Liebe Eltern!
Ich weiß, ich sollte Ihnen dankbar sein. Und in gewisser Weise bin ich das auch. Sie tragen dazu bei, daß unser Land nicht völlig ausstirbt. Sie nehmen es auf sich, einen jungen Menschen zu einem hoffentlich produktiven Mitglied unserer Gesellschaft zu machen. Sie stehen morgens früh auf, Sie wischen dem Balg die Scheiße vom Hintern. Das ist alles äußerst lobenswert.
Aber! Wenn Sie glauben, daß ich es gutheiße oder auch nur ertrage, wenn Sie mit Ihrem Neugeborenen mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen, dann täuschen Sie sich gewaltig. Es ist nun oft schon darüber geschrieben worden, daß das Geschrei von (fremden) Babys den Streßpegel höher anschwellen läßt als ein Gefecht mit Taliban-Truppen. Es ist auch recht offensichtlich, daß Babys mit dem Druck in der Flugzeugkabine nicht gut zurechtkommen.
Wenn Sie ein Baby haben, dann heißt das nicht, daß Sie auf Urlaub verzichten müssen. Es bedeutet auch nicht, daß Sie Ihr Baby unbedingt einem Babysitter überlassen müssen, obwohl das durchaus eine Möglichkeit ist. Aber es bedeutet zumindest, auf das Flugzeug als Transportmittel zu verzichten. Wenn Sie zu den vielen Menschen gehören, die sich einen Dreck um Ihre Mitmenschen scheren, dann bringt es wohl nichts, Sie zu bitten, aus Rücksicht darauf zu verzichten. Dann ist es zwecklos, Ihnen auseinanderzusetzen, wie stark Sie Ihre Mitreisenden damit belasten. Aber tun Sie es doch verdammt noch mal Ihrem Kind zuliebe. Oder noch besser: Ihnen selbst zuliebe.
Denn das nächste Mal, wenn mich Ihr Nachwuchs 2 Stunden lang vollplärrt, während ich versuche, zu schlafen, weil Sie sich natürlich auch noch den Flug aussuchen, der jeden Tag ausgebucht ist, dann werde ich Ihnen beweisen, daß ich auch ins Flugzeug eine Chromaxt zu schmuggeln weiß.
10. Juni, 2009 at 22:42
Früher gab es ja noch den Raucherbereich im Flugzeug, doch statt Kindergeplärre wurde die von ihnen beschriebene Lärmbelästigung durch diverse Kegelvereine, die morgens um 6.30 Uhr schon die ersten Jägermeister aufgemacht haben induziert.
Ich schlage dementsprechend vor, ihren offenen Brief auf alle Störergruppen in Flugzeugen zu erweitern.
11. Juni, 2009 at 00:09
Nein, nein, ganz falsch: Busse und Bahnen sind die korrekten Babytabuzonen!
In Flugzeugen sind mir als Aerophobiker Säuglinge völlig egal. Die können die Kisten meinetwegen sogar FLIEGEN.
11. Juni, 2009 at 09:13
Svennov: nur, daß die Kegelvereine nicht denselben Streßpegel hervorrufen, wie das schreiende Babys tun. Jetzt mal rein wissenschaftlich betrachtet. Und kein Kegelverein, so dumpf dessen Angehörige auch sein mögen, ist während des gesamten Fluges am Schreien. Jedenfalls keiner, der bisher mit mir im Flugzeug geflogen ist und überlebt hat.
Matt: Wenn sie die Kisten flögen, dann würde es aber auch kommenden Donnerstag nix mit unserem Astra. Und die darauffolgenden auch nicht. Na?
11. Juni, 2009 at 09:23
Wie wäre es mit vernünftigen Ohrenstöpseln? Entweder aktiv als punktuelle iPod-Beschallung oder inaktiv als Geräuschunterdrücker? Oder einfach mit der Bahn fahren – das soll auch die Flugangst minimieren -munkelt man …
11. Juni, 2009 at 09:37
Klar. Mit der Bahn. Ich kann doch keinen Zug vertragen, verdammt.
