Januar 2011


Vorbildlich: DIE PARTEI

Vorbildlich: DIE PARTEI

„Wer Citymaut will, muß Rot-Grün wählen” steht auf dem Wahlplakat der CDU in Hamburg, und natürlich ist das auch irgendwie korrekt. Bei den Grünen hingegen behilft man sich mit der aussagekräftigen Parole „Hamburg – Deine Stadt” (und ich frage mich schon wieder, warum die mich unaufgefordert duzen). Die FDP hingegen setzt auf das esoterisch anmutende „Positiv denken, positiv handeln”. Und die SPD wirbt mit einem Olaf Scholz nach erfolgreicher Photoshopdiät und ebenfalls weitestgehend aussagelos.

Also zusammengefaßt: Entweder, wir sagen überhaupt nichts Politisches mehr, oder wir zeigen das auf, was die anderen schlecht machen. Keine einzige Partei wirbt mit echten Inhalten. Also mit dem, was die Politik eigentlich ausmachen sollte: Gestaltung. Wir vermeiden tunlichst, uns angreifbar zu machen. Jedesmal, wenn jemand eine Idee präsentiert, einen Vorschlag macht, FÜR etwas eintritt, handelt er riskant. Viel einfacher haben es doch die Bedenkenträger, die, genüsslich an ihrer Intellektuellenpfeife nuckelnd, ihre Augenbrauen hochziehen, und betont langsam darüber referieren, daß der Vorschlag „nicht komplett durchdacht”, „nicht differenziert genug” oder „keinesfalls spruchreif” sei. Und werden dafür nicht etwa geteert und gefedert aus der Stadt / aus dem Besprechungsraum gejagt, sondern auch noch beglückwünscht für ihre Weisheit.

Wissen Sie, liebe Bedenkenträger, Sie können mich mal! Kreuzweise. In jeder Besprechung erlebe ich Sie. Alte Männer, die nur noch Risiken vermeiden wollen. Leute ohne Kreativität, die nur eines können: anderen Menschen ihre Kreativität zu zerstören. Natürlich ist keine neue Idee jemals zu 100% durchdacht, bevor sie geäußert wird. Im Gegenteil: Es sollte doch so laufen, daß eine neue Idee unfertig formuliert wird und dann mit Enthusiasmus gemeinsam zu einem Plan verarbeitet wird.

Aber so, wie ich diese Penner in Besprechungen erlebe, wenn mal wieder ein neues Konzept zerredet wird, um bloß nichts tun zu müssen, so ist es eben auch in der Politik. Jeder, der etwas tun möchte, macht sich angreifbar. Jeder, der vorsichtig darüber spricht, daß es eventuell ein paar Dinge gebe, die man positiv verändern könne, wird von den Berufsbedenkenträgern in der Luft zerrissen – und den Wählern gefällts! Viel klüger erscheint ja der, der sich negativ über Projekte äußert. Ein gutes Beispiel war die Agenda 2010. Von der wir heute merken, wie wichtig sie für Deutschland war. Die meßbare Erfolge erzielte. Die dafür sorgte, daß Deutschland als eines der ganz wenigen Länder eher gestärkt aus der Krise hervorging.

Nein. Viel mehr Zuspruch erhalten diejenigen, die sich jetzt die negativen Seiten vornehmen. Die von Anfang an immer schon wußten, daß das alles so nicht funktioniere. Und die, wären sie damals an der Regierung gewesen, dafür gesorgt hätten, daß unser Land keine Veränderungen erlebt. Und die eine Wirtschaftskrise dann als angenehme Entschuldigung dafür hergenommen hätten, wenn alles zusammengebrochen wäre.

Aber es sind nicht nur die Politiker – letztlich erstellen die ihre Wahlwerbung so, daß sie möglichst gut ankommt. Wenn wir alle uns also ein bißchen weniger in unserem destruktiven Zynismus wälzten und auch einmal neue Ideen nicht sofort zerredeten, dann wären vielleicht irgendwann auch unsere Politiker mal wieder das, was sie eigentlich sein sollten: Gestalter statt Verwalter.

Schwarzarbeit?

Schwarzarbeit?

Verzeihen Sie das dämliche Wortspiel, aber durch das Lesen dieses Artikels bekomme ich es nicht mehr aus dem Kopf.

