Lieber Kevin Barth,
Sie fühlen sich mittlerweile sicherlich unverhältnismäßig hart angegangen, oder? Sie finden, daß es jetzt doch langsam mal reichen müsse mit den Beschimpfungen von diesen ganzen Leuten, die Sie gar nicht kennen, oder?
Und wissen Sie was? Ich kann Sie persönlich wirklich gut verstehen. So ein Shitstorm ist eine unschöne Sache. Vielleicht glauben Sie ja auch, daß das alles so schlimm doch gar nicht sei. Sie haben sich ja immerhin entschuldigt. Wieso also hacken die alle weiterhin auf Ihnen rum? Wieso kann man mit den Leuten nicht reden? Wieso akzeptieren die nicht, daß Sie einfach mal daneben gegriffen haben?
Wie gesagt: Ich kann Sie verstehen. Es ist nicht leicht, wenn eine Meute auf einen stürzt und beleidigende Tweets schreibt. Was da nicht alles über Sie geschrieben wurde. Uralte Kamellen. Rechtschreibschwäche. Nazitum.
Und nun gucken wir mal auf Ihre Tweets! Wie gehen Sie mit Menschen um, die einen Fehler begingen und sich dafür entschuldigten? Zum Beispiel: Wulff. Herr Wulff hat sich nicht antisemitisch geäußert. Herr Wulff hat sich bestechen lassen. Finden Sie für Herrn Wulff ein paar nette, beruhigende Worte?
„solche Leute wie den #Wullf kann man nur an seinen Eiern aufhängen! Die Ratte ist auch noch BuPrä. Mir wird schwindelig! *Kotz*”
Oder über seine Transparenzversuche: „Es wird alles in Internet gestellt! Hey hr. #wulff hat piratige Züge an sich! Wie geil und scheinheilig! #Piraten”
Aber wenigstens diese dummen Witze, die man auf Ihre Kosten macht, die ja nichts mit der Sache direkt zu tun haben, die könnte man doch lassen, oder? Also ungefähr so wie bei Wulff? „Habe mein traumauto gefunden. Will mir jemand 10.000.- € #wulffen?”
Sie sehen, lieber Kevin Barth, es ist schon etwas anderes, wenn man nicht nur aus sicherer Entfernung auf andere schießt, sondern wenn man mal selbst im Zentrum eines solchen Shitstorms steht, oder?
Sie selbst haben vorgegeben, auf welche Weise politische Auseinandersetzungen zu laufen haben. Sie bekommen gerade zurück, was Sie verteilten. Das mag ungerecht sein, schließlich sind Sie mit 22 Jahren noch ein sehr junger Mann. Aber Sie traten auch an, die Politik zu ändern. Sie traten an, um Ihre Meinung öffentlich zu vertreten. Sie traten an für mehr Transparenz und mehr Freiheit.
Sie kennen den Streisand-Effekt? Sie lästerten über Internetsperren und Menschen, die versuchen, einmal Veröffentlichtes irgendwie aus dem Netz zu tilgen?
Aber als es um Sie persönlich ging, veränderten Sie zunächst eine Grafik, die Ihre politische Einordnung sehr genau zeigte. Sie löschten ein „Entschuldigungsschreiben”, das keines war, sondern ein Pamphlet, das zeigte, daß Sie kein bißchen verstanden hatten, warum ein Satz wie „ich finde den Juden an sich unsympathisch” klassisch antisemitisch ist.
Kurz: Sie taten all das, worüber Sie sich bei anderen Politikern aufregten.
Ich glaube nicht, daß Sie ein bösartiger Mensch sind. Vielmehr glaube ich, daß Sie wirklich davon überzeugt sind, daß Ihre Ansichten und Meinungen doch zu 100% korrekt seien und vielleicht falsch verstanden würden. Oder vom Gegner bewußt falsch aufgenommmen würden. Leider denken so die meisten Menschen. Niemand versteht, daß all unsere Entscheidungen und Überzeugungen mindestens zu 50% falsch sind. Die meisten Politiker gehen davon aus, daß jeder Gegner automatisch entweder dumm oder bösartig ist.
Daher suchen viele Politiker auch nach Möglichkeiten, den Gegner zu bekämpfen, anstatt zu verstehen, daß es bei allen Entscheidungen für die meisten Ansichten gute Gründe gibt. „Was kann man gegen FB User tun die rechte postings und Piraten verbinden? #Piraten #followerpower” – Sie wollten nicht über Inhalte diskutieren. Sie empfanden etwas als „rechts” und wollten dagegen vorgehen. Nun stellen wir aber fest, daß in der Tat Ihre persönliche, keineswegs bösartig gemeinte Einstellung eher rechts ist. Natürlich: Das wollen Sie nicht wahrhaben. Die von Ihnen veränderte Grafik (vorher und nachher), der gelöschte Tweet – sie alle aber belegen Ihre Überzeugung.
Nachdem so viele bösartige Kommentare über Sie geschrieben wurden, kann ich gut verstehen, daß Sie sich in die Ecke gedrängt fühlen. Aber vielleicht wäre es wirklich einmal an der Zeit, sich zurückzulehnen, sich selbst kritisch zu hinterfragen – und dann, in einigen Jahren, sich langsam wieder dem Thema Politik anzunähern.
Obwohl Sie sicherlich einen Comebackversuch eines Herrn zu Guttenberg seinerzeit heftigst abgelehnt hätten.
