Der Ursprung war folgender Blogbeitrag über Amazon und das Problem mit dem gelöschten Kindle einer anscheinend ehrlichen Kundin: http://www.bekkelund.net/2012/10/22/outlawed-by-amazon-drm/
Entsprechend verunsichert wandte ich mich an Amazon.de – immerhin kann ich ja nicht ausschließen, daß mir so etwas auch passiert.
Also fragte ich nach:
„eben stolperte ich über den Artikel des Boggers Bekkelund über die Geschäftspolitik Amazons bzgl. der Kindle-Inhalte (http://www.bekkelund.net/2012/10/22/outlawed-by-amazon-drm/).
Sicherlich ist Ihnen dieser Artikel mittlerweile auch bekannt.
Der Artikel wirft für mich Fragen auf: Wie sieht es mit der Sicherheit meiner (bei Ihnen) gekauften Bücher aus, sollte ich auch einmal ohne Angabe von Gründen als unerwünscht eingestuft werden.
Da ich für die Inhalte Geld bezahlt habe, bin ich momentan sehr unsicher geworden, ob ich weiterhin elektronische Bücher über Amazon bestellen sollte.
Können Sie künftig sicherstellen, daß Inhalte, die ich über Amazon auf den Amazon-Kindle bestellte, auch weiterhin nutzen kann? Oder kann ein solcher Fall wie der von dem Blogger beschriebenen auch in Zukunft auftreten? Und ist das dann so wie beschrieben, daß der Kunde keinerlei Möglichkeiten hat, gegen eine solche Sperre Einspruch zu erheben?
Vielleicht war der Blog-Artikel ja auch inahltlich falsch und Sie haben bereits eine entsprechende Meldung vorbereitet? Wenn dem so ist, dann würde mich Ihre Gegendarstellung sehr interessieren.
Mit freundlichen Grüßen,“
Amazon ließ sich einen Tag lang Zeit. In dieser Zeit scheint man sich sehr viel Gedanken gemacht zu haben, was man mir antworten wollte.
Ich erhielt folgende Mail:
„vielen Dank, dass Sie Amazon.de kontaktiert haben.
Gern erläutern wir unsere Richtlinien zu diesem Thema. Der Status des Kundenkontos sollten keine Einfluss auf die Zugriffsmöglichkeit auf Ihre Kindle-Bibliothek haben. Wenn ein Kunde Probleme hat, auf Inhalte zuzugreifen, bitten wir diesen sich bezüglich einer Lösung direkt an den Kundenservice zu wenden.
Vielen Dank für Ihr Interesse an Kindle.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen.
Konnte ich Ihr Problem lösen?
Wenn ja, klicken Sie bitte hier:
(...)
Wenn nein, klicken Sie bitte hier:
(…)
Möchten Sie uns wegen eines anderen Anliegens kontaktieren oder haben Sie weitere Fragen, erreichen Sie uns über das Kontaktformular auf unseren Hilfe-Seiten: http://www.amazon.de/hilfe
Viele Grüße
Unser Ziel: das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein. Ihr Feedback hilft uns dabei.
Hier können Sie Ihren Kindle und Ihre Kindle-Inhalte online verwalten:
Also dem Ziel, das „kundenfreundlichste Unternehmen der Welt“ zu werden, scheint man bei Amazon nicht direkt näher zu kommen, aber es ist beruhigend, daß mir der Kundendienst empfiehlt, den Kundendienst zu kontaktieren, wenn ich denn ein Problem haben sollte, was aber nicht vorkommen könne, obwohl es in der Realität vorgekommen ist.
Umso ärgerlicher, als Amazon eigentlich seinen Fehler längst bemerkt haben sollte: http://winfuture.de/news,72637.html
23. Oktober, 2012 at 17:19
Nun ja. Vermutlich ist es in der Tat nur eine unglückliche Formulierung.