Üble Zustände! Da stirbt ein Mensch bei Klettern auf den Mast! Da werden Menschen unter Druck gesetzt! Da kursieren sogar ganz derbe Witze. Ja, verdammt noch mal, wenn man lieber keinen Druck aushalten möchte, Angst vor großen Höhen hat, oder sich körperlich nicht im Griff hat, dann soll man doch bitte einen der vielen gutbezahlten Jobs in einer Werbeagentur annehmen, aber doch bitte nicht als Offiziersanwärter zur Bundesmarine gehen! Die Seefahrt war immer schon ein rauhes Geschäft. Auf einem Schiff lebt es sich nunmal nicht ganz so einfach wie zuhause bei Muttern oder in einer gemütlichen 2-Zimmer-Wohnung in Eimsbüttel. Seemannsromantik war immer auch verwoben mit Gefahr, mit Verzicht auf Annehmlichkeiten und der Aussicht, alle Annehmlichkeiten nach der Rückkehr doppelt und dreifach zu genießen.

Überhaupt: Druck. Druck ist etwas, das gefühlt immer mehr wird in der heutigen Zeit – zumindest in Zeitungsberichten (und das offensichtliche Wortspiel mit „Presse” erspare ich uns allen mal). Und in der Realität? Ich glaube, wenn wir ein paar ehemalige NVA-Rekruten auf die Gorch Fock einlüden, sie würden es als Spazierfahrt mit hohem Komfort empfinden. Jedenfalls im direkten Vergleich.

Ja, verdammt, sicher MUSS man heutzutage nicht mehr in die Takelage. Aber die Ausbildung bei der Marine hat sich dieses wunderbare Stück Tradition nunmal bewahrt. Daß ein Seemann eben auch in der Lage sein muß, ohne technische Hilfsmittel zurecht zu kommen. Daß er auch ohne GPS den Standort ermitteln können muß. Und ja, daß er auch mal auf einem der letzten Segelschiffe der Welt gewesen sein muß.

Das alles ist jedem Bewerber eigentlich vorher klar. Ebenso ist es nunmal in größeren Gruppen auch nicht nur nicht zu vermeiden, sondern vermutlich sogar unabdingbar, daß es etwas rauher zugeht. Eingepfercht, ohne Privatsphäre – natürlich ist das keine Kreuzfahrt auf der Queen Mary 2. Da werden die Sprüche härter. Wer das nicht aushalten kann, der soll sich eben nicht bewerben.

Es können nämlich so viele gutgemeinte Anstrengungen unternommen werden, um diesen „furchtbaren Druck” zu mildern; ändern wird das nichts. Wenn Menschen in schwierigen Situationen auf engem Raum zusammenleben, wird sich die Anspannung entladen. Da ändert kein Beschluß am Kabinettstisch und keine wohlmeinende Reportage aus dem bequemen Journalistensessel heraus etwas.

Eine ganz furchtbare Wahrheit ist nämlich die: In großen Gruppen verhalten sich Menschen unter Druck anders als sonst. Und wer das nicht will, sollte solche Situationen vermeiden.

ANMERKUNG: Natürlich hat das der Fleischhauer viel besser beschrieben.

Hier noch der direkte Link zum Ergebnisdokument.

Der ultimative Biertest geht hier los.

Wir haben uns entschieden

Wir haben uns entschieden

Die Maastrix und ich haben ja nun schon ab und an so komische Veranstaltungen organisiert, nur um darüber dann auch gleich bloggen / twittern zu können. Da gab es diese lustige „Wahl” in Amerika, die wir zu Ihrer Belustigung organisierten; anschließend haben wir dann unser eigenes Baby hämisch kommentiert. Dann erfanden wir Mate-Getränke, was natürlich total bizarr war, weil ja jeder Mensch weiß, daß niemand so etwas in echt tränke.

Und nun haben wir endlich mal eine gute Idee: Wir veranstalten eine Bier-Blindverkostung und lassen Sie alle direkt daran teilhaben (mal wieder über Coveritlive).

Wir werden also in „geselliger” Runde zusammensitzen und Bier trinken. Soweit eigentlich nichts Neues, das tun wir eh ständig. Aber diesmal tun wir so, als hätten wir einen Grund, uns zu besaufen. Es werden also einige Biersorten im Blindtest verkostet, bewertet und kommentiert.

Wie bei diesen Veranstaltungen üblich, werden wir ein Hastag bei Twitter benutzen (Vorschläge willkommen!) – aber am meisten haben Sie davon, wenn Sie sich zu dem Zeitpunkt mit dazuschalten. Über Coveritlive kann jeder Kommentare absetzen, Fragen stellen, mitquatschen. Wir werden Photos hochladen, Statistiken fälschen und all den Kram, den Sie so von uns erwarten.

Wir beschränken uns beim Test auf Pils. Ansonsten ist die Bandbreite zu groß. Und nun hätte ich gerne eine Kampfabstimmung über die von uns zu verköstigenden Biersorten.

EDIT: Wir haben nun auch einen Termin für diese besonders bescheuerte Bierveranstaltung (und der Allah der Alliteration möge mich am Arsch kriegen): Freitag, der 14.1. um ca. 19:30h.

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