Außerdem: Fahren Sie mal von Hamburg aus in die Schweiz mit dem Zug. DAS will ich sehen. Oder besser nicht.
Ja, es gibt Möglichkeiten, das auszublenden. Ich frage mich aber, wieso Eltern überhaupt mit Babys in den Urlaub FLIEGEN müssen. Also in ein Verkehrsmittel steigen, in dem a) sich das Baby tendenziell unwohl fühlen wird und b) es so eng ist, daß keiner der Mitreisenden außer Hörweite gehen kann.
Ich empfinde es einfach als unverschämt, das Kind und die Umgebung dafür leiden zu lassen, um statt an die Ostsee (oder von mir aus nach Frankreich, Italien, sonstwo, aber eben mit dem Auto) in die Schweiz innen Urlaub zu können.
Vergleich: Extreme Belastung der Umreisenden gegenüber zwei Jahre Verzicht auf Flugreisen (oder Besorgen eines Babysitters).
Daß es problemlos geht, habe ich nach der Geburt meiner Schwester gemerkt. Und ich glaube nicht, daß meine Eltern sich deswegen sehr eingeschränkt fühlten.
11. Juni, 2009 at 10:37
An dieser Stelle möchte ich einen guten Freund zitieren, der vor wenigen Monaten Vater geworden ist und mir stolz verkündete: „Es ist schon erstaunlich, dass so ein Baby eigentlich gar nichts kann.“
Ich antwortete: „Stimmt“.
11. Juni, 2009 at 13:08
Nunja,
ich weiß ja nicht auf welche Studie sich der erhöhte Streßpegel bezieht, aber da würde ich prompt die Kontrollgruppe hinterfragen :-)
Als „praktizierender Vater“ und Vielflieger lassen mich fremde, schreiende Zwerge völlig kalt. Das Zauberwort heißt In-Ear Headset oder Noise Reductions Headset. Da ich persönlich schnarchende Zeitgenossen viel lästiger finde, hab ich die immer im Gepäck. Sprich: Für die Ohren sollte man sowieso immer was einpacken.
@Junge Eltern: Nasentropfen/Nasenspray wirkt Wunder, später Dinge wie Gummibärchen.
Cheers
11. Juni, 2009 at 13:11
Ich vergass: die Jungen Eltern fliegen deshalb mit Zwerg, da die bis 2 Jahre nix für das kleine Persönchen zahlen müssen. Also: Beschwerde an die Flug- oder Reisegesellschaft(en), viel Spaß ;-)
11. Juni, 2009 at 13:19
Das ist mal ne Begründung: Sie fliegen, weil sie es können.
Beschwerde an die Fluggesellschaft? Nein. Beschwerde lieber an die Verursacher. Nicht an „die Gesellschaft”. Sondern an jeden einzelnen Menschen. Mitdenken! Verantwortung übernehmen! Rücksicht nehmen! Nicht anderen das Denken und Mitgefühl überlassen!
11. Juni, 2009 at 13:24
Ein entschiedenes Jain: sie fliegen, weil sie sich für längere Zeit das letzte mal einen Urlaub im Süden leisten können. Ausnahme die Ami’s: da wachsen ganze Generationen im Flieger auf….
11. Juni, 2009 at 13:40
Psychologisch betrachtet ist das vermutlich der Preis (des gestresst seins), den „RentenNachwuchsProduktionsVerweigerern“ zahlen müssen. Es lässt mich kalt, weil es NICHT MEINE Kinder sind. Klappt, sofern ich nicht direkt daneben sitze, sogar ohne Stöpsel im Ohr. Geht den meisten Vätern unter den Vielfliegern genauso
11. Juni, 2009 at 13:41
Tja, damit ist dann wohl klar, wie Sie zum Thema Rücksichtnahme stehen.
11. Juni, 2009 at 13:39
Ja, sie tun das. Weil sie sich damit selbst verwirklichen wollen. Weil sie es sich wert sind.
Und das ist nunmal wichtiger als Rücksicht auf andere Menschen.