23. Oktober, 2012 at 17:23
Schön, dass die Leute vom Kundendienst einfach nur eine schönmalerische, inhaltlose Mail verschickt, die einfach überhaupt nicht auf die Fragen eingeht…
Die ganze Sache stimmt mich jetzt wirklich nachdenklich, weil ich bis jetzt eigentlich nur gute bis sehr gute Erfahrungen mit Amazon gemacht habe. Diese pure Ignoranz gefällt mir einfach nicht. Ich hoffe, dass die ganze Sache nochmal aufgeklärt wird, ansonsten überlege ich mir, meine Einkäufe dort doppelt.
23. Oktober, 2012 at 17:52
So. Nun ist es raus. Eine unvorsichtige Kundendienstabteilung hat Amazons Weltregierungsgerüchte vorab bestätigt. Die gesamte Antwort liest sich wie von einem Politiker geschrieben:
- keine konkrete Antwort auf die gestellten Frage
- utopische Versprechen
- Verantwortung von sich weisen (Respekt übrigens, die Lösung die Veranwortung einem anderen Selbst zuzuweisen ist geradezu genial!)
Die komplette Firma stellt sich in der Außenkommunikation schon jetzt wie eine Parteizentrale dar.
Und Nein, die Politiker haben in diesem Fall nicht von Amazon gelernt, sondern umgekehrt. Außer Amazon gehört den Fuggern und auch das ist nicht auszuschließen…
23. Oktober, 2012 at 18:06
Wenn der Account wirklich im Verdacht stand fraudulent zu sein, dann DARF der Customer Support keine Informationen herausgeben. In diesem Fall Customer Support Agent hat hier also absolut richtig gehandelt.
Denn, man mag es vielleicht nicht glauben, Fraudster klingeln gern beim Support an, um zu hinterfragen wie sie aufgeflogen sind.
Das ist leider bei false positives für das Unternehmen und den Kunden sehr ärgerlich.
23. Oktober, 2012 at 19:02
Sie springen aber auch auf jeden bunten Hund auf, der durch’s Dorf gestöckelt wird, wa?! So, genug getrollt :D
Ich möchte da zu gewissen Teilen dem Herrn Heiko zustimmen. Blöd für die Dame aus Norwegen. Aber dass der Kundendienst keine andere Lösung (Telefongespräch, Brief, etc.) vorschlug, ist ebenso mies.
23. Oktober, 2012 at 21:30
Amazons Umgang damit ist eine klare Aufforderung zur Piraterie. Und wenn ein Weltkonzern so was sagt, bleibt unsereins ja kaum was anderes übrig als „Sir, yessss, Sir!“ zu rufen.
24. Oktober, 2012 at 08:52
Siehe hierzu auch auf Zeit.de
http://www.zeit.de/digital/mobil/2012-10/amazon-ebooks-konto-gesperrt
@ Heiko: die Argumentation, der Customer Service handle in diesem Fall korrekt, um Fraudster keine Informationen zu geben, wie sie denn aufgeflogen seien, mag zwar an sich schluessig sein, sinnig finde ich sie nicht.
Kann man als Kunde nicht einmal in Erfahrung bringen – trotz Angebot zur Mitwirkung an der Aufklärung – warum man denn überhaupt als Fraudster eingeordnet wird, beisst sich die Katze ein wenig in den Schwanz, wenn man den Grund von seiten amazon mit obiger Begründung verweigert. Mit anderen Worten, da ist amazon Tür und Tor geöffnet nach eigenen Gusto zu handeln. Als Kundenreaktion amazon in einem internationalen Prozess zu verklagen, dürfte nicht gerade mal schnell mit einem Arbeitstag und 10 Euro in der Tasche erledigt sein.
Ich bin selber Kindle Nutzer mit mehreren nationalen amazon.xxx Konten und weiss, dass das Kindle Konto von einem Land ins andere “übertragen” werden muss, je nach Kauf von welcher nationalen amazon web page – samt Kindle Inhalt. Ich kann mir gut vorstellen, dass hierbei schnell auch unbeabsichtigt nationale Eigentumsrechte von verlagen gebrochen werden. Eine Lösung hierfür sehe ich aber absehbar nicht.
