Haben Sie sich mal in letzter Zeit bewußt Menschen im Anzug angesehen? Beispielsweise Politiker, Nachrichtensprecher – oder eben die ganz normalen Leute auf Messen, im Café, auf der Straße? Ist Ihnen dabei etwas aufgefallen? Ja? Mir nämlich auch. Ich sehe nur noch weiße Hemden.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ein weißes Hemd ist ein wunderbares Kleidungsstück. Es paßt gut zur feierlichen Abendgaderobe. Und ab und an auch zu geschäftlichen Anlässen. Zu gehobenen geschäftlichen Anlässen. Dazu muß es aber geschickt kombiniert werden. Ein weißes Hemd kann nämlich schnell auch mal langweilig aussehen.
Und genau daran hapert es anscheinend. Auf Messen sehe ich häufig Menschen im mittlerweile üblichen Ornat: Schwarze oder dunkelgraue Anzüge, schlechtsitzend, ein weißes Hemd, häufig mit Button-Down-Kragen. Dazu eine gestreifte Krawatte, meist in Rot- oder Orangetönen. Selbst wenn ich mir vorstelle, der Anzug säße ordentlich und das Hemd wäre eines mit einem schönen Haifischkragen und Umschlagmanschette – es sähe langweilig aus. Weiß ist nunmal keine besonders interessante Farbe. Daher trägt man es eben häufig zu feierlichen Anlässen am Abend: Weil die Frau dann mit Farben punkten kann. Die Kleidung des Mannes soll dann eben nur die Leinwand dazu bieten.
Über das Problem der schwarzen Anzüge habe ich mich oft genug ausgelassen. Über die vorherrschende Meinung, Dunkelgrau wäre die perfekte Farbe für alle Anlässe, auch. Aber das weiße Hemd hängt mir mittlerweile fast ebenso sehr zum Halse raus wie diese beiden Nervfaktoren der Alltagskleidung. Dabei wäre es so einfach, ohne Mehrkosten viel besser auszusehen:
DAS BLAUE HEMD.
Kombinieren Sie doch bitte einfach mal ein blaues Hemd zu Ihrem (von mir aus grauen) Anzug! Schauen Sie sich an, wie auf einmal die Krawatte viel schöner zur Geltung kommt. Auf einmal ist das Hemd nicht mehr nur die Fläche, auf der eine schöne Krawatte getragen wird, sondern in sich schon ein Hingucker (und wieviel wichtiger ist das blaue Hemd, wenn Sie auch noch auf eine Krawatte verzichten, Sie Oberkellner!)
Natürlich wäre es furchtbar, wenn nun wieder jeder im blauen Hemd durch die Gegend liefe. Für diejenigen, die etwas sicherer im Kombinieren sind, gibt es auch genügend Alternativen: Gestreifte Hemden, ja sogar rosafarbene – oder eben auch mal ein weißes, wenn die Krawatte besonders gut zur Geltung kommen soll, wenn die Frau dabei ist und ein atemberaubendes Kleid (bspw. in rot) trägt.
Aber für diejenigen, die sich nicht so viel mit Kleidung beschäftigen wollen, die vielleicht selbst nie genau wissen, wie man einen Anzug ordentlich kombiniert, die eine Krawatte eher als lästig ansehen: Bitte, bitte tun Sie sich und dem Rest der Welt einen Gefallen und tragen ein blaues Hemd. Hellblau für diejenigen, die am wenigsten Risiko eingehen wollen.
Sie werden feststellen, daß Sie schlagartig besser gekleidet aussehen. Sich von Ihren Kollegen im Einheitslook abheben. Und wer weiß? Vielleicht stellen Sie auch fest, wie viel einfacher es ist, schöne Farbkombinationen zu kreieren, als wenn sie das schnöde, weiße Hemd anziehen.
Ein Versuch ists doch wert, oder?

4. Mai, 2011 at 15:24
bin ich froh dass ich nur in Jeans+T-Shirt rumrenne…
4. Mai, 2011 at 21:21
Auch wenn sich dieser Blog Eintrag eher an Männer richtet, stimme ich voll und ganz zu, da das farbige Hemd endlich gesellschaftlich anerkannt ist. Der Griff zum weißen ist daher ein Rückschritt für den männlichen Teil der Menschheit!
Zudem gibt es momentan eine Farbenvielfalt die ohne Probleme zu allen dunklen Anzügen passen.
Also, mehr Mut zur Farbe!
4. Mai, 2011 at 22:24
Mache ich schon. Anthrazitfarbender Anzug und dazu ein Hemd in einem hellen Blau. Und weil ich richtig wild bin, ist es eine strukturierte Baumwolle.
4. Mai, 2011 at 22:32
Ich sag nur: Schwarzes Hemd und rote Krawatte. Sensationell, wenn auch nicht unbedingt ganz “konventionell”.
4. Mai, 2011 at 22:33
PS.: Bei einem rosa Hemd würde ich Augenkrebs bekommen. Aber das wird hier eh nie passieren… ;)
5. Mai, 2011 at 08:15
[...] Den German Psycho irritiert das um sich greifende Verhalten, dass Männer fast nur noch weiße Hemden anziehen. [...]
