Verzeihen Sie das dämliche Wortspiel, aber durch das Lesen dieses Artikels bekomme ich es nicht mehr aus dem Kopf.
Üble Zustände! Da stirbt ein Mensch bei Klettern auf den Mast! Da werden Menschen unter Druck gesetzt! Da kursieren sogar ganz derbe Witze. Ja, verdammt noch mal, wenn man lieber keinen Druck aushalten möchte, Angst vor großen Höhen hat, oder sich körperlich nicht im Griff hat, dann soll man doch bitte einen der vielen gutbezahlten Jobs in einer Werbeagentur annehmen, aber doch bitte nicht als Offiziersanwärter zur Bundesmarine gehen! Die Seefahrt war immer schon ein rauhes Geschäft. Auf einem Schiff lebt es sich nunmal nicht ganz so einfach wie zuhause bei Muttern oder in einer gemütlichen 2-Zimmer-Wohnung in Eimsbüttel. Seemannsromantik war immer auch verwoben mit Gefahr, mit Verzicht auf Annehmlichkeiten und der Aussicht, alle Annehmlichkeiten nach der Rückkehr doppelt und dreifach zu genießen.
Überhaupt: Druck. Druck ist etwas, das gefühlt immer mehr wird in der heutigen Zeit – zumindest in Zeitungsberichten (und das offensichtliche Wortspiel mit „Presse” erspare ich uns allen mal). Und in der Realität? Ich glaube, wenn wir ein paar ehemalige NVA-Rekruten auf die Gorch Fock einlüden, sie würden es als Spazierfahrt mit hohem Komfort empfinden. Jedenfalls im direkten Vergleich.
Ja, verdammt, sicher MUSS man heutzutage nicht mehr in die Takelage. Aber die Ausbildung bei der Marine hat sich dieses wunderbare Stück Tradition nunmal bewahrt. Daß ein Seemann eben auch in der Lage sein muß, ohne technische Hilfsmittel zurecht zu kommen. Daß er auch ohne GPS den Standort ermitteln können muß. Und ja, daß er auch mal auf einem der letzten Segelschiffe der Welt gewesen sein muß.
Das alles ist jedem Bewerber eigentlich vorher klar. Ebenso ist es nunmal in größeren Gruppen auch nicht nur nicht zu vermeiden, sondern vermutlich sogar unabdingbar, daß es etwas rauher zugeht. Eingepfercht, ohne Privatsphäre – natürlich ist das keine Kreuzfahrt auf der Queen Mary 2. Da werden die Sprüche härter. Wer das nicht aushalten kann, der soll sich eben nicht bewerben.
Es können nämlich so viele gutgemeinte Anstrengungen unternommen werden, um diesen „furchtbaren Druck” zu mildern; ändern wird das nichts. Wenn Menschen in schwierigen Situationen auf engem Raum zusammenleben, wird sich die Anspannung entladen. Da ändert kein Beschluß am Kabinettstisch und keine wohlmeinende Reportage aus dem bequemen Journalistensessel heraus etwas.
Eine ganz furchtbare Wahrheit ist nämlich die: In großen Gruppen verhalten sich Menschen unter Druck anders als sonst. Und wer das nicht will, sollte solche Situationen vermeiden.
ANMERKUNG: Natürlich hat das der Fleischhauer viel besser beschrieben.

20. Januar, 2011 at 15:08
Ich stimme Ihnen ja durchaus darin zu, dass, wer sich auf einem Segelschulschiff bewirbt, sich nicht beschweren soll, wenn man auch mal in die Takelage klettern muss.
Auch ist es offensichtlich, dass auf so engem Raum die Menschen unter Stress stehen und das anstrengend ist, aber das ganze ist ja auch keine Kreuzfahrt sondern Militär.
Was hingegen niemals – auch nicht durch “Unter Druck wird der Ton halt härter” – begründbar ist, sind sexuelle Belästigung oder direktes Mobbing. Da kann man sich auch nicht auf “früher war das auch so” oder “auf See ist der Ton eben rau” zurückziehen.
20. Januar, 2011 at 15:11
[...] Zie Gorch Fuck. [...]
20. Januar, 2011 at 15:27
Wie ich schon schrieb: Es geht nicht darum, ob man etwas tolerieren müsse, könne oder wolle. Sondern darum, daß Sie es nicht verhindern können. Alles, was Sie tun, um die Menschen krampfhaft zu verbiegen, wird dazu führen, daß sie den Druck woanders ablassen.
