Wissen Sie, es gibt bestimmt tausende von sehr einleuchtenden und völlig vernünftigen Erklärungen dafür. Nazis. Kinderpornos. Steuerfluchtstips. Aber beim Betrachten dieser Erklärung, die mir detailliert verschweigt, was genau nun an meiner völlig normalen Suchanfrage „postal kindergarten flamethrower” so zensierungswürdig gewesen sein könnte, da habe ich das Gefühl, in China zu leben. Gut, das liegt sicher auch daran, daß ich nun eine lange Zeit ausschließlich asiatische Frauen, aber das ist ein völlig anderes Thema und soll hier nicht weiter, äh, vertieft werden.
Und so toll diese ganzen Begründungen auch sind, warum mir hier Inhalte vorenthalten werden, die in anderen Ländern offenbar als nicht so schlimm angesehen werden, so wenig relevant sind Erklärungen aller Art. Zensur ist nunmal binär. Das hatte das Grudngesetz auch einmal so vorgesehen. „Eine Zensur findet nicht statt” stand da. Nicht: „Eine Zensur findet nicht statt, solange der Inhalt unbedenklich ist”. Denn dann hätte es auch heißen können: „Wir zensieren, wie’s uns paßt”.
Auch die Diktatur in China erklärt den Bürgern und dem Rest der Welt gerne, daß alles, was sie tun, ja nur zum Schutz der Bevölkerung getan werde. Auch in der DDR hat sich niemand hingestellt und gesagt: „Ich überwache Menschen, weil ich ein sadistisches Schwein bin”. Die Gründe, die vorgeschoben werden, sind immer edle.
Und manchmal glauben sogar die Zensoren daran.
UPDATE: Ganz unten auf der ersten Ergebnisseite sieht man den Hinweis:

9. November, 2010 at 11:21
Hmm, natürlich musste ich das testen. Und ich sehe: GP an erster und zweiter Stelle. Ob und wie sehr die Bundesregierung das für bedenklich oder illegal hält, kann ich nicht einschätzen.
Alle weiteren Suchergebnisse habe ich mir nicht mehr angeschaut – aber es waren reichlich vorhanden.
Ich gehe mal davon aus, dass allein Ihr Artikel zu diesem radikalen Wandel in der Politik unseres Innenminsters oder wer sonst dafür zuständig ist, geführt hat!
Übrigens: über das Thema Asiatinnen sollen wir aber ruhig mal sprechen ;-)
9. November, 2010 at 11:30
Ich glaube auch. Die Bundesregierung hat diesen Artikel gesehen, dann eine Zeitmaschine in Auftrag gegeben haben werden, mit der sie wiederum in die Vergangenheit gereist sein wird, um dort die Zensur zu installieren. Oh je. Ich brauch mal wieder einen Auffrischungskurs in Grammatik. Mist.
Hätten Sie sich übrigens die Mühe gemacht, einfach mal ans Ende der ersten Trefferseite zu scrollen, hätten Sie auch den Hinweis entdeckt. Ich kleb den entsprechenden Screenshot mal unter den Artikel.
9. November, 2010 at 23:49
Und was lernen wir daraus? Zeitmaschinen sind unmoralisch.
Zur deutschen Zensur-, äh Bürgerschutzpolitik, oder so, sag ich lieber nichts. Das wäre kein schöner Anblick.
Btw: Ich bzw man kann diesen Effekt auch ausschalten. Was natürlich nichts an der Praxis ändert.
10. November, 2010 at 06:56
moin
hallo, sehr geehrter herr gp.
ihren text werde ich höchstwahrscheinlich in so manchem forum zum thema reinkopieren
(slbstvstl mit link zu ihrem blog).
das mit den asiaten gefällt mir,
ich selbst bin im januar wieder in kambodscha
buddel
10. November, 2010 at 08:27
Hallo Herr GP,
in Indonesien ergibt die Anfrage auch jede Menge Suchergebnisse. Die Zensur findet also nur in DE statt.
Ich muss Sie aber enttäuschen – hier tauchen Sie noch nicht mal an 10er Stelle auf.
Schönen Gruß, RWI
10. November, 2010 at 11:12
RWI: In Deutschland gibt es auch Suchergebnisseiten. Siehe ganz unten am Artikelende: Es erscheint ein Text NACH der ersten Suchergebnisseite. Aber ich erfahre eben auch, daß 1 Ergebnis herausgefiltert wurde.
Chiefjudy: Wo denn? Ich hab da nix gefunden.
Buddel: Sehr gerne. Vor allem der Teil mit Asien muß unbedingt verbreitet werden.
10. November, 2010 at 16:32
@Germanpsycho: Durch einen VPN-Dienst. Da kann man dann auch wieder alles auf Youtube sehen. Einschließlich der “this is not available in your country”- Videos.
Gibt’s kostenpflichtig und umsonst. Die kostenpflichtigen sind allerdings besser (und schneller), weil ohne lästige Werbung.
10. November, 2010 at 16:34
Ach soo, ich dachte, es gäbe da eine Einstellung bei Google. Aber so muß man halt wirklich diese Zensur umgehen. Gerade so wie in China. Das ist schon heftig.
Die Sache mit dem Proxy mach ich ja sonst auch, is’ klar. Aber bei den kostenfreien dauert das alles immer so ewig.
