Hab ich immer gehasst: Nerdhumor

Hab ich immer gehasst: Nerdhumor

Vor einiger Zeit sagte mir ein mittlerweile von mir sehr geschätzter Kollege etwas, das ich im ersten Moment als esoterisch angehauchten Unfug beseite schob. Er sagte mir:
„GP, wenn Sie sich über etwas ganz besonders ärgern, dann liegt es vielleicht daran, daß sie selbst diese Eigenschaft aufweisen.” (Natürlich nannte mich der Kollege nicht „GP” und siezte mich auch nicht, aber das spielt ja keine Rolle.)

Was für ein Unsinn, dachte ich mir, schließlich ärgere ich mich ja genau über solche Sachen, die ich nicht akzeptieren kann. Doch der Satz ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich dachte jedesmal, wenn ich mich ärgerte, darüber nach, ob nicht ein wenig Wahrheit drin steckte.

1. Ich ärgerte mich maßlos über einen Kollegen, der einfach wichtige Arbeit liegen läßt, weshalb wir beim Kunden schlecht dastehen. Auf meinem Schreibtisch häufen sich die Rechnungen, die ich endlich einmal abzeichnen sollte.
2. Ich ärgerte mich über eine Frau, die laut im Restaurant über Beziehungsdinge sprach. In meinem Blog schrieb ich über sie.
3. Ich ärgere mich maßlos über Menschen, die erstmal kategorisch eine Meinung ablehnen, wenn sie aus dem falschen Mund kommt. Wenn ich einen Beitrag in der TAZ lese, dann nur, um herauszufinden, ob ich daraus nicht einen satirischen Blogartikel machen kann.

Es läßt sich nicht leugnen: So völlig unbegründet ist die Vorstellung nicht, daß wir bei anderen Menschen genau die Dinge am meisten hassen, die wir in uns selbst als Schwäche erkannt haben. Oder vielleicht auch: hatten?

So trug ich beispielsweise früher recht gerne Holzfällerhemden. Oder Jeans und Jeanshemd. Recht häufig auch Hemden mit… ach nein, lassen wir das. Das glauben Sie mir ja doch nicht.