September 2009


Das neue Guido-Mobil?

Das neue Guido-Mobil?

Alle Menschen, die ich kenne, sprechen davon, daß die SPD eine große Niederlage erlitten habe. Und natürlich sieht das auf den ersten Blick auch so aus: Keine Regierungsverantwortung, ein kümmerliches Zweitstimmenergebnis, links und rechts bedroht von Gegnern und Freunden.

Aber ist es wirklich so, daß die Sozialdemokratie in Deutschland ein Problem hat? Ich glaube, das genaue Gegenteil ist der Fall. Die SPD hat nicht so wenig Stimmen erhalten, weil es mit sozialdemokratischen Überzeugungen in Deutschland nicht weit her ist. Wäre dem so, dann hätte die FDP noch viel mehr Stimmen erhalten. Denn, und hier kommen wir zu dem Punkt, der viele vergessen: Die FDP ist die einzige Partei, die eben keine sozialdemokratischen Überzeugungen hat.

Fangen wir bei der LINKEN an: Gut, natürlich betrachte ich die LINKE an sich sehr skeptisch, muß aber auch zugeben, daß sie wohl nicht zu denjenigen gehört, die als erstes einen Schießbefehl einführen und einen Zaun um Deutschland bauen würden. Sie mögen sehr linke Überzeugungen haben, stellen aber vermutlich die Demokratie an sich nicht in Frage. Ja, ab und an versteigt sich sogar ein LINKER zu der Behauptung, daß er ja nicht einmal die Staatswirtschaft wieder einführen wolle. Also ist die LINKE: de facto sozialdemokratisch.

Die GRÜNEN sind zwar mittlerweile eine bürgerliche Partei geworden, die auch einige liberale Ansätze vertritt, aber sie gehört sowohl programmatisch als auch von der Selbsteinschätzung her zum linken Lager. Und da auch die GRÜNEN nicht die Demokratie und die Marktwirtschaft abschaffen wollen, darf man ihr mit gutem Gewissen sozialdemokratische Grundwerte unterstellen.

Bleibt die CDU. Früher eine explizit christilich orientierte und wertkonservative Partei, ist sie mittlerweile von der SPD kaum noch zu unterscheiden. Die Umwandlung begann unter Kohl, der in seiner 16jährigen Amtszeit konsequent auf ALLE Arten von Aktivität verzichtete. Nach dem Sieg der SPD unter Schröder hat die CDU deutlich mehr gelernt als die SPD: Sie erkannte, daß man außerhalb der eigenen Klientel die Mitte abgreifen muß. So, wie das Schröder hervorragend gelungen war. Und während die SPD versuchte, ihr „Profil zu schärfen”, also mit leicht klassenkämpferisch angehauchten Sprüchen Stimmen zu gewinnen, wurde aus der CDU die frühere SPD. Kein Gedanke mehr daran, das grunlegende Prinzip der Umverteilung in frage zu stellen. Wenn ein Herr Erhard noch wetterte, daß nur sozial sei, was Arbeit schaffe, setzt Merkel die gleichen Prioritäten wie sie die SPD immer setzte: Gleichheit vor Freiheit.

Das Problem der SPD ist also nur, daß sie viel zu erfolgreich ihre Standpunkte in andere Parteien injiziert hat. Sie verliert deswegen an Stimmen, weil ihre Grundwerte mittlerweile (fast) gesellschaftlicher Konsens sind. Sie verliert, weil sie gewonnen hat.

Politikersprache

So langsam bin ich ja doch etwas verwundert. Ich persönlich glaubte ja tatsächlich, daß wir in unserem Lande erst einmal Pause machten mit dem Antisemitismus. Ich dachte wirklich, in Deutschland zumindest ist das Thema durch. Unsere Politiker beteuern das ja auch immer wieder, wenn sie mal in Israel sprechen dürfen.

Nur: Wenn ich mir ein paar Zeitungsmeldungen der letzten Wochen so ansehe, dann komme ich doch ins Grübeln. Horst Köhler, der bisher eigentlich recht kompetent und gründlich erschien, ehrt kurz nacheinander zwei verdiente Israelhasser und Antisemiten. Gut, beim ersten Mal kann das ja passieren: Google ist bekanntlich jünger als Köhler, und die zehn Sekunden, die man benötigt, um Frau Langers Gesinnung herauszufinden, mögen in einem präsidialen Zeitplaner nicht immer verfügbar sein.

