Das Grauen hoch drei

Das Grauen hoch drei

Es wird Frühling. Das ist nun an sich keine besonders neue Erkenntnis, aber sie ist doch so schwerwiegend. Gut, das Offensichtliche zuerst: Der Schnee ist weg. Und es ist wärmer. Es wird also Zeit, den liebgewonnenen Kiton-Wintermantel, den ollen Joop-Kaschmirmantel, die M65-Armeejacke und zumindest das Innenfutter der Barbour-Jacke wieder in den Wandschrank zu hängen.

Es beginnt wieder die Zeit, in der über Männerhandtaschen diskutiert wird, weil es ja nun einmal jeden Frühling immer wieder verblüffend ist, daß meine sieben Sachen nicht in den Sakko- und Hosentaschen unterbringen kann. Jedenfalls nicht, ohne total scheiße auszusehen.

Es bedeutet aber auch, daß die Damenwelt sich wieder daran erinnert, außer dicken Hosen und Pullis auch noch kurze Röcke und tiefausgeschnittene Blusen zu besitzen. Und natürlich begrüße ich diesen Trend. Es mögen sich allerdings doch bitte nicht unbedingt alle Menschen gleichermaßen präsentieren: Die ungefähr 70jährige Dame, die mir vorhin beim Mittagessen entgegenkam, die möge sich bitte wirklich noch einmal in Ruhe überlegen, ob es tatsächlich eine gute Idee ist, in ihrem Alter noch nackte Beine bis zum Hintern, nackte Schultern und nahezu die kompletten Brüste zu zeigen.

Andererseits: Wenn ich sehe, wie meine Geschlechtsgenossen wieder ihre Trekkingsandalen nebst passenden Tennissocken hervorkramen, dann will ich eigentlich gar nichts gesagt haben.