5. Mai, 2011 at 09:52
Anne: Ich bin ein großer Vertreter der klassischen Farben. Und ich kann mir nicht vorstellen, daß ein orange-pinkes Hemd zum Anzug gut aussieht. Aber generell stimme ich Ihnen zu: Mehr Farbe. Es gibt zwischen Schwarz und Weiß ein viel zu großes Spektrum, um es zu ignorieren.
MiM: Strukturierte Baumwolle – diese Art von Hemden liebe ich ja. Ist einfach noch mal ein bißchen interessanter. Aber daß Sie stilsicher sind, wußten wir beide ja schon länger.
ChiefJudy: Die von Ihnen angesprochene Kombination kann mal ganz ok aussehen, finde ich. Sie ist aber keinesfalls für den klassischen, förmlichen oder feierlichen Auftritt geeignet. Eher so: Partyoutfit. Da hingegen kann ich mir das ganz gut vorstellen. Probier ich heute abend einfach mal.
Aber die Angst vor Rosa ist gänzlich unbegründet. Rosa ist eine recht unaufdringliche Farbe für ein Hemd, die zudem noch gut zu kombinieren ist. Gerade zusammen mit einem dunkelblauen Anzug. Man muß allerdings eine männliche Ausstrahlung haben, um das tragen zu können. Ahem.
5. Mai, 2011 at 10:11
[...] Das weiße Hemd « German Psycho Kombinieren Sie doch bitte einfach mal ein blaues Hemd zu Ihrem (von mir aus grauen) Anzug! Schauen Sie sich an, wie auf einmal die Krawatte viel schöner zur Geltung kommt. Auf einmal ist das Hemd nicht mehr nur die Fläche, auf der eine schöne Krawatte getragen wird, sondern in sich schon ein Hingucker (und wieviel wichtiger ist das blaue Hemd, wenn Sie auch noch auf eine Krawatte verzichten, Sie Oberkellner!) [...]
5. Mai, 2011 at 10:46
Einverstanden – aber es gibt Branchen mit weissem Hemd als «must», z.B. in der Beratung und bei Banken. Ja, auch da kann man mit anderen Kombinationen Akzente setzen, aber die meisten Klienten schätzen es nicht, bis hin zum sehr negativ wahrgenommenen «Casual Friday»
5. Mai, 2011 at 11:01
Das ist so einfach nicht richtig. Ein blaues Hemd ist zu Geschäftsanlässen auch bei Banken völlig in Ordnung und wird auch nicht als „casual” angesehen.
Das weiße Hemd ist eben nicht „mehr business” als ein hellblaues. Es ist nur meist – langweiliger.
5. Mai, 2011 at 12:32
Taubenblau, mein Bester. Taubenblau…
Und wenn schon ein weisses Hemd, dann bitte nicht die ach so ‘modische’ schwarze Krawatte. Das gehört nur auf Beerdigungen.
5. Mai, 2011 at 12:46
Taubenblau – na sischer! Oder Kornblumenblau. Mit rot. Sie wissen schon.
Weißes Hemd, schwarze Krawatte, schwarzer Anzug. Richtig. Ein Mensch auf einer Beerdigung – oder ein Werber, der sich für gutgekleidet hält.
5. Mai, 2011 at 16:26
Schwarze Krawatte zu buntem Hemd würde ich aber schon durchgehen lassen. Vielleicht nicht unbedingt mit einem schwarzen Sakko.
5. Mai, 2011 at 16:38
Anne – aber sischa dat! Ich habe ein ganz wundervolle schwarze Krawatte, die perfekt zu meinem hellgrauen (und tailliert geschnittenen) Fischgrätanzug paßt. Sowohl mit hellblauem als auch mit weißem Hemd.
5. Mai, 2011 at 16:47
Das klingt wahrlich stilsicher. Welche anderen Farben hängen in Ihrem Schrank?
5. Mai, 2011 at 16:54
Anzüge: Beige, braun, blau, grau, schwarz. In jeweils mehreren Varianten (heller bis dunkler, mit und ohne Nadelstreifen). Am meisten blau.
Hemden: In wirklich jeder Farbe. Wild gestreift, einfarbig, kariert – aber natürlich niemals kurzärmlig.
Und dann natürlich die Sportsakkobatterie – vom Blazer übers Tweedsakko (in den Ausprägungen grün, braun, beige) bis hin zu moderneren Varianten mit Stehkragen und so.
Aber gut. Ich bin ja auch wahnsinnig.
5. Mai, 2011 at 17:02
wow, ich bin schwer beeindruckt und vermute, dass Sie einen begehbaren Kleiderschrank mit einer Fläche von min. 50 qm haben.
Ich glaube, ich ergrüne gerade vor Neid.
5. Mai, 2011 at 17:14
Leider nicht. Ich hab einen begehbaren Wandschrank, aber der ist leider voll. Und stinkt. Sie verstehen sicher. Das andere Hobby.
5. Mai, 2011 at 17:17
o, aber wie gleichen Sie den Geruch, der sich ja zwangsläufig in der Kleidung festsetzt aus?
Eine Flasche Hugo Boss for Men pro Tag?