Herr Köhler bedauerte dann ja auch die Ehrung, für die es aber immerhin mehr Grundlage gegeben haben muß als für deren Aberkennung. Vor allem aber, und das ist nun mit Versehen oder mangelnder Recherche nicht mehr zu erklären, gibt es offenbar genügend Grundlagen für eine Auszeichnung eines weiteren Antisemiten. Über die Aussagen dieses Romanschreibers gibt es ja an anderer Stelle mehr zu lesen, aber wer über Israel sagt, „Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, da es notwendig ist”, der muß sich rhetorisch auf jeden Fall mit dem Autobahnbauer aus Braunau messen lassen.

Gut, so ist also der Präsident unseres Landes dem Antisemitismus näher, als mir lieb ist. Aber das heißt ja nicht gleich, daß die Polizei gegen israelfreundliche Demonstranten vorgeht. Oder israelische Flaggen gewaltsam aus Wohnungen räumt.

Und solange das so ist, müssen wir uns ja auch keine Gedanken machen.

Hier fängt Gewalt bereits an: Handtasche der Fetischmarke „Devota”

Hier fängt Gewalt bereits an: Handtasche der Fetischmarke „Devota”

Ich habe es ja immer schon vermutet: Das Schlafzimmer darf nicht länger ein rechtsfreier Raum sein! Ich meine, mal unter uns: Was wissen wir denn, was unsere Mitmenschen so hinter den zugezogenen Gardinen für riskante Dinge tun? Wer weiß, vielleicht wird dort Analverkehr praktiziert? Oder es betreiben gar Homosexuelle ihre gleichgeschlechtlichen Phantasien, wenn sie sich unbeobachtet fühlen? Dort werden außerdem Kinder mißbraucht und Persönlichkeitsstörungen, beispielsweise die masochistische, ausgelebt.

Natürlich höre ich da wieder diese Neoliberalen, die meinen, man müsse den Menschen ihre sogenannte Freiheit lassen. Aber wieso denn? Wenn doch nur ein Kind davor gerettet werden kann, Opfer dieser homosexuellen Masochisten zu werden, dann ist es doch wohl ein kleiner Preis, mal die Schlafzimmerfenster offen zu lassen, oder? Wer normalen Geschlechtsverkehr betreibt, bei dem übrigens auch ab und an mal die Frau oben liegen darf, der hat doch nichts zu befürchten.

Wir müssen uns aber schon wehren, vor allem gegen diese furchtbar perfiden Masochisten, die nämlich prädestiniert dafür sind, Amok zu laufen. Persönlichkeitsstörungen sind nunmal ein heikles Thema. Es ist bekannt, daß sämtliche dieser Störungen dazu führen, daß Menschen zu Killermaschinen werden. Vielleicht sogar Killerspiele konsumieren oder gar herausbringen. Sexuelle Perversionen sind selten; denn wie uns allen ja klar ist, gibt es ausreichend Möglichkeiten, sich auf normale Weise mit dem korrekten (dem anderen!) Geschlecht zu vergnügen, so daß diese Pseudo-Freiheit, grenzenlose Geschmacklosigkeiten zu begehen, nur weil man unbeobachtet ist, wohl kaum vom Grundgesetz gedeckt sein kann. Oder glauben Sie ernsthaft, die Väter des Grundgesetzes zusammengesessen haben und meinten: „Also, wenn die sich Strapse anziehen und sich auspeitschen wollen, dann müssen wir das eben per Gesetz schützen”. Nein? Eben. Und kommen Sie mir nicht mit irgendwelchen diffus-allgemeinen Freiheitsbegriffen. Das Schlafzimmer kann eben nicht der Ort der Kriminalität und des Amoklaufs werden, nur weil irgendwelche Sex-Spinner da herumkrakeelen.

Wichtig ist es jetzt, daß jeder Bürger genau hinsieht: Welchen meiner Nachbarn, Bekannten oder Kollegen habe ich schon einmal in der Boutique Bizarre angetroffen? Wer verhält sich auffällig gegenüber Kindern, Männern oder Frauen, die älter, gleichalt oder jünger sind? Wer kauft auffällig viele Stricke und Wäscheklammern im Baumarkt? Melden Sie es! Denn nur so können Sie verhindern, daß auch IHR KIND demnächst einem dieser homosexuellen Masochisten zum Opfer fällt.

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