
Hier fängt Gewalt bereits an: Handtasche der Fetischmarke „Devota”
Ich habe es ja immer schon vermutet: Das Schlafzimmer darf nicht länger ein rechtsfreier Raum sein! Ich meine, mal unter uns: Was wissen wir denn, was unsere Mitmenschen so hinter den zugezogenen Gardinen für riskante Dinge tun? Wer weiß, vielleicht wird dort Analverkehr praktiziert? Oder es betreiben gar Homosexuelle ihre gleichgeschlechtlichen Phantasien, wenn sie sich unbeobachtet fühlen? Dort werden außerdem Kinder mißbraucht und Persönlichkeitsstörungen, beispielsweise die masochistische, ausgelebt.
Natürlich höre ich da wieder diese Neoliberalen, die meinen, man müsse den Menschen ihre sogenannte Freiheit lassen. Aber wieso denn? Wenn doch nur ein Kind davor gerettet werden kann, Opfer dieser homosexuellen Masochisten zu werden, dann ist es doch wohl ein kleiner Preis, mal die Schlafzimmerfenster offen zu lassen, oder? Wer normalen Geschlechtsverkehr betreibt, bei dem übrigens auch ab und an mal die Frau oben liegen darf, der hat doch nichts zu befürchten.
Wir müssen uns aber schon wehren, vor allem gegen diese furchtbar perfiden Masochisten, die nämlich prädestiniert dafür sind, Amok zu laufen. Persönlichkeitsstörungen sind nunmal ein heikles Thema. Es ist bekannt, daß sämtliche dieser Störungen dazu führen, daß Menschen zu Killermaschinen werden. Vielleicht sogar Killerspiele konsumieren oder gar herausbringen. Sexuelle Perversionen sind selten; denn wie uns allen ja klar ist, gibt es ausreichend Möglichkeiten, sich auf normale Weise mit dem korrekten (dem anderen!) Geschlecht zu vergnügen, so daß diese Pseudo-Freiheit, grenzenlose Geschmacklosigkeiten zu begehen, nur weil man unbeobachtet ist, wohl kaum vom Grundgesetz gedeckt sein kann. Oder glauben Sie ernsthaft, die Väter des Grundgesetzes zusammengesessen haben und meinten: „Also, wenn die sich Strapse anziehen und sich auspeitschen wollen, dann müssen wir das eben per Gesetz schützen”. Nein? Eben. Und kommen Sie mir nicht mit irgendwelchen diffus-allgemeinen Freiheitsbegriffen. Das Schlafzimmer kann eben nicht der Ort der Kriminalität und des Amoklaufs werden, nur weil irgendwelche Sex-Spinner da herumkrakeelen.
Wichtig ist es jetzt, daß jeder Bürger genau hinsieht: Welchen meiner Nachbarn, Bekannten oder Kollegen habe ich schon einmal in der Boutique Bizarre angetroffen? Wer verhält sich auffällig gegenüber Kindern, Männern oder Frauen, die älter, gleichalt oder jünger sind? Wer kauft auffällig viele Stricke und Wäscheklammern im Baumarkt? Melden Sie es! Denn nur so können Sie verhindern, daß auch IHR KIND demnächst einem dieser homosexuellen Masochisten zum Opfer fällt.
8. September, 2009 at 14:21
[...] Das Schlafzimmer darf kein rechtsfreier Raum sein « German Psycho a few seconds ago from Twhirl [...]
8. September, 2009 at 14:32
Ich ziehe meinen Hut vor Ihnen! Halt, ich setze ihn erst auf und dann zieh ich ihn, ok? Auf 3. 3.
8. September, 2009 at 14:32
Halt! Halt! Auf „3” oder auf „3 und”?
8. September, 2009 at 14:45
[...] lesenswert: zum gesamten Artikel zum Blog Ich habe es ja immer schon vermutet: Das Schlafzimmer darf nicht länger ein rechtsfreier [...]
8. September, 2009 at 14:45
Zum Wohle der Volksgesundheit sollte man ausserdem den Verkauf von gewissen Utensilien unterbinden, die sich dazu eignen, mit ihnen “perverse Praktiken” durchzuführen. Das Verkaufsverbot von klassischen Glühlampen, dass am 1.9. in Kraft trat, wird schon bald zu einer spürbaren Entlastung in den Notaufnahmen der Krankenhäuser führen.
Über die von Ihnen angesprochenen Stricke und Wäscheklammern sollte demnächst diskutiert werden.
