Ich bin ja vielleicht nicht der einzige Mensch in der Bundesrepublik, der mit dem Rauchen aufhört. Ob es nun mir oder irgendeinem Leser hilft, weiß ich nicht. Vielleicht scheitere ich ja auch grandios und fange wieder an mit dem Qualmen. Aber wenigstens kann ich mal wieder etwas anderes schreiben als die für einige Leser eh schon viel zu langweiligen Politikaufsätze.
Warum eigentlich aufhören? Ja, das ist eine gute Frage. Bis vor kurzem gehörte ich ja zu der Fraktion „überzeugter Raucher”. Die negativen Auswirkungen habe ich nie in dem Maße gespürt: Ich wachte morgens nie unter großem Husten auf, ich konnte problemlos Interkontinentalflüge aushalten, das Geld für Zigaretten hat mich nie gestört. Aber eines Tages wachte ich auf, lag in meinem eigenen Urin, in der einen Hand die abgebrannte Gauloises, in der anderen eine Flasche Astra, neben mir die Überreste von drei Gramm Kokain, und ich dachte mir: Irgendetwas muß ich ändern. Da war es das naheliegendste, erstmal aufs Rauchen zu verzichten.
Also zusammengefaßt: Ich hatte einfach eines Tages die Idee, daß ich auch ohne Zigaretten auskommen könnte. Zunächst einmal war das eher scherzhaft mir selbst gegenüber gemeint. „Rauchen Sie doch mal einen oder zwei Tage nicht”, sagte ich zu mir selbst, wobei ich mir etwas merkwürdig vorkam, mich selbst zu siezen, aber der Stil muß nunmal gewahrt werden.
Am ersten Tag war ich noch äußerst euphorisch: Das ist ja alles viel einfacher als gedacht. Auch am zweiten Tag spürte ich keine Auswirkungen, außer, daß ich ab und an mal dachte, daß ich ja normalerweise jetzt eine rauchen gegangen wäre.
Der dritte Tag war der, an dem ich fast rückfällig geworden wäre: Bei jeder Tätigkeit, die mich ans Rauchen erinnerte, wollte ich mir eine ins Gesicht stecken. Tat es aber nicht. Denn ob meiner Euphorie in den letzten beiden Tagen hatte ich schon zu großspurig herumerzählt, daß ich mich mit dem Gedanken anfreunde, aufzuhören.
Was hat mir geholfen? Vor allem der Gedanke daran, daß es ja die Mehrheit der Menschen auch schafft, ohne nennenswerte Einbußen an Lebensqualität ohne blaue Gauloises durchs Leben zu gehen. Ich habe einen großen Vorteil: Ich habe erst sehr spät angefangen. Ich kann mich bewußt noch an ein (Ausgeh-)Leben ohne erinnern.
Und ich fange an, all diese körperlichen Einflüsterungen als das zu begreifen, was sie sind: Suchtwahrnehmungen. Bisher ist das das stärkste von allen Argumenten, ihnen nicht nachzugeben. Und ein Argument, das auch auf Dauer ausreichen kann. Denn die ersten positiven Auswirkungen spürte ich heute morgen bereits: Zwar wachte ich auch früher nicht mit einem riesigen Haufen Schleim in der Lunge auf, der erstmal rausgehustet werden mußte, aber so locker, wie ich heute morgen nach dem Aufstehen durchatmen konnte, das war schon phänomenal. Und als G. dann in ihrer schläfrigen Morgenroutine wieder mal etwas brüllend Komisches sagte, konnte ich sogar lachen, ohne dabei zu husten!
Wie sich die Lage entwickelt, werde ich hier immer wieder mal aufschreiben. Verzeihen Sie mir, wenn ich irgendwann rückfällig werde, aber verzeihen Sie mir vor allem bitte, wenn ich es durchhalte. Ich weiß: Scheitern ist immer lustiger zu lesen.
Und eine Anmerkung: Jeder, der Alan Carr in den Kommentaren preist, wird sofort und ohne Verfahren geköpft. Über den Kerl schreibe ich bei Gelegenheit einen Extraartikel.
30. Juli, 2009 at 09:51
Alan Carr hat mich auch nicht weiter gebracht. Das war die Erkenntnis, dass ich gar nicht mehr rauchen will, sondern rauchen muss. Und ich lass mir nunmal ungern von jemandem etwas diktieren. Das wichtigste beim Durchhalten ist übrigens tatsächlich das Durchhalten, so banal das auch klingen mag.
