Ich hab ja gar nix gegen Umoperation

Ich hab ja gar nix gegen Umoperation

Manchmal wird es so bizarr, daß eigentlich jeder Mensch, den ich kenne, lauthals zu lachen beginnen müßte. Und auch jeder, den ich nicht kenne. Mal ganz ehrlich, wenn wir tief in uns hineinhorchen und all die politische Korrektheit ablegen, die wir uns antrainiert haben: Wenn Sie folgende Geschichte lesen, müssen Sie dann nicht auch lachen? Denken Sie sich dann nicht auch… aber dazu später. Wenn ich die Geschichte erzählt habe.

Ein 62jähriger Mann kommt also in diesem durchaus recht fortgeschrittenen Alter auf die Idee, daß er doch lieber eine Frau wäre. Gut, in dem Alter bekommen die ja auch nicht mehr ihre Tage und müssen keine Kinder mehr gebären, so daß die Hauptgründe, aber ich schweife ab.

Also beginnt dieser (bestimmt ganz nette Mensch) mit Hormonen und ähnlichem. Wie gesagt: Nachdem er 3/4 seines Lebens bereits hinter sich hat. Im Paß steht dann wohl auch ein weiblicher Vorname. Das Geschlecht hingegen steht noch so da, wie es die Natur geschaffen hat, die alte Sexistin. Er ist also weiterhin (noch) ein Mann. Vielleicht schafft er es ja noch, die Therapie zuende zu bringen, bevor es mit ihm zuende… aber ich schweife (sic!) schon wieder ab.

Nun ist es natürlich so, daß das Geschlecht keinerlei Auswirkungen auf die Sexualität hat. Konsequenterweise will der/die 62jährige nun also auch noch homosexuell sein – obwohl das Wort ja nun angeblich Lesben diskriminiere, aber auch das führt zu weit, außerdem kann ich langsam nicht mehr tippen vor lachen. Er lebt nämlich mit einer Frau zusammen.

Also: 61 Jahre lang ein Kerl.
Umoperieren auf Frau.
Feststellen, daß man auf Frauen steht.
Sich als homosexuell verstehen.

Statt:
62 Jahre, heterosexuell, männlich.

Egal. Jedenfalls will sie nun ihre hetero-/homosexuelle Partnerschaft eintragen lassen. Und wissen Sie was? Dieser faschistische Beamte im Standesamt will nun doch tatsächlich „Ehe” eintragen! Also das volle Programm mit voller Förderung und allem! Aber das diskriminiert natürlich unseren 62jährigen, bei dem ich mittlerweile sowieso vermute, daß er mit sich so im Unreinen ist, daß er jeglichen Ausspruch über seine Person als Beleidigung auffassen wird, denn er will ja nicht als olle Hete gelten. Als spießiger Mann, der eine Frau ehelicht! Nein. Da muß schon etwas Besonderes her. Also klagt er. Obwohl die Ehe keinerlei Nachteile gegenüber der eingetragenen Lebensgemeinschaft bietet.

Wissen Sie, ich fände das ja lustig. Ich als Richter würde den Kerl unter Tränen (vor Lachen) des Gerichtssaals verweisen und ihm eine Strafe wegen groben Unfugs aufbrummen. Aber zum Glück bin ich ja kein Richter.

Weniger lustig daran finde ich allerdings, daß die Gemeinschaft aller Steuerzahler für so einen Schwachsinn Geld ausgeben muß. Ja, es mag wenig sein. Es ist ein Einzelfall, und natürlich haben Sie alle recht, die besonnenerweise sagen, daß soetwas nunmal dazugehöre. Aber wenn ich mir vorstelle, daß von diesem Geld an sich auch eine neue Straße gebaut werden könnte, ein paar arbeitlose Familien mehr Spielzeug für ihre Kinder kaufen könnten, von mir aus sogar ein paar Abgeordnete neue Montblanc-Füller bekommen könnten – ich bin mir irgendwie nicht so sicher, ob so eine Rechtskomödie wirklich so viel Geld wert ist.

Aber gut. Ich mußte schmunzeln.

UPDATE: Genauso wie vermutet. Der Blick fürs Absurde geht uns verloren. Sie glauben gar nicht, was für hasserfüllte Kommentare ich erhalte. Von Leuten, die mit heiligem Zorn auf jedes vermutete Fehlverhalten aufspringen, daß es einfach nur bizarr ist. Es geht auch nicht darum, zu argumentieren, sondern nur noch um Empörung. Denn Empörung ist per se „gerecht”. Sie wissen ja: Empörung ist wichtiger als Überzeugungsarbeit. Letztere ist nämlich anstrengend, erstere dafür aber gut fürs eigene Ego.

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