11. Juli, 2008
Extra zum heutigen Tag werfe ich mich in ein rosafarbenes Hemd von Zegna, damit ich in der Horde der Apple-Jünger nicht auffalle. Natürlich habe ich keine allzu großen Hoffnungen, schließlich scheint das iPhone 3G ja innerhalb kürzester Zeit überall ausverkauft zu sein. Ob da meine kürzlich aufgegebene Internetbestellung eine Chance hat? Wohl kaum. Ich frage mich die ganze Zeit sowieso schon, ob mein Trick, den Firmennamen in das Vornamensfeld zu schreiben, überhaupt funktionieren kann. Aber einen Firmenzusatz bietet das Formular auf der T-Mobile-Seite nicht an.
Mittagszeit. Leider überschneiden sich zwei wichtige Bedürfnisse: Aufs iPhone warten und essen. Ich entscheide mich für Ersteres, weiß aber, daß die Wahl vermutlich unsinnig gewesen sein wird. Aber ich halte aus, höre nicht auf den Magen, der mir mitteilt, wie langweilig ihm ist.
Bei jedem Klingeln rase ich nach vorne, an den staunenden Sekretärinnen vorbei, zur Tür, reiße sie auf und falle jedem Besucher um den Hals, wenn er ein Paket dabei zu haben scheint. Ich ernte die ersten merkwürdigen Blicke.
„So, jetzt Middach,” denke ich mir, und ich denke tatsächlich an das Wort „Middach”, ohrfeige mich selbst innerlich für diese dämliche Schreibweise, auch wenn sie nur vorgestellt ist. Ich gehe zum Lift, der auch sofort die Tür öffnet – und einen Postboten ausspuckt, der zu mir will.
Zehn Minuten später habe ich all die unzähligen Formulare ausgefüllt, die man so ausfüllen muß, um zu dokumentieren, daß man wirklich, ganz sicher, auf jeden Fall, garantiert die Ware erhalten hat.
Und scheitere zunächst an der Aufgabe, die SIM-Karte ins iPhone zu legen.
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