24. Oktober, 2012 at 10:26
Herr Kanzler, ich bin durchaus der Meinung, daß Ihr Einwand sehr bedenkenswert ist. Der Kundendienst hat natürlich AUCH die Aufgabe, andere Kunden vor unseriösen Kunden zu schützen. Denn letztlich schadet ja jeder unsaubere „Kunde“ denjenigen, die normal bezahlen.
Nur: Die Frage ist ja, wie man sich gegenüber dem ehrlichen Kunden verhält. Mir gegenüber, beispielsweise. Ich habe nur ein Konto. In Deutschland. Allerdings ärgert es mich, daß ich kein Konto in England anlegen kann – bei allen anderen Bestellungen geht das doch auch!
Und dann ist da die Sache mit dem „Fernlöschen“. Das geht halt einfach mal gar nicht. Jedenfalls nicht in meinen Augen. Solange die Kreditkarte ordentlich belastet werden konnte, hat Amazon etwas verkauft und der Kunde etwas gekauft. Wenn nun Amazon einerseits darauf besteht, beim Verkauf von Büchern handele es sich nicht um einen richtigen Verkauf, sondern nur um eine Lizenzübertragung, aber andererseits mit der Buchpreisbindung argumentiert, die ja für den Verkauf von Büchern gilt, nicht für eine Lizenzübertragung, dann stellt sich für mich als Kunden die Sache so dar: Amazon will aus allen Bereichen das, was für Amazon am besten und für den Kunden am schlechtesten ist. Das mag zwar ein Anliegen sein, das ich verstehe, aber es ist definitiv eines, das ich als Kunde nicht auch nocht mit Käufen bei einem solchen Unternehmen unterstützen möchte.
Kurz gesagt: Amazon ist mittlerweile in einer Quasi-Monopolstellung und beginnt, sich auch entsprechend zu verhalten. Die einzige Chance, daß man dort wieder normal wird, erscheint mir: Konkurrenz. Ein paar andere Unternehmen, denen wir alle unser Geld geben, anstelle von Amazon. Damit die Verantwortlichen bei Amazon merken, daß es so nicht geht. Damit ein Gegenspieler entsteht, der Amazon stets daran erinnert, daß man einen Ausgleich zwischen Kunden- und Unternehmensinteressen finden muß, wenn man auf Dauer erfolgreich sein will.
24. Oktober, 2012 at 11:56
Jedenfalls steht man als Benutzer so vor dem Kundenservice wie der Erzähler „vor dem Gericht“. Um mal etwas Bildungsdünkel hier abzulaichen.
24. Oktober, 2012 at 12:04
Matt: Sie haben vollumfänglich recht. Bis auf weiteres werde ich bei Amazon keinesfalls mehr elektronische Bücher erwerben. Weil Amazon es so will. Und ich mich nie traue, zu widersprechen.
24. Oktober, 2012 at 18:21
Das bestätigt mich darin, weiterhin bei gedruckten Büchern zu bleiben.: http://andreasmoser.wordpress.com/2011/03/27/print-is-king/
28. Oktober, 2012 at 20:38
Ich bin zwar generell dem technischen Fortschritt nicht abgeneigt, aber bei Büchern war ich bisher immer altmodisch. Und jetzt weiß ich auch wieder, warum ich das noch länger bleiben werde…
2. November, 2012 at 00:09
Ich habe das Problem durch Einsatz einer neuartigen Technologie lösen können. Es handelt sich dabei um eine feste Verknüpfung von Content und Player. Der Player besteht überwiegend aus Cellulose und benötigt im Betrieb auch keinerlei Strom. Allerdings braucht man für jeden Content einen eigenen Player. Hierfür benutze ich als Massenspeicher ein sogenanntes Regal. Nach Auskunft der grossen Fluggesellschaften darf man diesen Player auch im Landeanflug benutzen. Fernlöschungen oder nachträgliche Manipulation des Content u.ä. ist technisch ausgeschlossen – schlecht ist nur, wenn einem die Bude abbrennt, dann ist alles weg, Player und Content.