5. Mai, 2011 at 17:19
Ich trage grundsätzlich Schutzkleidung. Bei meinen Anzügen bin ich eigen – und Boss kommt mir nicht ins Haus.
6. Mai, 2011 at 01:17
Bei meinem Haarschnitt sehe ich in einem schwarzen Anzug mit einem weißen Hemd und roter Krawatte aus wie der große Bruder von Agent 47. Insoweit finde ich den aktuellen Trend zu schwarzen Anzügen und roten Krawatten eher so na ja.
Ich habe zwar eine strahlend rote Krawatte von Thomas Pink, trage aber diese nur zu grauen Anzügen.
Neue Lieblingsmarke bei Hemden: Harry Rosen
6. Mai, 2011 at 01:48
Also, der Text und das gezeigte Bild zeugt von Ihrem hervorragenden Stil, den ich bei Ihnen (und, nebenbei bemerkt, auch bei Herrn MiM) durchaus bewundere, nicht zuletzt unterstrichen durch Ihre Gewichtsklasse, die mir seit vielen Jahren leider abhanden gekommen ist.
Aber erlauben Sie mir die Anmerkung, dass das weisse Hemd, jedenfalls für mich, nach wie vor eine unerreichte Leichtigkeit und Eleganz hat, die sich nicht nur durch die freie Kombinierbarkeit mit Anzugfarben zeigt. Wichtig und fast entscheidend ist dabei, wie von Herrn MiM bereits erwähnt, das Maserung bzw. der Stoff. Trageleicht, einmal eierschalenfarben, mit eingearbeitetem (gleichfarbigem) Muster, kleine, aber feine Unterschiede von Hemd zu Hemd, diese Nuancen sind für mich fast wichtiger als Farbunterschiede.
Mein Häubchen hat mich in vielen Jahren immer wieder zu farbigen Hemden gedrängt – nicht gemeint sind hier die Selbstverständlichkeiten wie taubenblau oder rosa oder Unmöglichkeiten wie Großkaros oder Längsstreifen – nicht zuletzt aus den von Ihnen erwähnten Gründen, aber irgendwie werden diese Farben immer wieder ein- bzw. überholt vom Klassiker in weiss.
Ich denke mal, die Langeweile steckt eher im Hemd selbst, als in der fehlenden Farbe … ;-)
6. Mai, 2011 at 10:20
rwi: Dabei würde die bestimmt super zu blauen Anzügen aussehen.
Blogspargel: Vielen Dank – an der Gewichtsklasse arbeite ich auch regelmäßig. Sonst würd ich die wohl bei meinem Lebenswandel auch nicht halten. Ahem.
Ich will nur klarstellen: Ich habe überhaupt nichts gegen weiße Hemden. Ich finde weiße Hemden sehr schön und stimme Ihnen zu: Diese lassen sich sehr gut kombinieren. Es ist nur so schade, daß viele Menschen zu glauben scheinen, ein weißes Hemd wäre die einzige Möglichkeit zum Anzug. Und das sieht halt irgendwie langweilig aus. Zumal viele auch recht langweilig kombinieren.
Bei einem weißen Hemd muß halt die Farbe anders ins Spiel kommen. Mit Einstecktuch und Krawatte kann ein weißes Hemd aber natürlich hervorragend aussehen.
Große Karos hingegen – also ich habe mehrere Hemden mit großflächigem Gittermuster. Die können durchaus gut ausssehen. Sind aber natürlich eine größere Herausforderung, wenns gut aussehen soll. Und längsgestreift ist doch super – ich meine, richtig doof sehen Querstreifen auf nem Hemd aus. Die gehören aufn Rugbyshirt.
6. Mai, 2011 at 14:53
Meine Herren,
die hier zu entdeckende Präferenz für Blau als Hemdenfarbe finde ich doch sehr bedenklich. Blau ist schlicht working class und für alle, die nicht grad It-Administrator ider Ingenieur sind (dann bitte mit Brusttasche und Kuli drin) keine geschickte Wahl. Je dunkler, desto schlimmer. Am ende noch mit blauen oder schwarzen Knöpfen!
ganz hellblau oder kräftiges Aqua würde vielleicht noch gehen, aber sonst ist davon doch eher abzuraten.
Dagegen sind rosafarbene Hemden völlig problemlos, weil auch die hinterwädlerischsten Ostküsten WASPS gelernt haben, dass “rosa” nicht gleich “schwul” ist. Blau = Workingclass hält sich dagegen.
M.E. kann man auch karierte oder längsgestreifte Hemden sehr gut tragen. Es kommt halt auf die Kombination aus Hemd, Anzug und die Krawatte an. Letztere ist am besten uni, wie man auch meist am besten mit einem unifarbenen Einstecktuch fährt (und glauben Sie denen nicht, die meinen, nur weiß oder gemustert ginge als Tuch).
Schauen Sie sich doch mal die Kataloge der englischen Versender an, das finden Sie weit überwiegend recht geschmackvolle Kombinationen mit allen möglichen Mustern in Hemd und Krawatte.
