Shepheards, Köln

Shepheards, Köln

Geschäftsreisen nach Köln habe ich eigentlich immer gern. Es ist zwar ein offenes Geheimnis, daß mich die andere Stadt am Rhein noch ein bißchen mehr in ihren Bann geschlagen hat, aber da ich als Außenstehender mich nicht entscheiden muß, kann ich beides mögen.

Nur beim Thema Bar war Köln für mich bisher stets ein schwarzer Fleck auf der Landkarte, assoziierte ich mit der Rheinmetropole doch vor allem das obergärige Gebräu, das man andernorts „bei die Limo“ fände.

Nun bin ich also wieder in der Stadt, habe meinen ersten Kundentermin am Morgen natürlich erst um halb elf und bin somit endlich in der entspannten Lage, das vielgepriesene „Shepheards“ auszuprobieren. Bevor ich mir allerdings den ersten Drink bestellen kann, muß ich den Laden erst einmal finden! Und das gestaltet sich als gar nicht so einfach – kein großes Schild hängt vor der Tür, keine laute Musik dringt nach außen. Ein unscheinbarer Treppenabgang ins Sousterrain, eine angelehnte Tür – und die Hausnummer, die mich es wagen läßt, tatsächlich in diese vermeintliche Privatwohnung einzutreten.

Aber was für ein Gegensatz, als ich diese Hürde hinter mir gelassen habe: Ein freundlicher junger Mann nimmt mir Mantel und Hut ab, fragt mich nach Sitzplatzwünschen und geleitet mich an die Bar, wo man mir sofort ein Glas kaltes Wasser sowie einige (allerdings alte) Chips hinstellt. Die Karte ist sehr umfangreich, aber ich halte mich nicht lange auf: Ein Martinez soll es sein. Nach dem ersten Schluck und ein paar kurzen Worten mit dem Barkeeper wird klar: Hier ist eine Oase für gehobene Trinkkultur! Klar – die Preise sind sehr, sehr hoch. Und das Shepheards ist sicherlich nicht der Ort, an dem eine Gruppe junger Menschen ihren Junggesellenabschied bei drei Litern „Sex on the Beach“ feiern sollten.

Aber wenn Sie alleine in Köln sind und einfach einen perfekt zubereiteten Klassiker trinken wollen, wenn Sie in kleiner Gruppe in Ruhe sich unterhalten möchten – dann kann ich mir kaum eine Bar vorstellen, die besser dafür geeignet ist als das Shepheards.

In Köln ganz sicher „meine“ Bar.

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