Allein schon, daß die Gruppe mittlerweile auch Frauen beinhaltet – Konflikpotential. Und zwar en masse. Das können Sie nicht durch gutgemeinte Worte wegdiskutieren. Das ist ja das Gemeine an der Realität: auch wenn sie politisch unkorrekt ist, ändert sie sich nicht.
20. Januar, 2011 at 15:32
Zu sagen “wir können es nicht verhindern” ist äquivalent zum tolerieren einer Sache.
Das Problem ist offensichtlich da und nach kurzer Überlegung muss jedem klar sein, dass an dieser Stelle eingeschritten werden muss. Ich will mich nichmal dazu äußern, ob es dadurch, dass nun Frauen mit an Bord sind signifikant anders geworden ist, oder ob nur mehr herauskommt (Studien in Gefängnissen haben gezeigt, dass Männer häufig nicht über ihr Opfersein sprechen [vgl. Diego Gambretta, Codes of the Underworld]), aber wegsehen geht einfach nicht.
Vielleicht brauchen die Soldaten eben auch keine gutgemeinten Worte, vielleicht würde ein echtes Anwenden der Regeln schon reichen: Wer seine Mitmenschen derart angeht kann sich nen neuen Job suchen und seine Pension als gestrichen betrachten.
20. Januar, 2011 at 15:37
Vielleicht sollten wir genauer definieren, was nun Handlungen sind, die nicht tolerierbar sind, und was nicht. Grundsätzlich ist es natürlich klar, daß gewisse Dinge nicht tolerierbar sind.
Dazu gehört aber ein dummer Spruch über Seife aufheben nicht.
20. Januar, 2011 at 15:48
“Dazu gehört aber ein dummer Spruch über Seife aufheben nicht.”
So einfach kann man sich das glaube ich nicht machen. So kann man sich ja immer auf “das war ja nur ein blöder Spruch” zurückziehen.
Man darf dabei natürlich auch nicht das Versagen der Vorgesetzten vergessen: Wenn klar ist, dass die Leute auf dem Schiff so steil gehen nach einiger Zeit, dann ist es die Aufgabe des Captains klar zu stellen, wie das Zusammenleben funktioniert und was nicht geduldet ist.
Ganz pragmatisch: “Mach keine blöden Sprüche oder Andeutungen bzgl. ungewolltem Sex irgendwem gegenüber, weil Du nicht weißt, ob die Person das richtig versteht oder sich wirklich bedroht fühlt.” So kompliziert isses wirklich nicht, auch nicht, wenn man nicht alles tolerieren möchte.
20. Januar, 2011 at 15:53
Und genau das funktioniert meines Erachtens nicht. Die Leute wollen und können nicht darüber nachdenken, was sie für Sprüche benutzen, um Dampf abzulassen. Ich kann mich gut an meine Bundeswehrzeit erinnern: Auch ich habe mich dort anders verhalten, anders verhalten müssen.
Der Spruch ist blöde, aber völlig harmlos. In meinen Augen. Wenn er jetzt zu einem schwarzen Kameraden gesagt hätte: „Du machst uns jetzt hier den Blasnigger!” dann wäre es selbstverständlich etwas anderes, was ja auch strafrechtlich relevant ist.
Ih befürchte: Je mehr Sie die Leute dazu zwingen wollen, tolerant und nett zu sein, umso weniger werden Sie erreichen.
20. Januar, 2011 at 16:10
Eigentlich wollte ich mich hier nicht dazu äußern, aber.
Ich finde, die Diskussion geht hier am Thema vorbei. Welches sich meines Erachtens eher um die Frage dreht, ob eine derartige Ausbildung noch zeitgemäß ist. Die Marine bildet keine Segler aus: Teamgeist lässt sich auch auf andere Art und Weise erlernen und festigen. Die ach so schöne Tradition dürfte so langsam mal ausgedient haben. Verzeihen Sie den seichten Vergleich, aber “normale” Soldaten müssen ja auch nicht mit Pferden, die Kanonen ziehen, durch die Pampa hotten.
Und noch etwas am Rande. Wohlmeinende Sessel-Reportagen und so. Ein Redakteur des NDR, der bis vor kurzem die Gorch Fock an Bord begleitete, wurde nach Aufkochen der Sache in den vergangenen Tagen vom Schiff “geworfen”. Seitdem wird gedeckelt und geblockt.