Sogar orange-pink kann ich mir zu einem dunklen oder mittelgrauen Anzug gut vorstellen. Was solche Farben angeht: Schauen Sie sich doch mal bei Duchamp London um, die haben eine 80-90% Erfolgsquote beim der Verwendung von schreienden Farben und Mustern für geschmackvolle Outfits. Freilich keine 100% und dem Vorstand der Deutschen Bank würde so vielleicht nur Thomas Herrmans entgegen treten, aber sonst? Schauen Sie sich doch die Leute an, oft ist es gar nicht schwer weitaus besser angezgen zu sein als der vorstand, siehe Versicherungsbranche.
Quergestreift gibt es m.E. gar nicht, jedenfalls hoffe ich es. Schlimm sind auch diagonale Karos, am besten noch in braun. Aber einfaches Gitterkaro, Vichy, Glencheck, usw. sind Essentialia kleidsamer Hemden.
Faktisch trage ich selbst fast kein weißes Hemd mehr, weil es eben zu langwielig ist. Vielleicht wenn es ganz festlich sein muß, aber sonst? Irgendeine Krawatte drumhängen und ein weißes Einstecktuch ins Jackett stopfen kann schließlich jeder Depp. Und insofern gilt auch hier: Fashion is a statement.
BTW Herr germanpsycho, wann gedenken Sie, sich von Ihren braunen Anzügen zu trennen?
6. Mai, 2011 at 15:03
Blau = „working class” ist ja nun noch veralteter als „no brown after six”. Also mal ernsthaft. Sich über ein blaues Hemd (klassische Farbe für Herrenhemden) aufregen, aber orange-pink befürworten? Nee, nee!
Es geht hier auch nicht darum, daß jemand, der Stilempfinden hat, auch gewagte Muster kombinieren kann. Das geht. Noch geht es darum, den englischen Stil mit einfarbiger Krawatte und eher schreienden Hemden abzulehnen – ihn aber als den einzigen darzustellen, liegt mir ebenfalls fern.
Klar ist, daß jemand mit entsprechendem Stilempfinden sowohl mit gemustertem Hemd und einfarbiger Krawatte als auch mit einfarbigem Hemd und gemusterter Krawatte hervorragend aussehen kann.
Aber wenn man nunmal nicht ganz so weit ist, dann hilft es eben schon, einfach einmal zu lesen, daß Weiß eben NICHT die einzige Farbe für ein Hemd ist.
Rosa: Ich stimme Ihnen ja zu – aber es gehört eben auch genügend Selbstbewußtsein dazu, rosa zu tragen.
Und was die Einstecktücher angeht: Selbstverständlich können gemusterte hervorragend aussehen. Selbst weiße (bspw. beim Smoking immer noch eine gute Kombination) sind nicht generell verkehrt. Genauso sind auch unifarbene nicht generell schlecht (ich trage im Bild übrigens ja auch einfarbig).
Das weiße Hemd hat seinen Sinn bei feierlichen Anlässen. Und wenn wir es schaffen, daß die Menschen nicht ständig weiße Hemden zum Anzug tragen, dann wird es auch irgendwann wieder weniger langweilig.
Von meinen braunen (hellbraun, bzw. beigefarben) Anzügen werde ich mich selbstverständlich nicht trennen. Genauso wie es Hemden in allen Farben gibt, sind auch Anzüge – je nach Anlaß – nicht nur blau oder grau. Auf einer Gartenparty jedenfalls fühle ich mich in beige sehr wohl. Beispielsweise kombiniert mit einem, ja, blauen Hemd und einem leicht gemusterten Krawattenschal (wollen wir das als Extrathema behandeln? ;) )
6. Mai, 2011 at 22:26
Ich probiere das aus, sobald ich wieder im Büro bin. Momentan trage ich zwar blau, nur sind hier die Hosen mit dem Oberteil vernäht. Und es wäre schön, wenn die mexikanischen Lagerarbeiter wenigstens einmal im Monat duschen würden.
7. Mai, 2011 at 12:20
Ein rosa Hemd gefällt mir auch beim männlichsten Mann nicht…
Und, war das Partyoutfit gut?
7. Mai, 2011 at 18:09
Ja, bitte die Krawattenschals als extra Thema. Ich muß nämlich gestehen, daß ich keinerlei Ahnung habe, was das ist.
9. Mai, 2011 at 08:43
@25: Gemach, gemach, wegen blauen Hemden ist bei mir kein Adrenalin im Blut. Und wegen der White Collar/Blue Collar Thematik müssen Sie sich bei den WASPS beschweren, nicht bei mir. Ob das outdated ist? Ja, sicher. Aber schauen Sie sich die Praxis an in den konservativen US Unternehmen. Ich habe vor noch gar nicht allzulanger Zeit (1989, um genau zu sein) selbst erlebt, wie man in der dt. Dependance eines US Konzerns einen Mitarbeiter nach Hause geschickt hat, weil ihnen das Outfit zu leger war: blaues Hemd mit schwarzen Knöpen und roter wild bildchengemusterter Krawatte. Es waren die späten 80er, da gingen solche Krawattenmuster noch, aber mit dem Hemd wollte man sich nicht abfinden.
