
Unter-motorisiert
Ich sage nicht „Stöckchen”, Sie sagen nicht „Stöckchen”, ok? Deal? Abgemacht? D’Accord? Gut, dann also weiter im Text.
Man hat mich gebeten, einen Eintrag zu verfassen, der sich mit der Vorsilbe „unter” befaßt. Und mir auch gleich eine Steilvorlage zum Kommentieren geliefert.
Unter-Nehmen: Kann man häufig etwas, solange es Unternehmen gibt, die einem das nötige Kleingeld dafür geben und andere, die einem jenes wieder abnehmen, um dafür alkoholhaltige Hopfenprodukte abzugeben. Sind ansonsten meist unsexy und werden gerne von Politikern an den Pranger gestellt, um von eigenen Fehlern abzulenken. Werden in ihrer Wirkung auf das soziale Gebilde gemeinhin solange unterschätzt, bis sie pleitegehen.
Unter-Menschen: Gibt es seit 1945 nicht mehr, größtenteils deswegen, weil die meisten erfolgreich vom Antlitz der Erde getilgt wurden. Verzeihung: Aus den Geschichtsbüchern verschwanden. Die wenigen Nachkommen sind mittlerweile in den Augen vieler Linker erneut Untermenschen, weil sie es wagen, sich zur Wehr zu setzen, anstatt sich abschlachten zu lassen, wie es sich für sie gehört.
Unter-Maschinengewehr: Von mir noch nicht im realen Leben gelesene, aber bestimmt bald im Duden stehende Übersetzung von „submachinegun”. Ähnlich sinnvoll wie „Seiteneffekte”, „Vendoren”, oder „luftgeborene Förster des Himmels”. OK, letzteres hab ich mir auch wieder ausgedacht.
Unter-Mieter: Habe ich seit neuestem auch wieder. Endlich ist ein alter Freund aus China wieder heimgekehrt und natürlich (und folgerichtig) in die schönste Stadt der Welt gezogen. Da aber Wohnungen nicht ganz so einfach zu finden sind wie Frauen fürs Leben in China, muß er jetzt die nächsten Monate irgendwo unter-kommen. Daher ist mein Gästezimmer jetzt belegt. Und der zweite XBox-Controller auch.
Unter-Tan: Die alte Bedeutung dieses Wortes ist vermutlich für die jüngere Generation gar nicht mehr nachvollziehbar. Für jene nämlich ist das Wort eine lässige Umschreibung für einen PIN.
Unter-Haltungswert: Wird gemeinhin und vor allem in bezug auf Blogeinträge überschätzt.
14. Juli, 2009 at 22:15
If I were a Blogger…
btw: „luftgeborene Förster des Himmels” – GP: war das astrageboren? All in all: Genial.
15. Juli, 2009 at 14:54
Das ist uralt. Ich habe mal irgendwann in den 80ern ein Computerspiel namens „Airborne Ranger” gespielt und damals einfach nicht gewußt, was ein Ranger ist. Daß die direkte Übersetzung „Fallschirmjäger” tatsächlich auch in bezug auf den Ranger zutrifft, inklusive der Doppelbedeutung (Förster) entnahm ich dann dem Lexikon.
Und dann kam mal irgendwann (Ende 90er?) so ein Song raus, der im Text vom „airborne master of the sky” handelte. Die Assoziation ab da war dann tatsächlich eine Folge des Biergenusses, allerdings Bitburger. Astra bekam man damals in Frankfurt nicht.
15. Juli, 2009 at 15:27
Herr Psycho,
ach wenn wir grade bei wünsch dir was sind:
Bitte mal was ausführliches über Kurzarmhemden. Die Dinger werden langsam immer schmerzhafter. Ganz schlimm diesen Sommer. Bitte.
15. Juli, 2009 at 15:30
is ne schande, das middem astra in FFM. da es genug hessen in HH gibt, wäre das doch mal ein vernüftiges joint venture – gegenseitige distributionshilfe: astra in frankfurt und äppler in hamburg.
15. Juli, 2009 at 15:45
Jo, aber wie ich unser Glück kenne, werter Einheitskanzler, importieren wir dann Licher und exportieren Labskaus.
Anonym: Ja, über Kurzarmhemden muß ich dringend wieder was schreiben, da haben Sie recht. Ich warte aber, bis Matt Wagner wieder online ist. Wenn ich dem keinen reinwürgen kann, macht ein Kurzarmhemdartikel einfach keinen Spaß.