11. November, 2010 at 19:27
> Das hatte das Grundgesetz auch einmal so vorgesehen. „Eine Zensur findet nicht statt” stand da. Nicht: „Eine Zensur findet nicht statt, solange der Inhalt unbedenklich ist”.
Nur eine Frage: Haben Sie Art 5 II GG noch nie gesehen oder geht es Ihnen ausschließlich darum, dass Sie eine vom Grundgesetz gedeckte Praxis nicht anhand einer konkreten Begründung nachvollziehen können?
12. November, 2010 at 10:49
Nein, selbstverständlich nicht. Ich zitiere grundsätzlich nur frei erfundene Sätze, die sich, dem Gesetz des Zufalls und der großen Zahl entsprechend, ab und an mit der Wirklichkeit decken.
Ihrer brillanten Analyse möchte ich mich natürlich nicht verschließen. Zumal sie wunderbar dazu geeignet ist, auch die Zensurgesetze in China oder die Steinigung im Iran zu legitimieren. Chapeau!
12. November, 2010 at 12:32
Mein MasterChief:
Ich habe den Artikel II jetzt sehr wohl angeguckt. Aber leider möchte ich mich in diesem Fall dem Herrn GP anschließen:
1. Zu den deutschen “Jugendschutzgesetzen” sag ich eh lieber nichts, das endet böse, und
2.: Wer bitte bestimmt denn, was “das Recht der persönlichen Ehre” betrifft?
Das ist doch wieder so eine typische Wischiwaschiphrase, die eben durch die Hintertüre doch allen möglichen Zensurquatsch offen läßt. Mit ein wenig Phantasie kann da doch tatsächlich der, der grad am Ruder sitzt, Dinge zensieren, die ihm einfach nicht in den Kram passen…
Auch wenn das dann natürlich leider vom Grundgesetz gedeckt ist. Durch diesen Paragraphen.
12. November, 2010 at 12:41
PS.: Wobei ich natürlich die Problematik verstehe, die es mit sich bringen würde, würde man ein GG formulieren, daß überhaupt keine Interpretationsmöglichkeiten mehr offen ließe.
Dann hätte man nämlich hinterher in der Tat Probleme, überhaupt noch andere Gesetze zu beschließen, wenn’s dumm läuft.
12. November, 2010 at 13:08
Ich halte unser GG auch für vernünftig formuliert. Da ich kein Jurist bin, muß ich mich auch bzgl. der Interpretation zurückhalten.
Mir persönlich (verdammter Liberaler, der ich nunmal bin) stößt es halt sauer auf, wenn ich Google-Seiten in Deutschland sehen muß, die es sonst vor allem in diktatorischen Ländern zu sehen gibt. Zensur verläuft immer schleichend. Anfangs sind es eben die krassen Fälle, gegen die niemand etwas sagen kann. Und nach und nach wird mehr zensiert.
Sobald wir einmal in der „wer braucht denn solche Seiten?”-Argumentation drin sind, ist es nämlich zu spät.
12. November, 2010 at 20:25
Komisch. Eine Analyse kann ich meinen Worten gar nicht entnehmen, lediglich eine durchaus berechtigte Frage. Denn Ihre Worte legten (möglicherweise fälschlicherweise) die Vermutung nahe, dass Sie tatsächlich der Ansicht wären, das Grundgesetz verbiete Zensur. Dass ist nun einmal (ohne in die Abstufung zwischen Vor- und Nachzensur einsteigen zu wollen) schlicht und ergreifend komplett falsch. Und das evident.
Das mag man ja durchaus kritisch beurteilen, das mag man für falsch halten. Allerdings können Sie sich in Ihrem heiligen Zorn nun einmal nicht auf Art. 5 GG berufen. Denn der schafft die verfassungsmäßige Basis für derartige Eingriffe. Vor dieser Tatsache rettet Sie Ihr gewohnt rotziger Ton ebensowenig, wie eine Arroganz, die mir nicht durch tatsächliches Wissen gedeckt scheint. Aber auch da mag ich mich irren, vielleicht drücken Sie sich einfach nur unglücklich aus.
Übrigens wäre ein Satz wie “Eine Zensur findet nicht statt” selbst dann kein absolutes Zensurverbot, wenn die verafssungsmäßige Schranke nicht einen Satz später gleich mitgeliefert würde. Denn bei Kollision mehrerer Grundrechte muss regelmäßig eines (oder mehrere) zurücktreten.
Und wer darüber bestimmt, ob eine Maßnahme vom Grundgesetz gedeckt ist? Die Judikative, wer sonst?
14. November, 2010 at 13:58
Verzeihen Sie, werter Masterchief, aber der Einzige, der hier rumrotzt, sind Sie.
14. November, 2010 at 22:02
dankenswerterweise liefert google aber auch einen link zu einem vergleich mit den ergebnissen in den usa, so dass sich mit ein bischen fusselarbeit schnell die “gesperrte” seite ausfindig machen lässt.
in ihrem fall, herr gp, ist es die folgende seite, vor der sie die damalige regierung schröder bewahren wollte. und das – nach durchsicht – völlig zu recht:
http://www.electricretard.com/forums/index.php?topic=4357.0.