UPDATE:
Leider scheint der junge Mann nicht in der Lage zu sein, sein Denken und Handeln auch nur ein wenig kritisch zu hinterfragen:
“Jetzt kommt mal runter. Vorschlag nehmt euch ne dartscheibe und hängt mein Bild davor auf ;-)” schreibt er also auf Twitter, nachdem er gerade im ZDF bestätigte, daß sein Tweet kein Versehen war, sondern er wirklich, genuin, aus tiefster Überzeugung heraus Antisemit (und beratungsresistent) ist.
Kevin, Sie scheinen wirklich nicht zu verstehen, was Sie sind und was Sie anrichten. Sie sollten wirklich aufhören, sich selbst in Schutz zu nehmen – es IST so schlimm, wie Ihre Parteifreunde sagen.

9. Februar, 2012 at 13:44
Wunderbar formuliert und geschrieben! Toll!
9. Februar, 2012 at 13:49
guter text :)
9. Februar, 2012 at 13:55
Groß. Danke, Herr Psycho.
Mal sehen, ob Herr Failbär Barth sich das zu Herzen nimmt.
Er sollte.
9. Februar, 2012 at 13:56
gut recherchiert und aufgearbeitet. 1 und <3
9. Februar, 2012 at 13:57
*Sehr* guter Text!
„Die meisten Politiker gehen davon aus, daß jeder Gegner automatisch entweder dumm oder bösartig ist.“
Da aber, glaube ich, dass die meisten Politiker deutlich reifer sind als viele Piraten und sich abseits der notwendigen öffentlichen Konflikte zugestehen, gute Menschen mit berechtigten Positionen zu sein.
9. Februar, 2012 at 13:58
[...] ist hier vor allem der offene Brieg vom German Psycho an Kevin Barth. Treffender kann man es nicht [...]
9. Februar, 2012 at 14:00
.
9. Februar, 2012 at 14:00
Eine der besten Veröffentlichungen im Netz seit langem. Gratuliere dem Verfasser!
9. Februar, 2012 at 14:07
Muss ich Feuer mit Feuer bekämpfen? Oder kann ich nicht mit gutem Beispiel vorangehen?
9. Februar, 2012 at 14:09
Bin begeistert! Danke!
9. Februar, 2012 at 14:17
Ich befürchte ich bin nun endgütlig ein bisschen verliebt in ihren Intellekt, Herr GP.
9. Februar, 2012 at 15:25
.
9. Februar, 2012 at 15:31
Super Aufbereitung!
9. Februar, 2012 at 15:51
Stil gewinnt
9. Februar, 2012 at 17:09
Sehr erquickend zu lesen. Danke.
9. Februar, 2012 at 19:13
solchen Leuten zu raten,noch einmal in die Politik zu gehen,ist eine Schande. und ein schlechter Witz.
9. Februar, 2012 at 20:01
da steckt ja mehr passiv-aggressive Schadenfreude drin als in er Staffel Desperate Housewives.
Wenn ich ihre Empfehlung richtig deute ist es: “Liebe Kevininen und Kevins da draussen, beim nächsten Mal Kritik: lieber erstmal nach dem Glashaus gucken…”
Da haben Sie natürlich VÖLLIG recht, DAS ist es was wir brauchen. Mehr Zurückhaltung wenn es darum geht Kritik zu üben…könnte schließlich man selber sein…
Merkt eigentlich noch einer was?
9. Februar, 2012 at 21:34
T30, Sie offensichtlich gar nichts mehr.
Anonymous: wenn Sie Menschen erwarten. Die fehlerfrei sind, oder die exakt Ihre Meinung haben, werden Sie stets enttäuscht werden. Es gilt, herauszufinden, ob jemand aus seinen Fehlern lernt – oder eben, wie im vorliegenden Fall, noch verbohrter wird.
Ich glaube, Kevin kann man nach seiner Aktion im ZDF und seinen anschliessenden Tweets wohl endgültig abhaken. Weder lernt er aus dem Debakel, noch sieht er überhaupt nur ein, was für ein Problem seine rechte Gesinnung darstellt. Es ist zu vermuten, dass er irgendwann endgültig in die rechte Szene abgleiten wird, wenn er dort den Zuspruch bekommt, den er so dringend braucht – nur: es ist nicht zu ändern, scheint mir.
Schade.
9. Februar, 2012 at 21:34
btw: http://kevbarth.blogspot.com/2012/01/moral.html?showComment=1328720256743#c2514057776229010261
*kopfschüttel*
ich bin piratenwähler…aber dieser typ macht echt alles kaputt,was die piraten die letzten jahre mit sehr viel mühe aufgebaut haben(innerhalb von 4(!) monaten siet er beigetreten ist(!) )… :(
der typ muss raus aus der partei! der kann nur n u-boot sein oder … kp…
PAV,oder ich bin weg!
9. Februar, 2012 at 21:36
@18 germanpsycho: WORD!
9. Februar, 2012 at 22:38
Danke für den guten Text! Und danke dafür, dass er sich auf den Verursacher und nicht auf den Piraten “an sich” oder auf den Kevin “an sich” bezieht, wie so viele andere, vor falscher Betroffenheit triefende, Artikel.
9. Februar, 2012 at 23:07
Hätte einer der Anwesenden die Güte mir zu sagen, wer Kevbarth ist? Ich bin halt doch schon über 40…
9. Februar, 2012 at 23:18
leute über 40 sollten,wenn sie sich im inet aufhallen,google(oder andere suchmaschienen) nutzen können ;) *duckundweg*
9. Februar, 2012 at 23:58
Ein Problem ist übrigens auch, dass Menschen meinen, “sich entschuldigen” zu können. Entschuldigen kann man sich aber nicht. Entschuldigen können nur andere. Man kann höchstens um Entschuldigung oder Verzeihung bitten.