8. September, 2009 at 15:15
Ach kommen Sie. 3 eben. 3. So. Nochmal zieh ich ihn nun nicht, ausser ich möchte mir selbstgefällig über die Frisur fahren.
8. September, 2009 at 22:32
Es hat schon seinen Grund, dass die für den gesetzlich geschützten Verkehr geeigneten Utensilien korrekt bezeichnet “Artikel fUr Ehehygiene” heissen.
8. September, 2009 at 23:01
Vor wenigen Jahren wurde eine Lehrerin per Gerichtsbescheid ihres Amtes entbunden – weil sie dort von Eltern eines Schülers im Swingerclub mit Ehepartner getroffen wurde…
Was bedeutet eigentlich der Begriff “Neoliberal”?
8. September, 2009 at 23:57
Ihre Rechtsauffassung ist noch immer erheblich zu lasch, verehrter Herr GP.
Denn genau genommen ist doch alles, was die Väter des Grundgesetzes nicht explizit erlaubt haben, implizit verboten. Zum Beispiel das Internet: steht nicht im GG. Oder sehen Sie das etwa irgendwo?
Denken Sie mal darüber nach.
9. September, 2009 at 03:32
[...] Das Schlafzimmer darf kein rechtsfreier Raum sein « German Psycho germanpsycho.wordpress.com/2009/09/08/das-schlafzimmer-darf-kein-rechtsfreier-raum-sein – view page – cached #RSS 2.0 German Psycho » Kommentare-Feed zu Das Schlafzimmer darf kein rechtsfreier Raum sein German Psycho Neubeginn statt Upgrade Rauchfrei und — From the page [...]
9. September, 2009 at 05:58
@Matt:
Und selbst, wenn es im GG verankert wäre, mittlerweile lässt es sich doch eh größtenteils entfernen, oder zumindest umgehen …
Und wenn ich Bekannte in der Boutique Bizarre treffe, dann werde ich sie nicht melden! Die sind schon genug bestraft, wenn sie dort etwas umtauschen wollen, oder aber zumindest gute Beratung suchen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung.
Wie schaut es denn eigentlich aus mit Selbstjustiz? Wenn ich meinen Nachbarn im Fensterschimmer beim onanieren entdecke?
Gut, hier bei mir im Viertel gestaletet es sich schwierig, den richtigen nachher ausfindig zu machen, tragen ja eh alle Kopftücher. Und die da oben machen doch eh nur, was sie wollen.
So!
9. September, 2009 at 07:08
Die da oben machen was sie wollen? Naja, wer oben liegt – äh ist – hat den vermeintlich besseren Überblick.
Aber das mit dem Melden finde ich spannend. Erinnert mich an die Jahre als IM Gestasi.
9. September, 2009 at 08:52
Svennov, ich denke mir so, daß wir die Liste der gefährlichen Gegenstände bei Gelegenheit mal zusammentragen sollten. Die von Ihnen angesprochene Glühbirne ist SELBSTVERSTÄNDLICH zu recht darauf. Ebenfalls alle Arten von Reitutensilien, die ich an den Besitz eines gültigen Pferdeführerscheints knüpfen möchte.
Lyssa: In der Tat ist mir dieser Begriff erst seit zwei Wochen geläufig. Aber mal was anderes: Sie habe ich ja ewig nicht mehr gesehen und gelesen. Wenn ich also häufiger über Perversionen bloggen muß, um Sie wieder hier begrüßen zu dürfen, so ist das eben der Preis, den ich zahlen muß ;-)
JT: Neoliberal bedeutet „Wie der Klassische Liberalismus wendet sich der Neoliberalismus gegen ein aktives Eingreifen des Staates in die Wirtschaftsprozesse, fordert aber eine staatliche Ordnungspolitik, die den Wettbewerb fördern und dem Entstehen von privaten Machtpositionen entgegenwirken soll”.
Aber das ist natürlich Unsinn. In echt bedeutet das: Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, begründet mit der Freiheit der Lobbyisten und Konzerne. Das wissen wir aufgeklärten Internetzler ja schon seit langem.
9. September, 2009 at 08:55
Matt, Sie haben mir das schon so oft erklärt, aber ich vergess es jedes Mal wieder. Tut mir leid. Denn im Geiste der Väter unseres Grundgesetzes darf es einen solch rechtsfreien Raum wie das Schlafzimmer oder gar das Internet gar nicht geben.