Ich krieg das jetzt nicht mehr zu hundert Prozent auf die Reihe, aber der Witz bei einer Sucht ist, dass die „Bahnen“ für die Botenstoffe im Hirn auch nach 100 Jahren nicht wieder geschlossen werden können – nur die Empfänger „trocknen aus“ und gewöhnen sich wieder an den „Vor-Sucht-Zustand“. Deshalb kann es auch „die eine“ Nostalgiezigarette nicht geben, auf die so viele Leute (count me in) reinfallen. Man fängt sofort wieder bei Tag 0 an.
Raucht G. eigentlich? Hab ich bisher gar nicht drauf geachtet.
30. Juli, 2009 at 10:01
Alan Carr hat mich eigentlich mehr in die Gegenrichtung gedrückt. So ein plattes, bescheuertes, primitiv-manipulatives und grottenschlecht geschriebenes Machwerk – das bringt mich eher dazu, mir noch lieber eine anzustecken.
Und dann der Hype um dieses Ding! Und seine eigene Überschätzun. Nääh. Würg. Bevor ich das Buch jemandem empfehle, fang ich lieber wieder mit Rauchen an.
Durchhalten: Ja, der körperliche Entzug geht ja schnell vorbei (5 – 30 Tage). Die will ich schaffen. Wenn ich anschließend wieder anfange, hab ich mir wenigstens bewiesen, daß ichs kann.
Der letzte Satz dient natürlich nur der eigenen Beruhigung, natürlich ist das wieder nur so ein Zwischenzielding. Leider kann ich mich selbst nur so schwer verarschen: Ich weiß ja, daß ich ganz aufhören will.
Dieses Bahnending klingt interessant. Ich dachte, die Rezeptoren hätten sich entsprechend vermehrt und müßten nun wieder eingedämmt werden und so.
Aber daß 1 einzige Zigarette einen rückfällig werden läßt, davon bin ich überzeugt.
30. Juli, 2009 at 10:02
G. raucht natürlich nicht. Das sähe auch blöde aus: Die Zigarette wäre ja größer als die ganze G.
30. Juli, 2009 at 10:03
Halte durch und so. Nichtrauchen hat auch seine Vorteile. Meiner Beobachtung nach halten sich in Raucherecken überproportional viele Träger von kurzärmligen Hemden auf (sie trügen lieber T-Shirts, da diese aber über keine Brusttasche verfügen, wissen sie nicht wohin mit den Fluppen). Diese musst Du dann künftig nicht mehr ertragen.
30. Juli, 2009 at 10:17
Wie gesagt, ich krieg das mit den Bahnen nicht mehr ganz zusammen und die Erklärbärseite von der ich das hatte, gibt es nicht mehr. Klang aber plausibel und erklärt auch, warum ein seit Jahren trockener Alkoholiker nach einem Bier gleich wieder voll dabei ist, auch wenn der Drang eigentlich gar nicht mehr vorhanden war.
30. Juli, 2009 at 11:00
„…neben mir die Überreste von drei Gramm Kokain…“
Wenn das mal kein begründeter Anfangsverdacht ist… würde an Ihrer Stelle schonmal die Blutreste von der Chromaxt abwischen.
30. Juli, 2009 at 14:09
respekt, dennoch bin ich der überzeugung, dass 10-20% der täglichen kippen reine genuss-zigaretten sind, insofern sähe ich es schon als erfolg an, wenn ich 80-90% reduktion schaffen würde. derzeit bin ich bei 20% reduktion, was aber daher kommt, dass ich mangels aschäbäschä im auto nicht mehr rauche.
bin mal auf die gemeinsame urlaubszeit gespannt, da erhöht sich der anteil von genuss-kippen i.d.r drastisch…
30. Juli, 2009 at 14:34
Ach, das klappt doch nicht. Wenn ich anfinge, das reduzieren zu wollen, dann ginge das innerhalb kürzester Zeit wieder nach oben.
Beispiel Alkohol: Der hängt sich ja wohl an dieselben Rezeptoren, so daß man einfach gezwungen wird, mehr zu rauchen, um denselben Effekt zu spüren.
Also entweder bringe ich mich dazu, mit dem Zeuchs ganz aufzuhören, oder eben gar nicht.