Aber heutzutage ist die Floskel “sich entschuldigen” selbstverständlich geworden – und so blickt auch Kevin verstört in die Welt, wenn er glaubt, dass er sich entschuldigt hat – die anderen ihn aber weiter des Antisemitismus schuldig sprechen.
9. Februar, 2012 at 23:59
@kopfschüttler 1:
Ich bin Pirat und mache mir um Leute wie Kevin ehrlich gesagt keine ernsten Sorgen. Im Gegenteil: die Debatte zeigt, dass die Piraten sehr kritisch auf solche Äußerungen reagieren. Er hat sich nun ins Abseits manövriert, hat seinen Rückhalt innerhalb der Partei verloren und ist in gewisser Hinsicht nun gebrandmarkt. Und das innerhalb weniger Tage. Das ist für ihn die größte Strafe. Da ist das Parteiausschlussverfahren nur noch der kleine i-Tüpfel, was aber – da gebe ich dir Recht – angestrebt werden sollte. Nur da drin steckt leider viel Bürokratie, damit so etwas juristisch am Ende nicht mehr anfechtbar ist.
Wenn dann sollte man sich eher mal den Rest des Kreisverbandes anschauen… Da mache ich mir mir ernsthaftere Sorgen!
@kopfschüttler 2:
Jaja, Google. Hätte sicher nicht unwesentlich mehr Zeit gekostet, das in einen Satz zu schreiben.
@rwi: Kevin Barth wurde als Vorsitzender des Kreisverbandes der Piraten in Heidemheim gewählt und ist durch eine sehr befremdliche Position zu Juden aufgefallen – und wie man hier nun eben lesen konnte, beratungsresistent.
10. Februar, 2012 at 00:12
@Frank: “@kopfschüttler 2:
Jaja, Google. Hätte sicher nicht unwesentlich mehr Zeit gekostet, das in einen Satz zu schreiben.”
ich habe angenommen, “rwi” hat seine frage eher ironsch gemeint.wenn dem nich so war,dann bitte ich um entschuldigung.
@Alexander Walther: kevin hat in allen stellungnahmen/interviews/usw. immer um entschuldigung gebeten.er hat hat nie gesagt “er entschuldigt sich”.wenn ich was übersehen habe,bitte ich um verbesserung ;)
10. Februar, 2012 at 00:54
Wertester German Psycho,
zum dem Wulff und “sich bestechen lassen” fehlt leider ein Kommentar. Die Frage nach dem Hintergrundsinn dieser “”Sozialleistüngen”" wurde bisher in öffentlichen Medien meiner Ansicht nach eher nicht durchleuchtet. Klar, wer beispielsweise von einem Puff mal eben kostenlos in den anderen Puff darf, hat sicherlich gleich auch eine gewisse Bringepflicht! Andererseits ist natürlich auch eine Frage nach dem politischen Sinn einer staatsmachtlichen Handlung bzw. dessen Verurteilelung etwas antisemitisches. Das Thema ist sicher garantiert auch gerne mal ein Antrag auf eine Prügelei. Ich habe es da unten auch einfach Satt!
10. Februar, 2012 at 01:00
Sehr schön.
10. Februar, 2012 at 01:04
Sehr sehr schön! Macht Spaß zu lesen, ist aus tiefster Überzeugung richtig.
10. Februar, 2012 at 01:22
guter Kommentar, Danke
Kyra
10. Februar, 2012 at 01:56
Als Buße dafür, dass ich seine Partei mal gewählt habe, hätte ich gerne, dass Sie eine Dartscheibe nehmen und mein Bild davor aufhängen. Danke.
10. Februar, 2012 at 03:40
Danke. <3
10. Februar, 2012 at 08:21
Danke, ich kannte den jungen Mann wirklich nicht. In Bayern haben wir ja das demokratische Ein-Parteienprinzip.
Generell kann ich Parteien die ein bedingungsloses Grundeinkommen fordern, nicht ernst nehmen. Wer das mal bis zum Ende durchdenkt, versteht dass dies das Ende der Demokratie bedeuten muss.
Das kommt davon, wenn frischgebackene Abiturienten und Langzeitstudenten Politik machen. Da kann es schon mal zu realitätsfernen Äußerungen kommen.
10. Februar, 2012 at 08:36
ok, streichen wir das mit dem Abitur…
10. Februar, 2012 at 10:16
@rwi: das Ein-Parteiensystem hatten wir im Osten auch mal gehabt. Die Leute sind auf die Straße gegangen, weil sie Pluralität wollten.
DDR 1989, Äqypten 2011, Bayern 2013
(Ja, das ist jetzt etwas überspitzt)
Und BGE mit dem Ende der Demokratie gleichzusetzen, ist auch etwas gewagt.