Auch der englische Stil ist sicher nicht der Einzige, den man(n) tragen kann, hat ja auch keiner gesagt. Ich finde jedoch, er ist jederzeit dem deutschen Einerlei mit weißem Hemd und x-beliebiger Krawatte vorzuziehen.
Dagegen Rosa = Selbstbewußtsein erforderlich? Ich hab damit seltsamerweise nie ein Problem gehabt (und fragen Sie nicht, welche Abgründe in meiner Seele lauern) und auch keinen Anlaß gehabt, eines zu entwickeln.
Die hellbraunen/beigen Anzüge sind ja was anderes als braune Anzüge. Ich dachte an Schokolade oder schlimmeres, womöglich als breiter Nadelstreif. Ich nehme an, Leinen oder Baumwolle? Aqua paßt dazu tatsächlich hervorragend.
Ein Beitrag zu Krawattenschals wäre prima, die werden allgemein unterschätzt. Wie es auch generell prima wäre, mehr von Ihnen zu lesen als nur twittagewitta. Ich hatte ja schon die Befürchtung, Sie seien in der Brauerei versumpft.
11. Mai, 2011 at 09:36
RWI: Und ich vermute, das einzige, was es an Langbindern gibt, hält da Kabel zusammen?
Chiefjudy: Nee, ging nicht. Die Schwarztöne bissen sich. Ich bleibe wohl bei der klassischen Art, einen Anzug zu tragen.
Anne: Ein Krawattenschal ist ein gar wundervolles Stück Stoff, welches unter dem Hemd getragen wird und als Schal um den Hals liegt. Also nicht ganz so offen und geckenhaft wie ein Löw’scher Strickschal, sondern eher etwas subtiler.
Greenbowlerhat:
Wir sind uns ja offensichtlich einig, was das Einerlei mit weißem Hemd hierzulande betrifft. Da rennen Sie ja offene Türen ein, denn darum ging es mir ja. Blau ist eben die zweite konservative Hemdenfarbe neben weiß. Rosa wurde ja erst später „geadelt” und andere Farben sind auch heute noch eher denjenigen vorbehalten, die experimentieren wollen (bzw. können).
Braune Anzüge: Wissen Sie, zu meiner Haut- und Haarfarbe paßt einfach kein Dunkelbraun. Aber ich habe schon häufiger Menschen gesehen, an denen auch dunkelbraune Anzüge (sogar welche aus Cord, obwohl ich diesen Stoff persönlich völlig ablehne) sehr gut aussahen. Bei mir wirken halt blau und grau sehr gut. Bei dunklerer Haut und schwarzem Haar kann ein brauner Anzug wirklich gut aussehen.
Und das Thema Krawattenschals… ja. Da werd ich ganz sicher mal wieder was zu schreiben. Dieses Stück Stoff MUSS wieder Normalität werden ;)
11. Mai, 2011 at 09:37
P.S.: Beigefarbener Anzug: Mein Leinenanzug ist mir letztens leider abhanden gekommen. Der muß erst neu beschafft werden. Einer der beigefarbenen ist aus Baumwolle, der andere ganz normal aus Schurwolle. Letzteren trage ich aber kaum noch.
12. Mai, 2011 at 22:27
@GP: Oh ja, die Schwarztöne müssen natürlich passen. Das ist gar nicht immer so einfach.
15. Mai, 2011 at 15:40
Wenn man momentan Hemden kaufen möchte, wo sollte man dies momentan tun? Ich traf in der Sansibar einen älteren Herren, der früher für Olymp gearbeitet hat. Dieser sagte, daß Hemden von Olymp eine hervorragende Qualität besäßen. Eine Aussage, die mich noch immer verwundert – ob der Herr nicht doch im Marketing arbeitete?
Wo bekommt man ein gutes schwarzes Hemd, dass seine Farbe behält?
Was die Kombinationen von DuChamp im Internet angeht: Ein Anzug sollte Macht und Status seines Trägers signalisieren. Da ich jedoch kein Diplom einer Zirkusschule besitze, werde ich dort wohl eher nicht bestellen.
16. Mai, 2011 at 08:42
@RWI: Sie haben recht, die Duchamp Anzüge sind eher, ahem, ungewöhnlich. Ich meine aber doch, sie hätten aus dem Kontext meines Posts ruhig herauslesen dürfen, dass ich die farbigen Kombinationsmöglichkeiten von Hemden meinte. Und ich finde, die Duchammp Hemden können, z.B. mit anthrazitfarbenen Anzügen kombiniert, ziemlich gut und elegant ausehen. Passende Einstecktücher und Krawatten gibt es dort auch, aber es darf halt nicht too much werden. Der Reiz liegt in der Kombination von hilariously coulorful und ziemlich drögem dunkelgrau.
Klar braucht es auch den passenden Anzugträger und ein einigermaßen modeaffines Umfeld dazu. Der stellvertretende Nebengebietssachleiter im Finanzamt Stuttgart Süd, das Bayerische Innenministerium oder die Berliner Stadtverwaltung abt. Tiefbau, gehören vermutlich nicht dazu.