Sie können übrigens jederzeit einen Fall konstruieren, bei dem ich zugeben werde, daß es in Ordnung ist, daß diese Eltern mit Baby fliegen. Aber darum geht es mir auch gar nicht.
Wenn es Einzelfälle wären, dann hätte ich damit kein Problem. Aber ich sehe STÄNDIG Babys im Flieger. Und es kann einfach nicht sein, daß all diese Eltern unbedingt das Kind mitnehmen müssen. Oder diese Reise antreten müssen.
Ich will ja auch kein generelles Verbot oder so einen Unfug. Ich will ja nur, daß Eltern einfach mal darüber nachdenken, daß Kindergeschrei Nicht-Eltern biologisch bedingt extrem streßt. Und ob es wirklich angemessen ist, ca. 50 Mitmenschen damit zu belasten.
11. Juni, 2009 at 13:43
Fliegen gehört generell verboten. Für alle. Verpestet nur die Umwelt und verschwendet Energieressourcen. Bahnfahren für alle dagegen entschleunigt und macht auch toleranter gegenüber einem der natürlichsten Geräusche der Welt (neben dem Orgasmusgestöhne).
Aber Chromaxt geht natürlich auch.
11. Juni, 2009 at 14:04
ohmannomannomann…
Immer dieses Geschwafel von “praktizierenden Vätern”, „Jungen Eltern“…
Als bekennender Nichtvermehrer hat man es schon fast so schwer, wie als Raucher. Ich bin beides, habe es dementsprechend doppelt schwer. Zum Thema Züge: Da wird man als Raucher dahingehend „erzogen“, daß man es als Minderheit einfach ertragen muß, seine Gewohnheiten zu Gunsten der Allgemeinheit einzuschränken und dann muß man fassungs- und hilflos ertragen, daß im gleichen Abteil die „jungen Eltern“ ihr vollgeschissenes Balg wickeln…
Das sind im Übrigen auch diejenigen, die bei Familienfesten am Kaffeetisch wie selbstverständlich ihre Kinder stillen…und alle finden das anscheinend akzeptabel…
Ich könnt noch weiter…zum Beispiel: Warum werden Schwangeschaftsuntersuchungen und Geburt usw von der Krankenkasse bezahlt…Schwanger sein ist doch angeblich keine Krankheit…oder künstliche Befruchtungen…die Natur wird sich schon etwas dabei gedacht haben, wenn sich einige Menschen eben nicht vermehren können…
Ich persönlich bin fast stolz darauf, meine Gene nicht gestreut zu haben (zumindest nicht bewusst). Meine Frau und ich haben jetzt sogar eine Hochzeit in Dänemark abgesagt, weil wir den Gedanken nicht ertragen konnten, ein Wochenende in einem Wochenendhaus mit den Blagen unserer Freunde zu verbringen…
Herr GP hat schon Recht…Chromaxt ist da die richtige Wahl.
11. Juni, 2009 at 14:06
Babys mitnehmen sollte also verboten werden – aha, unglaublich liberale Einstellung. Wohin das alles führen könnte … z.B. diese saublöden Notebooks im Flieger: warum muss der Typ neben mir unbedingt während des Fluges demonstrieren, dass er ein 17 Zoll MacBook hat? … hab ich zwar auch, mach es aber nicht im Flieger auf. Und erst die riesen Koffer in den Staufächern. Hauptsache meine kleine Tasche wird gut plattgedrückt – der Koffer muss als Handgepäck mit. Ach ja, die Typen mit der extremen Achselnässe oder dem etwas ungeduldigen Alkoholkonsum … ich find Babys da im Vergleich noch recht unaufdringlich.
Übrigens hatte ich das Problem mit meiner Tochter nicht – vielleicht liegt es auch gar nicht immer an dem fehlenden Druckausgleich. Hunger? Volle Windel? Doofer Typ mit wenig Haare nebenan? Einfach Lust zum Schreien? Das sind oft aber Dinge, die man lösen kann – ok, das mit den Haaren ist so eine Sache.