20. Januar, 2011 at 16:31
Doch doch. Äußern Sie sich ruhig mal.
Wobei ich mich schon wundere – hätte die Artillerie noch Reiten und solche Dinge im Programm, wären Sie doch sofort freiwillig hingegangen, oder? Das wäre für die Unteroffiziere sicherlich traumatisch gewesen.
Ob nun eine Ausbildung auf einem Segelschulschiff „sinnvoll” ist oder nicht, kann von uns beiden wohl keiner so richtig beurteilen. Mein Großvater, der ja nun selbst auf Segelschiffen zur See fuhr, meinte, das sei eine wichtige Sache für einen Seemann, weil er dann die Gefahren der See besser einschätzen könne. Aber er war auch ein hoffnungsloser Seefahrtromantiker. ( <3 )
Jedenfalls ist diese Art der Traditionspflege in meinen Augen eine sehr positive. Wem sie nicht gefällt, der muß nun wirklich nicht unbedingt sich auf eine Stelle bewerben, die dies vorsieht. Man kann auch ohne Bundesmarine zur See fahren. Und zur Bundeswehr gehen, ohne zur Marine zu müssen.
Daß im Fall der Gorch Fock alles perfekt lief, behauptet ja niemand. Im Gegenteil. Eine Untersuchung ist schon aufgrund der Meuterei unabdingbar.
20. Januar, 2011 at 16:41
Grundsätzlich gelten schon jetzt bei der Bundeswehr dieselben Gesetze wie in der Wirtschaft. Menschenverachtende oder sicherheitsgefährdende Handlungen sind definitiv nicht erwünscht und werden bestraft. Das es nicht an jedem Ort und bei jedem Soldaten – quer durch alle Dienstgrade – angekommen ist, ist unbestritten. Insofern ist es meiner Meinung nach auch selbstverständlich, dass falsch verstandenem Korpsgeist eine klare Absage erteilt werden muss – sowohl im Rahmen der militärischen Führung, wie auch von der Rechtsprechung.
In der Ausbildung zum Marinesoldaten sind verschiedene Grundkenntnisse elementar. Das gilt übrigens auch für andere Teilstreitkräfte. Wer insofern nie gelernt hat, unter höchster körperlicher Anstrengung mit den Bewegungen eines Schiffes auf hoher See, klar zu kommen, fehlen wesentliche Erfahrungen und Kenntnisse – das kann ich nicht am Simulator oder auf einer Fregatte im Einsatzbetrieb erlernen. Dennoch sollte auch dieser Teil der Ausbildung allen gebührenden Sicherheitsvorkehrungen erfolgen – grundsätzlich gilt ohnehin der Spruch: Eine Hand für das Schiff, eine Hand für dich selbst.
Und – lieber GP – seid wann nutzen sie im Rahmen von Bundeswehrbegriffen das Fugen s?
20. Januar, 2011 at 16:43
Bei den sicherheitsgefährdenden Handlungen ist natürlich ein Gefecht gemeint …
20. Januar, 2011 at 16:43
Mist: “Es ist dabei eben KEIN Gefecht gemeint” ….
20. Januar, 2011 at 16:46
… lieber GP, ich vermute, Sie nutzen das Fugen s, seit ich dermaßen viele Rechtschreibfehler mache.
20. Januar, 2011 at 16:46
Daß es bei strafwürdigen Handlungen zu einem Verfahren kommt, ist ja unbestritten und richtig. Selbstverständlich muß man den Maaten und Offizieren Grenzen setzen. Alles keine Frage.
Wenn ich aber lese, daß ein Satz wie der mit der Seife nun als unglaublich schlimm gilt, dann muß ich halt sagen: Sorry, aber es ist übertrieben. Auf einem Schiff geht es beengter zu als in einer Kaserne. Da wird man keine heile Welt herzaubern können.
20. Januar, 2011 at 16:47
Über das Fugen-s habe ich schon damals einigermaßen genervt diskutiert. Ich lasse mir doch meine Aussprache nicht von irgendwelchen Beamten ohne Sprachgefühl diktieren…
21. Januar, 2011 at 00:25
sie sind immer so erfrischend vernünftig! danke.
