, dann täuschen Sie sich gewaltig. Es ist nun oft schon darüber geschrieben worden, daß das Geschrei von (fremden) Babys den Streßpegel höher anschwellen läßt als ein Gefecht mit Taliban-Truppen. Es ist auch recht offensichtlich, daß Babys mit dem Druck in der Flugzeugkabine nicht gut zurechtkommen.

Wenn Sie ein Baby haben, dann heißt das nicht, daß Sie auf Urlaub verzichten müssen. Es bedeutet auch nicht, daß Sie Ihr Baby unbedingt einem Babysitter überlassen müssen, obwohl das durchaus eine Möglichkeit ist. Aber es bedeutet zumindest, auf das Flugzeug als Transportmittel zu verzichten. Wenn Sie zu den vielen Menschen gehören, die sich einen Dreck um Ihre Mitmenschen scheren, dann bringt es wohl nichts, Sie zu bitten, aus Rücksicht darauf zu verzichten. Dann ist es zwecklos, Ihnen auseinanderzusetzen, wie stark Sie Ihre Mitreisenden damit belasten. Aber tun Sie es doch verdammt noch mal Ihrem Kind zuliebe. Oder noch besser: Ihnen selbst zuliebe.

Denn das nächste Mal, wenn mich Ihr Nachwuchs 2 Stunden lang vollplärrt, während ich versuche, zu schlafen, weil Sie sich natürlich auch noch den Flug aussuchen, der jeden Tag ausgebucht ist, dann werde ich Ihnen beweisen, daß ich auch ins Flugzeug eine Chromaxt zu schmuggeln weiß.