10. Februar, 2012 at 11:10
“Die Position Deutschland in dem Konflikt (zwischen Juden und Palästinensern) ist zwiespältig. Aber kann die Tatsache, dass wir europäischen Juden Opfer eines von Deutschen verübten großen Unrechts wurden, dem jüdischen Staat das Recht geben, nun Anderen Unrecht zu tun ? Glauben deutsche Politiker wirklich, es sei eine Wiedergutmachung der Ermordung meiner jüdischen Verwandtschaft, dass nun Israel haltlos und bindungslos alles machen darf, was ihm gerade so einfällt ? Es würde im Gegenteil Israel unendlich gut tun, wenn es aus seiner fantasiereten Position, das ewige Opfer zu sein, herausgeführt und wie jeder andere Staat fest in das internationale Regelsystem des Völkerrechts eingebettet würde. Das heißt, das die Besetzung des Westjordanlands, die jahrelange Belagerung Gasas und der Massenmord an seinen Einwohnern seit dem 27. Dezebemr 2008 sanktioniert und boykottiert werden müssen. Die EU sollte Israel ebenso an seinen Fortschritten in Beachtung von Völkerrecht und Menschenrechten messen, wie sie dies – berechtigt oder nicht – mit Serbien und der Türkei tut.
Die rechtliche Bewertung der Fälle Olmert und Barak aber sollte ebenso wie in den Fällen Karadzic und Mladic, in Den Haag erfolgen”. Zitat aus:
Prof.Dr.Rolf Verleger. “Israels Irrweg. Eine jüdische Sicht”. Erweiterte Neuauflage.PapyRossa-Verlag.
10. Februar, 2012 at 11:12
(Lieber RWI, nicht alle Kommentatoren verstehen unseren Stil. Ich weiß, man wird in Versuchung geführt, aber bitte, bitte, bitte: Sie müssen Ihren Witz nicht erklären ;) )
Werter Matt, die Dartscheibe geht klar, allerdings ist mir das mit dem Photo etwas zu unpersönlich, wie Sie sicher verstehen werden. Daher würde ich, Ihr Einverständnis vorausgesetzt, lieber Ihren Kopf nehmen. Ok?
Alexander Walther:
Ich bin nicht der Meinung, daß zwischen den Formulierungen ein großer Unterschied besteht. Bereits früher verkam auch der Satz „ich bitte um Verzeihung” zu einer leeren Floskel, genauso wie heutzutage das „ich entschudlige mich”.
Es stimmt zwar, daß prinzipiell die heutige Sprechart egozentrischer ist – und das Gegenüber gar nicht erst um Zustimmung bittet. Aber wenn wir von der reinen Wortwahl absehen und die Intention betrachten, so sind beide Formulierungen gleichzusetzen.
Sie gehen davon aus, daß der Sprecher stets bewußt die eine oder andere Formulierung wählt. Das aber glaube ich nicht: Die meisten Menschen benutzen einfach das, was sie häufiger hören.
10. Februar, 2012 at 11:14
Herr Schöpper: Die Diskussion über Israel muß jetzt aber nicht auch noch sein, oder? Oder gehören Sie zu den Leuten, die sofort, wenn sie „Antisemitismus” hören, als erstes brüllen müssen „ABER MAN WIRD DOCH GERADE ALS DEUTSCHER NOCH… Moment, worum gings?”
10. Februar, 2012 at 15:12
Danke!
Gute Lektüre.
10. Februar, 2012 at 16:20
mensch, eure probs will ich haben….
“…nachdem er gerade im ZDF bestätigte, daß sein Tweet kein Versehen war, sondern er wirklich, genuin, aus tiefster Überzeugung heraus Antisemit (und beratungsresistent) ist.”
“heute.de: Und was sagen Sie zu Ihrem Satz “Der Jude an sich ist unsympathisch”?
Barth: Für diesen Satz kann ich nur um Entschuldigung bitten. Ich meinte eigentlich die israelische Administration. Ich wollte nicht den Juden persönlich angreifen. Mir ist das rausgerutscht. Aus Unwissenheit. Ich habe mich nicht genug informiert über dieses Thema.”
10. Februar, 2012 at 17:07
[...] der Piraten in Heidenheim los. Gut so. Schön auch der offene Brief an Kevin Barth von germanpsycho. War nochwas? Achja: Nestlé eröffnet eine Katzen-WG auf [...]
10. Februar, 2012 at 17:48
Sehr geehrter Frank,
auf youtube gibt es ein gutes Interview mit Roger Köppel zum Thema BGE. Eigentum, Freiheit und Staat – der Zusammenhang wird dort in 5 Minuten erklärt.
Ideologisch ist halt immer schwach…
Und ausserdem haben Sie da einen Schreibfehler. Bayern: 3012 (fruehestens)
Gruss, RWI
10. Februar, 2012 at 19:45
@Germanpsycho….Die Ansage von Kevin war doch die “Kackpolitik” Israels ! Der deutsche Jude Prof.Dr.Rolf Verleger schreibt in seinem Buch: “Israels Irrweg. Eine jüdische Sicht”. auf Seite 119 im Kapitel 12: “Der Vorwurf des “Antisemitismus” als Mittel zur Ausgrenzung unliebsamere Meinungen”. Sollten alle lesen, die Kevin in die Pfanne hauen, denn der Staat Israel, bzw. Juden sind nicht Ausserirdische, sondern Menschen. Gut und böse. Anständige und unanständige. Kürzlich wurde sogar der isrelische Staatspräsident wegen Sexualdelikten zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Also. Dreht nicht gleich alle durch, wenn mal jemand was gegen Juden oder Israel sagt. Das gleich mit dem Todschlagargument des “Antisemitismus” zu belegen und deshalb jemand menschlich und politisch kaputt zu machen, ist faschistisch.
10. Februar, 2012 at 19:56
@rwi
danke! klöppel erklärt uns das (nichtfunktionieren einer tatsächlichen grundsicherung) in der tat in einem satz: “der sozialismus hat ja auch nicht funktioniert.”
ohne die springer-presse wären wir echt am arsch…
10. Februar, 2012 at 20:16
@#42:hä!?!? verpiss dich du *ichzensiermichlieberselber* in dein verkac****ichzensiermichlieberselber**eso-,VT,-, odersonstwasforum!!!!!!!!!!!
