Windsor vs. 4-in-Hand

Windsor vs. 4-in-Hand

Die meisten Stilexperten raten beim Krawattenknoten zum Four-in-Hand. Gerade so, als sollte man sich nur einen einzigen Knoten merken und den zu allen Anlässen tragen.

Wieo eigentlich? Wieso verwenden wir Zeit darauf, die Schuhe passend zum Gürtel (oder umgekehrt) auszuwählen, warum achten wir auf Farbe und Muster des Einstecktuchs, der Krawatte, des Hemdes – wenn wir dann beim Krawattenknoten immer nur denselben Knoten binden, den alle anderen auch benutzen? Und warum muß es ein Four-in-Hand sein?

Verstehen Sie mich nicht falsch – dieser Knoten ist überhaupt nicht verkehrt. Und ich selbst binde mir Krawatten auch häufig asymetrisch. Aber ist er der richtige Knoten für alle Anlässe?

Vergleichen wir ihn einmal mit dem Klassiker: dem doppelten Windsor. Der doppelte Windsor sieht symetrisch aus. In meinen Augen sieht das eleganter aus. Er sitzt auch fester – beim Four-in-Hand merke ich immer wieder, daß ich die Krawatte nach einem halben Arbeitstag wieder zurechtrücken muß. Der Windsor: bombensicher.

Wenn ich mich wirklich entscheiden müßte, den Rest meines Lebens nur noch einen einzigen Knoten binden zu dürfen – nun, ganz ehrlich: Ich bevorzugte den Windsor. Gerade, unaufdringlich, formschön.

Aber zum Glück müssen wir das nicht. Wir können variieren.

Zu festlichen Anlässen oder zu besonders wichtigen Terminen trage ich weiterhin mit Vorliebe den Windsor. Meine Faustformel: Trage ich ein weißes Hemd, wähle ich den eleganteren Windsor. Trage ich ein gemustertes Hemd, wähle ich den lockeren, moderneren Four-in-Hand. Bei allem dazwischen kommt es auf den Gesamteindruck an – je eleganter ich erscheinen will, umso eher tendiere ich zum Windsor.

Wie sehen Sie das? Also diejenigen von Ihnen, die Krawatten tragen? Windsor? Four-in-Hand? Ein ganz anderer? Oder ist es völlig egal, weil sowieso keine Sau auf den Knoten achtet?