11. Juni, 2009 at 14:16
Guest68, was an dem Satz „Ich will ja auch kein generelles Verbot oder so einen Unfug. Ich will ja nur, daß Eltern einfach mal darüber nachdenken” haben Sie nicht verstanden?
11. Juni, 2009 at 14:25
Ich finde die Geschichte hat einige Schwachpunkte.
1.) Man sollte nie ein Flugzeug in die Schweiz nehmen, denn es gibt dorthin einfach keine vernünftige Fluglinie. Ich bin 3 Jahre lang nach Zürich gependelt. Nach einigen Erlebnissen mit Swiss (planecrashinfo.com), kann ich nur die gute deutsche Bahn (1. Klasse) empfehlen. Die ist wenigstens halbwegs zuverlässig. Von Hamburg aus müsste auch ein Nachtzug gehen.
2.) Sind Sie etwa Economy-Class geflogen?
3.) Das Argument von PsychoXenocide mit Noise-Reduction Kopfhörern ist natürlich richtig. Haben Sie sich kurzsichtigerweise die billigen Shure-Stöpsel zugelegt?
4.) Ansonsten halte ich von Urlaubsflügen mit Kind auch nicht viel. Ich hatte schon mal ab und zu ein Baby mit in der Kabine, aber in der 747er Business-Class gibt es dafür gute Liegetischlösungen. Schlimmer sind Lehrer-Ehepaare mit 2 pubertierenden Kinder auf Studienreise zurück von Mexiko. Da suchte dann auch ich nach einer Axt.
Viele Grüße, RWI
11. Juni, 2009 at 14:32
Hör mir auf mit Lehrern…auch AXT ;)
11. Juni, 2009 at 15:40
Sicher können Kinder nerven, vor allem akustisch. Ich sehe auch immer zu, daß ich wegkomme, sobald welche im Anmarsch sind.
Aber das Degenerierte an der Sache sind wir Kindervermeider. Kinder gehören zum Leben und ihr Lärm auch. Die Erwachsenen müssen lernen, damit umzugehen. Wer das nicht kann, soll sich ne Mülltüte über den Kopf ziehen, meinetwegen eine mit Schallisolierung.
11. Juni, 2009 at 16:02
Es ist eine zweischneidige Sache. Natürlich sollte und muß man lärmende Kleinkinder ertragen. Ich würde mich niemals aufregen, wenn Kleinkinder in einem Restaurant noch nicht die Benimmregeln kennen. Nur: Mit Kleinkindern kann man reden. Babys schreien. Und evtl. in manchen Umgebungen eben so, daß man sie nicht beruhigen kann (offensichtlich).
2 Stunden Dauergeschrei für 50 Mitreisende. Da muß man als Eltern schon darüber nachdenken, ob das gerechtfertigt ist. Babys sind ja auch gar nicht so lange Babys.
Und ein Flugzeug ist eben nicht nur wegen der Mitreisenden der falsche Ort für Babys. Auch für sie selbst ist das anscheinend nicht so angenehm (Druckausgleich).
Kinderfreundlichkeit ist eine gute Sache. Und die wird meiner Meinung nach dann immer weniger, wenn sich Eltern mit Babys eben gar keine Gedanken mehr machen, wie sie evtl. mal die Umwelt schonen können.
11. Juni, 2009 at 19:19
was glauben Sie eigentlich, wie genervt die Eltern sind, wenn das eigene Kind 2 Std. am Stück schreit? Aber das tun kleine Kinder nicht nur im Flugzeug, sondern auch morgens um 5, nachts um 3 und zwischendurch recht regelmäßig. Da dürfte es für Sie zu ertragen sein, zwei Stunden durchzustehen – zumal Sie sich nicht mal darum kümmern müssen, sondern lediglich Ohrstecker oder Watte verwenden bräuchten.
Sie fordern Mitdenken und Rücksicht von den Eltern – und verweigern dieses selbst komplett.
