Nun steht also dieses kleine, schwarze Kästchen im Wohnzimmer. Natürlich ist es genau ein Gerät zu viel für meinen Denon-Receiver. Dieser besitzt nur 3 HDMI-Eingänge. Aber gut. Ich klemme übergangsweise die PS3 ab, stöpsele das Apple-TV ein, schalte den Projektor ein und bereite mich auf die Installation vor.
Nach zwei Minuten habe ich alles konfiguriert, was zu konfigurieren ist. Apple-typisch: Die Menüs sind übersichtlich und schick, ich finde mich ohne Anleitung sofort zurecht und die einzelnen Funktionen werden sofort und ohne Zeitverzögerung ausgeführt. Neben dem Apple-TV stehe ein Media-Receiver, den mir die Telekom übersandte, damit ich mein Fernsehprogramm über das Internet beziehen kann. Der Unterschied ist auf den ersten Blick ersichtlich:
Auf der einen Seite eine Firma, die vor allem darauf achtet, daß der Benutzer sich möglichst schnell und einfach zurechtfindet. Daß er Spaß an der Bedienung hat. Und auf der anderen Seite ein Großkonzern, dem CI-Richtlinien wichtiger sind als das Wohl des Kunden (Magentafarbene Menüs!) Hinzukommt, daß der MediaReceiver der Telekom stets erst nach einer halben Sekunde Bedenkzeit auf jeglichen Tastendruck reagiert – es macht nicht unbedingt Spaß, gerade wenn ich mich durch ellenlange Listen arbeiten muß.
Parallel dazu lade ich mir die Anwendung „Remote” für das iPhone herunter. Meine Hoffnung: Apple-TV auch steuern zu können, ohne den Projektor einschalten zu müssen. Leider wird sich diese Hoffnung enttäuschen: Ich kann über Remote nur die Fernbedienung ersetzen, benötige aber leider dennoch einen Fernseher oder Beamer, um zu sehen, an welcher Stelle des Menüs ich mich im Apple-TV befinde. Das ist sehr ärgerlich, zumal der Bildschirm des iPhones groß genug ist, um eben auch Wiedergabelisten von Musikstücken und Interpreten anzuzeigen. Immerhin ist das Ding ja auch ein iPod.
Zweites großes Manko: Von meinem iPhone kann ich keine Musik an Apple-TV übertragen. Wieso nicht? Die beiden Geräte erkennen sich, haben Zugang zum gleichen WLAN, ja das iPhone steuert ja auch das Apple-TV. Dennoch benötige ich einen richtigen Rechner. Mit iTunes.
In meiner simplem Vorstellung hätte ich Apple-TV benutzt, um die Verbindung zum Receiver hinzubekommen. Klar: Filmangebot und so: Alles nett. Aber mein Hauptanwendungsfall war die drahtlose Verteilung von Musik. Und zwar vom iPhone an meine Anlage. Für diesen Einsatzzweck ist Apple-TV ungeeignet.
Aber für jemanden, der einen Standrechner stets laufen hat, der Videos ausleihen möchte, der sich einen tollen Diaabend von seinem letzten Familienausflug in den Heidepark Soltau (kotz) machen möchte: großartiges Gerät. Schick, schnell, einfach und gut zu bedienen, nicht besonders teuer.
UPDATE:
Dank des ersten Kommentars hier habe ich auch mittlerweile bemerkt, daß ich in der Tat mit der Remote-App die angeschlossene(n) Mediathek(en) direkt übers iPhone ansteuern kann, also ohne erst den Beamer einzuschalten.
Aber boah – sehen die heruntergerechneten Videos auf der großen Leinwand scheiße aus. Natürlich mußte ich diesen Unsinn auch sofort ausprobieren.

3. November, 2010 at 11:04
1) Mit der “Remote”-Anwendung kann man immerhin Musik abspielen, ohne dass man den Fernseher einschalten muss. Das ist doch schon etwas.
2) Streaming vom iOS-Gerät (iPhone/iPad) zum Apple TV 2 nennt sich AirPlay und wird ab Version 4.2 unterstützt, welche wahrscheinlich nächste Woche veröffentlicht wird.
MfG
3. November, 2010 at 11:12
Martin – das mit AirPlay klingt hervorragend. Dann freu ich mich auf nächste Woche.
Ich hab das bei der Remote-Anwendung nicht gefunden, aber das kann auch daran liegen, daß ich mich darauf versteift habe, vom iPhone aus Musik abspielen zu können. Ich nehme mal an, der Tab „Computer” bei der Remote bringt mich dann zu den Listen.
3. November, 2010 at 13:32
Wenn mit Airplay die Bereitstellung der im iPhone gespeicherten Musik (Filme auch?) funktioniert, dürfte das eine bequeme Lösung sein. Wahrscheinlich ist Remote dann sogar überflüssig.
Bleibt die Frage nach der Akkukapazität beim Streamen der Inhalte.
Ich vermute mal, das die Vorgängergeräte des AppleTV Airplay nicht unterstützen werden.
Da diese allerdings Musik auf der internen FP speichern, wird für die Auswahl letztlich auch kein Fernseher, bzw. Projektor benötigt. Da reicht Remote tatsächlich aus.
Schon einen Film geliehen?
3. November, 2010 at 13:34
Eines noch!
Besorgen Sie sich einen HDMI Hub.
3. November, 2010 at 13:37
Remote ist bei mir notwendig, weil ich ja nicht den Beamer einschalten will, nur um mal Musik zu hören.
Akkukapazität – in der Tat eine interessante Frage. Aber da würd ich sonst das iPhone einfach annen Strom hängen.