Ich hatte versucht, mir das ganze schnell patentieren zu lassen, aber mir ist wohl ein gewisser Nerd namens Gutenberg schon zuvorgekommen.
2. November, 2012 at 16:57
Herr @germanpsycho der Aufruf nach einem Konkurrenten wurde schon längst erhört. Zum Beispiel ist das Geschäftsmodel von Appels IBook ebenfalls so geregelt.
5. November, 2012 at 21:27
@anonym
Ich habe auch so einen Massenspeicher!
Von iKea!
13. November, 2012 at 20:29
Bürgermeister von Berlin: Po-bereit
Hansel von der Piratenpartei: Po-nada
*rofl*
*muhahahaha*
*lolololololololololololol*
19. November, 2012 at 20:05
These: Wenn jeder kurzerhand das größte Arschloch in seiner Umgebung umbringen würde, wäre die Welt von jetzt auf gleich viel lebenswerter.
20. November, 2012 at 01:11
Vergessen Sie bitte nicht, dass diese Methode für viele ahnungslose Menschen eine unverhoffte Gefährdung darstellte. Ich will da gar niemand explizit ausnehmen. Bis auf den Bloghausherrn natürlich.
6. Dezember, 2012 at 23:17
ich habe gedacht, wir kriegen einen Eintrag zum Nikolaus.
Aber – nix is
13. Dezember, 2012 at 12:03
Seit neuestem habe ich einen Kobo Touch, aber da wird es keine Bücher von Amazon drauf geben. Und der Radikalität meiner Schwester, die aus Platzgründen sämtliche Bücher im Papierformat aussortieren will, werde ich auch nicht folgen. Im Gegenteil, ich werde demnächst wohl neue Buchregalfläche aufstellen müssen.
15. Dezember, 2012 at 01:52
Call the police, there’s a madman around
Running down underground to a dive bar
In a West End town…
21. Dezember, 2012 at 17:59
Heute soll die Welt untergehen…
Was ziehe ich da nur heute an?
16. Januar, 2013 at 19:11
[...] auf Seiten der Endkunden, auch wenn es zu Servicepannen kommen kann, wie die Geschichte rund um die gesperrten Zugangsdaten bei kindle-Nutzern zeigt. Auch der rigorose Umgang von Amazon mit dem Thema Kontensperrung für ganze Familien (ähnliche [...]
1. Februar, 2013 at 16:59
+++EILMELDUNG+++ Chuck Norris übernimmt die Leitung des Flughafens Berlin Brandenburg. Eröffnung ist morgen früh, …
23. März, 2013 at 21:24
Sehr geehrte Frau Internetuser,
sehr geehrter Herr Internetuser,
Im Namen der Initiative der Bundesregierung “Unsere Top-Level-Domain soll schöner werden” fordern wir Sie hiermit auf, Ihre Blogleiche zu beseitigen. Falls Sie Ihr Blog in die historische Abteilung des neu eingerichteten Deutschen Internetmuseums übertragen möchten, ist dies gegen eine einmalige Aufwandsentschädigung von 2.999€ sowie eine jährliche Aufbewahrungsgebühr von 799,95€ möglich.
Falls Sie nicht wissen, wie Sie Ihr Blog löschen können, können wir dies über unsere Kooperationspartner beim BND veranlassen. Hierfür wäre eine Aufwandsentschädigung i.H.v. 2179,00€ fällig.
Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mwst., Soli und EEG-Zuschlag.
Mit freundlichen Grüssen,
Hanns-Hubert Baron zu Leichensack-Ungestüm
Stellv. Unterstaatssekretär