30. Juli, 2009 at 14:53
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg. Ich selbst quarze seit über 30 Jahren und schaffe es tatsächlich, eine mehrstündige Bahnfahrt oder auch die Mitfahrt im Wagen meiner Frau (in dem ich nicht qualmen darf) durchzuhalten. Nur abends beim Bier. Da fehlt mir was …
30. Juli, 2009 at 15:00
Fehlt da ein „nicht” oder verstehe ich den Kommentar einfach nicht?
30. Juli, 2009 at 15:37
@Einheitskanzler: Wenn es Genusszigaretten gäbe, dann würde es aber viel mehr Raucher geben, die alle paar Tage mal eine rauchen. Wenn man seinen Konsum auf 10% einstampft (was in nullkommanix wieder hochgeht), dann bleiben nicht die Genusszigaretten, sondern die, ohne die es gar nicht geht.
Der „Genuss“ beim Rauchen ist ja nunmal das Auftanken mit Nikotin. Und wenn der Drang weg ist, braucht man auch den „Genuss“ nicht mehr. Und Genuss ist ja in aller Regel freiwillig.
30. Juli, 2009 at 16:25
Als ehemaliger Dipl.-Rauch Dr.nik.hc.mult. (Aufwachen und die erste Prince, später Players Navy Cut, war eins) kann ich nur voll bestätigen, was Ramses #1 u. 11 zu „einer Nostalgiezigarette“ sagt. Finger weg! Sie sind jetzt Nichtraucher und basta. Und die von Ramses ebenfalls beschriebene lebenslage Sucht sollte man einfach als eine putzige Laune der menschlichen Phsyche und Physis verstehen. Auch nach nun bereits 15 Jahren träume ich noch immer ein bis zweimal im Jahr ganz realistisch vom Rauchen (ich fange wieder an, ich habe nie aufgehört, ich kaufe mir ein neues Zigarettenetui etc.).
Und noch etwas: erwarten Sie keine großen Veränderungen in Ihrem Wohlbefinden oder gar Ihrem Leben. Sie konnten hustenfrei lachen? Prima. Aber suchen Sie nicht nach soetwas, sonst werden Sie enttäuscht.
Ach, und zu guter letzt: Die Bestie, die da in Ihnen nach Nikotin schreit, wird von Tag zu Tag kleiner – und Sie immer größer. Und außerdem ist Rauchen wie zu enge Schuhe tragen: Man genießt in Wahrheit das Gefühl, wenn der Druck nachläßt – warum also diesen Druck (= Nikotinschmacht) überhaupt aufbauen.
Neiiiiiin GP!! Köpfen ist in Deutschland nicht mehr erlaubt! Wirklich! Legen Sie die Axt weg!
Und flitz….
30. Juli, 2009 at 16:26
Also, werter Prince Denmark, wenn ich keine Vorteile durch das Aufhören zu erwarten habe, die Sucht hingegen das Leben lang bleibt, dann fange ich einfach JETZT wieder an.
Danke. Sie haben mir sehr geholfen.
30. Juli, 2009 at 18:56
Reschpekt. Der wieviele Tag ist es heute? Ich habe vor knapp 2 Monaten das allerallererste Mal seit in meiner Raucherkarriere (22 Jahre, ach, habe ich….) für mehr als 15 Stunden nicht geraucht. Genaugenommen waren es 4,5 Tage. Den ersten freien erlebte ich ähnlich euphorisch wie Du – ähm….Sie. Und die Rückfälligkeits-Anfälle des dritten Tages waren grauenhaft. Und bevor ich meine komplette Kollegenschar vergrault habe, brach ich nach 4,5 Tagen ab.
Ob es damit zusammenhing, daß der Entzug eher fremdverschuldet (die ebenfalls rauchende Holde erstickte fast an ihrer Bronchitis, und ich wollte mich mal solidarisch zeigen) und damit ohne Erfolg war, weiß ich nicht.
Aber Mut möchte ich machen – und falls es hilft, uns Passivteilnehmer einfach mit weiteren Darstellungen des Entzugsleids zu quälen, bin ich gern bereit mal auf die Masochistenschiene zu wechseln.
Ich halt Dir – ähm…Ihnen – die Daumen.
30. Juli, 2009 at 19:32
ich heiße das nicht gut, das aufhören.