Nilsdiemaus: Bei später schwierig wieder zu findenden Individuen rate ich stets zu einem H&K PSG-1, damit läßt sich das Problem recht effizient und vor allem: augenblicklich lösen.
Guest68: Ach, Sie meinen, in echt wär das gar nicht so gut?
9. September, 2009 at 15:38
Herr GP: Wohin gehe ich jetzt mit meiner Selbstanzeige? Polizei, Ordnungsamt, Schulaufsichtsbehörde, BILD…oder übernehmen Sie das? Darf ich mir die Tötungswaffe aussuchen?
9. September, 2009 at 15:45
Verzeihen Sie, werte Nihilistin, aber wenn Sie sich die Tötungswaffe selbst aussuchen dürften, dann fiele das wieder unter Masochismus, und damit wären Sie ja quasi prädestinierte Amokläuferin – und müßten getötet werden, wobei Sie sich die Waffe nicht selbst aussuchen dürften, denn sonst wäre es ja wieder (s.o.
9. September, 2009 at 17:30
Lieber Herr GP, leider geht Ihre Argumentation nicht auf.
Ich bin bekennende Homosexuelle, also bin ich bereits zukünftige Amokläuferin. Wenn ich jetzt durch Aussuchen der Waffe auch noch masochistische Züge bekomme (die ich so an sich nicht habe), dann ist dies eine doppelte Veranlagung zum Amoklauf, die sich gegenseitig aufhebt – damit bin ich wieder rein und klar, darf mich selber anzeigen (leider immer noch nicht wissend wo) und würde im Vollzugsfalle auf Versenken im See mit Betonschuhen nach vorheriger Äthernarkose bestehen. Bloß kein Blut.
9. September, 2009 at 22:34
Wir betreiben hier hin und wieder Unzucht vor der Xbox. Oder zumindest, während sie läuft.
Zählt das auch? Darf ich das noch? Oder geht Sex & Killerspiele nun nicht mehr?
Ich weiß irgendwie gar nichts mehr :(.
10. September, 2009 at 09:52
Aallein die erhobene Position macht den Überblick nicht aus. Warum gibt es wohl sonst zusätzliche Linienrichter beim Tennis … im Überblick entgeht uns doch oft jegliches Detail …
10. September, 2009 at 16:31
Nein. Sorry. Aber minus plus minus ist eben nicht dasselbe wie minus mal minus. Soviel Zeit und mathematischer Sachverstand MUSS einfach noch erlaubt sein in diesem Lande!
10. September, 2009 at 16:31
Äh, da haben Sie sicher recht. Ich versteh bloß den Zusammenhang nicht. (wtf??)
10. September, 2009 at 16:32
Laut Aussage des zuständigen Amtes für Volxgesundheit ist lediglich eine amoralische Tätigkeit zur Zeit erlaubt. Amoralisch = alles, was nicht dem Gemeinwohl dient, also Sex ohne Fortpflanzungswillen und Spielen ausländischer Produkte. Tut mir leid.
11. September, 2009 at 00:14
Mist! Ich habs geahnt…
12. September, 2009 at 17:43
Doch doch, von oben muss man nicht mehr jedes Detail sehen, die erhobene Position klärt die Situation von ganz alleine – wer oben sitzt, hat immer Recht.
Wollt ich nur schon immer mal geschrieben haben, mit dem Artikel selbst hat das ja jetzt gar nichts … oder doch? Nur Guest68 weiß es und das gebe ich ungern zu.
13. September, 2009 at 16:23
Sie haben recht! Ich werde mich sofort selbst anzeigen … ich schäme mich ja so …
V.
14. September, 2009 at 12:19
Vielleicht sollte ich einfach Fan von Überwachungskameras werden um hier auch mal wieder etwas Kontra geben zu können. Diese Harmonie geht mir jedenfalls völlig auf den Zeiger.
16. September, 2009 at 21:34
Ach Überwachungskameras. Da kann man dann sicher dann auch noch was Gutes dran finden. Und wenn’s nur die damit zustande gekommenen Büro-/Privat-/etc-Pornos sind.
21. September, 2009 at 17:31
Moment mal! Frau oben? Wie soll das denn gehen? Außerdem, wird bei solchen Schweinereien nicht Gott ärgerlich?
18. Februar, 2010 at 20:43
Habe so eben den Artikel wiedergefunden. Ich zieh nochmal kurz meinen … verdammt ich weiß nicht wo der ist seit ich die Couch umgerückt hab. Ich zieh die Kapuze vor Ihnen und Ihrem Zynismus. Fein hatter’s gemacht!