Das war nicht das Tweetup

Das war nicht das Tweetup

Ganz lockeres Ding. In Ruhe ein paar Bier trinken, nette Leute treffen, früh nach Hause, dann eventuell noch einen Film gucken. Das war der Plan für den Sonnabend. Dazu paßte ja das Tweetup ganz gut. Sind ja immer so Treffen, die nach ein paar Stunden langweilig werden (komischerweise denke ich das immer, obwohl es noch nie so war), dann kann ich am nächsten Tag auch noch viel erledigen.

Also treffe ich halbpünktlich um 1915h im Aurel ein, wobei „im” genau der Fehler war, die kleine Runde sitzt nämlich davor. Die mit den Handys. Sie unterhalten sich natürlich nicht, sondern tippen ständig Dinge in ihr Telefon wie „bringen Sie mir ein Bier mit?” Jedenfalls in meiner Phantasie. In echt plappert die Meute genauso, wie das auch die anderen Grüppchen so tun, aber so ist das eben selbst bei uns Internetmenschen.

Alle Beteiligten wissen, wer dabei war, daher verzichte ich mal darauf, hier Namen zu nennen. Aber die neidischen Blicke der männlichen Passanten war uns Kerlen sicher. Zumal wir – gerade im Verlauf des Abends – deutlich in Unterzahl waren und entsprechend umsorgt wurden.

Ich beschriebe Ihnen nun gerne, was im Verlauf des Abends alles geschah, aber ich kann es nicht: Nach dem Aurel fehlt mir ein gutes Stück Erinnerung, aber immerhin weiß ich noch, wo der Abend endete: Beim Absingen der schlechtesten Lieder aus den vergangenen Jahrzehnten. In meinem Wohnzimmer. Vor der XBox.

Am nächsten Morgen finde ich vier angetrunkene Bier im Wohnzimmer, außerdem zwei Gläser mit White Russian. Immerhin hilft mir das, ungefähr zu rekonstruieren, wer wohl noch da war. Zumindest zum großen Teil. Leider bringe ich in der Erinnerung ein paar Gesichter nicht mehr mit den entsprechenden Namen zusammen. Machen wir uns nichts vor: Wir haben es übertrieben. Und zwar völlig. Ich bin heilfroh, daß ich ausschließlich Nachbarn mit Gehörproblemen um mich herum wohnen habe. Oder solche, die äußerst tolerant sind. Oder beides.