30. Juli, 2009 at 22:20
@ #13 (sic!):
Also wenn Sie das tun, komme ICH mit der Axt vorbei.
Ich bin über Ihren Beitrag auf der Rückseite der Reeperbahn hierher gelangt. Wie ich sehe, denken Sie nicht wie ein Schwächling – also sind Sie auch keiner. Sie werden sich bestimmt nicht als heulender Verlierer wieder eine Zigarette anstecken.
Und was heißt schon Sucht? Ein paar verklärte Gedanken an die liebgewonnene Zigarette zum Whiskey oder die nach irgendeiner Betätigung wie Nahrungsaufnahme oder Fortpflanzungsversuch? Oder die Selbstlüge, man könne sich nicht konzentrieren ohne den Rauch? Ihr Hirn wird ohne das Gift sogar besser durchblutet.
OK, davon sollte ich nicht wieder anfangen.
Aber eine Erfahrung möchte ich noch loswerden, weil ich insoweit einen großen Fehler gemacht hatte:
Kompensieren Sie nicht! Nix jetzt mit Süßigkeiten oder irgendwelchen Spirituosen, die man vorher noch nicht einmal kannte! Wenn dann ordentlich Sport und Obst!
Und gegen die eingebildete Nervosität der ersten Wochen immer etwas zu spielen zur Hand haben. Ein geeignetes Schmuckstück aus dem Fundus Ihrer besseren Hälfte als Handschmeichler z.B.
Selbst nach 15 Jahren kann ich mich bei solchen Diskussionen noch immer der zusätzlichen Freiheit, die ich gewonnen habe, freuen.
30. Juli, 2009 at 22:45
Als nächstes kommt wohl der Halbmarathon. Für Menschen, die die von sich selbst in angebliche Endorphine davonlaufen.
Mir ist langweilig.
;-)
31. Juli, 2009 at 09:33
Nihilistin: Ich glaube, Sie bringen es auf den Punkt. Fremdbestimmt aufhören klappt einfach nicht. Solange ich mich geistig auch nur ein bißchen dagegen wehre, werde ich das auch nicht schaffen.
Die 4,5 Tage habe ich zum Glück nun bereits hinter mir. Rechnerisch bin ich bei Tag 5. Haha.
JT, Murkel: Ja nun, daß nicht jeder mein Vorhaben toll finden würde, war mir auch klar. Und ich finde es auch völlig in Ordnung, das auszudrücken, wie Madame Murkel das tut.
Aber mir vorzuwerfen, ich liefe vor mir selbst davon, nur weil ich nicht mehr rauche, werter JT, das ist selbst für ein Improvisationstheater ein wenig wirr.
Prince Denmark:
Das Hirn wird eben nicht besser durchblutet ohne Nikotin. Nikotin ist ein Nervengift, aber eben eines, daß durchaus kurzfristig eine höhere Konzentrationsfähigkeit auslöst.
Ich halte wenig davon, Dinge schwarz/weiß zu sehen. Natürlich überwiegen beim Rauchen die negativen Seiten, aber jetzt hergehen und sich selbst einreden zu wollen, daß auch die positiven Seiten gar nicht existierten, das ist doch genauso ein Belügen der eigenen Person wie die Stimmen, die mir gerade zuflüstern, daß ich doch jetzt lange genug durchgehalten hätte.
Ich habe natürlich auch dennoch nicht wieder angefangen. Wieso auch, wo ich doch jetzt den körperlichen Entzug schon fast durch habe?
Die Zigarette auf dem Balkon, zum Astra, die hat einfach Spaß gemacht, ja. Ich glaube natürlich auch daran, daß es genauso schön wäre, hätte ich niemals eine Zigarette kennengelernt. Aber das trifft auf alle Genußmittel zu, deren Wirkung nicht uneingeschränkt positiv ist.
Ich erkenne jedenfalls Ihr Bemühen, meine Psyche positiv zu beeinflussen, durchaus an. Aber glauben Sie mir: Ich kenne all diese manipulativen Sprüche. Der Nachteil einer antisozialen Persönlichkeit.
31. Juli, 2009 at 12:28
Immerhin gibts dafür Steaks, bald schon seeehr bald. Und zwar richtig gute, davon bin ich überzeugt. – komisch, nich, nichnich?