10. Februar, 2012 at 20:39
@#43 Anonymous : da hat jemand NICHTS verstanden…..
10. Februar, 2012 at 22:41
Es ist sooo geil, wie sich Antisemiten nicht als solche bezeichnen lassen wollen. “Regen Sie sich nicht auf, wenn man was gegen Juden hat, das ist kein Antisemitismus” – beginnt Antisemitismus erst bei 6 Millionen Toten oder wie?
“Ich bin nicht ausländerfeindlich, aber ich mag die Ausländer nunmal nicht”. Großartige Logik.
11. Februar, 2012 at 00:13
@germanpsycho – statt mich als Antisemiten zu zeihen, sollen Sie mal lieber auf die Vorwürfe des deutschen Juden Prof.Dr.Rolf Verleger eingehen, der den Juden in Israel Massenmord an den Palästinensern vor wirft. Ist Herr Verleger auch Antisemit ? Oder ist ein Deutscher, der Deutsche für Kriegsverbrechen unter Hitler als Mörder bezeichnet auch ein Anti-Deutscher ? Es wird höchste Zeit, dass wir Mörder als Mörder benennen, egal ob sie Juden, Deutsche, Russen oder US-Bürger sind. Juden können sich heute nicht mehr hinter dem Holcaust verstecken, wenn sie gegen die Menschlichkeit, gegen das Völkerreicht, gegen UN-Resolutionen verstoßen. Ich wurde nach 1945 geboren und habe mit dem Holocaust NULL zu tun. Ich lasse mir deshalb nicht vorschreiben, wie ich die Verbrechen eines jüdischen Staates zu beurteilen habe. Für mich ist Olmert, Netanjahu, Lieberman, Barak verantworlich für eine rassistische Politik, für einen Vernichtungskireg 2006 gegen Libanon und 2008/2009 gegen Gasa. Die Überlebenden des Warschauer Ghettos sperren in Gasa 1,5 Mio. Palästinenser ein, boykottieren den freien Zugang (selbst von deutschen Ministern), schießen mit Panzern, Schiffsartillerie, Kampfbombern in einen der am dichtesten besiedelten Teil der Welt und dürfen dafür nicht einmal kritisiert werden ? Ich finde es einen Skandal, das Schröder und Merkel diesen Kriegstreibern 3 deutsche U-Boote im Wert von 1,5 Mrd.€ schenken, mit denen Israel wohl bald (Atom)Raketen auf den Iran abfeuern wird. Sollte das so kommen, ist die Regierung Schröder und Merkel mitschuldig am Tod von vielleicht tausenden Iraner. Und das soll ich als Deutscher sehenden Auges abnicken ? Nur weil es “politisch nicht korrekt” ist Juden zu kritisieren ? Juden sind mir genau so lieb wie Muslime, wie Heiden oder Christen. Wie Deutsche, Franzosen, Russen, Amerikaner – wenn sie sich anständig und menschlich verhalten. Amerikaner, die im Irak aus Kampfhubschraubern unbewaffnete Zivilisten wie Hasen jagen und lachend abknallen, sind für mich Mörder. Mörder wie es SS-Schergen waren, die Sozialdemokraten, Zigeuner oder Juden im KZ umgebracht haben.
11. Februar, 2012 at 14:34
@gp: Kopf statt Bild also? Gut, muss wohl. Aber nur, wenn ich am nächsten Tag frei habe.
11. Februar, 2012 at 14:49
Danke für einen bittersüßen Wochenendartikel.
Mag jemand sich mit mir hier oder auf dem Artikel von Juliashramm darüber streiten, wie Sympathie ist? Mich interessiert dieses gelöschte Pamphlet und ich wüsste gern, warum Gefühle schon politisch sind…
11. Februar, 2012 at 18:11
Sehr geehrter Herr Schöpper,
natürlich darf man gegen die Politik eines anderen Landes sein.
Aber man wird dann auch an seinen Argumenten gemessen.
Ich habe mich früher während des Studiums mit dem Konflikt mal beschäftigt. Einfach war das nicht – sehr komplexe Materie, die mit dem Untergang des osmanischem Reiches beginnt. Nachdem ich im Politomat ziemlich genau in der Mitte liege – wüsste ich auch hier nicht für wen ich mich entscheiden würde. Ich wünsche aber allen beteiligten Parteien, daß sie bald einen stabilen, friedlichen und dauerhaften Kompromiss finden.
Was der junge, und nach Macht strebende Servicemechaniker K. Barth vom Stapel lies – als eine anscheinend halbwegs bekannte Person des öffentlichen Lebens, zeigt doch nur, daß er sich nicht viele Gedanken macht bevor er sich äußert.
Ja mei, und dafür bekommt er jetzt die Quittung. Er bekommt halt jetzt ne Woche Ruhm und dann ist wieder gut. Darf er wieder an Maschinen schrauben. Wer hat den eigentlich gewählt? Ich persönlich wähle ja nur Leute, die schlauer sind als ich. Deswegen würde ich auch nicht Grün wählen. Wer will schon von einer Theaterwissenschaftlerin und einem Sozialpädagogen regiert werden?
Viele Grüße, rwi
11. Februar, 2012 at 18:31
Ich befürchte fast, daß auh Herr Schöpper nicht begreift, was Antisemitismus ist. Und dann diese Antisemitismuskeulenkeule. Oh Mann – es wäre lustig, wenns nicht so ernst wär!