Alle Eltern würden sich wünschen, dass ihnen diese Rücksicht mal entgegengebracht wird, die von Ihnen ständig gefordert wird: im Restaurant, in der U-Bahn, im Supermarkt… überall stört es irgend jemanden, dass Kinder da sind, dass Kinder laut sind, dass Kinder Bedürfnisse haben aber leider noch nicht wortreich ausdrücken können. Stattdessen werden Eltern-Kind-Parkplätze zugeparkt, Regalgänge extra schmal gehalten, da wird gedrängelt, wenn es an der Kasse nicht schnell genug geht, Behördenöffnungszeiten verkürzt usw.
Wir tun in diesem Land mehr für Rentner und kranke Tiere als für Kinder! Das finden Sie richtig und normal? Super! Es wird niemand gezwungen, selbst Kinder zu haben. Aber wir sollten endlich mal aufhören, Eltern mit Kindern als asozial und gestört zu betrachten. Es liegt nicht am Geld, dass niemand mehr Lust hat, Kinder zu bekommen. Es liegt an einer zu großen Teilen kinderfeindlichen Umgebung. Jedes Elternpaar nimmt Stress und Veränderung gerne in Kauf, wenn das erste Kind da ist. Aber (fast) niemand möchte sein bisheriges Leben vollständig aufgeben, wenn er Kinder bekommt. Und das sollten Sie auch nicht von Ihnen verlangen. Vielleicht denken Sie auch daran, dass niemand als perfekter Vater oder Mutter geboren wurde. Da kann es schon mal sein, dass man (noch) nicht weiss, wie man ein Kleinkind im Flieger beruhigen kann. Vielleicht sollten Sie lieber die Fluggesellschaft wechseln – und eine wählen, die Eltern mit Kindern Hilfestellung leistet und geeignete Plätze anbietet.
Auch wenn es abgedroschen klingt – genau diese schreienden Kinder werden Ihnen irgendwann im Heim den Arsch abwischen.
Alles hat zwei Seiten – auch Ihr Stress im Flieger. Oder meinen Sie, ein Kleinkind verträgt eine 12stündige Zugreise oder Autofahrt besser als 2 Stunden Flug? Keineswegs. Bliebe also nur die Alternative, als junge Eltern für mind. 2 Jahre nicht verreisen zu dürfen. Und das alles nur, damit Sie und andere 2 Stunden nicht genervt sind? Das können Sie nicht ernst meinen. Ihr Argument mit den Babysittern ist übrigens sehr naiv: welcher Säugling/Kleinkind lässt sich bitte über einen längeren Zeitraum (also mehr als 3-4 Stunden) von den Eltern trennen, ohne Schaden zu nehmen? Außer bei RTL.
Bei allem Verständnis für den Wunsch nach „Nicht-Genervt-Werden“ – reduzieren Sie das Generve Anderer an möglichst allen anderen Stellen – aber zuletzt bei Kindern. Viel angenehmer für alle wäre es, wenn Kinder als etwas normales und natürliches angesehen werden – und nicht als zusätzlicher Stressfaktor. Und glauben Sie mir, dass entspannt auch gewaltig gegenüber anderen Nervensägen. Dann könnten Sie mal wieder öfter Holz hacken mit Ihrer Chromaxt.
12. Juni, 2009 at 08:57
Liebes Elbkind, wie kommen Sie darauf, ich sei gedanken- und rücksichtslos? Das müßten Sie mir bitte mal erklären, wenn Sie mich schon grundlos derart angreifen.
Ich möchte Ihnen allen mal etwas sagen: Wir haben uns so daran gewöhnt, jegliche Art von Minderheiten zu schützen, daß uns der Wunsch, daß auch mal an die normalen Menschen gedacht wird, schon absurd vorkommt.
In genau diese Falle laufen auch die Argumentationen, das sei nicht liberal: Liberal heißt nämlich nicht, alles zu ertragen. Die Freiheit des Einzelnen hört da auf, usw usf, das kennen Sie alle.
Ja, Elbkind, ich halte es nicht für unzumutbar, 2 Jahre lang auf Urlaubsreisen mit dem Flugzeug zu verzichten. Ich selbst fliege auch nicht jedes Jahr in den Urlaub.
