Beispiel mit dunkelgrauem Anzug

Beispiel mit dunkelgrauem Anzug

Haben Sie sich mal in letzter Zeit bewußt Menschen im Anzug angesehen? Beispielsweise Politiker, Nachrichtensprecher – oder eben die ganz normalen Leute auf Messen, im Café, auf der Straße? Ist Ihnen dabei etwas aufgefallen? Ja? Mir nämlich auch. Ich sehe nur noch weiße Hemden.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ein weißes Hemd ist ein wunderbares Kleidungsstück. Es paßt gut zur feierlichen Abendgaderobe. Und ab und an auch zu geschäftlichen Anlässen. Zu gehobenen geschäftlichen Anlässen. Dazu muß es aber geschickt kombiniert werden. Ein weißes Hemd kann nämlich schnell auch mal langweilig aussehen.

Und genau daran hapert es anscheinend. Auf Messen sehe ich häufig Menschen im mittlerweile üblichen Ornat: Schwarze oder dunkelgraue Anzüge, schlechtsitzend, ein weißes Hemd, häufig mit Button-Down-Kragen. Dazu eine gestreifte Krawatte, meist in Rot- oder Orangetönen. Selbst wenn ich mir vorstelle, der Anzug säße ordentlich und das Hemd wäre eines mit einem schönen Haifischkragen und Umschlagmanschette – es sähe langweilig aus. Weiß ist nunmal keine besonders interessante Farbe. Daher trägt man es eben häufig zu feierlichen Anlässen am Abend: Weil die Frau dann mit Farben punkten kann. Die Kleidung des Mannes soll dann eben nur die Leinwand dazu bieten.

Über das Problem der schwarzen Anzüge habe ich mich oft genug ausgelassen. Über die vorherrschende Meinung, Dunkelgrau wäre die perfekte Farbe für alle Anlässe, auch. Aber das weiße Hemd hängt mir mittlerweile fast ebenso sehr zum Halse raus wie diese beiden Nervfaktoren der Alltagskleidung. Dabei wäre es so einfach, ohne Mehrkosten viel besser auszusehen:

DAS BLAUE HEMD.

Kombinieren Sie doch bitte einfach mal ein blaues Hemd zu Ihrem (von mir aus grauen) Anzug! Schauen Sie sich an, wie auf einmal die Krawatte viel schöner zur Geltung kommt. Auf einmal ist das Hemd nicht mehr nur die Fläche, auf der eine schöne Krawatte getragen wird, sondern in sich schon ein Hingucker (und wieviel wichtiger ist das blaue Hemd, wenn Sie auch noch auf eine Krawatte verzichten, Sie Oberkellner!)

Natürlich wäre es furchtbar, wenn nun wieder jeder im blauen Hemd durch die Gegend liefe. Für diejenigen, die etwas sicherer im Kombinieren sind, gibt es auch genügend Alternativen: Gestreifte Hemden, ja sogar rosafarbene – oder eben auch mal ein weißes, wenn die Krawatte besonders gut zur Geltung kommen soll, wenn die Frau dabei ist und ein atemberaubendes Kleid (bspw. in rot) trägt.

Aber für diejenigen, die sich nicht so viel mit Kleidung beschäftigen wollen, die vielleicht selbst nie genau wissen, wie man einen Anzug ordentlich kombiniert, die eine Krawatte eher als lästig ansehen: Bitte, bitte tun Sie sich und dem Rest der Welt einen Gefallen und tragen ein blaues Hemd. Hellblau für diejenigen, die am wenigsten Risiko eingehen wollen.

Sie werden feststellen, daß Sie schlagartig besser gekleidet aussehen. Sich von Ihren Kollegen im Einheitslook abheben. Und wer weiß? Vielleicht stellen Sie auch fest, wie viel einfacher es ist, schöne Farbkombinationen zu kreieren, als wenn sie das schnöde, weiße Hemd anziehen.

Ein Versuch ists doch wert, oder?

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