21. Januar, 2011 at 16:56
Sprachgefühl und Fugen-s? Das wäre ja als würde man Osama und George Dubya zusammen saunieren sehen …
24. Januar, 2011 at 19:58
Wahre Worte. Ich erlebe es jedes Quartal aufs Neue. Die Verweichlichung. Im zivilen die härtesten Typen und kaum spricht man die Herrschaften mal etwas lauter an schießen die Tränen in die Augen.
24. Januar, 2011 at 21:53
Auf einem Segelschiff zu lernen, sollte für einen Anwärter auf eine Offizierslaufbahn in der Marine (!) elementar sein. Ich habe keine Ahnung, was man auf einem Flugzeugträger können muss, aber ich weiß ein bisschen, worauf es auf einem historischen Segelschiff ankommt (wenn auch in wesentlich kleinerem Maßstab, aber eben Schiff – nicht Boot).
Ich weiß auch, wie es da unter Deck zugeht, ich weiß wie eng eine Pritsche ist und was für ein Krach das da unten ist. Wen das überrascht, der hat bei der Recherche gepennt. Und wer nicht in die Wanten will, der lässt es halt. Und zwar von Anfang an. Und wer zum Bund geht und sich über prollige Sprüche wundert, du meine Güte.
Aber: Wenn ich lese, dass Schwimmwesten nur in Ausnahmefällen getragen werden, dass Matrosen unter Schlafentzug Dienst machen müssen, dann klappen sich mir die Fußnägel hoch. Das hat nichts damit zu tun, dass die Soldatenwelt böse ist und man mit Härte drauf vorbereitet werden muss. Kommandeure, die ernsthaft auf die Captain-Bligh-Nummer setzen, sollte man auch aussetzen dürfen.
25. Januar, 2011 at 17:41
Was mich in der Nachanalyse amüsiert, ist die Meldung, dass es auf der Gorch Fock zu Alkohlexzessen gekommen sein soll. Also wirklich: Alkoholmissbrauch beim Herr in isolierten Situationen! Ich vermute, es wird bald durchsickern, dass schmutzige Witze über Stefanie zu Guttenberg gemacht wurden. Oder in einer Koje ein Playboy gefunden wude.
26. Januar, 2011 at 00:51
Immerhin wird das Vokabular deutlicher. Als im letzten Jahr noch von “Alkoholproblemen” beim Bund die Rede war, wusste ich immer nicht so recht, ob zu viel gesoffen wurde oder einfach gemeint war, dass das Bier alle ist.
27. Januar, 2011 at 10:29
Ramses: Da sind wir natürlich einer Meinung (außer in bezug auf Captain Bligh, weil Sie da wie üblich einer Legende auf den Leim gingen, aber das führte zu weit): Wenn jemand eine Kap-Horn-Umrundung mit einer Anfängercrew durchführen will, ist das schon idiotisch genug. Wenn er dazu noch am Tag vorher ordentlich Saufen anordnet, ist es schon vorsätzlich.
Daß ferner in 2 Jahren unter diesem Kapitän 2 Menschen starben, spricht wohl auch dafür, daß er es einfach übertreibt. Aber wie Sie sagen: Ein rauher Ton kann einfach nicht die Begründung sein, ebensowenig die fehlende Notwendigkeit einer maritimen Ausbildung.
Woegmann: Ich glaube, da sehen Sie jetzt zu sehr schwarz. Etwas so undeutsches wie den Playboy fände man auf einem Schiff der Kriegsmarine niemals. Oh. Verdammte Zeitmaschine. Verzeihung.
27. Januar, 2011 at 13:29
“Wie üblich”? Tss, ich glaubs ja nicht. Aber immerhin haben Sie wie üblich impliziert, was ich so nie geschrieben habe: Dass ich glaube, dass alles stimmen würde, was ich lese. Das tu ich mitnichten. Fußnägel klappen sich hoch, wenn ich es _lese_. Würde sich das Gelesene dann tatsächlich bestätigen, würde ich auch noch mal anders reagieren.
27. Januar, 2011 at 13:43
Seit wann reagieren Sie denn empfindlich auf meine Sticheleien?
27. Januar, 2011 at 14:48
Empfindlich? Das täuscht. Eigentlich wollte ich nur wie üblich zurück sticheln. (Ich kann ja schlecht schon wieder zugeben, mich missverständlich ausgedrückt zu haben. Sonst artet das noch aus.)