Und nein, ich setze das Flugzeug nicht mit Kindergärten, Restaurants und ähnlichem gleich.
Was Sie meines Erachtens völlig außer Acht lassen, wenn Sie über die notwendige Selbstverwirklichung der Eltern sprechen: Einem Kind, das 2 Stunden am Stück schreit, geht es offensichtlich nicht gut. Das Kind scheint also diese 2 Stunden ähnlich zu empfinden wie die Mitreisenden. Es wäre also allein schon im Sinne des Kindes wichtig, auf solche Reisen zu verzichten.
Übrigens gibt es auch mehrere Stufen der Rücksichtnahme. Und die leichteste wäre: Wenigstens einen Flug zu buchen, der nicht voll besetzt ist. Es gibt Flüge, die sind IMMER ausgebucht. Wenn man sich genau diesen Flug aussucht, in dem Bewußtsein, daß das eigene Kind eben nicht zu denen gehört, die Flugreisen gut überstehen, und man von sich weiß, daß man noch nicht so weit ist, das Kind halbwegs beruhigen zu können, dann ist das für mich selbstsüchtig und rücksichtslos.
12. Juni, 2009 at 09:35
Das ist ja mal eine feine Diskussion.
Selbstverständlich lässt es sich nicht vermeiden, dass Kinder auch mal schreien. Das stört mich auch nicht, denn der Lärm von spielenden Kindern ist mir allemal lieber als Straßenlärm.
Dennoch denke ich auch, dass die Freiheit des einzelnen dort aufhört, wo andere unangemessen eingeschränkt werden. Das ist Grundlage unseres Rechtssystems und warum sollte es für Eltern da eine Ausnahme geben?
Vielleicht sollten wir mal akzeptieren, dass man nicht immer in allen Lebenslagen alles machen kann. Wenn ich keine Beine mehr habe, kann ich auch nicht mehr Fussball spielen, auch wenn das Alle machen. Und wenn ich Kinder habe, kann ich vielleicht auch nicht mehr alles machen was alle anderen machen. So ist das Leben halt. Es hat alles seine Vor- und Nachteile.
Was übrigens auch extrem nervt: Eltern, die Ihren Kinderwagen über den vollgestopften Hafengeburtstag schieben müssen oder Samstags zur „Primetime“ durch die Innenstadt. Wo da das Vergnügen liegen soll, sowohl für ein Baby, den Schieber und dem, dem der Kinderwagen ständig in die Hacken gefahren wird, ist mir ein Rätsel.
12. Juni, 2009 at 11:09
wenn sie geschrei EINES kindes schon aufregt, dann fahren sie besser nie bahn im nahverkehr. ich hatte letztens den drang mich vorsichtshalber sterilisieren zu lassen, als eine gruppe blagen, entschuldigung, kinder einstieg. nein sie stiegen nicht ein. sie erstürmten unter wildem geschrei den zug und natürlich den teil, in dem ich saß. aber das ist nur mein einzelschicksal.
zu babys im flugzeug habe ich gott sei dank noch keine erfahrungen. aber ich weiß, dass meine eltern mich als baby sogar bei längeren autoreisen bei den großeltern gelassen haben. zum einen um mir stress zu ersparen (ein baby hat nichts vom strandurlaub außer stress) und zum anderen um den urlaub selbst auch entspannter verbringen zu können. ich sehe ich gar nicht wo genau da das problem sein soll.
aber wie immer ist grau alle theorie.
lg die kinderlose hesti
12. Juni, 2009 at 11:26
Bahnfahren ist allerdings schwieriger zu vermeiden. Gerade ÖPNV. Zudem sind die Fahrtzeiten im ÖPNV auch erheblich kürzer (meist), so daß ich absolut verstehe, daß da meine Interessen gegenüber denen der Eltern zurückzustehen haben.
Auf jeden Fall aber bin ich voll bei Ihnen, wenns ums Thema Urlaub geht. Das ist nämlich eben gerade nicht Rücksicht aufs Kind genommen, es im überfüllten Flieger mit nach Mallorca zu nehmen, um es dort an den Strand zu packen, während man es sich gutgehen läßt.