31. Juli, 2009 at 18:11
Lieber GP, nehmen Sie lieber ein Astra zum Astra und alles ist gut. Ok, 22 Astra zum Astra rücken auch wieder in die Nähe einer Sucht. Aber als bekennender Nichtraucher – immerhin schon seit 41 Jahren – haben Sie meine besten Wünsche und Durchhalteparolen auf Ihrer Seite. Wenn’s hilft …
31. Juli, 2009 at 22:52
@GP: Ich nehme Ihre Dünnhäutigkeit als Zeichen dafür, dass Sie wirklich daran arbeiten, nicht mehr zu rauchen. Respekt!
Mein Ziel: Fünf pro Tag. Nächste Woche ist Startversuch beim Zelten.
btw: Im Improvisationstheater ist grundsätzlich alles möglich. Theatro mundi.
1. August, 2009 at 09:19
Schauens, Guest68, ich trink ja erstmal auch keinen Alkohol mehr, weil ich zu sehr befürchte, dann wieder mit dem Rauchen anzufangen. Also paßt momentan auch kein Astra zum Astra. Sondern nur ein Orangensaft, aber eben nicht zum Astra, sondern eher zum (koffeinfreien) Kaffee.
JT: In der Tat. Dünnhäutig kann man mich momentan nennen. Ist der Entzug.
1. August, 2009 at 10:01
Ah, ich sag mal Glückwunsch zu der Entscheidung. ich habe jahrelang fast zwei Schachteln am Tag geraucht (jaha!) und dann von heute auf morgen aufgehört. Warum? Hat mir nicht mehr geschmeckt, wurde mir damals zu teuer und außerdem wußte ich gar nicht mehr warum ich es eigentlich tue. Interkontinentalflüge hab ich auch ohne Probleme ohne ausgehalten, in den USA hab ich’s immer reduziert, weil es da ja schon sehr viel länger sanktioniert wurde etcetc.
Dann habe ich mir einfach eines Morgens vorgenommen, daß ich die Schachtel, die ich noch habe ganz entspannt fertig rauche – und dann einfach keine mehr kaufe. Und mal gucke, wie lange ich’s aushalte.
Das war vor fünf Jahren. Und ich hab’s bis heute geschafft. Ohne Entzugserscheinungen ohne alles. Am Anfang hat mir nur die „ich-bin-genervt“ Zigarette gefehlt, wenn ich gestresst war. Und die nach dem Essen, und die nach dem Sex. Aber ohne körperlichen Entzug in dem Sinne…
Ich rauche auch immernoch ab und an eine Zigarre. Oder eine Shisha. No problem. Aber ich bin überzeugt – wenn ich eine Zigarette rauche, auch nur EINE…werde ich rückfällig. Daher lasse ich das!
1. August, 2009 at 10:23
„… und dann einfach keine mehr kaufe. Und mal gucke, wie lange ich’s aushalte.“
So wars bei mir auch. Eines Abends wegen Eiswregens nicht mehr rausgewollt um Kippen zu holen. Am nächsten Tag gesagt: Och, hat einen Abend funktioniert – vielleicht auch einen Tag? Das war vor 4 Jahren. Seitdem nichts mehr. Aber auch keine Zigarillos, Zigarren oder Tütchen.
@JT: Warum reduzieren? Das hab ich auch versucht. Hat eigentlich nie geklappt, weil ich den Schmacht ja trotzdem hatte und so eben immer weiter rausgezögert habe. Aber wenn man seinen Rauchrhythmus hat, hat man ihn. Glaub ich jedenfalls, aber ausprobieren kann natürlich nicht schaden.
1. August, 2009 at 13:09
Orangensaft? Koffeinfreier Kaffee? Wer sind Sie? Was haben Sie mit GP gemacht?
1. August, 2009 at 16:48
Herr Germanpsycho, wenn die Dünne der Haut ein gewisses Mindestmaß unterschreiten sollte, so lassen Sie sich bitte prophylaktisch zu Hause in Fesseln legen oder in die USA verschiffen (dort gilt ja Rauchen fast schon als psychopathisch und wird ekliger empfunden als Bettwanzen oder nässende Furunkel). Muss ja nicht sein, dass es Tote oder Verwundete in Ihrer näheren Umgegung gibt.
ramses101 und chiefjudy: Ich hoffe ja immer noch, daß mir sowas auch mal passiert. Ich hab das sogar schon geträumt. Es ist nur noch nie eingetreten. Wie lange darf man hoffen?