Ich versuch es jetzt noch einmal ganz einfach und für einfache Antisemiten:
“Ich mag den Juden an sich nicht” ist weder eine Meinungsäußerung noch hat sie IRGENDETWAS mit israelischer Politik zu tun. Jeder Versuch, einen solchen Satz zu verteidigen, kann daher nur von einem Antisemiten kommen.
Und for fuck’s sake: Seien Sie doch sich selbst einfach mal ehrlich gegenüber! Sie mögen “den Juden” nicht – dann lassen Sie sich doch auch einfach als das bezeichnen, was Sie sind: ein Antisemit. So schlimm KANN das Wort für Sie (“gerade als Deutscher”) nicht sein!
11. Februar, 2012 at 19:52
Wo steht, dass man, um einen Ismus zu vermeiden, die Leute mögen muss? Ich dachte es geht um Toleranz und so….
11. Februar, 2012 at 19:57
Ich verstehe die Frage nicht, Lisa. Wenn Sie nicht wissen, wo es steht, wieso fragen Sie dann danach? Also um überhaupt die Frage stellen zu können, müssten Sie es ja bereits gefunden haben – womit sich die Frage ja erübrigt.
(Aner kleiner Tip: es KANN gar nirgends stehen, weil die Aussage ja in sich schon unsinnig wäre, da sie bereits grundlegendend falsch ist, weil sie schon wieder von “dem Juden” ausgeht.)
11. Februar, 2012 at 20:00
Um das gleich nachzuschieben: Auch Annerkennung braucht keine Sympathie. Der Satz
“Ich mag dich nicht, aber ich habe Respekt vor dir / erkenne deine (Leistung / Funktion / Bedeutung) an” ,hört sich ziemlich sinnvoll an…
Warum lässt sich dies nicht auf eine ganze Gruppe von Menschen übertragen? Ich mag auch diverse Handlungen von Menschen nicht und wenn das So-sein nach meiner Erfahrung in der überwiegenden Mehrheit mit dem So-handeln korreliert — Warum darf ich dann nicht davon sprechen, dass ich eine gewissen Gruppe von Menschen unsympathisch finde und ihr misstraue?
Oder darf ich das nur politisch nicht tun?
11. Februar, 2012 at 20:04
Lisa, es ist doch nicht verboten! Ich persönlih mag diese Art von Denken jedoch nicht und werde mir das Recht nehmen, mit Antisemiten nicht zu reden. Aber verboten ist es nicht, “den Juden an sich” scheisse, sympathisch, geldgierig, geschäftstüchtig, hellblau oder dunkelgrün zu finden.
11. Februar, 2012 at 20:59
Hallo Lisa,
schön Sie wieder zu lesen.
Ismen sind halt geistige Viren. Mit positiven und negativen Konsequenzen.
Leute, die fundamental zu ihrem Ismus stehen, finde ich auf Dauer anstrengend. Da bewegt sich meist wenig in der Diskussion, weil die ja “die Wahrheit” gepachtet haben.
Noch schlimmer wird es, wenn Fanatismus und Militanz dazukommen. Da kann ich schon mal unwirsch werden.
Der schlimmste Ismus ist der Sozialismus: Angeblich mit 110mio Toten im 20 Jhd (habe nicht selbst nachgezählt).
Ein wenig Ismus ist nicht so schlimm, manchmal ist man halt ein wenig krank. An manchen Tagen bin ich auch rassistisch, chauvinistisch oder katholisch.
Aber mein Charme macht es wieder wett.
Wie sagte noch Fürstin Gloria: Der Schwarze schnackselt gerne
Viele Grüße, rwi
11. Februar, 2012 at 23:34
der katholik an sich ist mir unsympathisch … :P
12. Februar, 2012 at 00:15
Ok, jetzt bin ich verwirrt. Ich las unter diesem Artikel von
“[...]„Entschuldigungsschreiben”, das keines war, sondern ein Pamphlet, [...]” und würde das Ding gerne lesen. Ansonsten bin ich froh, das wir mal wieder (fast) einer Meinung sind. Ich werde also meine Vorurteile (nicht: Vorverurteilungen) gegenüber Vi-Kultisten u.Ä. behalten – sie sind einfach nützlich und stimmen überraschend oft. Natürlich gibt es auch andere, aber das ist eine Minderheit und es lohnt sich schon, erstmal skeptisch zu sein wenn so jemand von Effizienz, Benutzerfreundlickeit oder Softwarequalität redet.
12. Februar, 2012 at 01:11
Germanpsycho.
Nur dumme Menschen, ohne die Fähigkeit sich mit einem Thema sachlich auseinander setzen zu können oder zu wollen, belegen andere mit Totschlagargumenten: Antisemit. Linker. Rechter.
Sie scheinen der Oberschlaue zu sein. Schalten Sie bitten Ihren Besserwisser-Blogg ab, denn Sie sind es nicht wert, das man Zeit an Sie verschwendet.
12. Februar, 2012 at 01:15
Ihre Erwiderungen sind mir zum dumm und zu besserwisserisch.
Schalten Sie am besten Ihren Blogg ab, denn so Besserwisser-Typen braucht niemand.
12. Februar, 2012 at 01:32
Ich liebe es, wenn Antisemiten sich darüber ärgern, als silche bezeichnet zu werden :)
12. Februar, 2012 at 10:04
Sehr geehrter Herr Schöpper,
Mord ist manchmal auch Selbstverteidigung. Und über die Verhältnismäßigkeit von Mitteln kann man streiten.
