Hübsch dekoriert

Hübsch dekoriert

Wie ja der eine oder andere mitbekommen haben könnte, habe ich die Wahl des US-Präsidenten in illustrer Runde (Marco, Sebi und Christian) live gebloggt. Eine interessante Erfahrung: Morgens um 0730h aufgestanden, nach Berlin gefahren, Kundenbesprechung, KDW, Adlon (Tanqueray Ten und Tonic für 18 Euro!). Dann Marco und Konsorten treffen, ab zur Party. Bis dahin alles in Ordnung. Die ersten zwei Stunden mit sinnlosem Geplapper verbracht.

Ab 2400h wird es dann ernst, auch wenn man das im Blog vielleicht nicht ganz so erkennen kann. Und ab 0200h tun mir Füße und Rücken weh.

Es gibt interessante Randerscheinungen (und ich zitiere aus unserem Wahl-Blog):
„Soeben mit einem netten Herrn aus England gesprochen. Auf die Frage, ob ich ein McCain-Fan sei, antwortete ich ihm, daß ich das nur trage, weil sonst alle Obama-Anstecker favorisierten. Also fragte ich ihn, welchen Ausgang er sich wünsche. Er daraufhin: Honestly, I don’t give a shit.”

Interessant auch die Ergebnisse unserer Spontanumfrage bei den Lesern des Blogs: Hat die Hautfarbe bei der Wahl eine Rolle gespielt:
„So, das Umfrageergebnis unserer Rassismusumfrage: 47% glauben, daß Obama mehr Stimmen erhält als in den Umfragen ermittelt, 40% glauben, es werden weniger, und nur 13% der Leser denken, daß Amerika nicht mehr in diesen Kategorien denkt / wählt.”

Tatsächlich hat die Minderheit offenbar recht. Die Hautfarbe hat keine Rolle gespielt, denn die Wahl hat ziemlich genau die Umfrageergebnisse widergespiegelt.

Im Laufe der nächsten Stunden begebe ich mich häufiger unters Volk, ein paar Zitate aufzuschnappen, aber ich treffe zunächst doch nur bekannte Gesicher:
„So, habe den netten Engländer wieder beim Rauchen getroffen. Jetzt meinte er, er habe einen Obama- sowie einen McCain-Sticker. „Balance of Power”.”

Wir blödeln etwas herum, starten eine Umfrage (wer gewinnt die Wahl: 89% für Obama), essen uns durchs Buffet. Und ich gehe rauchen. O-Töne einfangen nenne ich das.

„Ja, wenn ein Türke mal sich zur Wahl zum OB von Berlin stellen würde…”
Pause.
„… aber der Türke ist eben noch nicht so weit wie der Neger da drüben, mit der Assimilation”

Damit weiß ich, daß ich mich nicht mehr auf Zitatsuche begeben muß. Denn besser kann es ja nicht werden. Es wird spät, die ersten Gäste gehen.

Stunden später fasse ich die politische Lage zusammen:
„Sehr wenig Stimmung momentan. Draußen stehen ein paar vereinzelte Raucher, andere warten auf die wenigen Audi-Limousinen, kaum Gespräche. Ältere Herren versuchen, mit Prominenz bei jungen Frauen zu punkten, diese wiederum preisen ihre Bulimie an. Also eigentlich wie auf einer Werberparty.”

Obama gewinnt. Das wußten 89% der Leser schon ganz zu Beginn. Entschluß: Rückfahrt. Wir setzen uns ins Kinderabteil des ICE, schlafe sofort ein, obwohl der sächselnde Schaffner mit seinen Durchsagen das zu verhindern versucht: „Sehr geehrte Fahrgäste, haben Sie schon gefrühstückt? Unser Bordbistro erwartet Sie gerne. Heute empfehlen wir Ihnen, äh, das, äh, große Frühstück. Oder wie wäre es mit einem rustikalen, äh, Frühstück?” Pause. Er sucht nach weiteren Worten. Dann: Klick. Das Rauschen aus den Bordlautsprechern hört auf. Er hat die Suche aufgegeben. Ich wache in Hamburg auf. Marco sieht so aus, wie ich mich fühle.

Gibt es hier.

Da können Sie dann verfolgen, welch unsinnige Gedanken mir durch den Kopf gehen. Mir und meinen Mitstreitern.

Apropos Mitstreiter:
Maas, Sebi und Christian.

Jungs, Ihr wart großartig!

Ihr geneigter Erzähler wird dann ab morgen auch mal so richtiges Blog-Zeuchs machen, also so mit Berichterstattung von aktuellen Ereignissen und so. Danke an Marco von der Maastrix, der mich für würdig erachtete, diesem elitären Zirkel von Leuten, die wissen, wo Dingens den Most herholt, beizutreten.

Und wie kommen Sie da drauf? Hier klicken.

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