1. August, 2009 at 21:53
@Nihilistin: Hoffnung ist keine Strategie. Allerdings lässt sich das, zugegeben, nicht planen. So lange Sie nicht aufhören wollen, rauchen Sie weiter. Wenn Sie aufhören wollen, hören Sie auf. Mehr isses nicht.
1. August, 2009 at 22:50
@GP: Ich gehe davon aus, dass Sie wie auch immer geartete Begleiter vor Ort haben, die Sie in diesen harten Zeiten stützen. Sie wollen etwas, also machen Sie es. Sagte schon Schopenhauer.
@Ramses: Mein Rauchrythmus ist leider psychologisch eng mit meiner Arbeit verbunden. Außerhalb des Bullshit-Bingos rauche ich weit weniger. Und wenn, dann mit Genuss…
btw: Im genialen Filmwerk Sautets „Die Dinge des Lebens“ (1970) raucht Michel Piccoli sowas von, dass selbst mir die Kinnlade stets runterfällt. Rauchen ist und war Kultur, auch wenn sie durch den Marathon abgelöst werden wird, bzw. schon abgelöst wurde…
2. August, 2009 at 18:23
„Mein Rauchrythmus ist leider psychologisch eng mit meiner Arbeit verbunden. Außerhalb des Bullshit-Bingos rauche ich weit weniger. Und wenn, dann mit Genuss… “
So war’s bei mir auch. Hat sich aber irgendwie dann ohne Probleme überwinden lassen. Es war halt wohl einfach an der Zeit.
@Nihilistin: Da kann ich mich ramses101 nur anschließen. Leider.
2. August, 2009 at 22:59
An welcher Zeit, Frau chiefjudy? Ich hoffe, an der, die Ihnen gehört…
3. August, 2009 at 06:25
Von einigen ehemaligen Rauchern in meinem Bekanntenkreis habe ich gehört, dass nach dem Entsagen von Zigaretten deren Geschmacksempfinden wieder deutlich gesteigert wurde.
Das von jangstaa angekündigte Steak könnte also besser schmecken als erwartet. Das ist doch definitiv ein Grund um nach vorne zu schauen.
3. August, 2009 at 15:46
Viel Erfolg. Ich habs auch geschafft. Richtig schwierig wird es natürlich, wenn es am Wochenende so richtig rund geht …
3. August, 2009 at 17:31
@Joshuatree: Na klar. An welcher sonst?
3. August, 2009 at 18:34
Daher, Jörn, habe ich auch dieses Wochenende NICHTS gemacht. Ich lebe nämlich nebenbei auch noch abstinent. Aus Angst, das Bier könne meine Willenskraft schwächen.
JT: Ja, ich habe die besten Unterstützer, die es gibt. Allesamt inkonsequente Menschen, aber das ist Zufall ;-)
3. August, 2009 at 20:29
Flüge beschwerdefrei überstehen? Wie geht das? Ich bin auf turkey, wenn ich nur an eine kurze Bahnfahrt denke…
3. August, 2009 at 23:09
Jo, Alkohol ist echt die härteste Prüfung. Deshalb haben Sie sicher recht, anfänglich keinen Kontrollverlust zu riskieren.
Aber „null“ ist kontraproduktiv. Sie schaffen da Verbindungen, die Sie nie wieder loswerden. Trinken Sie besser ruhig ein paar Astra. Die schmecken jetzt sowieso so belanglos, daß Sie zum Weintrinker werden.
5. August, 2009 at 16:35
Ich wusste schon immer Gott (G.) ist eine Frau. Viel Erfolg beim Aufhören, ich gönne mir seit über nem Jahr nur noch alle 2 Monate mal ne Schachtel. Irgendwann bin ich auch ganz weg davon – dann Alkoholiker aber das ist das kleinere Übel … denn dafür gibt es ja „Drunkard“ (http://www.drunkard.com/) – das einzige Magazin, das für die Rechte von uns betrunkenen Schriftstellern einsteht. Jawoll!
5. August, 2009 at 16:41
Klar ist Gott eine Frau. Muß ja so sein, denn Frauen sind ja göttlich.
Ich dachte mir ja auch, ich muß von der Trunksucht, den Drogen und den Zigaretten loskommen, also fang ich erstmal locker mit den Kippen an. Ging auch ganz einfach: Ich mußte nur mehr spritzen.