Wo die Musik gespeichert wird, ist ja für die Fernbedienung erstmal egal, oder was meinen Sie?
Film: Ja. Einfach um es auszuprobieren. Funktioniert tadellos und fängt sofort an zu laufen. In 720p und mit Dolby Digital (natürlich nicht: HD-Audio).
Nightmare on Elm Street. Das Remake. Wollte ich eh sehen. Und stellte dann auch fest: Muß ich mir nicht kaufen. Ist aber ganz nett zum 1x ansehen.
3. November, 2010 at 13:45
“HEIDEPARK SOLTAU!!!!” jingelt es nun in meinen Kopf. Besten Dank.
3. November, 2010 at 13:47
Das neue AppleTV hat keine Festplatte, kann also Inhalte nicht autark abspielen. Airplay macht aus dem iPhone also einen externen Speicher. Wenn mit dem OS Update dann auch ein Airplay Button in der iPod App eingefügt wird, ist Remote überflüssig.
3. November, 2010 at 13:53
@murkeleien: Sie wissen ja, daß ich mich in Ihrem Kopf sehr wohl fühle. Daher bereitet es mir einen Höllenspaß, Ihnen solche Jingles einzupflanzen.
@cinema_noir: Jetzt hab ichs auch verstanden. Sorry, stand eben auf der Leitung. Ja klar, wenn ich ausm iPod heraus die AirPlay-Funktion ansteuern kann, dann brauch ich die Remote nur dann noch, wenn ich mal aus dem MacBookPro Musik abspielen möchte.
Stelle gerade fest: Ich habe viel zu viele Apple-Produkte im Einsatz.
3. November, 2010 at 14:00
Zu viele? Fragen Sie mich mal, weiß gar nicht wohin mit dem Obstkorb!
3. November, 2010 at 14:52
Ich denk mir mal, ich werd den Rechner im Arbeitszimmer mal wieder neu beschaffen. Dann aber wieder sone DOS-Kiste. Oder nennt man die mittlerweile anders?
3. November, 2010 at 15:44
Wat veel beter werkt: de hoofdcomputer rechtstreeks op de geluidsinstallatie aansluiten en die weer op een draadloze koptelefoon. De besturing kan dan vanaf elke willekeurige laptop plaatsvinden, met behulp van SSH.
3. November, 2010 at 15:48
Zeer technische benadering. Ik heb liever dat makkelijk te gebruiken apparaten in de woonkamer. SSH? Terminal? Dit past niet in de woonkamer.
3. November, 2010 at 15:50
[...] Zie ‘Apple-TV – was ist nicht gut?‘. [...]
3. November, 2010 at 16:03
De hoofdcomputer kan iedere computer zijn die Linux kan draaien. Dat past toch wel?
3. November, 2010 at 16:09
Klar. Aber es sind eben andere Anwendungsfälle: Im Wohnzimmer möchte ich keine Kommandozeile sehen. Da möchte ich mich nicht mit Treibern herumschlagen. Da möchte ich nichts kompilieren.
Für mich wäre es am einfachsten, einen Rechner bereitzustellen, auf dem meine iTunes-Bibliothek vorhanden ist. Und das ist ja auf den MacBookPros der Firma der Fall.
Daher reicht mir momentan zunächst, das mit den vorhandenen Rechnern zu machen.
Und wegen Linux: Ich habe mal einige Monate meines Lebens damit verbracht, einen alten Arcade-Automaten mit Linux und MAME aufzubauen… ich weiß, daß Linux sehr tückisch sein kann. Vor allem, wenn man kein echter Administrator ist, sondern nur interessierter Laie.
3. November, 2010 at 16:57
Duidelijk.
4. November, 2010 at 01:27
1. Iiiiih: Sie haben das DOS-Wort benutzt!
2. Sie sprechen Holländisch …??
4. November, 2010 at 11:34
1. Worher kennen SIE denn das DOS-Wort? Ich dachte immer, Sie seien quasi mit Macintosh-Rechnern aufgewachsen?!
2. Ist ja so ähnlich wie Deutsch. Auch wenn das keines der beiden Länder gerne hört.
4. November, 2010 at 20:27
Beim mobile macs-Podcast wurde das Apple TV als Katzenwärmer mit USB-Anschluß (zur Konfiguration) bezeichnet.
Können Sie dem, trotz Ermangelung einer Katze, zustimmen?
5. November, 2010 at 11:10
Nee, Nils, ich besitze keine Katzen. Außerdem streamen Katzen mir nicht meine Musik vom Rechner an die Anlage. Und über Katzen kann ich mir auch keine Filme ausleihen.
Irgendwie halte ich den Vergleich für ziemlich unsinnig, wenn ich ehrlich bin.
5. November, 2010 at 17:13
Dass Sie keine Katze bei sich haben, ist mir bewußt. Daher erwähnte ich diesen Umstand ja bereits.
Ein Teilnehmer des Podcasts hatte nur die Anekdote erzählt, dass sich seine Katzen permanent zum Ausruhen auf die Apple TV-Box gesetzt hätten, da diese sich so schön erwärme. Daher der Begriff Katzenwärmer.
Diese Schote war wohl eher eine aus der Schublade “man muss wohl dabei gewesen sein …”.
Und jetzt weiter mit Musik …
8. November, 2010 at 12:12
Obwohl ich ab und an gerne eine Katze dabeihabe: http://daslebenistmeinponyhof.digital-dictators.de/files/2010/02/Bildschirmfoto-2010-02-22-um-16.12.55.png