Mein letztes Olymp Hemd ist sicher 10, eher 15 Jahre her. Ich fand, die hatten damals ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis. Wie es heute ist, weiß ich nicht, da ich sie mittlerweile für das Gebotene für zu teuer halte. Vermutlich habe ich die auch ein paar Mal zu oft beim Kaufhof oder beim Karstadt gesehen, was bislang noch kaum der Qualität einer Marke gut bekommen ist. Da mögen auch deren erratisch-sprunghafte Rabattaktionen eine Rolle spielen, weshalb ich irgendwelche Preise dort nicht mehr ernst nehme und dort auch nicht mehr kaufen mag, noch nicht mal Basics wie T-Shirts. Da lobe ich mit die englischen Versender, die hauen einen mit ihren immer gleichen “mindestens 50% Rabatt” wenigstens ehrlich übers Ohr.
16. Mai, 2011 at 11:39
da die meisten menschen keine ahnung von stil haben, finde ich die “rückkehr” des weissen hemds eher gut. mit grausen erinnere ich mich an die 90er jahre, wo farbige hemden (orange, rot, grün) als tragbar zum anzug galten. ich meine damit nicht dezent gestreifte hemden, sondern einfarbige, in den genannten farben. fürchterlich.
blaue hemden sind natürlich völlig in ordnung, auch button-down.
schwarze krawatten ? bis auf die beerdigung ein absolutes no-go. egal, wie hippe mediensklaven das sehen. das schwarze hemd geht ohne krawatte zum dunkelgrauen anzug, wenn man es tragen kann.
schwarzer anzug dagegen wieder nur zu beerdigungen (obwohl da eigentlich auch anthrazit angebrachter ist).
die kombination aus schwarzem hemd, schwarzer krawatte und schwarzem anzug ist wieder ein 90er jahre-verbrechen. am besten noch mit turnschuhen. würgreiz.
zum thema einheitslook: jeder mann, der sich mehr als einen gedanken um sein aussehen macht, ist in deutschland in den meisten fällen besser gekleidet, als alle anderen.
16. Mai, 2011 at 21:14
Lieber Herr Greenbowlerhat,
Ihrer Anmerkung bzgl. Thomas Hermans entnahm ich dies bereits, daß Sie keineswegs jede Kombination dieses Unternehmens als angemessen erachten. Wie ich der Bunten – es war leider die einzige verfügbare Zeitschrift auf meinem letzten Flug, das Unterhaltungsprogramm an Bord war mir bereits bekannt – kürzlich entnahm, neigen die Inselaffen insbesondere bei Paarungsritualen doch zu abenteuerlichsten Kombinationen.
Leider sind die Produkte der deutschen Hemdenindustrie kaum tragbar. Somit bleiben mir nur Brooks Brothers, CTShirts und Thomas Pink. Hat jemand Erfahrung mit van Laack? Gibt es sonst noch gute Internetversender?
Schwarze Anzüge trage ich übrigens sehr gerne. Ich besitze davon 2 – einer von meinem asiatischen Schneider, einen von Armani. Da der Armani einen strukturierten Stoff hat, glänzt er nicht so penetrant. Der asiatische Anzug hat ebenfalls eine Streifenstruktur. Die Man in Black Nummer mache ich deshalb nicht. Aber so in ganz glänzend schwarz wäre ein Anzug wohl generell auf jeder Veranstaltung – es sei denn wir reden von einem Smoking – etwas daneben.
Blaue Button Down Hemden sind meiner Meinung nach nur etwas für die Freizeit. Auch meine weißen Brooks Brothers Button Downs trage ich nur ohne Krawatte,
Ich wünsche einen schönen Abend, RWi
17. Mai, 2011 at 14:31
RWI / Greenbowlerhat: Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit Cove & Co gemacht. Die maßkonfektionieren die Hemden. Preis und Leistung stimmen dabei. Ich habe ein weißes und ein blaues Hemd mit Fischgrätstruktur machen lassen und beide tragen sich hervorragend.
Van Laack: Ich weiß, daß viele über den Laden die Nase rümpfen, aber meine beiden van Laacks sitzen sehr gut und haben auch schon zig Wäschen gut überstanden. Von Charles Thyrwitt bin ich völlig weg. Die haben qualitativ sehr stark nachgelassen – ich habe nur noch meine älteren Hemden von denen, die neuen sind stets an Kragen und Manschette aufgescheuert. Außerdem sehen die aus wie Zelte.
Schwarze Anzüge: Nun, ich habe damit halt das Problem, das Leute sie zu oft anziehen. Ja, wenn man weiß, was man tut, kann man auch einen schwarzen Abend zu einer eleganten Abendveranstaltung anziehen. Obwohl natürlich nachtblau viel schöner ist. Aber an sich ist die Farbe halt meist äußerst langweilig.
Bei Button-Down-Hemden halte ich es wie RWI: Ich trage sie nur ohne Krawatte. Oder zu meinem „Lehreroutfit” mit Tweedsakko und grüner Wollkrawatte. Aber es ist halt irgendwie auch Geschmackssache.