Siehe http://germanpsycho.wordpress.com/2008/08/04/white-urban-male/#comment-547
15. Juli, 2009 at 17:11
ich wäre in dem fall für eine äh sonnenwendfeier, in der sämtliche globale vorräte an licher und labskaus verbrannt werden, bei einem astra, versteht sich…
15. Juli, 2009 at 21:35
Also, wenn Sie, Kamerad, dazu fünfzehn doitsche Astrananinsen spendieren, dann bän äch sälbstverrschdänndläch bei därr Sonnenwendfeier dabei.
15. Juli, 2009 at 22:11
Woher rührt eigentlich Ihr Hass gegenüber Kurzarmhemden?
Ich finde die durchaus praktisch. Auch wenn ich nur eines besitze. Aber trotzdem. Und unansehnlich sind die, in meinem Augen (Subjektivität ftw), auch nicht. Irgendwas muss da ja mal bei Ihnen vorgefallen sein …
Airborne Ranger und Ihre Übersetzung ist auch zu herrlich. Erinnert mich stark an “All your base are belong to us” :)
War doch auch Ende der 80er, oder?! Nicht, dass Sie damals die Finger im Spiel (haha, Wortwitz, hoho … *ähem) hatten.
Und unsere leider abrupt abgebroche Diskussion über Fahrzeuge müssen wir unbedingt zeitnah fortsetzen. Ich habe da noch einige Anregungen und Meinungen aus dem Ärmel zu schütteln. Dem Kurzarmärmel. Gibt es den überhaupt? Oder heißt es Kurzärmel? Naja, wer Hemden einmal ganz und einmal beinahe mit “ä” schreibt, dem sollte so eine Frage nicht unterkommen … Alles Ärzteverseucht hier :D
15. Juli, 2009 at 22:17
Trägt Dilbert nicht Kurzärmelhemden? (Nuf said)
15. Juli, 2009 at 22:18
Also: Kurzarmhemden sehen einfach an sich schon schlimm aus: die Ärmel sehen aus wie Schwimmflügel. Das ist einfach ekelig.
Zweitens: Warum überhaupt Kurzarmhemden besitzen? Polohemden sind praktischer, schon weil der Stoff für die heißen Tage besser den Schweiß aufnimmt und zweitens, weil die Ärmel nicht nach Schwimmflügeln aussehen. Und wenn man berufsbedingt Hemden trägt, dann muß man eh meist ein Sakko drüberziehen. Dann gehen Kurzarmhemden schon mal erst recht nicht, weil dann unter dem Sakkoärmel kein Hemd herausguckt. Und weil man das Sakko vollschwitzt, dieses aber nicht so oft reinigen sollte wie Hemden.
Und nebenbei: Richtige Hemden kann man auch aufkrempeln. Das sieht dann wenigstens besser aus als ein Kurzarmhemd.
Das sind so meine Überlegungen dazu. Und daher lehne ich sie strikt ab.
Wenn sie dazu noch schwarz sind, also der Temperatur erst recht nicht angemessen, dann wirds noch schlimmer ;-)
15. Juli, 2009 at 23:00
Bin zurück! – und bereit, den Kurzarmhemdkonflikt aufzunehmen und auszufechten. Und auch jeden anderen selbstverständlich.
16. Juli, 2009 at 05:08
Schwarz ist das neue Weiß! Pah! Außerdem habe ich gestern kaum geschwitzt. Eigentlich fast gar nicht. Jaha, mich gibts auch ohne Wasserhahn aufm Kopp …
Aber Ihre Argumentation leuchtet ein. Ich werde sie zwar nicht übernehmen, aber respektieren. Und mal ehrlich: Langärmlige Hawaiihemden sehen doch echt scheiße aus. Wie täte Jürgen von der Lippe damit aussehen? Gar absurd!
16. Juli, 2009 at 09:07
Matt, das wurde auch Zeit. Dann können wir ja gleich heute abend die Korken knallen lassen. Wenns sein muß, ertrage ich dann auch Ihr KAH.
NdM: Hawaiihemden sind von der Diskussion unbedingt auszunehmen. Denn bei jenen stellt sich ja von vorneherein nicht die Frage, ob sie stilsicher sein können.
Ich jedenfalls habe eine äußerst umfangreiche Sammlung der hässlichsten Hawaiihemden angelegt. Auf Mallorca. Und nur dort trage ich sie. Und auch nur, solange ich mich nicht von der eigenen Terasse wegbewege, was ich allerdings im Urlaub eh selten tue.
16. Juli, 2009 at 14:42
Aber bitte Herr GP…Polohemden??? Vielleicht gar in rosa???