27. Januar, 2011 at 14:52
Ach sooo. Dann bin ich beruhigt. Aber auf etwas angefaßt, weil Sie mir da unterstellt haben… ;)
27. Januar, 2011 at 16:58
Wenn man das Gemeckere der Kadetten über Schlafen in der Hängematte und fehlende Privatsphäre hört, wundert man sich schon. War selbst beim Bund W 15 (also nicht mal freiwillig!), Privatsphäre: 20x20x40cm Fach im Spind.Einerseits. Andererseits gibt es in der Marine unzählige Vorschriften, die die Vorgesetzten natürlich nicht einhalten müsssen, sich aber nicht erwischen lassen dürfen. Das ist jetzt aber passiert und führt – zu Recht – wie überall im Leben zu Konsequenzen.
Wie das mit der Seife tats. gemeint war, weiß ich nicht, da ich Gott sei Dank nicht dabei war. Wenn aber Äquatortaufen so aussehen, dass sich unsere Marineelite dran ergötzt, wie sich Kadetten in Erbrochenem und Küchenabfällen wälzen, kommen mir am Ende doch Zweifel, ob der Kahn so weiterbetrieben werden soll.
28. Januar, 2011 at 11:58
Als Wehrpflichtiger habe ich auch Dinge erlebt, die nicht unbedingt in den Vorschriften standen. Die wir aber mitgemacht haben, ohne dadurch geistigen Schaden… wobei… moment… lassen wir das.
28. Januar, 2011 at 12:20
Hm, wahrscheinlich ändert man besser das ganze System, statt die Menschen. Ist halt einfacher als sich einzugestehen, dass es Menschen gibt, die weniger sozialkompetent sind, aber dennoch per Urkunde zu Vorbildern ernannt werden. Wieder ernsthaft – die Ausbildung auf einem Großsegler ist eine der besten Erfahrungen die man in seiner Laufbahn zum Marineoffizier machen kann und sollte grundsätzlich beibehalten werden.
Das Problem sind die Menschen, die diese Ausbildung durchführen. Vom Mannschaftsdienstgrad über die Unteroffiziere mit und ohne P. bis zu den Offizieren. In allen diesen Laufbahngruppen gibt es, schon rein statistisch, immer auch Idioten – Offiziere eingeschlossen. Falscher Korpsgeist, falsches Traditionsverständnis oder einfach nur soziale Unfähigkeit. Es gibt hervorragende Vorgesetzte und Kameraden (“Kollegen”) in allen Bereichen, aber es gibt leider auch hier die typischen Deppen, Mitläufer, Despoten und Selbstdarsteller. Und darunter sind dann auch immer die Das-musste-ich-schon-so-erleben,-daher-müsst-ihr-das-jetzt-auch-Leute. Aber im Grunde unterscheidet sich das nicht von Handwerksberufen, Studentenvereinigungen etc. – Will sagen: In den Köpfen vieler muss sich was ändern. Man kann auch Äquatortaufen machen bei denen die Menschenwürde erhalten bleibt, oder man sich einfach sozial kompetent verhält. Auch sollte die Sicherheit beim Dienst nicht nur ganz oben auf der Liste stehen, sondern auch eingehalten werden. Und nicht zuletzt muss Dienstaufsicht auch tatsächlich stattfinden. Dann kann eine Ausbildung auf der Gorch Fock auch wieder erstklassig sein.
28. Januar, 2011 at 12:30
Ich halte das auch für essentiell: Man sollte nicht versuchen, den Menschen zu ändern. Und ein etwas rauherer Ton, ein paar dämliche Spiele wie eine Äquatortaufe und so – das sollte durchaus drin sein. Es gelten eben auf so engem Raum andere Regeln.
Wir können die Menschen nicht ändern, aber natürlich, und da stimme ich Ihnen absolut zu, muß es Grenzen geben. Wenn sich Leute in Kotze wälzen, also nicht in ihrer eigenen (sonst müßte der ganze Unteroffiziersstand verboten werden), dann ist das sicherlich etwas, das nicht geht.
Noch wichtiger als Gesetze und Regeln – die WÄHREND der Fahrt eh kaum überprüfbar sind, ist allerdings der Kapitän des Schiffes. Ein Segelschiff ist per definition eben eine Diktatur auf Zeit. Mit allen Risiken, die es in einer solchen nunmal gibt. Also muß der Kapitän besonders gut ausgewählt werden – bzw. er muß eben abgelöst werden, wenn er offensichtlich seinen Mitarbeitern ein schlechtes Vorbild ist.