The Weekender: Ich halte von modischen Statements auf Beerdigungen nicht viel. Der schwarze Anzug gehört meines Erachtens deswegen auf eine Beerdigung, WEIL er eben so langweilig aussieht. Man soll dort ja nicht repräsentieren, sondern sich unaufdringlich anstellen, damit des Toten gedacht wird. Außerdem ist schwarz nunmal hierzulande mit der Farbe des Todes assoziiert, daher finde ich alle anderen Anzugsfarben für diesen Anlaß unangemessen.
17. Mai, 2011 at 18:10
dass der schwarze anzug auf beerdigungen angemessen ist, schrieb ich ja. ich finde allerdings nicht, dass anthrazit ein “modisches statement” ist.
18. Mai, 2011 at 09:48
Selbstverständlich ist es das. Es ist nämlich nicht schwarz. Und schwarz ist eben genau deswegen angemessen, weil es KEINE Farbe ist. Weil es eben langweiliger aussieht (vor allem bei Tag) als alle anderen Farben.
18. Mai, 2011 at 10:15
@weekender: oh doch, natürlich ist das ein modisches Statement. Gehen Sie mal auf eine beliebige Stadtverwaltung oder in die Sachbearbeiteretage einer nicht ganz so großen Versicherung. Da überleben sogar noch petrolfarbene Anzüge mit messingfarbenen Nadelsstreifen, und die Herren haben bestimmt noch ihren Spencer im Schrank, für abends-tanzen…
@germanpsycho: bei CT gebe ich Ihnen recht, die sind qualitativ nicht mehr so gut wie noch vor 5, 6 Jahren.
Andererseits, ein Hemd ist auch nichts, was ich (im Gegensatz zu Schuhen) 10 Jahre lang tragen will. Und ich sehe das halt in Relation zum Preis. Für ein van Laack bekomme ich mindestens zwei von CT oder ähnlichen Versendern. Die passen mir ganz gut und halten dann vielleicht nur 2/3 so lang. Das ist mir aber letztlich egal, da ich mit 80, 90 Hemden mittlerweile genug Auswahl im Schrank habe und freilich immer noch ein weiteres Muster haben will.
Mit van Laack & Co. hätte ich mir das nicht leisten können. Sie können sich dann auch ausrechnen, wie oft dann jedes Hemd angezogen wird. Wenn es dann nach drei, vier Jahren verschlissen ist, mei. Da hat dann die Farbe meist eh schon gelitten.
Was die Weite bei CT angeht, hat sich das etwas gebessert, aber es gibt schließlich auch diverse Slimfit-Variationen von CT und anderen.
Bei mir kommt noch dazu, dass ich extra lange Ärmel brauche. Finden Sie mal solche mit Umschlagmanschette in nennenswerter Auswahl in einem Laden. Da ist doch bei weiß, blau, weiblaugestreift Schluß, und bitte keines unter 100 EUR.
@RWI: Ich habe Hemden außer von CT auch bei TM Lewin, Hawes & Curtis, Joseph Turner und Harvie &Hudson bestellt. TM Lewin ist meist schwer zu bügeln, hat aber für mich die interessanteren Muster. H&C und JT sind OK, aber halt nur das. Die Hemden von H&H waren von der Verarbeitung her bisher die besten, die Muster sind aber teils nur Standard, teilweise aber ganz interessant zu kombinierne (schauen Sie mal nach den multi-stripe). Der Versand nach DE klappt bei allen ganz hervorragend, wenngleich es auch mal 10 Tage dauern kann.
Klar könnte man auch bei Hilditch & Key oder Gieves & Hawkes bestellen, aber da würde ich lieber gerne selber mal hin.
Deutsche Hemden (Seidensticker, Eterna, Olymp, usw.) bieten mir vom Preisleistungsverhältnis nicht genug. Boss ist obszön überteuert. van Laack ist qualitativ sicher besser, mir aber mit 140EUR+ schlicht zu teuer. Für das Geld gibt es z.B. 4 CT Shirts. Wie gesagt, ich brauche längere Ärmel und Verschleiß ist mir da egal.
Mit Maßkonfektion habe ich bei Anzügen sehr schlechte Erfahrungen gemacht, Hemden habe ich mir danach nicht mehr antun wollen. Cove & Co kann ich mir aber gerne mal ansehen, wenn ich das nächste Mal in FFM bin.
Wann kommen denn jetzt die Krawattenschals? Wenn es Milano in Hambureg noch gibt, die haben meist eine Auswahl.
18. Mai, 2011 at 10:31
Ich will ja CT auch gar nicht verteufeln. Die bieten in der Tat sehr schöne Muster an. Es ist halt eher eine Art Modeschmuck, wenn der Vergleich erlaubt ist. Hübsch, nicht sehr haltbar, aber in Ordnung und kann wunderbar kombiniet werden.
VanLaack paßt mir persönlich einfach besser – und bisher hat mich die Qualität sehr überzeugt. Gerade weiße (sic!) und blaue Hemden brauche ich mir nicht häufiger zu kaufen. Da reichen mir ein paar wenige, aber qualitativ hochwertige.
Ich finde ja auch die Muster von Paul Smith sehr nett. Leider sind da die Ärmel etwas zu kurz.