In den muslimischen Ländern steht im Schulatlas zwischen Libanon und Jordanien: Palästina.
Israel ist so groß wie das Bundesland Hessen, also nicht besonders groß. Kann locker an einem Tag mit einem Panzer durchfahren werden.
Es gibt kaum Rohstoffe. Aber die heilige Stadt Jerusalem.
Bevölkerung Israel: ca 8 mio.
Bevölkerung Ägypten: ca. 80 mio.
Israel hatte bereits drei Kriege mit seinen Nachbarn in 60 Jahren.
Iran baut an einer Atombombe und pflegt entsprechende Propaganda.
Wenn Israel kein starkes Militär gehabt hätte, würden wir hier wohl nicht mehr darüber schreiben.
Ebenfalls gibt es verschiedenste Argumente wem das Land gehört. Früher war das mal das osmanische Reich, dann gehörte es den Briten.
Sie haben natürlich Recht damit, daß man Israel in seiner Politik kritisieren darf.
Aber man sollte dabei beide Seiten betrachten und sachlich bleiben.
Wie Sie bei den Konflikten 2006 – 2009 von einem Vernichtungskrieg reden können, verstehe ich nicht. Die Summe aller Todesopfer in diesem Zeitraum liegt unter nach Wikipedia unter 2.500.
Was Hrn. Barth angeht, so vermute ich hier mehr Wissen offenbarth zu haben, als dieser jemals besitzen wird.
Viele Grüße, rwi
12. Februar, 2012 at 10:18
Wenn man das statistisch betrachtet, ist die Gefahr im Libanon oder Gazastreifen durch israelisches Militär getötet zu werden doppelt so hoch, wie in Deutschland durch einen Verkehrsunfall.
Ich sage doch: Volkswagen führt einen Vernichtungskrieg gegen das eigene Volk!
12. Februar, 2012 at 10:39
RWI, Ihr Absicht ist eherenvoll, aber ich befürchte, das bringt nichts: wenn jemand einen Satz wie “der Jude ist mir unsympathisch” verteidigt, dann wird er die Realität im Nahen Osten auch nicht anerkennen. Es geht ihm ja nicht um das Land Israel als politische Einheit, sondern darum, “dem Juden” Nazitum zu unterstellen, vermutlich um damit die eigene Geschichte zu relativieren.
12. Februar, 2012 at 12:04
ach ja, Sie haben wahrscheinlich Recht…
Never discuss with a fool, people might not know the difference.
Aber als Katholik muss ich halt am Sonntag Gutes tun ;)
12. Februar, 2012 at 14:38
Was mich ja am meisten ärgert…
Diese Studie, daß 20% der Deutschen antisemitisch sind. Über die habe ich mich auch geärgert. Der Herr Barth ja auch. Wie bemisst man das?
rwi ist zu 95% antisemitisch, er war erst zweimal im Leben in Israel!
rwi hat mehr muslimische Freunde als jüdische Freunde!
rwi isst nicht koscher!
Aber wenn man dann die eine oder andere Argumentation liest, dann frage ich mich, ob die Studie nicht doch recht hat.
Hat jemand der Anwesenden einen Link zur Studie, um dem mal nachzugehen?
PS: google mit zwei “o”?
15. Februar, 2012 at 09:09
Also wenn man die Aussage „Israel macht eine Kackpolitik“ von der „Der Jude an sich ist mir unsympathisch“ trennt, dann ist erstere absolut diskussionswert und die zweite antisemitisch.
Antisemitismus beginnt da, wo man „den Juden“ im Verhalten / Persönlichkeit pauschaliert und negativ besetzt. Ich denke nur, das behebt das Problem nicht, weil „intellektuelle“ Antisemiten immer gezielt definiert Verhalten von Juden kritisieren, dies aber letztlich nur mit dem Ziel Antisemitismus zu schüren, und anderen ein Verhalten kritisieren wollen (wie die „Kackpolitik“(gemeint ist der „Friedensprozess“)), dabei aber pauschalieren, weil sie nicht in der Lage sind entsprechend sauber zu definieren – ohne aber Antisemit im obigen Sinne zu sein.
Leider ist uns Deutschen im Falle Juden / Israel keine Normalität im Umgang möglich, weder können wir die “jüdische Kackpolitik” kritisieren, ohne den „ich bin kein Antisemit Disclaimer“ anzuhängen zu müssen, noch steht es uns Deutschen zu, uns mal locker aus dem Verdacht des Antisemitismus zu entziehen, Friedmann hatte sicher nicht ganz unrecht, mit seinen „latenten 20 %“. Insofern darf man dieses Thema auch für die nächsten Jahre getrost abschreiben, es werden, wie bisher, nur die üblichen unreflektierten Reflexe auf beiden Seiten hervorgerufen werden.
15. Februar, 2012 at 11:31
@Lisa 55: Da die Juden alles andere als eine homogene Gruppe sind (ebensowenig wie „die“ Deutschen, Amerikaner, Christen, Blogger, Moslems etc.), ist eine Aussage wie „Ich mag die Juden nicht“ per se unsinnig und ergibt ausschließlich in einem antisemitischen Weltbild so etwas wie Sinn.
Und da hat @germanpsycho völlig Recht: Warum sich dann dagegen wehren, dass man nun mal Antisemit ist? Andersherum gefragt: Warum legen ausgerechnet Antisemiten einen solch gesteigerten Wert darauf, nicht als Antisemiten bezeichnet zu werden?