28. Januar, 2011 at 12:53
… womit wir wieder bei der Dienstaufsicht wären (in diesem Fall das Marineamt und darüber das BMVg bzw. dem IBuK).
29. Januar, 2011 at 09:50
Dass manche Uffze nicht zwangsläufig zu den am höchsten entwickelten Lebewesen der Spezies Homo Sapiens gehören, hat GP schon angedeutet. Wenn die dann auf süße blonde Abiturientinnen treffen kann man sich den Rest unschwer vorstellen; mir fielen da spontan einige Prachtexemplare aus meiner Dienstzeit ein (“muss mer schnell noch e paar Pornos hole bevor de Zuch fährt…”). Nichtsdetotrotz sollte man aber gewisse rudimentäre pädogische Grundvoraussetzungen und Aufsichtstätigkeiten bei den ausbildenden Offizieren erwarten, die aber flächendeckend offensichtlich Mangelware waren. Die Einschätzung GPs über Captain Bligh trage ich voll mit: Der gute Mann ist in einer Nussschale tausende von Seemeilen sicher navigiert. Ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn sie das mit sonem Gorch Fockler machen würden……
30. Januar, 2011 at 10:19
Jetzt haben sie einen gemeinschaftlichen offenen Brief an Guttenberg geschickt – ja sagt mal, bin ich im falschen Film? Haben die schon mal was von § 1 Abs. 4 S.1 Wehrbeschwerdeordnung gehört, wonach gemeinschaftliche Beschwerden (und eine solche isses ja wohl) verboten sind, von “Flucht in die Öffentlichkeit” will ich garnet erst anfangen? Wir haben das damals jedenfalls eingebimst bekommen. O hauerha!!
31. Januar, 2011 at 11:23
Was mir dabei gerade einfällt:
1. Erzählen Sie mal in einer normalen Gesprächsrunde, daß Sie glauben, Unteroffiziere seien eher dümmliche Menschen, die ihr Sexleben nicht im Griff haben.
Reaktion: Zustimmung, maximal: „Also, es gibt aber auch Ausnahmen”.
2. Erzählen Sie derselben Runde, daß Sie glauben, Frauen seien durchschnittlich gesehen körperlich weniger geeignet, in die Takelage der Gorch Fock zu klettern (was übrigens eine absolut korrekte Aussage wäre).
Reaktion: „Sexist!” , „Chauvi!”…
31. Januar, 2011 at 12:57
Grds. Zustimmung, aber ich habe durchaus auch Uffze mit Grips kennengelernt, daher Vorsicht bei Pauschalisierungen. Allerdings finden sich die anderen nach der Gaußschen Normalverteilung natürlich überall.
Dass Frauen geringere Körperkräfte als Männer haben, kann aber auch gender mainstream nicht ändern (ansonsten fordere ich hiermit vollständige Aufhebung der Geschlechtertrennung bei Olympia etc..). Schon mal bemerkt dass Polizeistreifen immer m/m oder m/w, aber nie w/w sind? Wenn man dann n`Chauvi sein soll, bin ich halt einer. Ob Frauen jetzt speziell für den Dienst auf einem Segelschulschiff nicht geeignet sind, kann ich nicht abschließend beurteilen. Dass sie aber in einer abgkapselten Männergesellschaft für erhebliche “Unruhe” (in vielfacher Hinsicht) sorgen, dürfte als wahr unterstellt werden können. Ach so – sehen Sie das mit Captain Bligh auch so wie ich?
31. Januar, 2011 at 13:05
Nix anderes wollte ich doch mit meinem Kommentar ausdrücken.
Captain Bligh: Sehr erhellend dazu ist der Wikipedia-Eintrag. Seine Leistung ist in der Tat zu bewundern – aber eben anscheinend seine Menschenführung auch. Im Gegensatz zu dem Bild, das durch Filme gezeichnet wurde.
7. Februar, 2011 at 21:16
Neues von unserem Muster-Kreuzer. Werde mich jetzt (knapp 50, aber dafür Bodymaßindex 29 = fit for naval service) als Marineoffizier bewerben, weil ich´s nochmal richtig krachen lassen will. In punkto Alk wird mir die Stammbesatzung auch nix vormachen. Suche noch Mitbewerber, GP wie wärs?