Ihre Angst vor Maßkonfektion teile ich. Ich rate auch jedem davon ab, Anzüge maßkonfektionieren zu lassen. Bei Hemden siehts anders aus. Zumindest bei Cove. Von denen bin ich sehr angetan. Mag aber auch eine Anbieterausnahme sein.
In Hamburg kann man sich ja eh vor sehr guten Maßhemdenschneidern kaum retten.
Krawattenschals: Bei Milano war ich noch nicht. Ich mag Haptik und Optik bei Hermès einfach so gerne, da hab ich nicht auf Quantität gesetzt. Artikel kommt. Aber ich kommentiere immer so lange, da bleibt keine Zeit mehr ;)
18. Mai, 2011 at 22:06
Werter Herr GP,
bei diesem netten Thema möchte ich mich bei Ihnen bedanken, daß ihr Blog seit fast 4 Jahren mich blendend unterhält.
Daß ich ihn fand war zufällig – ich googelte nach CTShirts. Da kam ihr Blog als bedeutenster Eintrag.
Viele Grüße, RWi
19. Mai, 2011 at 20:58
Ich möchte als weibliches Wesen anmerken, dass ich die hier geführte Unterhaltung sehr interessant finde. Ich hätte nie gedacht, dass es Männer gibt, die sich so intensiv mit Kleidung beschäftigen. Ich finde es einfach nur toll und bitte daher um weitere Artikel zum Thema.
Herr GP, vielleicht sollten Sie für GQ schreiben?
19. Mai, 2011 at 22:32
@ Anne:
Das machen wir alles nur um Frauen kennenzulernen.
Und um uns dann ebendieser Kleidung wieder zu entledigen…
Eigentlich blöd, gell?
19. Mai, 2011 at 23:04
Meine Herren,
Lila ist das neue Pink.
Noch nicht bemerkt?
20. Mai, 2011 at 17:06
@ rwi
soweit mir bekannt, machen Frauen das nicht viel anders ;-)
20. Mai, 2011 at 19:50
@germanpsycho:
wie geschrieben: schwarz ist selbstverständlich angemessen. anthrazit ist das aber auch und meiner meinung nach mitnichten ein “modisches statement”. es wäre aber auch langweilig, wenn man immer einer meinung wäre…obwohl eine ernsthafte diskussion darüber, ob anthrazit oder schwarz auf einer beerdigung angemessener ist, etwas herrlich loriot-mässiges hätte.
21. Mai, 2011 at 02:03
@germanpsycho und @the weekender
verhält es sich nicht so, dass bei Beerdigungen die Farbe der Kleidung mittlerweile lockerer gesehen wird, also dunkel nicht unbedingt mehr Pflicht ist?
22. Mai, 2011 at 13:23
@anne: wenn man in stilfragen danach ginge, was das gros der bevölkerung für angemessen hält, dann könnte man jeden tag im trainingsanzug zur arbeit gehen.
stil hat etwas mit persönlichem anspruch und den konventionen des eigenen gesellschaftlichen umfelds zu tun.
unabhängig davon sollte man auf der basis von taktgefühl und respekt auf einer beerdigung nach wie vor dunkle kleidung zu tragen.
ob nun schwarz oder anthrazit sei dahingestellt.
28. Mai, 2011 at 23:51
Ich kauf mir dann mal einen Strick. Pink/apfelgrün gestreift.
14. Juni, 2011 at 23:39
Ich bin im Prinzip absolut Ihrer Meinung, weiße Hemden (wie auch weiße Wände) sollten die Ausnahme sein, nicht die Regel. Aber: In den Neunzigern waren blaue Hemden total in, von hell- überchagall- zu royalblau. Wer damals ein weißes Hemd trug war ein Revolutionär! Heute tragen nur noch Media-Markt-Verkäufer blaue Hemden. Die Zeit wird alles richten.
15. Juni, 2011 at 13:50
Nach einigen Wochen unterwegs komm ich nun endlich auch mal wieder dazu, die Kommentare zu beantworten. Danke, RWI, und seien Sie versichert: Auch wenn ich mal wieder monatelang nix schreibe, ab und an wird immer wieder mal irgendein Beitrag kommen.
The Weekender: In der Tat. Ich mein, mal unter uns: Die meisten Leute würden die Diskussion gar nicht verstehen. Die haben eh nur einen Anzug, und den vermutlich auch noch in der unpassendsten Farbe für den einzigen. Schwarz. Ich mein halt nur: Eine langweiligere Farbe (gerade bei Sonne) gibts halt nicht. Ein schwarzer Anzug ist eben nur Abwesenheit von Licht. Und deswegen halte ich ihn eben bei Beerdigungen für richtig, weil er eben gar keine Aussage trifft. Grau hat schon wieder Farbe. So im Prinzip von: Könnte von der Trauer ablenken. Aber was solls – letztlich würden wir noch 10 Schleifen drehen und dann eh einen Konsens finden.
Anonymous: Sie haben absolut recht – und ich hatte das komplett vergessen. In der Tat hätte ich dasselbe damals über blaue Hemden geschrieben. Was ich wohl eigentlich aussagen will: Es gibt nicht die eine Farbe fürs Hemd. Und wenn alle das Gleiche tragen, wirds halt langweilig.