15. Februar, 2012 at 17:20
Verzeihung, Mr. Pommery, aber die Aussage, irgendein Staat mache eine „Kackpolitik” ist keinesfalls einer ernsten Diskussion wert.
Und von keiner Normalität im Umgang kann ich eigentlich hierzulande nur insofern etwas erkennen, als daß man, wenn man einen Antismeiten als solchen bezeichnet, anscheinend sofort dazusagen muß, daß es völlig in Ordnung ist, Israel zu kritisieren.
Ich warte ja immer noch darauf, daß mal jemand von „legitimer Österreichkritik” spricht. Oder davon, daß auch „unter Freunden ein Kritisieren Schwedens erlaubt sein müsse”.
Schon die Diskussion hier zeigt es doch: Da schreibt jemand etwas davon, daß er „den Juden an sich” nicht leiden könne – was ja nun offensichtlichster Antisemitismus ist. Und dennoch wird hier interpretiert (siehe Diskussion weiter oben), daß ja Israelkritik per se hierzulande nicht möglich sei – für mich ein Phänomen.
17. Februar, 2012 at 16:36
@ GermanPsycho, Sie hängen meine Aussage zur „Kackpolitik“ wohl zu sehr an dem Begriff „Kackpolitk“ an sich auf. Stilistisch brauchen wir über diesen Begriff nicht diskutieren, aber darum ging es mir nicht. Mir ging es darum, dass „Kackpolitik“ ein – zwar für die Politik des Staates Israel pauschalierend – aber dennoch ein konkret zu benennendes Verhalten kritisiert, während „der Jude an sich“ reinsten Antisemitismus verkörpert. Die „Kackpolitik“ steht für die Entscheidungen der israelischen Regierung im Nahostfriedensprozess. Aber das wussten Sie sicher auch vorher.
Nur als Anmerkung: ich persönlich sehe die Nahostpolitik des Staates Israel weniger kritisch, da sie, letztendlich wie viele andere Staaten auch, bsp. Russland, China, USA (und in deren Fahrwasser Exportweltmeister Deutschland) einfach mit einem gehörigen Maß an Brutalität ihre Ressourcen sichert.
Ihre Aussage zur Normalität im Umgang mit Meinungsbildung zum Thema Israel, dem Judentum kann ich nicht ganz ernst nehmen. Gerade was sie als Ausnahme von der Normalität beschreiben, ist ein Teil der Abnormität, den anderen Teil der Abnormalität ist, den Sie mal großzügig weglassen, und zwar, dass man ebenso, wenn man das Verhalten eines Juden, einer jüdischen Institution konkret und mit Bedacht kritisiert, sofort den „ich bin aber kein Antisemit Disclaimer“ hinterherschieben muss, um nicht als solcher qualifiziert zu werden. Beide ergänzen sich zu einer Abnormalität als solche im gesamten Umgang mit diesen Thema in Deutschland.
Was solche Sätze, wie „den Juden an sich“ angeht, dazu habe ich bereits zur Qualifizierung im ersten Kommentar alles Notwendige geschrieben.
Als letzte Anmerkung, es ist weniger Diskussion um eine Berechtigung der Kritik an Juden, die mich interessieren, solange wir keine wirkliche Gefahr eines gesellschaftlich relevanten Antisemitismus in Deutschland haben, was ich nicht erkennen kann. Was mich wirklich an der Tabuisierung auf Basis der Gräueltaten der Nazis stört, ist, dass sie eine gesellschaftlich notwenige Diskussion verbaut, wie sie beispielsweise dilettantisch von Eva Hermann (persönlich mag ich sie nicht) zur Mutterrolle angeregt wurde. Aber, das hat nur mittelbar mit dem Antisemitismusbegriff heutiger Zeit in Deutschland zu tun.
1. März, 2012 at 11:27
„Ihre Aussage zur Normalität (…) kann ich nicht ganz ernst nehmen. Gerade was sie als Ausnahme von der Normalität beschreiben, ist ein Teil der Abnormität.”
Ach – die Ausnahme von Normalität wird von mir fieserweise als abnorm dargestellt? OK, jetzt haben Sie mich erwischt.
2. März, 2012 at 17:39
[...] Offener Brief an @kevbarth [...]
4. März, 2012 at 11:34
Das ist tatsächlich, alles, was Sie aus meinem Kommentar für sich rausziehen? Ernsthaft? Nicht die Grenze von gekonnter Selbstinszenierung hin zu eher plumper Selbstverliebtheit zu überschreiten ist zwar manchmal durchaus schwierig, nachdem ich mir Ihren Blog so als Ganzes und Ihre Antworten obig nochmals angesehen habe, schätze ich es als für Sie allerdings als deutlich zu schwierig ein. Viel Erfolg noch, ich will ja gar nicht mal ausschließen, dass Ihnen das doch noch eines Tages mit zunehmender Lebensreife gelingt.
4. März, 2012 at 11:56
Ehrlich gesagt habe ich noch weniger aus Ihrem wirren Gebrabbel herausgelesen, was aber auch daran liegt, dass ich es mit zunehmendem Alter immer ermüdender finde, mit Pseudointellektuellen zu reden, die sich fälschlicherweise auch noch für eloquent halten.
4. März, 2012 at 14:33
Na, wenn dem so ist, empfiehlt es sich für Sie zumindest mal keine Selbstgespräche zu führen, wobei natürlich andererseits dem Ihre Selbstverliebtheit entgegensteht. Catch 22.