Oh mann…ich hatte Ihnen eigentlich einiges an Geschmack zugetraut…
Ich dachte lange Zeit, wir könnten mal zusammen auf Tour gehen, bin mir jedoch jetzt nicht mehr sicher, ob sich dann nicht meine Stihl in ihr Polohemd (rosa???) verbeißen würde…
Ich glaube da sollte ich besser mit Herrn Matt losziehen…obwohl er ja keine eigene Chromaxt besitzt…
Vielleicht ziehe ich lieber alleine los, kurzhemdsärmlig ein kühles HaakeBeck schlürfend ;)
16. Juli, 2009 at 16:52
Aber sicher Polohemden! Was denn sonst? Wenn Sie Kurzarmhemden tragen wollen – bitte sehr. Übrigens unabhängig von der Farbe.
Nee, aber mal ernsthaft: Was kann man (und jetzt lassen wir mal außen vor, daß Ihrer Meinung nach Polohemden ausschließlich in rosa verkauft würden) gegen ein Polohemd einwenden? Es ist im Sommer einfach die ideale Mischung aus bequem (Stoff und Schnitt) und trotzdem „angezogen” (Kragen).
T-Shirt geht natürlich immer, wirkt auf mich aber nach Unterwäsche.
16. Juli, 2009 at 20:08
Jürgen von der Lippe muss während der Arbeit natürlich Hawaiihemden tragen. Der Herr ist ja auch Komiker.
Rosa Polohemden sind was für Mädchen. Wer anderer Meinung sollte mal eine Grundschule besuchen. Dort ist rosa – besonders in Ponyform – äußerst beliebt.
Besser in Jeans und blauem Poloshirt auf Arbeit, als mit Kurzarmhemd und Anzug.
Aber Herr GP: T-Shirt geht immer, sieht aber nach Unterwäsche aus? Rennen Sie immer in Unterwäsche herum?
Viele Grüße, RWI
16. Juli, 2009 at 22:20
Ich kann mich an Zeiten erinnern, da waren Föhnfrisur + Lederjacke + Unterhemd (Feinripp!) + zerrissene Jeans + Bikerboots (sic!) das Nonplusultra. Aber das war auch alles als die Welt noch in Ordnung war.
(Vielleicht werde ich ja mit 40 nochmal so. Ich bin mir ziemlich sicher, meine grauen Schläfen von heute und meine Frisur von damals würden perfekt matchen (oder wie das heute heißt))
16. Juli, 2009 at 23:13
@Ramses: Ich befürchte als leiser Kenner Ihres Blogs, Sie werden auch so. Aber es gibt genug Psychoanalytiker – sicher auch in Ihrer Heimatstadt. Ich habe noch wenig getragene Bikerboots im Keller; mein Geriatrie-Berater untersagte mir aber die Qualen beim An- und Ausziehen. Interesse? Über den Preis werden wir sicher schnell einig…
@Mark: Astra schmeckt in Nordbaden wie lauwarme Elchsuppe. Nur geeist trinkbar, wenn man sich nicht als Masochist outen will ;-)
@GP: Sie schwören also auf die alte Lacoste-Kultur. Immer diese ewig Gestrigen, für die die Zeit stets stillsteht… ;-)
16. Juli, 2009 at 23:58
@Joshuatree: Das ist mit Abstand das verstörendste Urteil über mein Blog, das ich je lesen musste. Aber warum soll ich mir den Psychoanalytiker in meiner Heimatstadt suchen? Die kennen mich doch eh alle, da aufm Dörben
17. Juli, 2009 at 21:31
@ramses101: Eigentlich wollte ich nur einen subtilen Kaufanreiz bei Ihnen erzeugen. Es soll ja Menschen geben, die tun sowas sogar beruflich.
btw: die Boots haben Größe 45. ;-)
18. Juli, 2009 at 00:54
Es gibt also Leute, die ihren Mitmenschen etwas verschachern wollen, was die gar nicht brauchen*? Wo bleibt denn da die Moral? Und was ist das bloß für eine Welt?
*Oder aus dem Alter raus bzw noch nicht wieder drin sind?
19. Juli, 2009 at 22:36
Diese Zielgruppenanalyse kriegen wir gemeinsam hin. Gemeinsam bedeutet: Ich zeige den kulturellen und modischen Nutzen auf und mache Sie endlich zum “Vorreiter” der Recyclingindustrie in Sachen “Boots”. Inzwischen böte ich 10% Rabatt. Andere bekommen langweilige Handys, Sie könnten auf den Schwingen der echten Cowboys reiten und damit klare Signale setzen. Ok – 15%.