12. Juni, 2009 at 12:15
Ich bin im Prinzip auch dagegen, daß man mit Säuglingen auf Biegen und Brechen nach mallorca in Urlaub fliegt.
Aber als jemand, der Familie in USA hat wird es bei mir (und meiner Schwester) wohl auf Dauer nicht ausbleiben, daß wir die kleinen balgen auch mal in den Flieger packen und dann 8,9,10 Stunden über den großen teich fliegen. Da kann ich nämlich leider nicht mit dem Zug hin. Und mit Rücksichtnahme hat das auch nichts zu tun, das ist einfach Notwendigkeit. Im Übrigen haben Amerikaner offensichtlich weniger Probleme mit Kindern im Flugzeug,a sl Deutsche/Europäer. Gut, okay, ist aber auch logisch. irgendwo.
Lehrerehepaare auf Studienreise? Da würde ich auch ohne Kinder schon nach der Axt suchen.
12. Juni, 2009 at 12:17
Nachtrag: Und klar – ein vergnügen ist so ein Flug dann natürlich nicht.Auch für die Eltern und die Babies nicht. Die werden dann als „Strafe“ schgon selber genug leiden müssen… ;) Zumal es sich da wirklich um Langstrecke handelt.
12. Juni, 2009 at 14:22
Chiefjudy, deswegen sagte ich auch weiter oben in einem Kommentar bereits: Es gibt immer mal Ausnahmen, die ich verstehe.
Mich ärgert nur die Gedankenlosigkeit, auf einer Kurzstrecke in einem so engen Raum wie dem Flugzeug unnötigerweise so einen Streß für Baby und Mitreisende zu erzeugen.
Wobei es in der Langstrecke ja wenigstens Möglichkeiten zur Abschottung gibt. Ich weiß ja nicht, mit wem Sie so fliegen, aber bei BA haben die ja selbst in der Business class noch so richtige Schlafkabinen. Da stört dann das Kind deutlich weniger.
Wie gesagt: Sobald man die Chance hat, etwas auf Abstand zu gehen, ist das ja alles kein Ding. Und bei wichtigen Anlässen darf man es sich Eltern auch mal erlauben, anderen Menschen etwas zuzumuten. Dafür hat jeder Verständnis, gerade bei Kindern.
14. Juni, 2009 at 10:52
Oh, das hatte ich wohl überlesen.
Fliege alles mögliche, BA, Delta, United etcetc. So eine richtige „Abschottmöglichkeit“ hab ich außer bei BA (sie sagten es) noch nicht gesehen. Allerdings brauche ich es ja auch -noch- nicht ;) .
20. Juni, 2009 at 17:40
Zugfahrt HH-Interlaken Ost, ist kein Problem ein durchgehender ICE macht es möglich. Viel Zeit sich in der ersten Klasse von den netten Firstbetreuerinnen eine kostenlose BILD reichen zu lassen. Mehrere kostenlose kleine Ritter Sport Einheiten zu vernichten und sich einmal durch die Sansibar-Weinkarte des Restaurants zu saufen :-)
Ach-so, es ging um Babygeplärr im Flieger, sorry, hatte ich vergessen! Baby an Bord ist auf manchen Auto eine nicht ernstzunehmende Andeutung, aber in einem Flieger kann es wahrlich die Hölle sein, und das so nahe am Himmel! Viele Kinder vertragen die Fliegerie wirklich nicht, als Erwachsene dann wohl später oft auch nicht, und müssen ihren Schmerz eben rausbrüllen. Deine Meinung, dass Eltern dies ihren Kindern und der Umwelt nicht antun sollten, kann ich nur teilen!
24. Juni, 2009 at 00:06
Man sollte unbedingt auch Babys in Supermärkten verbieten übrigens.
25. Juni, 2009 at 10:32
Wobei ich in Supermärkten volles Verständnis für die Eltern habe. Muß ich ja mal zugeben.
13. Juli, 2009 at 16:04
Momen est Omen und ein selbstversuch mit der Axt rate ich mal an dann ist Ruhe